In den 90er Jahren nahmen einige Unternehmensskandale und schließlich deren
Zusammenbrüche bisher nicht gekannte dramatische Ausmaße an. Zum einen haben
diese zahlreichen Wirtschaftsskandale, angefangen bei Enron und WorldCom in den
USA bis hin zu den Fällen um Flow Tex, Holzmann, EM TV in Deutschland, die
Notwendigkeit einer Verbesserung der Unternehmensführung und –überwachung
drastisch vor Augen geführt. Zum anderen übersteigt der Finanzierungsbedarf der
Unternehmen die Möglichkeiten der Fremdfinanzierung, so dass sie verstärkt auf
Anleger und Investoren als Geldgeber angewiesen sind. Die Unternehmer stehen heute mehr denn je in einem weltweiten Wettbewerb um die
Gunst der Anleger, und diese fordern Transparenz und eine effektive Überwachung der
Unternehmensleitung. Diese Tatsachen hatten die Bundesregierung dazu veranlasst
weit reichende Gegenmaßnahmen zur Lösung bzw. Entschärfung dieser Probleme zu
beschließen. Aber auch in der internationalen Entwicklung passte das Verhalten der
Bundesregierung ins Bild, denn auch in den USA reagierte der Gesetzgeber auf eine
Reihe von Unternehmenszusammenbrüchen infolge von Bilanzmanipulationen. Um das
Vertrauen des Kapitalmarktes und speziell der Investoren schnellstmöglich zurück zu
gewinnen, verabschiedete die US-amerikanische Regierung im Jahre 2002 den so
genannten Sarbanes-Oxley-Act. Er gilt als Meilenstein in der Entwicklung der
Corporate Governance vor allem in der EU. In Deutschland hat die
Regierungskommission „Deutscher Corporate Governance Kodex“ (DCGK) am
26.02.2002 den Deutschen Corporate Governance Kodex verabschiedet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
1.1 Problemstellung
1.2 Aufbau der Arbeit
2. Der Deutsche Corporate Governance Kodex
2.1 Begriff der Corporate Governance
2.2 Entwicklung in Deutschland
2.3 Regelungscharakter des Kodex
2.4 Wesentliche Regelungsinhalte
3. Auswirkungen auf die Jahresabschlussprüfung
3.1 Rechnungslegung und Jahresabschlussprüfung
3.2 Unterstützungsfunktion des Abschlussprüfers
3.2.1 Zusammenarbeit zwischen Aufsichtsrat und Abschlussprüfer
3.2.2 Erweiterung des Prüfungsauftrages
3.2.3 Prüfungsbericht
3.3 Garantiefunktion des Abschlussprüfers
3.3.1 Unabhängigkeit des Abschlussprüfers
3.3.2 Bestätigungsvermerk
4. Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Studienarbeit untersucht die Auswirkungen des Deutschen Corporate Governance Kodex auf die handelsrechtliche Jahresabschlussprüfung. Das primäre Ziel ist es, die veränderte Rolle des Abschlussprüfers zu beleuchten, insbesondere hinsichtlich seiner unterstützenden Funktion bei der Überwachung durch den Aufsichtsrat sowie seiner Garantiefunktion gegenüber dem Kapitalmarkt.
- Grundlagen und Entstehung des Deutschen Corporate Governance Kodex
- Regelungscharakter und wesentliche Inhalte des Kodex
- Die Rolle des Abschlussprüfers als unterstützendes Organ für den Aufsichtsrat
- Die Garantiefunktion des Abschlussprüfers durch Testierung und Berichterstattung
- Herausforderungen durch erweiterte Prüfungsanforderungen und Transparenzpflichten
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Zusammenarbeit zwischen Aufsichtsrat und Abschlussprüfer
Die bereits erwähnte Strukturierungsmaßnahmen der Unternehmenskontrolle durch das KonTraG und das TransPuG, sowie den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex soll die Zusammenarbeit zwischen Aufsichtsrat und Abschlussprüfer ständig intensiviert werden. Das Überwachungsorgan soll dabei die Sachkenntnisse des Abschlussprüfers weitgehender als bisher üblich nutzen. Auch der Abschlussprüfer soll die unternehmensspezifischen Erfahrungen und Kenntnisse des Aufsichtsrates in seine Prüfung der Rechnungslegung integrieren. Dadurch soll die Effizienz und Qualität der Abschlussprüfung erhöht werden. Diese Wechselwirkung soll durch bessere Kommunikation zwischen den Organen erzielt werden.
Daher empfiehlt der Deutsche Corporate Governance Kodex dem Aufsichtsrat, einen Prüfungsausschuss zu bilden. Dieser befasst sich mit Fragen der Rechnungslegung, des internen Kontrollsystems, des Risikomanagements, der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers und achtet auf eine gute Zusammenarbeit mit dem Prüfer.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Die Einleitung thematisiert die Notwendigkeit verbesserter Unternehmensführung infolge globaler Skandale und erläutert den Aufbau der Arbeit zur Untersuchung des Corporate Governance Einflusses.
2. Der Deutsche Corporate Governance Kodex: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Corporate Governance, beschreibt deren Entwicklung in Deutschland und analysiert den Regelungscharakter sowie die inhaltlichen Schwerpunkte des Kodex.
3. Auswirkungen auf die Jahresabschlussprüfung: Hier werden die durch den Kodex bedingten Veränderungen für den Abschlussprüfer diskutiert, insbesondere dessen duale Rolle als Unterstützer des Aufsichtsrates und Garant für den Kapitalmarkt.
4. Zusammenfassung und Fazit: Das abschließende Kapitel bewertet die Akzeptanz des Kodex in der deutschen Wirtschaft und zieht einen internationalen Vergleich zur Wirksamkeit der Corporate Governance Systeme.
Schlüsselwörter
Corporate Governance, Deutscher Corporate Governance Kodex, Jahresabschlussprüfung, Abschlussprüfer, Aufsichtsrat, Transparenz, Anlegerschutz, Prüfungsbericht, Bestätigungsvermerk, Unabhängigkeit, Rechnungslegung, KonTraG, TransPuG, Unternehmensführung, Wirtschaftsprüfer
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Studienarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Auswirkungen des Deutschen Corporate Governance Kodex auf die Tätigkeit und die Aufgabenbereiche des Abschlussprüfers bei börsennotierten Aktiengesellschaften in Deutschland.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Corporate Governance, die Entstehung des Kodex in Deutschland, die Rolle des Abschlussprüfers im internen Überwachungsprozess sowie dessen externe Garantiefunktion gegenüber dem Kapitalmarkt.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Darstellung und Analyse, wie der Kodex die handelsrechtliche Abschlussprüfung beeinflusst und welche neuen Pflichten und Erwartungen an den Abschlussprüfer sowie dessen Zusammenarbeit mit dem Aufsichtsrat gestellt werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung einschlägiger Rechtsnormen, Gesetzestexte (HGB, AktG) und der offiziellen Prüfungsstandards des IDW.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Unterstützungsfunktion des Prüfers (Zusammenarbeit mit dem Aufsichtsrat, Erweiterung des Prüfungsauftrages) und der Garantiefunktion (Unabhängigkeit, Bestätigungsvermerk).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich vor allem durch Begriffe wie Corporate Governance, Abschlussprüfer, Aufsichtsrat, Transparenz, Rechnungslegung und Anlegerschutz beschreiben.
Welche Rolle spielt der Prüfungsausschuss laut Kodex?
Der Kodex empfiehlt die Einrichtung eines Prüfungsausschusses, der die Kommunikation zwischen Aufsichtsrat und Abschlussprüfer intensiviert und Fragen wie das Risikomanagement und die Unabhängigkeit des Prüfers fokussiert.
Wie unterscheidet sich der Prüfungsbericht vom Bestätigungsvermerk?
Der Prüfungsbericht ist vertraulich und primär an den Aufsichtsrat adressiert, während der Bestätigungsvermerk das öffentliche Ergebnis der Prüfung darstellt, das Teil der Offenlegung des Jahresabschlusses ist.
- Quote paper
- Diplom-Betriebswirt (FH) Franz Wieser (Author), 2007, Auswirkungen des deutschen Corporate Governance auf die Abschlussprüfung nach IDW PS 345, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/116388