Anorexie, Bulimie, Zwangs- und Angststörungen. Therapieansätze und Expositionen


Hausarbeit, 2021

24 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1. Krankheitsbilder in der Psychosomatik
1.1 Anorexia Nervosa
1.1.1 Epidemiologie
1.1.2 Symptomatik
1.1.3 Risikofaktoren
1.1.4 Verlauf und Prognose
1.1.5 Diagnosekriterien
1.1.6 Verhaltenstherapeutische Ziele
1.1.7 Behandlungsplan
1.1.8 Wirksamkeit und Beurteilung des Therapieerfolgs
1.2 Bulimia nervosa
1.2.1 Epidemiologie
1.2.2 Symptomatik
1.2.3 Risikofaktoren, Verlauf und Prognose
1.2.4 Diagnosekriterien
1.2.5 Wirksamkeit des kognitiv-behavioralen Therapieansatzes
1.3 Soziale Ängste
1.3.1 Epidemiologie
1.3.2 Symptomatik
1.3.3 Diagnosekriterien
1.3.4 Verhaltenstherapeutische Ziele
1.3.5 Behandlungsplan
1.3.6 Wirksamkeit und Erfolgsbeurteilung

2. Therapieansätze und Expositionen
2.1. Angstbewältigungstherapie (ABT)
2.2 Zwangsbewältigungstherapie (ZBT)

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 Elemente stationärer Verhaltenstherapie bei Anorexia 21 nervosa und Bulimia nervosa

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1 ICD-10-Kriterien Anorexia nervosa

Tabelle 2 Bedingungsfaktoren sozialer Ängste und Ansatzpunkte für die Behandlung

1. Krankheitsbilder in der Psychosomatik

Im Mittelpunkt der Betrachtung steht die psychogene Essstörungen: die Anor­exie. Ausgehend von statistischen Daten des Auftretens wird der Krankheits­verlauf anhand der wichtigsten Symptome und anhand von Fallbeispielen do­kumentiert. Auf Komorbiditäten, differentialdiagnostische Besonderheiten so­wie pathophysiologische Folgeerscheinungen wird ebenfalls eingangen.

1.1 Anorexia Nervosa

1.1.1 Epidemiologie

Epidemiologisch gesehen tritt die Anorexia nervosa in Asien, Afrika sowie in den Ländern des ehemaligen Ostblock sehr selten auf. In westlichen Ländern und in Japan ist sie ungleich häufig. Zahlen für den deutschsprachigen Raum geben eine Lebenszeitprävalenz von 1,3 % an, wobei der Großteil der Betrof­fenen weiblichen Geschlechts ist und Mädchen zwischen 14 und 19 Jahren ca. 40 % aller Erkrankten bzw. 60 % der weiblichen Betroffenen darstellen. Bezüglich des Erstmanifestationsalter ist festzustellenb, dass sich dieses bi­modal mit 2 Häufigkeitsgipfeln verteilt und bei 14 und 18 Jahren liegen. Das Verhältnis zwischen erkrankten Männern und Frauen liegt bei 1:11.1

Die Mortalitätsrate der Personen die an einer Anorexia nervosa erkranken, liegt im Vergleich zu gesunden Personen des gleichen Alters und Geschlechts 4-mal höher. Das bedeutet, dass 0,56 % der Erkrankten durchschnittlich pro Jahr aufgrund ihrer Essstörung oder damit assoziierten Folgen sterben. Als häufigste Todesursache werden medizinische Komplikationen aufgeführt, die als Folge der Essstörung auftreten wie bspw. Infektionen mit letal verlaufen­der Sepsis, oder Elektrolytentgleisungen mit konsekutivem Herz-Kreislauf­Versagen. des Weiteren führt ein niedriger BMI bei Aufnahme und im Behand­lungsverlauf, Zwangssymptome, Drogenmissbrauch und komorbide depressi­ve Erkrankungen zu einer erhöhten Sterblichkeitsrate. Die Suizidrate liegt bei 27 %.

1.1.2 Symptomatik

Die Anorexia nervosa vor allem durch die Unfähigkeit der Betroffenen ge­kennzeichnet, normales, medizinisch unbedenkliches Körpergewicht zu hal­ten. Die Bezeichnung Anorexie (d.i. Appetitlosigkeit) ist eigentlich irreführend, denn die Symptomatik der Anorexia nervosa ist gekennzeichnet durch die massive Weigerung der Patienten, zu essen. Es ist also nicht Appetitlosigkeit im herkömmlichen Sinne, sondern vielmehr ein Akt des Willens, die Nahrung zu verweigern. Eine zentrale Stellung nimmt die große Angst vor Gewichtszu­nahme ein; Magersüchtige sind daher in Gedanken fast immer mit dem Essen beschäftigt. Dies kann auf verschiedenste Weise geschehen: Die Betroffenen bekochen die Familie, sammeln Rezepte oder laufen stundenlang an Ausla­gen von Konditoreien vorbei, ohne in all diesen Fällen selbst jemals wirklich zu essen.2

Klinisch erscheint die Anorexia nervosa in zwei Unterformen: erstere zeigt sich in Form von Gewichtsverlust durch reines Diäthalten und Abstinenz er­reicht (restriktive Anorexia nervosa), zweitere durch Erbrechen und Laxanzi- enmissbrauch (bulimische Verlaufsform der Anorexia nervosa).3

Auf der affektiven Ebene besteht als Hauptsymptom die Angst vor einer Ge­wichtszunahme. Zuzüglich besteht eine erhebliche Wahrnehmungsstörung hinsichtlich der eigenen Figur. Dies führt dazu, dass sich die Betroffenen sich häufig als normal oder zu dick empfinden. Der Gewichtsverlust wird haupt­sächlich durch eine Reduktion der Gesamtnahrungsaufnahme oder gestei­gerte oder übermäßige körperliche Betätigung oder ähnlich zur Bulimia ner- vosae durch Erbrechen oder Laxanzieneinnahme herbeigeführt. Hierbei erle­ben die Betroffenen den Gewichtsverlust als ein Form von überdurchschnittli­cher Selbstdisziplin.4

Die kognitive Ebene wiederum ist gekennzeichnet durch eine niedrige Krank­heitseinsicht bzw. eine allgemeine Verleugnung des kachektischen Zustan- des. Des Weiteren zeichnen sich die Betroffenen durch starke Leistungsorien- tiertheit und einen übermäßigen Perfektionismus aus, ein niedriges Selbst­wertgefühl, bezogen auf die eigene Rolle im gesellschaftlichen und familiären Umfeld sowie auf den eigenen Wert.2

1.1.3 Risikofaktoren

Der Beginn der Anorexia nervosa liegt in der Regel in der mittleren Adoles­zenz. Aufgrund eines vormals rigides Diätverhalten kann sich durch ein psy­chisch belastendes Lebensereignisses die Entwicklung einer Essstörung ma­nifestieren. Weitere Risikofaktoren werden in spezifische und unspezifische Risikofaktoren bzw. stabile und variable Risikofaktoren unterschieden:

- spezi fi sche und stabile („ fi xed“) Risikofaktoren sind Frühgeburt, Geburts­traumata wie Sauerstoffmangel, weibliches Geschlecht sowie nichtasiati­sche Ethnie
- spezi fi sche variable Risikofaktoren sind Adoleszenz und frühes Erwachse­nenalter, negatives Körperbild sowie Gewichtssorgen
- weitere Risikofaktoren wie sexueller Missbrauch, familiäre Interaktion, Fa­miliengeschichte, erniedrigtes Selbstwertgefühl, Perfektionismus und Leis­tungssport gelten teilweise als prädisponierend

1.1.4 Verlauf und Prognose

Bezüglich des Verlaufs ist festzustellen, dass dieser sehr unterschiedlich aus­fallen kann. Während 44% der Betroffenen nach 4 Jahren genesen sind, blei­ben 25% chronisch krank und weisen ein Muster von Rückfällen auf bzw. lei­den weiterhin unter emotionalen Problemen. Hinsichtlich des Langzeitverlaufs konnte gezeigt werden, dass bei einem 5-Jahres-Followup 64% der Betroffe­nenVerbesserungen zeigten und nach rund 10 Jahren nur noch 15% erkrankt waren. Eine neuere Studie von Rigaud et al. (2011) zeigt, dass hinsichtlich der Prognose festgestellt werden kann, dass mehr als die Hälfte der Patien­ten nach 13 Jahren als genesen galten. Weitere günstige Verlaufsprädiktoren sind die Qualität der sozialen Kontakte, Therapie-Transparenz sowie eine of­fene und vertrauensvolle therapeutische Beziehung. Als ungünstiger Faktor der den Verlauf von Essstörungen beeinflussen kann wird Perfektionismus deklariert, da die oft rigiden Verhaltensweisen und perfektionistischen Über­zeugungen der Patienten den Therapiefortschritt erschweren oder sogar ein einen Rückfall begünstigen.6

1.1.5 Diagnosekriterien

Die Anorexia nervosa wird im deutschsprachigen Raum sowie in der medizi­nischen Versorgung wird gewöhnlich nach den internationalen Diagnosekrite­rien des ICD-10 diagnostiziert.

Zunächst wird ein zu niedriges Körpergewicht wie auch die ausgeprägte Angst vor einer Gewichtszunahme trotz eines bestehenden Untergewichtes angegeben. Ebenso wird die Vermeidung von hochkalorischen Speisen (z. B. Schokolade) bzw. zusätzlich Gegenmaßnahmen wie selbstinduziertes Erbre­chen oder exzessiver Sport aufgezeigt. Ebenso beinhaltet das ICD 10 die en­dokrine Störung, welche sich bei Frauen als Amenorrhoe manifestiert. Beginnt die Erkrankung vor der Pubertät ist die Pubertätsentwicklung verzögert bzw. gehemmt und zeigt sich in Form von Wachstumsstopp, fehlender Brustent­wicklung, primärer Amenorrhoe bei Mädchen und kindlich bleibende Genitali­en bei Jungen. Nach Remission wird die Pubertätsentwicklung, bei verspäte­ter Menarche, häufig normal abgeschlossen.7

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: ICD-10-Kriterien Anorexia nervosa.8

Unterschieden werden F50.00 Anorexie ohne aktive Maßnahmen zur Ge­wichtsabnahme (Erbrechen, Abführen etc.) sowie F50.01 Anorexie mit aktiven Maßnahmen zur Gewichtsabnahme (Erbrechen, Abführen, Heißhungeratta­cken). Hinzuzufügen ist, dass Differenzialdiagnostisch gastrointestinale und endokrinologische Erkrankungen ausgeschlossen werden müssen.9

1.1.6 Verhaltenstherapeutische Ziele

Als kurzfristige Ziel der Behandlung wird die Wiederherstellung des prämorbi­den Körpergewichts oder eines Mindestzielgewichts fokussiert. Hierfür kann beispielhaft folgende Skizze gezeichnet werden:10

A) Behandlungsziel: Normalisierung der Essgewohnheiten: 5 Mahlzeiten pro Tag; Flexibilität durch Hinzufügen einer neuen Speise pro Tag; Protokoll darüber; nach dem Essen mindestens eine Stunde mit den anderen zusammen sein.

[...]


1 Vgl. Legenbauer/Vocks (2014), S. 4.

2 Vgl. Legenbauer/Vocks (2014), S. 7.

3 Vgl. Linden/Hautzinger (2015), S. 475.

4 Vgl. Legenbauer/Vocks (2014), S. 6-7.

5 Vgl. Legenbauer/Vocks (2014), S. 7.

6 Vgl. Legenbauer/Vocks (2014), S. 11-13.

7 Vgl. Legenbauer/Vocks (2014), S. 7.

8 Vgl. Legenbauer/Vocks (2014), S. 7.

9 Vgl. Legenbauer/Vocks (2014), S. 7.

10 Vgl. Linden/Hautzinger (2015), S. 475-476.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Anorexie, Bulimie, Zwangs- und Angststörungen. Therapieansätze und Expositionen
Hochschule
SRH Hochschule Riedlingen
Note
1,0
Autor
Jahr
2021
Seiten
24
Katalognummer
V1163899
ISBN (Buch)
9783346578297
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Psychosomatik, exposition, anorexie, bulimie, angststörung, zwangsstörung, therapie, krankheitsbilder, epidemiologie, wirksamkeit, parxisprojekt, parktikum, psychologie, klinischepsychologie, schwellentherapie, verhaltenstherapie, jugendliche, kinder, bericht, praktikumsbericht, srh
Arbeit zitieren
Anna-Maria Burchard (Autor:in), 2021, Anorexie, Bulimie, Zwangs- und Angststörungen. Therapieansätze und Expositionen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1163899

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Anorexie, Bulimie, Zwangs- und Angststörungen. Therapieansätze und Expositionen



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden