Im ausgehenden 19. Jahrhundert war der Bildungsabschluss entscheidend über das berufliche und gesellschaftliche Ansehen. Ein Exkurs durch die Weimarer Republik stellt für diese Arbeit die Grundlage. Die Zeit während des Zweiten Weltkrieges sowie die Zeit nach 1945 werden aufgeschlüsselt in BRD und DDR dargestellt. Die Vorstellung des heutigen Bildungssystems stellt den Abschluss des ersten Abschnittes dar. Anschließend werden die Besonderheiten des deutschen Bildungswesens vorgestellt, da es sehr facettenreich und folglich auch unübersichtlich ist. Wenn von Bildungswesen die Rede ist kommt man um die Begriffe "Erziehung", "Bildung" und "Betreuung" nicht herum. Daher werden im 3. Kapitel "Erziehung" und "Bildung" erläutert, definiert und gegenübergestellt. Betreuung wird im späteren Verlauf im Zusammenhang mit der Entwicklung des Kindergartens kontextualisiert.
Die Entstehung des heutigen Kindergartens geht zurück bis in das 17./18. Jahrhundert. Im 4. Kapitel werden die Wurzeln des heutigen Kindergarten skizziert. Friedrich Fröbel, der Begründer des ersten Kindergarten darf hierbei natürlich nicht fehlen. Das Bildungssystem und somit auch der Kindergarten unterstehen gewissen Grundstrukturen in Verbindung mit rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen. Diese werden im späteren Verlauf beschrieben. Im abschließenden 5. Kapitel werden die aktuellen Entwicklungen sowie dabei bestehende Herausforderungen auszugsweise skizziert, denn das deutsche Bildungssystem untersteht der stetigen Weiterentwicklung.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das deutsche Bildungssystem
2.1 Entwicklung des deutschen Bildungssystems bis 1945
2.2 Entwicklung des deutschen Bildungssystems nach 1945
2.3 Besonderheiten des deutschen Bildungssystems
3. Grundbegriffe von Erziehung und Bildung
4. Der Kindergarten
4.1 Die Wurzeln des Kindergartens
4.2 Grundstrukturen und rechtliche Rahmenbedingungen
5. Aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Hausarbeit analysiert die historische Entstehung und die strukturelle Entwicklung des deutschen Bildungssystems mit einem besonderen Fokus auf die Etablierung und Bedeutung des Kindergartens ab dem späten 19. Jahrhundert. Ziel ist es, die Entwicklungslinien der frühkindlichen Bildung in den Kontext des Gesamtsystems einzuordnen und aktuelle Herausforderungen der Elementarpädagogik aufzuzeigen.
- Historische Genese des deutschen Schul- und Bildungssystems
- Konzeptionelle Unterscheidung der Begriffe "Erziehung" und "Bildung"
- Wurzeln und frühpädagogische Bedeutung des Kindergartens
- Rechtliche und organisatorische Rahmenbedingungen der Kindertagesbetreuung
- Gegenwärtige Herausforderungen und Reformansätze in der Elementarpädagogik
Auszug aus dem Buch
4.1 Die Wurzeln des Kindergartens
Bereits im 18. Jahrhundert gab es Einrichtungen der öffentlichen Kinderbetreuung in Deutschland. Kinder, die das schulpflichtige Alter noch nicht erreicht hatten wurden betreut, erzogen und gebildet. Zunächst waren diese Einrichtungen nur für Kinder gedacht, deren Eltern erwerbstätig waren und somit nicht die Zeit für die Betreuung und Erziehung ihrer Kinder aufbringen konnten (Konrad 2012, S. 12). Denn aufgrund der drastischen Auswirkungen der wachsenden Verarmung breiter Bevölkerungsschichten waren auch Frauen und Mütter dazu gezwungen einer Arbeit nachzugehen. Es drohte damit eine Verwahrlosung derer Kinder. Doch um die Kinder an die Gesellschaft anzupassen unterwarf man sie einem strengen Druck. Durch Gehorsam, Fleiß, Reinlichkeit und Pünktlichkeit sollten die Kinder den damals geltenden gesellschaftlichen Verhältnissen angepasst werden (vgl. ebd., S. 14). In dieser Anfangszeit trugen Kindertageseinrichtungen die Bezeichnung Kleinkinderschule oder Spielschule. Des Weiteren gab es noch weitere Benennungen wie Pflegeanstalt, Vorbereitungsanstalt oder Kleinkinderbewahranstalt (vgl. ebd., S. 43). Zunächst orientierte man sich nicht nur hinsichtlich der Namensgebung an der Schule, denn auch Stundenpläne mit festen Unterrichtsinhalten wurden eingeführt (vgl. Franke-Meyer, 2016).
In den 1830er und 1840er Jahren kam es zu einer regelrechten Gründungswelle. Träger von Kleinkinderschulen waren zunächst vor allem Vertreter der christlichen Konfession. Anhänger der evangelischen Gemeinschaft setzten eine religiöse Erziehung an. Die damalige gesellschaftliche Lage und die einsetzende Industrialisierung sei eine von Gott geschaffene Situation, die durch die Bevölkerung anerkannt werden sollte (Konrad 2012, S. 17ff).
Am 28. Juni 1840 gründete der Thüringer und Pädagoge Friedrich Fröbel (1782-1852) den ersten Kindergarten in Blankenburg. Diese frühpädagogischen Einrichtungen wurden für Kinder ab dem 3. Lebensjahr bis zu ihrer Einschulung gegründet. Doch schon nach weiteren 4 Jahren wurden auch für Säuglinge und Kleinstkinder erste Krippen eingerichtet. In dieser Zeit entstand auch der Beruf der Erzieherin und ist damit der älteste Frauenberufe überhaupt. Die Ausbildung zur Kindergärtnerin fand erstmalig im Jahr 1843 statt. Erzieherinnen waren nicht nur Behüter und Beschützer, sondern sie sollten die Kinder auch betreuen, bilden und erziehen. Den Kindern sollte die Zeit und der Raum gelassen werden um ihren Lernprozess eigenständig zu gestalten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die thematische Eingrenzung der Arbeit, die historische Basis sowie die methodische Herangehensweise an die Begriffsdefinitionen.
2. Das deutsche Bildungssystem: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung des Bildungswesens von der vor-1945-Zeit über die Nachkriegszeit bis hin zu den föderalen Besonderheiten der Gegenwart nach.
3. Grundbegriffe von Erziehung und Bildung: Es erfolgt eine theoretische Abgrenzung und Definition der Begriffe „Erziehung“ und „Bildung“ und deren Bedeutung für den individuellen Entwicklungsprozess.
4. Der Kindergarten: Das Kapitel beleuchtet die historischen Wurzeln der frühkindlichen Betreuung, die Gründung des ersten Kindergartens durch Friedrich Fröbel sowie die aktuellen rechtlichen Rahmenbedingungen.
5. Aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen: Es werden die gegenwärtigen Herausforderungen wie Fachkräftemangel, Akademisierung und der Wandel zu offenen Kindergartenkonzepten erörtert.
6. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der stetigen Wandlungsprozesse im Bildungssystem und der Bedeutung der frühkindlichen Bildung ab.
Schlüsselwörter
Bildungssystem, Erziehung, Kindergarten, Friedrich Fröbel, Elementarbereich, frühkindliche Bildung, Kindertagesbetreuung, Schulpflicht, Pädagogik, Sozialgesetzbuch, Fachkräftebedarf, Bildungsreform, Bildungsgesamtplan, föderale Struktur, Kindheit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit thematisiert die Entstehung und Entwicklung des deutschen Bildungssystems unter besonderer Berücksichtigung des Kindergartens ab dem ausgehenden 19. Jahrhundert.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zu den Schwerpunkten zählen die historische Entwicklung des Bildungswesens, die theoretische Differenzierung von Bildung und Erziehung sowie die rechtlichen und praktischen Rahmenbedingungen der Kindertagesbetreuung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Entwicklung der frühkindlichen Bildung als einen entscheidenden Meilenstein innerhalb des komplexen deutschen Bildungssystems zu analysieren und in einen geschichtlichen Kontext zu setzen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und einer deskriptiven Darstellung historischer und aktueller bildungspolitischer Rahmenbedingungen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Entwicklung des Bildungssystems, die theoretische Fundierung der Begriffe „Bildung“ und „Erziehung“, die Geschichte des Kindergartens sowie eine Analyse aktueller Herausforderungen in der Elementarpädagogik.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Bildungssystem, Kindergarten, Elementarbereich, frühkindliche Bildung und die historischen Etappen der deutschen Bildungsgeschichte.
Welche Rolle spielte Friedrich Fröbel für die Entwicklung des Kindergartens?
Friedrich Fröbel gilt als Begründer des ersten Kindergartens im Jahr 1840 in Blankenburg und etablierte mit der Ausbildung zur Kindergärtnerin einen der ältesten Frauenberufe.
Wie hat sich der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz in Deutschland verändert?
Der Rechtsanspruch wurde 1996 in Westdeutschland für Kinder ab drei Jahren eingeführt und im Jahr 2013 auf Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr ausgeweitet.
- Citation du texte
- Christina Glaser (Auteur), 2020, Die Entstehung des deutschen Bildungssystems und die Entwicklung des Kindergartens in Deutschland ab dem ausgehenden 19. Jahrhundert, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1164335