Das Salutogenese-Modell und seine ressourcenorientierte Erweiterung


Seminararbeit, 2021

24 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Methodische Vorgehensweise
1.3 Aufbau

2 Gesundheit und Krankheit
2.1 Begriffsdefinition

3 Salutogenese
3.1 Konzept nach Antonovsky
3.2 Kohärenzgefühl/ Kohärenzsinn
3.3 Was hat Stress mit Salutogenese zu tun?

4 Ressourcenorientierte Erweiterung des Salutogenese-Modells
4.1 Konzept nach Franke

5 Der Fluss

6 Was hat Salutogenese mit Betrieblichen Gesundheitsmanagement zu tun?
6.1 Personale Ressourcen
6.2 Anforderungs-/ Kontroll-Modell
6.3 Anforderungs-/ Belastungskonzept
6.4 Konzept widersprüchlicher Anforderungen
6.5 Modell beruflicher Gratifikationskrisen
6.6 Konzept der vollständigen Tätigkeiten
6.7 Psychologisches Regulations- und Ressourcenmodell

7 Fazit

8 Literaturverzeichnis

9 Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

In dieser Seminararbeit wird die Grundfragestellung, was das Salutogenese-Modell ist und seine ressourcenorientierte Erweiterung in verschiedene einzelne Abschnitte und Fragen zerlegt. Schlussendlich entsteht in der Folge ein umfassender Überblick, eine Kohärenz und das Verständnis zu einzelnen Begriffen wie Gesundheit, Krankheit, Stress, Salutogenese, Pathogenese und betriebliches Gesundheitsmanagement. Die Umsetzung erfolgt dabei über verschiedene Konzepte und Modelle, wobei jedes für sich, aber auch die Kombination zur Zielerreichung verwendet werden kann.

Als Grundsätzliches Ziel der Salutogenese wird hierbei die Krankheitsprävention und Gesundheitsförderung des Einzelnen verstanden.

1.1 Problemstellung und Zielsetzung

In der Wissenschaft ist ein wichtiges Augenmerk, das Verständnis über Krankheiten und deren Entstehung.

In zunehmende Maße entsteht in diesem Punkt eine Vorreiterstellung, bedingt der demografischen Entwicklung, der ansteigenden Lebenserwartung und dem medizinisch-technischen Fortschritt.

Krankheiten können nicht geheilt werden, aber medizinisch behandelt. Konsequenz des Ganzen ist ein statistisch erfasster Anstieg chronischer Krankheiten und auch gesundheitlicher Einschränkungen bedingt alterspezifischer Veränderungen.

Aufgrund der Veränderung/ Anhebung des Renteneintrittsalters/ Pensionseintrittsalters zur Entlastung der Rentenkasse bedingt der demografischen Entwicklung steigen sowohl psychische als auch physische Erkrankungen an.

Erich Erichsen teilte jedem Lebensabschnitt eine Lebensaufgabe zu, wodurch Rentner mit Renteneintrittsalter nach damaligen gesetzlichen Zeiten (60. Lebensjahr) die Möglichkeit hatten, bestehende gesellschaftliche Verpflichtungen zu reduzieren und körperliche/ psych. Belastungen waren durchschnittlich geringer im Aufkommen.

Das Salutogenese-Modell nach Antanovsky wendet sich von der pathogenesen Sichtweise, das heißt der Frage wie Krankheiten entstehen ab und widmet sich der Frage, wie Gesundheit entsteht, welche Determinanten maßgebenden Einfluss ausüben und wie das Wissen Ressourcenorientiert angewendet werden kann.

Ziel dieser Arbeit ist es aufzuzeigen, wie durch die Entwicklung eines kohärenten Selbstbildes, bestehend aus verschiedenen Komponenten, Ressourcen gefördert und somit Defize ausgeglichen werden können.

Weggehend von der pathogenesen Sichtweise soll nach Antonovsky das Salutogenese-Modell ressourcenorientierte Anwendung finden.

1.2 Methodische Vorgehensweise

Im Rahmen der Sekundärforschung, hier gemeint das Literaturstudium wird in dieser Arbeit durch Aufschlüsselung einzelner Komponenten systematisch ein Zusammenhang von verschiedenen Themenbereichen hergestellt und so der grundsätzliche Gedanke des Salutogenese-Modells erklärt.

In dieser Arbeit wird ein deskriptiver Ansatz, aber auch ein explikativer Ansatz verfolgt.

Durch Aufschlüsselung und Beschreibung einzelner Themenfelder wird zum Schluss ein Ursachen-Wirkungsgefüge dargestellt.

Dabei geht es explizit um den Zusammenhang von entwicklungsbedingten Komponenten/ sozialen Komponenten und die Integration in ein soziales Netzwerk als Individuum/ sowie Umweltfaktoren und der Entwicklung von Ressourcen, die im Umgang mit Krankheit genutzt werden können und den Verlauf gegebenfalls beeinflussen.

Im Weiteren wird das Salutogenese-Modell von Antonovsky auf die Verwendbarkeit/ Handbarkeit im Umgang mit dem betrieblichen Gesundheitsmanagement geprüft.

Da das Berufsleben als eine von vielen verschieden Rollen, die der Mensch ausübt, eine bedeutende Stellung einnimmt, und bedingt verschiedener äußerer Einflussdeterminanten auch zunehmend ein größeres Zeitkontingent des bestehenden Lebens darstellt, ist es um so wichtiger herauszufinden, in welcher Form der Arbeitgeber Einfluss nehmen kann auf die Gesundheit und das Wohlbefinden seiner Angestellten.

1.3 Aufbau

Diese Seminararbeit wurde in fünf grundsätzliche Themengebiete unterteilt, wo bei die einzelnen Themen Untergruppen beinhalten.

Im ersten Teil geht es um das grundsätzliche Verständnis von Gesundheit und Krankheit, um im Weiteren an die Salutogenese, Gesundheitslehre weg von der Pathogenese (Krankheitslehre) herangeführt zu werden.

Dabei wird grundsätzlich auf Antonovsky, als Erfinder/ Entwickler des Salutogenese-Modells eingegangen und auf Franke, als Entwicklerin des ressourcenorientierten erweiterten Modells.

Im letzten Teil bezieht sich diese Arbeit auf das betriebliche Gesundheitsmanagement und deren Bedeutung unter Einbeziehung verschiedener Modelle und Konzepte, die zur Umsetzung verwendet werden können.

In der Zusammenfassung nimmt der Verfasser dieser Seminararbeit zu den grundsätzlichen Fragen der Handbarkeit/ Verwendbarkeit und der Wichtigkeit des Salutogenese-Modells in Bezug auf das betriebliche Gesundheitsmanagement Stellung.

2 Gesundheit und Krankheit

Gesundheit und Krankheit sind zwei Themen, die bedingt der wissenschaftlichen Erkenntnis nicht mehr als individuelle Thematiken zu behandeln sind, sondern ein zusammenhängendes komplexes Gefüge darstellen.

Vor Jahrzehnten galt Krankheit noch als ein Zustand, der das Leben bedrohen konnte. Heute sind die meisten Krankheiten und altersspezifischen Veränderungen medizinisch gut zu behandeln, können allerdings bedingt, dass sie größtenteils nur zu behandeln, nicht zu heilen sind, sich zu chronischen Krankheiten entwickeln. Dies kann im erheblichen Maße Einfluss auf die Lebensqualität nehmen.

2.1 Begriffsdefinition

Sowohl Krankheit als auch Gesundheit definieren sich als ein Zustand des objektiven und subjektiven Empfindens.

Zwar werden im Rahmen verschiedener Bewertungsverfahren auch objektive Messwerte in eine Zustandsermittlung einbezogen, sind allerdings die individuellen Wahrnehmungsreize, ob man sich Gesund oder Krank fühlt, ausschlaggebend für eine effektive Behandlung und damit Erhaltung beziehungsweise Herstellung einer Lebensqualität.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Betriebliches Gesundheitsmanagement (Quelle: vgl. Stierle 2014, S. 15)

Gesundheit definiert sich dabei folgendermaßen:

…Die Gesundheit ist ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen (vgl. Verfassung der Weltgesundheitsorganisation – WHO) …1

Währenddessen ist Krankheit ein Zustand, der durch die Gesellschaft eine Rolle zugewiesen bekommt. Die Rede ist dabei von gesellschaftlich akzeptierten und sanktionierten Zuständen.

Auch die Weltgesundheitsorganisation hat nach verschiedenen wissenschaftlichen Diskussionen keine eigenständige Definition des Begriffes Krankheit.

…Die WHO definiert nicht die Krankheit, sondern den Gegenbegriff der Gesundheit (1963): “Ein Zustand des umfassenden körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht lediglich das Freisein von Krankheit und Schwäche”. (“Health is a state of complete physical, mental and social well-being and not merely the absence of disease or infirmity”). Diese Definition ging vielen nachvollziehbar zu weit – insbesondere dann, wenn man die Nichterfüllung der Definition sofort als Krankheit einstufen würde…2

Krankheit wird im Rahmen des subjektiven Empfindens dabei in 3 Unterkategorien unterteilt, wobei jede für sich selbst prägnant ist.

An oberster Stufe steht dabei Krankheit in Kombination mit einem Krankheitsgefühl. Im Weiteren besteht die Stufe einer bestehenden Krankheit, ohne dabei ein Krankheitsgefühl zu empfinden. Dies findet sich unter anderem bei psychischen Krankheiten, weshalb z. B. im Neuen Begutachtungssystem zur Feststellung einer Pflegebedürftigkeit, welches in Deutschland im Rahmen von Begutachtungen durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen Anwendung findet, im Bewertungsverfahren eine „Nicht vorhandene Krankheitseinsicht“ Resonanz im Punktesystem zur Erfassung erhält.

Als letzte der bestehenden Unterkategorien gibt es das Krankheitsgefühl ohne eine bestehende Krankheit. Auch diese Kategorie findet sich unter anderem im Bereich der psychischen Krankheiten.

Anhand der genannten Unterkategorien zum Begriff der Krankheit ist erkennbar, dass es sich dabei nicht ausschließlich um ein funktionelles Problem handelt, sondern auch eine Behandlung erfordert, die wie im Bereich der Pflege ganzheitlich erfolgen sollte. Soziale Rahmenbedingungen wie das Umfeld und auch Verhaltensweisen haben erheblichen Einfluss auf die biologische Konstitution eines Menschen und bestimmen das subjektive Empfinden.

3 Salutogenese

Salutogenese stellt die Ganzheitlichkeit, die es bei der Betrachtung von Gesundheit und Krankheit braucht, dar und ist als ein gesundheitsorientiertes Modell zu verstehen.

Dabei braucht es zur Umsetzung eine aktive Mitarbeit zur Erhaltung der Gesundheit, wo sowohl körperliche als psychische Aspekte eine Rolle spielen.

Im Grundmodell stellt das Salutogenese-Modell eine Anpassung/ Bewältigung an stresshafte Anforderungen dar. Im Weiteren wird durch das entwickelte Modell die Theorie der Homöostase erweitert und es entwickelt sich die Theorie der Allostase, wobei als Sonderform die Heterostase besteht, welche Antonovsky als einen Grundgedanken seines Modells nutzt.

[...]


1 BfGA (2021): Gesundheit,

https://www.bfga.de/arbeitsschutz-lexikon-von-a-bis-z/fachbegriffe-c-i/gesundheit-fachbegriff/, Abgerufen am 10 Dezember 2021.

2 IMB Consult (2021): Krankheitsdefinition, https://imb-consult.de/index.php/krankheitsdefinition/, Abgerufen am 10. Dezember 2021.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Das Salutogenese-Modell und seine ressourcenorientierte Erweiterung
Note
1,0
Autor
Jahr
2021
Seiten
24
Katalognummer
V1164631
ISBN (eBook)
9783346571717
ISBN (Buch)
9783346571724
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Salutogenes-Modell, Antonovsyky, Gesundheit, Krankheit
Arbeit zitieren
Maxi Strohbach (Autor:in), 2021, Das Salutogenese-Modell und seine ressourcenorientierte Erweiterung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1164631

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