Die Unterrichtseinheit: „Sterben, Tod und Auferstehung“ ist in den Kontext des Lernbereichs 3: „Das eigene Leben und unsere Welt“ einzuordnen. Der Lernbereich beinhaltet: das „Anwenden der Kenntnisse und Erfahrungen über Leiden, Sterben, Tod
und Auferstehung auf das eigene Leben und auf Probleme der Gesellschaft“ und das
„Positionieren zum verantwortungsvollen Umgang mit Freundschaft, Liebe und Partnerschaft“.
Da der Unterricht nur einstündig stattfindet, muss eine Auswahl getroffen werden. Ich
habe mir für die Behandlung den ersten Themenbereich ausgesucht, da ich der Auffassung
bin, dass der Tod und dessen Bedeutung im alltäglichen Leben der Schüler
weniger thematisiert wird, wenn nicht ein Todesfall im näheren Bekanntenkreis erfolgt
ist. Es ist jedoch wichtig, dass sich die Schüler in diesem Alter näher damit auseinander
setzen. Der Themenbereich „Freundschaft, Liebe und Partnerschaft“ ist bei
den Schülern dieser Altersstufe hingegen sehr präsent. So wird das Thema z.B. in
vielen Jugendzeitschriften und auch in den Gesprächen der Jugendlichen thematisiert.
Die Vorgaben für die Behandlung des Bereichs „Sterben, Tod und Auferstehung“
sind relativ offen gehalten.
Inhaltsverzeichnis
1 Bedingungsanalyse
1.1 Schulsituation
1.2 Situation der Lerngruppe
2 Begründung des Themas
2.1 Lernbereichsplanung
2.2 Sachanalyse
2.2.1 Isabell Zachert
2.2.2 Das „Fünf-Phasen-Modell“
2.2.2.1 Phase 1: Nicht- wahrhaben wollen
2.2.2.2 Phase 2: Zorn
2.2.2.3 Phase 3: Verhandeln
2.2.2.4 Phase 4: Depression bzw. Resignation
2.2.2.5 Phase 5: Zustimmung bzw. Annahme.“
3 Didaktische Analyse
3.1 Beitrag des Faches evangelische Religion zur allgemeinen Bildung
3.2 Richtziele – Jahrgangsstufe 9
3.3 Grobziele der Unterrichtseinheit
3.4 Teilziele der einzelnen Stunden
3.5 Feinziele der Unterrichtsstunde
4 Problemorientierung
4.1 Lernvoraussetzungen der Schüler im Bezug zum Thema
4.2 Entwicklungspsychologische Voraussetzungen
4.3 Methodisches Vorgehen
4.3.1 Motivation
4.3.2 Zielorientierung und Hinführung
4.3.3 Erarbeitung
4.3.4 Präsentation
4.3.5 Vertiefung
4.3.6 Reflexion
5 Unterrichtsverlauf
Zielsetzung & Themen
Diese Unterrichtsvorbereitung zielt darauf ab, Schülern der 9. Klasse einen fundierten Einblick in das Fünf-Phasen-Modell des Sterbeprozesses nach Elisabeth Kübler-Ross zu ermöglichen und dabei ein Bewusstsein für existenzielle Fragen sowie einen empathischen Umgang mit Sterbenden zu entwickeln.
- Vermittlung des Fünf-Phasen-Modells nach Kübler-Ross
- Erarbeitung des Sterbeprozesses anhand des Fallbeispiels Isabell Zachert
- Reflexion über die Allgemeingültigkeit psychologischer Sterbemodelle
- Förderung von Empathie und Verständnis für die seelische Verfassung von Sterbenden
Auszug aus dem Buch
2.2.2 Das „Fünf-Phasen-Modell“
Das „Fünf-Phasen-Modell“ von Dr. Elisabeth Kübler-Ross ist das bekannteste Modell, das Aussagen über den Ablauf des Sterbeprozesses trifft. Die Schweizer Ärztin und Psychiaterin hat sich intensiv mit den Sterbeprozessen der Menschen beschäftigt und war die Erste, die über die psychischen Bedürfnisse von Sterbenden berichtete. Bei ihren Forschungen hat sie mehr als 500 sterbende Krebspatienten begleitet und verfügt demzufolge über ein umfangreiches Wissen im Umgang mit dem diesen. Die Angst der Sterbenden kristallisierte sie vor allem als eine Angst vor körperlichen Schmerzen, Einsamkeit und Hilflosigkeit heraus.
In ihren fünf Phasen beschreibt Kübler-Ross den Umgang der Sterbenden mit ihrem eigenem Tod, deren Gefühle, Vorstellungen und Gedanken. Ihre Aufzeichnungen darüber spiegeln sich in ihrem Fünf- Phasen- Modell wieder. Kübler-Ross weist jedoch daraufhin, dass dieses Modell nicht allgemein gültig ist, da jeder Sterbende den Prozess des Sterbens anders erlebt und verarbeitet.
Jede Phase kann unterschiedlich lange dauern, übersprungen werden, gar nicht stattfinden oder sich wiederholen. Bestimmte Phasen und deren Merkmale sind bei den Betroffenen zu finden und lassen sich herauskristallisieren. „Aber das Wissen, dass bei jeden Sterbenden eine intensive seelische Auseinandersetzung mit dem eigenen Tod stattfindet, erleichtert den ,Helfern´ Schwestern, Freunden und Verwandten das Verständnis für den Sterbenden.“
Zusammenfassung der Kapitel
1 Bedingungsanalyse: Dieses Kapitel beschreibt die räumlichen Voraussetzungen im Klassenzimmer sowie die soziale Zusammensetzung und die Lernvoraussetzungen der neunten Klasse.
2 Begründung des Themas: Hier wird das Thema in den Lehrplan eingeordnet und eine detaillierte Sachanalyse des Fünf-Phasen-Modells sowie der Krankheitsgeschichte von Isabell Zachert vorgenommen.
3 Didaktische Analyse: Dieser Teil legt die fachlichen Bildungsziele sowie die Richt- und Feinziele der Unterrichtseinheit und der spezifischen Stunde fest.
4 Problemorientierung: Das Kapitel analysiert die Vorkenntnisse und die entwicklungspsychologische Situation der Jugendlichen sowie die geplante methodische Umsetzung der Unterrichtsstunde.
5 Unterrichtsverlauf: Hier wird der zeitliche Ablauf der Unterrichtsstunde inklusive Methodenwahl und Medieneinsatz in Tabellenform dargestellt.
Schlüsselwörter
Fünf-Phasen-Modell, Elisabeth Kübler-Ross, Sterbeprozess, Religionsunterricht, Isabell Zachert, Tod, Sterben, Ethik, Palliativmedizin, Entwicklungspsychologie, Adoleszenz, Trauer, Lebensende, Unterrichtsvorbereitung, Fachdidaktik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Unterrichtsvorbereitung grundsätzlich?
Die Arbeit umfasst eine detaillierte Planung einer Religionsstunde für die 9. Jahrgangsstufe zum Thema „Sterben, Tod und Auferstehung“, speziell fokussiert auf das Fünf-Phasen-Modell nach Kübler-Ross.
Was sind die zentralen Themenfelder der Unterrichtseinheit?
Die Einheit behandelt den Umgang mit dem Tod, die Sterbephasen, christliche und andere religiöse Sichtweisen sowie die Auseinandersetzung mit eigenen Erfahrungen und Ängsten zum Thema.
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtsstunde?
Das Ziel ist, dass Schüler die Merkmale der Sterbephasen nach Kübler-Ross kennenlernen, diese auf ein Fallbeispiel anwenden können und die Allgemeingültigkeit des Modells kritisch hinterfragen.
Welche wissenschaftliche Methode wird für die Erarbeitung verwendet?
Die Erarbeitung erfolgt arbeitsteilig in Partnerarbeit mittels Textblättern, die ein Fallbeispiel detailliert beschreiben, gefolgt von einer Präsentation und einer Reflexionsphase.
Was wird im Hauptteil der Arbeit methodisch behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in Motivation, Zielorientierung, Erarbeitung der Phasen, Präsentation der Ergebnisse sowie eine Vertiefung durch die Erstellung einer Stimmungskurve für das Fallbeispiel.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind das Phasenmodell von Kübler-Ross, der Tod als Lebensthema, die Altersgruppe der 9. Klasse und die religionspädagogische Einbettung in den Schulalltag.
Warum wird das Fallbeispiel Isabell Zachert als „roter Faden“ verwendet?
Die Lebensgeschichte dient dazu, den Sterbeprozess an einer konkreten Person für die Jugendlichen greifbar zu machen und durch die Altersnähe eine höhere Betroffenheit und Identifikation zu erzeugen.
Wie gehen die Schüler mit der kritischen Reflexion des Modells um?
In der Reflexionsphase diskutieren die Schüler, dass das Modell keine universelle Gesetzmäßigkeit darstellt, sondern nur ein Hilfsmittel zum besseren Verständnis der psychischen Situation von Sterbenden ist.
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- Doreen Oelmann (Author), 2008, Das Fünf-Phasen-Modell zum Sterbeprozess nach Kübler-Ross, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/116469