Doch nimmt die Einkommensarmut der Eltern Kindern ihre Fröhlichkeit? Sind Kinder in Deutschland wirklich arm? Wie definiert man Armut? Und wenn ja, wie viele Kinder Deutschlands sind davon betroffen und warum? Was können wir in der Profession der Sozialen Arbeit dagegen unternehmen?
In der Arbeit werden vorerst Begriffserklärungen vorgenommen. Zuerst wird der Begriff soziale Ungleichheit definiert. Anschließend wird der Begriff Armut thematisiert und die absolute sowie die relative Armut und die Jugendarmut werden definiert. Darauffolgend wird die soziale Ungleichheit in Deutschland dargestellt. Im Anschluss wird die Kinderarmut in Deutschland sowie ihre Ursachen untersucht. Dann folgt der Untersuchungsgegenstand dieser Arbeit, es werden Handlungsansätze der Sozialen Arbeit zur Vermeidung beziehungsweise zur Verminderung der Kinderarmut in Deutschland herausgefiltert und untersucht.
Inhaltsverzeichnis
1.Einführung
2. Begriffserklärungen
2.1 Soziale Ungleichheit
2.2 Armut
2.2.1 Absolute Armut
2.2.2 Relative Armut
2.2.3 Jugendarmut
3. Soziale Ungleichheit in Deutschland
4. Kinderarmut in Deutschland
4.1.Ursachen für Kinderarmut in Deutschland
4.2 Folgen von Kinderarmut in Deutschland
5. Handlungsansätze der Sozialen Arbeit zur Vermeidung/ Verbesserung der Armutssituation von Kindern in Deutschland
6. Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Kinderarmut in Deutschland im Kontext sozialer Ungleichheit und analysiert wissenschaftlich fundierte Handlungsansätze der Sozialen Arbeit, um Armutssituationen bei Kindern zu vermeiden oder zu verbessern.
- Soziale Ungleichheit als gesellschaftliches Strukturmerkmal
- Differenzierung zwischen absoluter, relativer und Jugendarmut
- Ursachen und Auswirkungen von Kinderarmut in Deutschland
- Strukturelle Rahmenbedingungen des deutschen Sozialstaates
- Präventions- und Interventionsmöglichkeiten in der Sozialen Arbeit
Auszug aus dem Buch
4.1.Ursachen für Kinderarmut in Deutschland
Wie bereits dargestellt, geht die Kinderarmut in Deutschland mit der Sozialen Ungleichheit einher.
Immer wieder ist im Verlauf der Beschäftigung mit der sozialen Ungleichheit die Frage nach ihren Ursachen aufgeworfen worden. Klar ist mittlerweile, dass es sich hierbei um eine sehr komplizierte und noch keinesfalls voll befriedigend geklärte Problematik handelt (vgl. Bolte, K. S.38ff).
Ist ein Kind arm oder unterversorgt , macht man dafür häufig die Eltern oder dessen von der Norm abweichenden Verhalten (beispielsweise übermäßigen Alkoholkonsum) oder einschneidende Ereignisse in der Familienbiografie verantwortlich. Im Unterschied zu arbeitslosen Erwachsenen, Bettlern oder Obdachlosen gelten Kinder nämlich noch als „würdige Arme“. Nicht ihnen persönlich schiebt man die Schuld an ihrer Not zu, sondern betrachtet viel eher als sonst die gesellschaftlichen Verhältnisse. Zweifellos liegt hier der Schlüssel zur Erklärung des Umstandes, dass es heute vermehrt Armut gibt und vornehmlich Kinder davon betroffen sind. In der Fachliteratur und der öffentlichen Diskussion werden die Auslöser von (Kinder-)Armut indessen häufig mit deren Ursachen verwechselt.
Die Voraussetzungen für Pauperisierungs-Prozesse bilden gesellschaftliche Verhältnisse sowie strukturelle Zusammenhänge, unter welchen Menschen leben, beziehungsweise in denen Kinder aufwachsen müssen und lösen ganz bestimmte Ereignisse im Lebensverlauf und soziale Abstiege aus oder lassen sie voll zur Wirkung gelangen.
Es scheint dadurch so, als sei der Tod des (Familien-)Ernährers, die Trennung vom (Ehe)Partner oder eine Mehrlingsgeburt Schuld am Entzug materieller Ressourcen, den Kinder anschließend erleiden. Sie, ihre Eltern oder Mütter waren tatsächlich bereits vor dem betreffenden Schicksalsschlag nicht ausreichend abgesichert (vgl. Butterwegge C. (2004) S. 112f).
Zusammenfassung der Kapitel
1.Einführung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz von Kinderarmut in einem reichen Land wie Deutschland und skizziert die Fragestellung sowie das Ziel der Arbeit.
2. Begriffserklärungen: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Soziale Ungleichheit, absolute und relative Armut sowie Jugendarmut, um ein theoretisches Fundament zu schaffen.
3. Soziale Ungleichheit in Deutschland: Es wird der gesellschaftliche Zustand der Ungleichheit beleuchtet, wobei Faktoren wie Vermögensverteilung und die Verschärfung durch Krisen wie die Pandemie thematisiert werden.
4. Kinderarmut in Deutschland: Das Kapitel analysiert die Armutsbetroffenheit von Kindern, untersucht deren Ursachen im Kontext der Erwerbstätigkeit der Eltern und beleuchtet die psychosozialen sowie strukturellen Folgen.
5. Handlungsansätze der Sozialen Arbeit zur Vermeidung/ Verbesserung der Armutssituation von Kindern in Deutschland: Hier werden präventive und intervenierende Strategien der Sozialen Arbeit wie die Gemeinwesenarbeit und lebensweltorientierte Ansätze vorgestellt.
6. Ausblick: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und regt an, das Thema künftig in einer globalen Perspektive zu betrachten.
Schlüsselwörter
Kinderarmut, Soziale Ungleichheit, Sozialarbeit, Armutsprävention, Lebensweltorientierung, relative Armut, Erwerbslosigkeit, Sozialstaat, Jugendarmut, Teilhabechancen, Bildungsbenachteiligung, Gemeinwesenarbeit, Familienpolitik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Studienleistung grundsätzlich?
Die Arbeit thematisiert Kinderarmut in Deutschland als ein spezifisches Resultat sozialer Ungleichheit und untersucht, wie die Soziale Arbeit darauf reagieren kann.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zu den zentralen Themen gehören die Definition von Armut, die Analyse der Ursachen von Kinderarmut im deutschen Wohlfahrtsstaat sowie die Darstellung von Handlungsstrategien der Sozialpädagogik.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Zusammenhänge zwischen sozialer Ungleichheit und Kinderarmut aufzuzeigen und konkrete Ansätze herauszuarbeiten, durch die soziale Fachkräfte Kinder und Familien unterstützen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Auswertung von Sekundärdaten, darunter Berichte der Bundesregierung und fachwissenschaftliche Publikationen.
Was steht im Hauptteil der Arbeit im Vordergrund?
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Begriffe geklärt, bevor die spezifischen Ursachen und Folgen der Armut von Kindern analysiert und abschließend Lösungswege der Sozialen Arbeit diskutiert werden.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Kinderarmut, Soziale Ungleichheit, Prävention und Lebensweltorientierung geprägt.
Warum wird die Rolle der Eltern für das Armutsrisiko der Kinder so stark hervorgehoben?
Da die Erwerbstätigkeit der Eltern den stärksten Prädiktor für Armut darstellt, bildet die wirtschaftliche Situation des Haushalts den Kern der Ursachenanalyse.
Welche Rolle spielt die Prävention bei der Bekämpfung von Kinderarmut?
Prävention wird als strategischer Ansatz definiert, der strukturelle Bedingungen verändern und die Resilienz von Kindern frühzeitig stärken soll, um langfristige Folgen von Armut zu vermeiden.
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- Ava Greta Agurew (Author), 2021, Kinderarmut in Deutschland. Ursachen und Auswirkungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1164723