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Das Konzept der Kerninflationsrate

Title: Das Konzept der Kerninflationsrate

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 25 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Sebastian Bretzner (Author)

Economics - Monetary theory and policy
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Summary Excerpt Details

Eines der wichtigsten Ziele der heutigen Geldpolitik der Zentralbanken liegt in der
Sicherung der Geldwertstabilität. Schwierigkeiten bereitet dabei die Unterscheidung
zwischen einer Preisschwankung mit transistenten oder persistenten Charakter1. Das
Hauptaugenmerk liegt zumeist auf langfristigen Betrachtungen der Preisveränderungen.
In Deutschland wird dies häufig anhand der Veränderungen des Preisindex der
Lebenshaltung untersucht. Jedoch kann dieser Index, wie auch ähnliche Inflationsraten
in anderen Ländern, durch kurzfristige Schwankungen der Komponenten des
Warenkorbs, differieren. Ziel einer vorausschauenden Geldpolitik muss es jedoch sein
den „generellen Preistrend, also die persistente Komponente der Teuerung“ zu
betrachten2. Aus diesem Grund nimmt die Bedeutung der so genannten
Kerninflationsraten immer weiter zu, da bei ihrer Berechnung derartige Volatilitäten nicht
berücksichtigt werden. Sie bilden damit die grundlegende Preistendenz ab3, da sie frei
von transitorischen Bewegungen sind, also nicht von temporären Schocks beeinträchtigt
werden.
Ziel dieser Arbeit soll es sein, die grundlegenden Konzepte der Berechnung der
Kerninflationsraten detailliert zu erläutern. Dabei wird sowohl auf die statistischen
Methoden, als auch auf Alternativen auf Basis der ökonomischen Theorie eingegangen.
Zu Beginn werden wir die Anforderungen und Eigenschaften von Kerninflationsraten
erklären. Anschließend werden die transitorischen Preisbewegungen und deren Einfluss
auf die Preise geschildert. Kapitel 4 befasst sich mit den möglichen Berechnungsarten
der Kerninflation mit jeweils einer kurzen, anschaulichen Berechnung. Darauf folgend
werden wir die unterschiedlichen Berechnungsarten der Kerninflationsrate miteinander
vergleichen. Wir schließen die Arbeit mit einer abrundenden Zusammenfassung und
einem kurzen Ausblick ab.
Die Kapitel 1 bis einschließlich 4.1.3. verfasste Sebastian Bretzner, Tobias Schneyer
fertigte die folgenden Kapitel 4.2. bis 6. an.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und Hinführung zum Thema

2. Definitionen und Eigenschaften der Kerninflationsraten

3. Transitorische Bewegungen und Einflüsse auf Preise

4. Ansätze zur Berechnung der Kerninflationsraten

4.1. Statistische Methoden

4.1.1. Ausschluss volatiler Komponenten

4.1.2. Verwendung modifizierter Gewichte

4.1.3. Getrimmte Mittelwerte

4.2. Alternative Methoden auf Basis der ökonomischen Theorie

4.2.1. Struktureller VAR-Ansatz

4.2.2. P* - Ansatz

5. Vergleichende Darstellung der verschiedenen Berechnungsarten der Kerninflationsrate

6. Zusammenfassung und abschließender Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die verschiedenen theoretischen Konzepte und statistischen Methoden zur Berechnung der Kerninflationsrate detailliert zu erläutern und kritisch miteinander zu vergleichen, um ihre Eignung als Instrument für die geldpolitische Steuerung zu bewerten.

  • Grundlegende Definitionen und Eigenschaften der Kerninflation
  • Analyse transitorischer Preiseinflüsse und deren Auswirkungen
  • Detaillierte Darstellung statistischer Berechnungsverfahren
  • Erklärung ökonomischer Modellansätze (VAR und P*)
  • Vergleichende Evaluierung der Methoden hinsichtlich ihrer praktischen Anwendbarkeit

Auszug aus dem Buch

4.1.1. Ausschluss volatiler Komponenten

Diese Ausschlussmethode, im Englischen „excluding-food-and-energy approach“, ist die bekannteste statistische Verfahrensmethode und wird auch von der Europäischen Zentralbank in den meisten Fällen verwendet. Dabei werden alle Güter und Gütergruppen, deren Preise enormen Schwankungen unterliegen, also die am meisten volatil sind, nicht in die Rate mit hineingerechnet, sondern vollständig ausgeklammert. Beispielsweise frische Nahrungsmittel die witterungsabhängig sind oder auch Energieträger, deren Preise, wie bereits erwähnt, stark von transitorischen Schocks abhängig sind, werden bei der Berechnung nicht beachtet. Ihr Gewicht wird auf Null gesetzt, da die Entwicklung dieser Preise keine Aussagen über den allgemeinen Preistrend liefern können.

Landau gliedert den Ablauf bei der Ausschlussmethode in drei Abschnitte. Zuallererst werden die Komponenten die auszuschließen sind, festgelegt, meistens sind das ganze Gütergruppen. Anschließend werden die Gewichte der übrigen Komponenten, die zur Berechnung heran zuziehen sind, normiert, also ihre Summe auf 1 gesetzt. Als letzten Schritt berechnet man die neue Kerninflationsrate mit den übrigen Komponenten durch Multiplikation der Veränderungen mit den neuen Gewichten und summiert die Werte.

Die einfache Handhabung, eine leichte Verständlichkeit und vor allem eine gute Transparenz der Rate, durch vorher festgelegte Regeln, sind als Vorzüge dieser Methode zu nennen. Leider gibt es auch viel Nachteiliges, wie etwa die subjektive Auswahl der eliminierten Komponenten und der damit verbundene vollständige Ausschluss der gesamten Gütergruppe obwohl einzelne, darin enthaltene Güter weniger volatil sein könnten als die ganze Gruppe. Außerdem muss bereits vor der Berechnung entschieden werden, welche Komponenten aufgrund ihrer historischen Volatilität ausgeschlossen werden, was nicht immer ganz einfach ist. Die Annahme das frühere transitorische Schocks einer Warengruppe auch in der Zukunft auftreten, zeugt zudem von der Inflexibilität dieser Methode, da das nicht immer der Fall ist. Des Weiteren können auch vorher mit hinein gerechnete Komponenten plötzlichen Preisschwankungen unterliegen und damit das Ergebnis verzerren. Weiter weist die auf diese Art berechnete Kerninflation meist keinen glatten Verlauf auf, was nicht der Idealvorstellung einer Kerninflationsrate entspricht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung und Hinführung zum Thema: Dieses Kapitel motiviert die Bedeutung von Kerninflationsraten als Instrument für eine vorausschauende Geldpolitik zur Identifikation des persistenten Preistrends.

2. Definitionen und Eigenschaften der Kerninflationsraten: Hier werden zentrale theoretische Definitionsansätze erläutert und wesentliche Qualitätsmerkmale wie Mittelwerterhaltung und niedrige Volatilität definiert.

3. Transitorische Bewegungen und Einflüsse auf Preise: Das Kapitel kategorisiert verschiedene Formen temporärer Preisstörungen, wie erratische Schwankungen und Preisschocks, die den persistenten Preistrend überlagern.

4. Ansätze zur Berechnung der Kerninflationsraten: Dies ist der methodische Hauptteil, der sowohl statistische Ausschluss- und Glättungsverfahren als auch ökonomische Modellansätze (VAR, P*) detailliert vorstellt.

5. Vergleichende Darstellung der verschiedenen Berechnungsarten der Kerninflationsrate: Eine kritische Gegenüberstellung der vorgestellten Methoden unter Berücksichtigung ihrer Vor- und Nachteile sowie ihrer praktischen Implementierung.

6. Zusammenfassung und abschließender Ausblick: Abschließende Synthese der Erkenntnisse und eine Einschätzung zur zukünftigen Standardisierung der Kerninflationsmessung durch Zentralbanken.

Schlüsselwörter

Kerninflationsrate, Geldpolitik, Preisstabilität, Transitorische Schocks, Persistenter Preistrend, Warenkorb, Statistische Methoden, Ausschlussmethode, Getrimmte Mittelwerte, VAR-Ansatz, P*-Modell, Inflationstheorie, Geldmenge, Volatilität, Preisindex

Häufig gestellte Fragen

Was ist das zentrale Anliegen dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht das Konzept der Kerninflationsrate als Instrument für Zentralbanken, um den längerfristigen Preistrend von kurzfristigen, transitorischen Schwankungen zu unterscheiden.

Welche methodischen Ansätze werden zur Berechnung der Kerninflation vorgestellt?

Die Arbeit differenziert zwischen statistischen Methoden (Ausschluss volatiler Komponenten, modifizierte Gewichte, getrimmte Mittelwerte) und ökonomisch fundierten Modellen (struktureller VAR-Ansatz, P*-Ansatz).

Welches ist das primäre Ziel der Kerninflationsmessung?

Das Ziel ist es, eine Inflationsrate zu isolieren, die frei von temporären Schocks ist, um geldpolitische Entscheidungen auf Basis der persistenten Teuerung zu treffen.

Worin liegt der Hauptunterschied zwischen den statistischen Methoden und dem VAR-Ansatz?

Statistische Methoden basieren auf datengetriebenen Filtern, während der VAR-Ansatz theoretische Annahmen, wie die Neutralität der Inflation gegenüber dem Output, explizit einbezieht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Beschreibung der Berechnungsverfahren inklusive fiktiver Beispielrechnungen sowie einer vergleichenden Analyse dieser Modelle.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Kerninflationsrate, Preisstabilität, transitorische Schocks, statistische Filter, VAR-Modelle und monetäre Theorie.

Welche Rolle spielt der gewichtete Median bei der Methode der getrimmten Mittelwerte?

Der gewichtete Median fungiert als robustes Maß gegen Ausreißer, da er nicht von Extremwerten beeinflusst wird und somit den generellen Preistrend besser widerspiegeln kann.

Warum ist die Bestimmung des Zeitraums beim P*-Ansatz problematisch?

Da der P*-Ansatz historische Daten zur Schätzung der langfristigen Gleichgewichtswerte nutzt, führt eine zu kurze Zeitspanne zu Volatilität, während eine zu lange Zeitspanne die Aktualität und Vergleichbarkeit einschränkt.

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Details

Title
Das Konzept der Kerninflationsrate
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Institut für Wirtschaftswissenschaft)
Course
Volkswirtschaftliches Hauptseminar Monetäre Ökonomik
Grade
1,7
Author
Sebastian Bretzner (Author)
Publication Year
2006
Pages
25
Catalog Number
V116472
ISBN (eBook)
9783640186419
ISBN (Book)
9783640188253
Language
German
Tags
Konzept Kerninflationsrate Volkswirtschaftliches Hauptseminar Monetäre
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sebastian Bretzner (Author), 2006, Das Konzept der Kerninflationsrate, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/116472
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