Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › History of Germany - National Socialism, World War II

Jugend im Nationalsozialismus - Schule unter dem Hakenkreuz

Title: Jugend  im Nationalsozialismus - Schule unter dem Hakenkreuz

Intermediate Examination Paper , 2002 , 24 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Katja Dittrich (Author)

History of Germany - National Socialism, World War II
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Der rasche Erfolg der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP), die in den Jahren ab 1929 zur Partei einer Massenbewegung anwuchs und 1933 die ideologisch-politische Hegemonie in Deutschland gewann, ist nicht zuletzt dem „jugendlichen“ Habitus des Nationalsozialismus und dessen erfolgreiches Bemühen um die Gefolgschaft der heranwachsenden Generation zuzuschreiben. Der Anspruch der NSDAP vor 1933, nicht nur für die junge Generation zu sprechen, sondern sogar ein Teil von ihr zu sein, wurde allerdings schon mit der Machtübernahme de facto zurückgenommen. Trotzdem blieb die Jugend ein attraktives Potential, mit dem man das künftige Deutschland gestalten wollte und die man durch ein umfassendes Programm der Erziehung und Formierung für die nationalsozialistische Bewegung gewinnen wollte.

Über den nationalsozialistischen Erziehungsanspruch ließ Hitler in einer Rede 1938 keinen Zweifel aufkommen:

„Und wenn diese Knaben mit zehn Jahren in unsere Organisationen hineinkommen (...), dann kommen sie vier Jahre später vom Jungvolk in die Hitlerjugend, und dort behalten wir sie wieder vier Jahre, und dann geben wir sie erst recht nicht zurück (...), sondern dann nehmen wir sie sofort in die Partei, in die Arbeitsfront, in die SA oder in die SS, in das NSKK usw. Und wenn sie dort (...) noch nicht ganze Nationalsozialisten geworden sein sollten,[...]“1

Hier zeigt sich der nationalsozialistische Totalitätsanspruch der Erziehung, der auf die Sicherung der bestehenden Machtverhältnisse abzielt und das Individuum nicht nur in der Kindheit und Jugendzeit, sondern das ganze Leben über pädagogisch bestimmen soll. Erziehung wird mit Politisierung gleichgesetzt, die in neuen, durch die Partei kontrollierten Einrichtungen ausgeübt werden soll. Doch auch wenn Hitler in dieser Rede weder Schule noch Familie erwähnt, war es den Nationalsozialisten trotz massiver Propaganda nicht möglich, diese traditionellen Erziehungsinstanzen abzuschaffen und das Leben der Jugendlichen zu „verstaatlichen“. Die Familie als primäre Sozialisationsinstanz war aufgrund ihrer Privatsphäre am ehesten vor dem Zugriff der totalitären Verfügungsansprüchen der Nationalsozialisten geschützt, auch wenn sie, wie alle an der Erziehung Beteiligten, der Kontrolle von Staat und Partei unterstand. Doch welchen Einfluss übte die nationalsozialistische Ideologie auf das Schulwesen aus? Inwieweit veränderte sich der Unterrichtsalltag, die Lehr- und Lernmittel und die Stundenpläne?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die nationalsozialistischen Erziehungsziele

3. Die Phasen der Schulpolitik

3.1 Die erste Phase: Machtergreifung und Machtsicherung

3.2 Die zweite Phase: Machtdarstellung und Kriegsvorbereitung

3.3 Die dritte Phase: Machtausweitung und innerer Zerfall

4. Resümee

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der nationalsozialistischen Ideologie auf das deutsche Schulwesen im Zeitraum von 1933 bis 1945. Ziel ist es, die ideologischen Grundsätze anhand von Hitlers „Mein Kampf“ darzustellen und zu analysieren, wie diese die Schulpolitik und den Unterrichtsalltag in drei verschiedenen Phasen prägten, mit dem Fokus auf der Gleichschaltung und der Vorbereitung auf Krieg und Weltanschauungskampf.

  • Analyse der nationalsozialistischen Erziehungsgrundsätze
  • Phasenmodell der nationalsozialistischen Schulpolitik (1933–1945)
  • Veränderungen im Unterrichtsalltag und in Lehrinhalten
  • Rolle von Elite-Erziehungseinrichtungen (Napolas, Adolf-Hitler-Schulen)
  • Einfluss der Kinderlandverschickung auf das Schulwesen

Auszug aus dem Buch

3.1 Die erste Phase: Machtergreifung und Machtsicherung

Die erste Phase, von 1933 bis etwa 1936, charakterisiert Scholtz als Zeit der „Machtergreifung und Machtsicherung“12. In dieser Phase wurde der Zugriff auf Schule und Bildung durch die Gründung des „Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung“ (RMfWEV) und des „Nationalsozialistischen Lehrerbundes“ (NSLB) organisiert, ohne dass es jedoch zu einer Neuordnung des Schulwesens und der Kompetenzen kam. Kontinuität und Veränderung hielten sich in Bezug auf das Schulwesen die Waage. Das lag zum einen daran, dass die Schule zu den traditionellen Einrichtungen des Erziehungswesens gehörte, die man trotz aller ideologischer Gleichschaltung nicht einfach verändern oder abschaffen konnte, und zum anderen daran, dass die Lehrerschaft zum größten Teil in der Weimarer Republik oder sogar noch im Kaiserreich ausgebildet worden war.

1933 war die bildungspolitische Zuständigkeit noch aufgeteilt auf die Länder und auf das Reich, doch am 30.01.1934 wurden durch das „Gesetz zur Neuordnung des Reiches“ die bisherigen Rechte der Länder weitgehend ausgeschaltet. Am 1.5.1934 wurde das „Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung“ (RMfWEV) eingerichtet, das der ehemalige Studienrat und Gauleiter Bernhard Rust übernahm.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Machtanspruch der NSDAP auf die heranwachsende Generation und skizziert die Fragestellung bezüglich der Beeinflussung des Schulwesens durch die nationalsozialistische Ideologie.

2. Die nationalsozialistischen Erziehungsziele: Dieses Kapitel arbeitet anhand von „Mein Kampf“ die zentralen Erziehungsmaximen heraus, darunter Rassismus, Elitegedanke, Sozialdarwinismus und die Ausrichtung auf Soldatentugenden.

3. Die Phasen der Schulpolitik: Das Hauptkapitel unterteilt die nationalsozialistische Schulpolitik in drei zeitliche Abschnitte, die von der Machtsicherung über die Kriegsvorbereitung bis hin zur kriegsbedingten Zersetzung des Schulsystems reichen.

4. Resümee: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet das Spannungsfeld zwischen Kontinuität und Diskontinuität sowie das Scheitern des humanistischen Bildungsgedankens zugunsten totalitärer Indoktrination.

Schlüsselwörter

Nationalsozialismus, Schule, Schulpolitik, NS-Pädagogik, Erziehungsziele, Ideologie, Machtergreifung, Kriegsvorbereitung, Lehrerbildung, Gleichschaltung, Rassenkunde, Kinderlandverschickung, Volksgemeinschaft, Drittes Reich.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Veränderungen und den Einfluss der nationalsozialistischen Ideologie auf das deutsche Schulwesen im Zeitraum von 1933 bis 1945.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die nationalsozialistischen Erziehungsziele, die schrittweise Gleichschaltung des Schulwesens sowie die Rolle von Schule als Instrument der ideologischen Formung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die in „Mein Kampf“ formulierten Erziehungsgrundsätze in die schulische Praxis umgesetzt wurden und welche Rolle die Schule bei der Vorbereitung der Jugend auf Krieg und Ideologie spielte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine historisch-analytische Methode, die auf der Auswertung relevanter Quellen, wie Hitlers „Mein Kampf“ und zeitgenössischer Richtlinien, sowie der Einordnung durch fachwissenschaftliche Sekundärliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil ist in drei Phasen untergliedert, die von der Machtergreifung über die strukturelle Umgestaltung bis hin zur kriegsbedingten Transformation des Schulalltags (z.B. Kinderlandverschickung) reichen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Nationalsozialismus, Schulpolitik, Erziehung, Gleichschaltung, Rassenkunde und Volksgemeinschaft definiert.

Welche Rolle spielten Eliteeinrichtungen wie die Napolas?

Diese Einrichtungen dienten als Eliteschulen der Partei, um gezielt den Offiziers- und Führernachwuchs außerhalb des traditionellen Schulsystems unter totalitären Bedingungen auszubilden.

Wie wirkte sich der Krieg auf das Schulwesen aus?

Der Krieg führte zu massiven Störungen des Schulbetriebs, zur Einführung der Kinderlandverschickung, zum Lehrermangel und zur zunehmenden Indienstnahme von Jugendlichen als Wehrmachtshelfer.

Excerpt out of 24 pages  - scroll top

Details

Title
Jugend im Nationalsozialismus - Schule unter dem Hakenkreuz
College
Free University of Berlin  (Otto-Suhr-Institut)
Grade
2,0
Author
Katja Dittrich (Author)
Publication Year
2002
Pages
24
Catalog Number
V11647
ISBN (eBook)
9783638177535
Language
German
Tags
Schule Erziehung Nationalsozialismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katja Dittrich (Author), 2002, Jugend im Nationalsozialismus - Schule unter dem Hakenkreuz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/11647
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  24  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint