Chancen und Risiken für All Inclusive Tourismus


Projektarbeit, 2008

41 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die All-Inclusive-Reise im Allgemeinen
2.1 Die Definition der Vollpauschalreise
2.2 Die Definition von All-Inclusive-Reisen
2.3 Die Formen von All-Inclusive-Reisen
2.4 Die Entwicklung des All-Inclusive-Tourismus
2.5 Das Image des All-Inclusive-Tourismus

3. Die Nachfragerseite
3.1 Die Vorteile und Nachteile von AI-Reisen für die Nachfrager
3.2 Die Inanspruchnahme von All-Inclusive Angeboten
3.3 Die Erfahrungen mit All-Inclusive nach Lebensphasen
3.4 Die All-Inclusive-Zielgruppe

4. Die Anbieterseite
4.1 Die Definition des Begriffs Destination
4.1.1 Die Bedeutung von AI-Tourismus für eine Destination
4.1.2 Häufigkeit von All-Inclusive-Angeboten in verschiedenen Destinationen
4.1.3 Pro für All-Inclusive-Angebote in einer Destination
4.1.4 Contra für AI-Angebote in einer Destination
4.2 Die Definition des Begriffs Reiseveranstalter
4.2.1 Reiseveranstalter mit besonders hohem All-Inclusive-Anteil
4.2.2 Reiseveranstalter ohne und mit geringem All-Inclusive- Angebot
4.3 Die Definition des Begriffs Hotel
4.3.1 Der Aufbau von All-Inclusive-Hotels
4.3.2 Die Erfolgskriterien für eine All-Inclusive-Hotels
4.3.3 Das All-Inclusive-Konzept in Deutschland
4.3.4 Die Vorteile und Nachteile von All-Inclusive-Hotels durch SWOT Analyse am Fallbeispiel der beiden Mittelklasse Hotels
„Riadh Palms“ (MIR) und „Rui Sofia“ (PMI)

5. Schlusswort

6. Literaturverzeichnis

7. Anhang

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abb.1 Logo Sandels Resorts

Abb.2 Logo Magic Life Clubs

Abb.3 Logo Iberostar Hotels

Abb.4 Logo Aldiana

Abb.5 Logo Center Parks

Abb.6 Vorteile und Nachteile von AI-Reisen sowie Merkmale der AI-Erfahrung

Abb.7 Die Inanspruchnahme von AI-Reisen der deutschen 38 Bevölkerung

Abb.8 Stellenwert der AI-Reisen in Deutschland

Abb.9 Sandals Beach Resort

Abb.10 Außenansicht des Mittelklassehotels RIU Sofia

Abb.11 Poolbereich und Poolbar des Hotels RIU Sofia

Abb.12 Speisesaal im Hotel RIU Sofia

Abb.13 Außenansicht des Mittelklassehotels Riadh Palms

Abb.14 Poollandschaft und Poolbar des Hotels Riadh Palms

Abb.15 Langes Warten an der Zapfanlage im Hotel Riadh Palms 42 Abb.16 Liegestühle am Strand im Hotel Riadh Palms sind auch inklusive

1. Einleitung

All-Inclusive-Tourismus ist eine bequeme Art, Urlaub zu machen, da die Verpflegung bereits im Reisepreis enthalten ist. Zudem ist es auch eine günstige Variante, denn sämtliche Kosten können im Vorfeld ziemlich genau kalkuliert werden. „AI“ liegt bei Jugendlichen und Familien genauso im Trend wie bei Paaren und spricht somit ein breites Marktsegment an. Die Verfasserin hat des Öfteren AI Reisen unternommen und hat das AI Angebot analysiert. Aus diesem Grund kann die Verfasserin beurteilen, was bei AI Angeboten besonders zu beachten ist und welcher Leistungsumfang im AI Angebot enthalten ist.

Der Reisende muss vor der Buchung des AI-Urlaubs noch aufmerksamer den Reisekatalog und insbesondere die Angaben bezüglich der enthaltenen Leistungen studieren, um eine schlechte Erfahrung vor Ort zu vermeiden. Denn viele „schwarze Schafe“ gehören dem Hotel- und Reiseveranstaltermarkt an.

Zur prophylaktischen Vorbeugung schlechter Erfahrungen (das AI-Angebot wächst stetig und ist sehr beratungsintensiv), sollte sich der AI-Interessierte vor der Buchung von einem kompetenten Reisebüromitarbeiter beraten lassen oder sich über die jeweilige Anlage vor der Buchung in Urlaubsportalen informieren. Durch diese Vorgehensweise können Urlaubsalbträume minimiert bzw. oftmals sogar eliminiert werden. Es werden die verschiedenen AI Formen, als auch AI im Allgemeinen im folgenden Text erläutert, sowie Vor- und Nachteile für den Nachfrager als auch die Destination analysiert.

2. Die All-Inclusive-Reise im Allgemeinen

Pauschalreisen können je nach Marktsegmentierungskriterium in unterschiedliche Kategorien eingeteilt werden: nach Aufenthaltsdauer, der soziodemographischen Zielgruppe, dem dominierenden Urlaubsinhalt, oder den Verkehrsträgern.[1] Das Produktkonzept bestimmt den Umfang der im Paket enthaltenen Leistungen. Die möglichen strategischen Alternativen werden als Externalisierung bzw. Internalisierung bezeichnet. Externalisieren bedeutet eine Verlagerung der Problemlösung auf den Kunden, jedoch enthält die Pauschalreise keine Produktelemente, die der Kunde selbst erstellen will und kann. Deshalb gilt das Produktkonzept der Internalisierung. Internalisierung bedeutet, dass eine Problemlösung von A bis Z vom RV geplant und durchgeführt wird. Diese Problemlösung findet im Rahmen einer Dienstleistungskette statt, die sich von der Reservierung der Sitzplätze im Flugzeug bei der Buchung, über den Abholservice von der Wohnung des Kunden, über den Transfer und einem AI-Hotelaufenthalt einschließlich der Reiseleitung, des reservierten Mietwagens und des Ausflugspaketes bis zur Rückbeförderung zu Wohnung des Kunden unter Einschluss umfassender Reiseversicherungen erstreckt.[2] Der touristische Dienst ist immateriell, dazu führt, dass eine gute Reiseberatung, Beherbergungsleistung und Reiseleitung notwendig sind.

Es gilt das Uno-akto-Prinzip welches bedeutet, dass die Produktion und der Konsum der touristischen Dienstleistung zusammen fallen. Der Reisende muss zum Konsumenten kommen, damit die Leistung erbracht werden kann, zudem hat der Reisende eine Mitwirkungspflicht, damit die Leistungserstellung erfolgreich wird. Letztendlich ist die Reise jedoch Subjektiv, da die Reise von Reisenden unterschiedlich wahrgenommen wird.[3]

2.1 Die Definition der Vollpauschalreise

Pauschalreisen werden zu einem Gesamtpreis angeboten, die Preise der darin enthaltenen Einzelleistungen sind für den Kunden jedoch nicht ersichtlich.

Das deutsche Wettbewerbsrecht schreibt einen Endpreis in heimischer Währung vor, der alle zur Durchführung der Reise notwendigen Leistungen enthalten muss.[4] Die Vollpauschalreise umfasst in der Regel die Transportleistung, Beherbergung, Verpflegung, Reiseleitung und Reiseversicherung.[5]

2.2 Die Definition von All-Inclusive-Reisen

„AI“ ist die moderne Variante der Vollpauschalreise, bei der weitgehend die gleichen Leistungen wie bei der Vollpauschalreise angeboten werden. Die Bezeichnung „All Inclusive“ weist vor allem auf das verstärkte Angebot von Nebenleistungen hin, insbesondere Sport- und Verpflegungsleistung, die im Gesamtpreis enthalten sind.[6]

In der Regel sollten die Basisnebenleistungen im Preis enthalten sein, welche je nach gebuchter Kategorie in Qualität und Quantität variieren. Neben allen Mahlzeiten sind auch alle ortsüblichen alkoholischen und alkoholfreien Getränke im bereits bezahlten Reisepreis enthalten. Importierte Getränke wie die meisten Weine und Spirituosen sowie Essen à la Carte sind oftmals nicht im Angebotspreis enthalten.

Zusätzlich werden noch Kaffee und Kuchen am Nachmittag sowie Zwischenmahlzeiten, ein Mitternachtsbuffet und Cocktails angeboten.

In der Regel beginnt das AI Angebot in den Hotels am Vormittag und endet gegen Mitternacht.

Die Getränke im Poolbereich und an der Strand Bar werden oftmals in Plastikbechern ausgeschenkt, um Glasscherben zu vermeiden.

In den Restaurants, deren Benutzung im Reisepreis eingeschlossen ist, herrscht größtenteils Selbstbedienung. In den á la Carte Restaurants, welche gegen Gebühr genutzt werden können, werden die Gäste bedient.

Die Getränke wie Softdrinks, Säfte, Wasser und Bier werden in der Regel an Zapfanlagen in den Restaurants, der Bar und dem Pool- und Strandbereich von den Gästen selbst gezapft. Hierbei werden oft ortsübliche Softdrinks, Wasser und Biere angeboten. In der Regel ist die Auswahl der Cocktails begrenzt und es werden die klassischen Cocktails, Longdrinks sowie alkoholische Getränke angeboten. Diese werden vergleichsweise zu Bars und Restaurants größtenteils in kleineren Gläsern serviert, deren Nutzung im Preis nicht inbegriffen ist.

2.3 Die Formen von All-Inclusive-Reisen

Es existiert keine genaue Definition der AI-Formen, da sich das Leistungsangebot der Anbieter in Abhängigkeit der gebuchten Hotelkategorie und des Umfeldes befindet, im Verhältnis zum Reisepreis steht und ebenfalls von den verschiedenen leistungsträgern im Zielgebiet variiert angeboten und durchgeführt wird. Aus diesem Grund existieren keine Normen, welche den Leistungsumfang regeln. Folgende Leistungen sind jedoch im Regelfall bei folgenden beiden AI-Formen zu erwarten und im Reisepreis enthalten.

Ultra-All-Inclusive, als erweiterte Form von AI Tourismus, bedeutet, dass eine Verpflegung von 24 Stunden am Tag gewährleistet wird. Außerdem sind einige Eintritte in außerhalb des Hotels liegende Einrichtungen sowie Wellnessangebote im Reisepreis enthalten. „Ultra-AI“ wurde erstmals 2007 auf dem deutschen Markt getestet. Als Test Ort für diesen Service galt das Land Tunesien, was sich aufgrund der religiösen Gegebenheiten, der Beliebtheit bei den deutschen Touristen und des niedrigen Preisniveaus als Ultra-AI-Testland anbietet. Im Touristenort „Hammamet“ können Gäste in den vier Iberostar-Hotels und in einem Lokal an der Einkaufs- und Café Meile, der „Medina“, essen. Hierbei handelt es sich um ein Konzept, das karibische Clubketten wie Sandals bereits erfolgreich einsetzen. Außerdem sind weitere Leistungen außerhalb des Hotels wie zum Beispiel der Besuch des Freizeitparks „Carthago Land“ sowie ein Kamelritt im Pauschalpreis inbegriffen.

Mit „Ultra“ versucht der Veranstalter, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: Zum einen begegnet er damit dem Vorwurf, dass nur Veranstalter und Hotelier und nicht auch noch die lokale Bevölkerung von diesem Urlaubskonzept profitieren, weil die Gäste in der Anlage bleiben. Zum anderen bietet er seiner Klientel mehr Abwechslung.[7]

2.4 Die Entwicklung des All-Inclusive-Tourismus

1950 wurde von einem Belgier ein Zeltdorf auf der Baleareninsel Mallorca errichtet. Den Gästen wurde nebst Unterkunft ein Freizeitprogramm angeboten. Dies war das Grundkonzept, woraus sich einige Jahre später der Club Méditerranée in Zusammenarbeit mit dem Franzosen Gilbert Trigano entwickelte. Er warb als erster mit "touts compris", alles inklusive. Im familienfreundlichen Reisepreis waren Mahlzeiten, Tischweine, Animateure, Sport und Unterhaltung enthalten. Es fehlten nur zusätzliche Getränke, die mit zuvor gekauften Glasperlen erstanden werden konnten.

Im Jahre 1971 eröffnete der erste Robinson Club gefolgt von der ersten Aldiana-Clubanlage im Jahre 1973. Die eben genannten Anbieter sind heute die Klassiker der Clubreisen und bewegen sich im vergleichsweise hohen Preissegment. Es wurden jedoch mittlerweile zahlreiche preiswertere Anbieter gegründet, welche alle die Gemeinsamkeit haben, dass der Urlaub mit der ganzen Familie verbracht werden kann. Zudem bietet eine Clubreise die Möglichkeit, mit gutem Gewissen individuellen Vorlieben wie Golf und Sporttauchen nachzukommen, während die Kinder von Animateueren im Kinderclub betreut werden. Cluburlaub bedeutet jedoch in der Regel Exklusivität und „AI“.

Ein Urlaub in einem der klassischen Clubs kostet nach Angabe der Veranstalter durchschnittlich etwa 1300 Euro pro Person pro Woche. Für eine vierköpfige Familie mit durchschnittlichem Haushaltseinkommen ist ein Cluburlaub kaum finanzierbar und ist daher den Besserverdienern vorbehalten. Der Begriff Clubreisen ist jedoch nicht geschützt, so dass viele einfach ausgestattete Hotels ihre Ferienanlage als Club bezeichnen. Der AI-Tourismus vermischt sich ebenfalls mit dem Club-Urlaub-Konzept, da alle Reiseleistungen in einem Reisepreis bezahlt werden und die Hotelanlagen meistens auch durch Mauern oder größere Bäume von der Umgebung abgetrennt sind. Zudem bieten auch die AI-Hotels ein ganztägiges Animationsprogramm sowie Kinderbetreuung altersunabhängig an. Aus diesem Grund ist ein AI-Urlaub mit einem Cluburlaub vergleichbar. Die Ansprüche der AI-Reisenden dürfen jedoch nicht zu hoch angesiedelt sein, da es sich bei den klassischen Cluburlauben um Clubanlagen der gehobenen und Luxuskategorie handelt, was bei AI Anlagen nicht immer der Fall ist. Insbesondere in der Karibik stehen viele AI-Anlagen allerdings nur heterogenen Paaren oder kinderlosen Paaren und Singles offen.

Mit dem Titel „Erfinder des AI-Urlaubs“ bezeichnen sich heute gleich mehrere Reiseveranstalter oder Betreiber von AI-Hotels.

Erste sehr komfortable AI-Clubs mit kostenlosem Alkoholausschank entstanden in den 70er Jahren auf Jamaika und St. Lucia in der Karibik, welche ausschließlich für Paare bestimmt waren. 1981 eröffnete auf Jamaika die Luxuskette Sandals[8], die bis heute keine Kinder in der Anlage gestattet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1993 entstanden in der Dominikanischen Republik die Allegro Resorts aus dem Zusammenschluss zweier Hotelketten. Die Allegro Resorts haben mittlerweile sogar Hotels in Nordafrika gebaut und sind als der größte AI-Anbieter bekannt[9].

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1990 entstand in Europa der türkische Magiclife Club, der AI-Clubs in Österreich, Griechenland, Mexiko, in der Türkei und in der Dominikanischen Republik gründete.

Inzwischen werden zahlreiche weitere AI-Anlagen gebaut sowie Ferienclubs und Hotels zu „AI“ umfunktioniert. Jedoch halten nicht alle ihr Versprechen und die Qualität leidet oftmals. Der AI-Urlaub ist in einigen Ländern der Welt verbreitet worden, welche ein sehr umfangreiches[10] Angebot bieten. Trotzdem ist die Karibik immer noch führend im AI-Geschäft.

Die Dominikanischen Republik, Jamaika und Kuba bieten ein sehr großes Angebot an AI-Resorts. Einige der Resorts sind sogar ausschließlich mit AI Leistung buchbar. Weitere AI-Strandhotels gibt es auf Antigua & Barbuda, Aruba, auf den Bahamas, auf Barbados, Grenada, St. Kitts, St. Lucia, Trinidad & Tobago sowie auf den Turks & Caicos Islands. In folgenden Ländern ist ebenfalls ein sehr großes AI-Angebot vorhanden: Mexiko, Costa Rica, Ägypten, Gambia, Marokko und Tunesien, in der Türkei, auf Sri Lanka und in Thailand.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

In Europa findet man AI-Hotels auf Mallorca, in Griechenland, Frankreich, Deutschland (auf Rügen, im Harz, in den Alpen) und in Österreich. In den Alpen gibt es seit Neustem auch AI-Angebote für den Winter Urlaub, wobei dort das Serviceangebot vergleichsweise eingeschränkt zum AI-Angebot im Strandhotel ist. Im Großen und Ganzen hat sich das AI-Angebot vielmehr vom Standard der Mittelklasseanlage zu den gehobenen Viersterne- und Fünfsternehäusern gewandelt. Viele Hotelketten wie „Iberostar“ haben ihre Angebotspalette erweitert und haben AI-Anlagen an der Costa Brava[11], Lateinamerika, der Karibik, Kroatien und Tunesien errichtet.

Sogar Aldiana und Center Parks sind vom AI- Angebot überzeugt und bieten „AI“ in ihrem Angebotssortiment an.[12]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.5 Das Image des All-Inclusive-Tourismus

Generell haben AI-Anlagen einen schlechten Ruf, da sie generell als verschwenderisch im Umgang mit Ressourcen gelten und parallel eine Zielgruppe anziehen[13] [14], welcher grundsätzlich Desinteresse am Gastgeberland unterstellt wird.

Bei dem Begriff „All-Inclusive“ handelt es sich um keinen geschützten Begriff. Somit muss der AI-Interessierte exakt auf das Kleingedruckte sowie den Leistungsumfang achten. Bei AI-Reisen muss der gebuchten Hotelkatgorie im Vergleich zur üblichen Pauschalreise ohne AI-Leistungsangebot mehr Beachtung geschenkt werden, da es bei den AI Interessierten oft zu einem übersteigerten Anspruchsdenken kommt. Widersprüche können oftmals frühzeitig in der Hotelbeschreibung erkannt werden, indem die Angebotspalette an Getränken sowie Sportangeboten von den AI-Interessierten genau geprüft werden. Denn es gibt sehr viele mangelhafte AI-Angebote zu Lasten der seriösen AI-Anbieter. In Hotelkategorien wie der Tourist Class für einfache Ansprüche sowie der Standard Class für mittlere Ansprüche ist der Sinn des AI- Angebots, dass der Gast mit dem notwendigsten an Speisen und Getränken versorgt ist. Die Qualität und insbesondere die Auswahl der Angebotspalette sind jedoch ernorm eingeschränkt und nicht mit dem ursprünglichen AI-Konzept vergleichbar. Selbst in den teuren Luxusanlagen sind aufwendige Sportarten und internationale Bargetränke nicht unbedingt inklusive. Oftmals muss für die Spezialitätenrestaurants extra bezahlt werden. Teilweise ist die versprochene, im Preis enthaltene, Leistung nur zu eingeschränkten Bedingungen durchführbar wie beispielsweise Tennis nur während der heißen Mittagsstunden kostenlos gespielt werden und Wasserski oder Windsurfen nur während ungünstiger Konditionen gratis genutzt werden dürfen. Auch Liegen und Sonnenschirme bleiben ein Problem. Zwar bekomme jeder Gast eine Liege zugesichert, jedoch sind nicht genügend Liegen vorhanden. Laut BGB § 651a Abs.3 gilt: Die im Katalog angegebenen Leistungen müssen angeboten und durchgeführt werden. Des Weiteren müssen die Angaben im Prospekt korrekt sein und mit der Rechtsverordnung Art. 238 übereinstimmen.[15] Auch befürchten viele AI-Reisende, dass sie angebotene Leistungen bezahlen müssen, obwohl sie selbst nicht alle Sportmöglichkeiten nutzen und Unmengen am Buffet oder in der Bar konsumieren. Deshalb ist der AI-Konsum zu Beginn der jeweiligen Urlaubsreise der Gäste am höchsten und reduziert sich im Laufe des Urlaubs. AI-Anlagen sind jedoch auch Bekannt für ihre Vielesser und Vieltrinker, welche die Hotelanlage nicht verlassen aus Angst, bereits bezahlte Angebot nicht nutzen zu können. Das Paradebeispiel hierfür ist der dickbäuchige Strandurlauber, der bereits morgens mit dem Alkoholkonsum beginnt. Diese Art von Urlaubstyp ist jedoch eher eine Ausnahmeerscheinung, die aber trotzdem eine schlechte Auswirkung auf das Image des AI-Urlaubs hat.

Der AI-Reisende bucht AI-Urlaub, um abzuschalten, die Ruhe zu genießen, mit schmackhaftem Essen versorgt zu werden und je nach Urlaubstyp auch animiert und unterhalten zu werden. Es wird in der Regel von vielen Gästen das Totalangebot verlangt, bei dem stets im Vordergrund steht, sich um nichts kümmern zu müssen. Ein typisches AI-Image ist, dass der Aufenthalt in einer AI-Anlage nicht viel mit „Reisen“ zu tun hätte, da die Reisenden keinen oder einen verfälschten Eindruck vom Reiseziel erhalten. Oftmals wird von Tourismuskritikern behauptet, man könne die ganze Welt bereisen in den Ressorts derselben Kette, ohne dabei die Anlage zu verlassen. Zudem wird behauptet, der AI-Tourismus verhindere die Partizipation der Bereisten am Tourismus. Folglich erhalte der AI-Tourismus ein schlechtes Image.[16] Trotzdem kam es in den Jahren zu einem Wandel des AI-Images vom mittelklassigen Sparurlaub hin zum hochwertigen Luxusurlaub in einer weitläufigen Luxusanlage oftmals sogar mit Golf und Spa.[17] Spa bedeutet „Sanum per Aquam“ und ist die englische Bezeichnung für Wellness. Wellness fördert das Wohlbefinden, das sowohl Gelassenheit und Entspanntheit als auch Energiegeladenheit und Munterkeit einschließt, und das mit Hilfe von Ernährung und Sport aktiv angestrebt wird.

[...]


[1] W.Mundt, Prof.Dr.Jörn: .Reiseveranstaltung. 5. Auflage. Oldenbourg.2000. S. 15

[2] W.Mundt, Prof.Dr.Jörn: .Reiseveranstaltung. 5. Auflage. Oldenbourg.2000. S. 78-79

[3] Feyer, Dr.Walter, Einführung in die Fremdenverkehrsökonomie, 8. Auflage. Oldenbourg, 2006, S, 94

[4] W.Mundt, Prof.Dr.Jörn: .Reiseveranstaltung. 5. Auflage. Oldenbourg.2000. S. 74

[5] Feyer, Dr.Walter, Einführung in die Fremdenverkehrsökonomie, 8. Auflage. Oldenbourg, 2006, S, 206.

[6] Feyer, Dr.Walter, Einführung in die Fremdenverkehrsökonomie, 8. Auflage. Oldenbourg, 2006, S, 206.

[7] vgl.Focus online Reisen: „ Ultra-all-inclusive“ kommt.30.10.2006. URL:http://www.focus.de/reisen/urlaubstipps/neckermann-reisen_aid_118341.html. Stand: 09.06.2008

[8] Abbildung Sandals Resort im Anhang

[9] http://www.deptfordtravelllc.com/sites/28549/images/certifiedsandalss-logo2.jpg

[10] http://www.fa-reisebuero.de/Magic_Life_Logo.gif

[11] http://www.funjet.com/images/logos/iberostar_logo_75x61.gif

[12] vgl.Tüting, Ludmilla: Betrachtungen zum All inclusive Urlaub.1999. URL:http://www.tourism- watch.de/archiv.tueting/

[13] http://www.cp-monitor.de/_data/Center_Parcs_Logo_2008.jpg

[14] http://www.stadt.net/clublogos/aldiana_logo.gif

[15] BGB, Bürgerliches Gesetzbuch, der Reisevertrag, Vertagstypische Pflichten beim Reisevertrag. 60.Auflage.2007. DTV § 651a Abs. 3 .S 163

[16] Tüting, Ludmilla: Betrachtungen zum All inclusive Urlaub.1999. URL:http://www.tourism-watch.de/archiv.tueting

[17] Meyers,Lexikonverlag,Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG, http://lexikon.meyers.de/index.php?title=Wellness&oldid=115625.Stand:02.2007

Ende der Leseprobe aus 41 Seiten

Details

Titel
Chancen und Risiken für All Inclusive Tourismus
Hochschule
Merkur Akademie International; Zentrale
Note
2
Autor
Jahr
2008
Seiten
41
Katalognummer
V116498
ISBN (eBook)
9783640184514
Dateigröße
1167 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
Chancen, Risiken, Inclusive, Tourismus
Arbeit zitieren
Carina Rittger (Autor), 2008, Chancen und Risiken für All Inclusive Tourismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/116498

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