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Figurentheater als Propagandainstrument im Dritten Reich

Propaganda als Form eines Kommunikationsprozesses

Titel: Figurentheater als Propagandainstrument im Dritten Reich

Hausarbeit , 2013 , 9 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Jasmin Lienstädt (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Mediengeschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Hausarbeit soll untersucht werden, wie das Puppentheater für Kinder und Erwachsene in der Nazizeit dazu eingesetzt wurde, propagandistische Botschaften zu verbreiten. Bei der Gleichschaltung des gesamten Bildungs-, Kultur- und Freizeitlebens ließen die Nazis auch diesen Bereich nicht aus. Das Figurentheater sollte als Bestandteil des Programms der NS-Gemeinschaft "Kraft durch Freude", auch NSG genannt, durchaus zur Unterhaltung und Zerstreuung der Bevölkerung beitragen, gerade in Kriegszeiten. Doch wollten die Funktionäre der NSG nicht darauf verzichten, dabei auch die Möglichkeit der propagandistischen Beeinflussung der Zuschauer zu nutzen. In den folgenden Kapiteln soll untersucht werden, mit welchen Mitteln sie dies zu erreichen versuchten und wie diese aus sozialpsychologischer Sicht zu bewerten sind. Inhaltlich werden einige charakteristische Puppentheaterfiguren in den Vordergrund gestellt, die in der Nazizeit eine deutliche Umwandlung erfuhren wie den Kasper und weitgehend neue Figuren wie den Juden oder den Meckerer. Auf die Rassen- und Gesellschaftsideologie selbst, die mit diesen Figuren transportiert wurde, wird nur so weit eingegangen, wie es zum Verständnis erforderlich ist, da die grundlegende Ideologie der Nazis als bekannt vorausgesetzt werden kann.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Propaganda als Form eines Kommunikationsprozesses

2. Puppenspiel als propagandistisches Erziehungs- und Bildungsinstrument

3. Umsetzung der Propaganda auf der Puppenbühne

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die strategische Nutzung des Puppentheaters während der NS-Zeit als Instrument zur Verbreitung ideologischer und propagandistischer Botschaften. Dabei steht die Frage im Zentrum, durch welche sozialpsychologischen Mechanismen das Medium Puppenspiel insbesondere bei Kindern und Erwachsenen zur Manipulation eingesetzt wurde.

  • Propaganda als Kommunikationsprozess und die Nutzung der peripheren Route
  • Das Puppenspiel als Instrument der NS-Gemeinschaft "Kraft durch Freude"
  • Sozialpsychologische Analyse der Zielgruppenansprache und Verhaltensprämissen
  • Einsatz von Stereotypen und Physiognomie zur Konstruktion von Feindbildern
  • Die Rolle der Kasperfigur als linientreues Identifikationsmodell

Auszug aus dem Buch

Umsetzung der Propaganda auf der Puppenbühne

Ebenso vereinfacht sollen die Protagonisten selbst im Puppenspiel handeln, sprechen und auch aussehen. Der Kasper agiert als eine Art beliebter Moderator, der kein Blatt vor den Mund nimmt und durchs Geschehen führt. Er spricht mit einfacher Sprache und ist ein „Machertyp“, eine aktive Figur, die handelt und nichts hinterfragt:

Kasper predigt auch nicht in Worten, sondern er ist ein Kerl, der handelt. Er kennt keinen Zwiespalt zwischen dem, was er sagt, und dem, was er tut. Kasper packt gewiss oft derb zu. Aber er ist nicht bösartig. […]

Dem Zuschauer wird durch diese Eigenschaften Linientreue nahegebracht. Er soll sich mit dem Kasper als vorbildlichem Mitglied der „Volksgemeinschaft“ identifizieren. Die stets verschmitzt-freundlich gestaltete Physiognomie der Kasperfigur sowie dessen Kleidung verweisen auf das Äußere eines Hofnarren, der oberflächlich betrachtet zwar Kritik am System üben darf, um zu unterhalten, sich jedoch letztlich doch immer der Obrigkeit unterordnen muss.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Die Einleitung umreißt die Untersuchung des Puppentheaters in der NS-Zeit als Propagandainstrument und nennt die zentralen Figuren sowie die sozialpsychologische Perspektive.

1. Propaganda als Form eines Kommunikationsprozesses: Dieses Kapitel erläutert die Funktionsweise von Propaganda über die periphere Route der kognitiven Verarbeitung, um beim Empfänger unterschwellige Manipulation zu erreichen.

2. Puppenspiel als propagandistisches Erziehungs- und Bildungsinstrument: Hier wird der erzieherische Stellenwert des Puppenspiels für die NS-Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ und die Bedeutung von Stereotypen zur Ausgrenzung „fremder“ Gruppen analysiert.

3. Umsetzung der Propaganda auf der Puppenbühne: Das Kapitel untersucht die konkrete Ausgestaltung von Puppenfiguren wie dem Kasper oder dem „Meckerer“ und wie diese physiognomisch zur Ein- oder Ausgrenzung der Zuschauer genutzt wurden.

Schlüsselwörter

Puppenspiel, NS-Zeit, Propaganda, periphere Route, Sozialpsychologie, Physiognomie, Kasper, Stereotype, Volksgemeinschaft, Kraft durch Freude, Manipulation, Feindbild, Erziehungsinstrument, NS-Ideologie, Kommunikationsprozess

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie das Puppentheater in der Zeit des Nationalsozialismus systematisch als Werkzeug eingesetzt wurde, um politische Propaganda zu verbreiten und die Bevölkerung zu beeinflussen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit verknüpft medienpsychologische Kommunikationstheorien mit historischen Analysen des Puppenspiels, der Physiognomie als Pseudowissenschaft und der NS-Ideologie.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, mit welchen spezifischen Mitteln die NS-Strategen die psychologische Wirkung des Puppenspiels nutzten, um Zielgruppen zu erreichen und ihre Ideologie zu festigen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin nutzt sozialpsychologische Modelle, insbesondere das Elaboration Likelihood Model, um die persuasive Wirkung von Propaganda in Unterhaltungsmedien zu analysieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen der peripheren Routen-Manipulation sowie die praktische Umsetzung durch die Gestaltung charakteristischer Figuren auf der Puppenbühne.

Welche Schlüsselbegriffe definieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Propaganda, periphere Route, Sozialpsychologie, Physiognomie, Kasper-Figur und Volksgemeinschaft.

Welche Rolle spielt die Figur des „Kasper“ im untersuchten Kontext?

Der Kasper dient als Identifikationsfigur für das „vorbildliche Mitglied der Volksgemeinschaft“, der durch seine autoritätshörige und systemkonforme Art als positives Beispiel für den Zuschauer fungieren soll.

Wie werden „Feindbilder“ im Puppenspiel visuell dargestellt?

Feindbilder wie der „Meckerer“ oder der „Jude“ werden durch eine gezielte, als unattraktiv oder charakterlos gestaltete Physiognomie (z.B. Hakennase, spezielle Mimik) von der Kasperfigur abgegrenzt, um Ablehnung beim Publikum zu erzeugen.

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Details

Titel
Figurentheater als Propagandainstrument im Dritten Reich
Untertitel
Propaganda als Form eines Kommunikationsprozesses
Hochschule
Universität zu Köln  (Institut für Medienkultur und Theater)
Veranstaltung
Formate, Genres, Gattungen: Etablierung und Verlauf – Hybridisierung und Antiessentialität; Übung: Animation in Medien und auf der Bühne
Note
1,0
Autor
Jasmin Lienstädt (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
9
Katalognummer
V1164997
ISBN (PDF)
9783346571236
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Propaganda Figurentheater Puppenspiel The Elaboration Likelihood Model Persuasive Kommunikation Personenschemata Stereotype Physiognomie Drittes Reich
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jasmin Lienstädt (Autor:in), 2013, Figurentheater als Propagandainstrument im Dritten Reich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1164997
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  9  Seiten
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