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Historisches Lernen mit Grundschulkindern. Holocaust - ein Thema für den Sachunterricht?

Title: Historisches Lernen mit Grundschulkindern. Holocaust - ein Thema für den Sachunterricht?

Term Paper , 2021 , 22 Pages , Grade: 1.0

Autor:in: Nicole Brenzel-Leibßle (Author)

Didactics - Regional History and Geography
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Jeder Mensch trifft in seinem Alltag immer wieder auf Geschichte – manchmal ganz bewusst, aber meist eher zufällig. Überall lassen sich Spuren von Vergangenem, zum Beispiel in Form von Überresten, Denkmälern, Erinnerungen oder Erzählungen entdecken. Diese prägen auch die Gegenwart und Lebenswelt von Grundschulkindern. Dabei wissen Kinder häufig mehr als man vermutet und sie nehmen die Welt auf eine ganz eigene Weise wahr. Sie stellen Fragen und sind immer auf der Suche nach Antworten. Sie stolpern über Unbekanntes, versuchen es in ihre Vorstellungen einzuordnen und erschließen sich so Stück für Stück die Welt im Privaten wie im Schulischen. Damit sich aus den Vorstellungen der Kinder jedoch tragfähige und belastbare Konzepte entwickeln, brauchen Kinder Unterstützung und Begleitung.

In der schulischen Bildung der Primarstufe ist dieser Bildungsanspruch im historischen Lernen des Sachunterrichts verankert.
Doch können bereits Grundschulkinder mit ihrer überschaubaren Lebensgeschichte und ihren begrenzten Erfahrungen historische Sachverhalte einordnen und verstehen? Und wenn ja, sind dann auch komplexe und emotionale Themen, wie zum Beispiel Holocaust und Nationalsozialismus als Gegenstand des historischen Sachunterrichts vertretbar und geeignet? Und wie könnten dann altersgerechte Lernanlässe geschaffen werden, damit Grundschulkinder Antworten auf ihre Fragen bekommen, ohne dass sie überfordert und verängstigt werden?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Historisches Lernen

2.1 Geschichte und die Relevanz des historischen Lernens

2.2 Geschichtsbewusstsein – Aufgabe, Ziel oder Voraussetzung?

3 Das Kind als Ausgangspunkt von historischem Lernen

3.1 Lernvoraussetzungen von Kindern für historisches Lernen

3.2 Künftige Entwicklungsaufgaben und Ziele des historischen Lernens

3.3 Inhalte historischen Lernens

3.4 Mögliche Themen des historischen Sachunterrichts

4 Holocaust - ein Thema für den Sachunterricht?

4.1 Die Frage nach dem ,Ob‘ und dem ,Warum‘ - Einblicke in den Diskurs

4.2 Die Frage nach dem ,Wie‘ – Historische Lernanlässe schaffen

5 Auf den Spuren von Sally Adamson – ein Praxisbeispiel

5.1 Biografischer Hintergrund

5.2 Didaktischer Schwerpunkt

6 Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Seminararbeit untersucht die Möglichkeiten und Notwendigkeiten einer Thematisierung des Holocaust im Sachunterricht der Grundschule. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie komplexe und emotionale historische Sachverhalte altersgerecht aufbereitet werden können, um bei Kindern historische Lernprozesse anzustoßen, ohne sie zu überfordern oder zu traumatisieren.

  • Grundlagen des historischen Lernens in der Primarstufe
  • Entwicklungsvoraussetzungen und Präkonzepte von Grundschulkindern
  • Fachdidaktische Debatte über das "Ob" und "Wie" der Holocaust-Thematisierung
  • Biografisches Lernen als Methode im historischen Sachunterricht
  • Praxisbeispiel: Spurensuche am Beispiel von Sally Adamsohn

Auszug aus dem Buch

5.1 Biografischer Hintergrund

Friedliebend, aber zurückgezogen lebend, so beschrieben Zeitgenossen den Landarzt Sally Adamsohn, Ende des Jahres 1900, als der aus dem westpreußischen Landeck im Alter von 37 Jahren in die Gemeinde kam. 25 Jahre lang betrieb er eine Landarztpraxis im Dorf und kümmerte sich um die Kranken. „Der Mann mit Hut und Schirm“ – so war er schon bald weit über Gomaringen hinaus bekannt. 1925 übergab er die Landarztpraxis an einen Nachfolger und lebte von da an in bescheidener Untermiete. Er war angesehen, respektiert und in die Dorfgemeinschaft integriert, bis er 1933 systematisch zur Zielscheibe von Ausgrenzung, Hass und Schikanen der Nationalsozialisten wurde. Auf Druck des Bürgermeisters, der die Ausgrenzungs- und Verdrängungskampagne des nationalsozialistischen Regimes bereitwillig vorantrieb, luden ihn Vereine zu ihren Festen nicht mehr ein, der Friseur wollte ihm die Haare nicht mehr schneiden, und selbst sein Mittagessen durfte er nicht mehr in seinem Stammgasthaus „Bahnhof“ vor Ort zu sich nehmen, denn die anderen Gäste störten sich an seiner Anwesenheit.

Die Wirtsleute brachten ihm daraufhin das Essen nach Hause und der Gesangsverein wollte ihm nicht einmal den hintersten Sitzplatz bei einem Konzert zugestehen. Immer mehr seiner alten Patienten und Freunde beugten sich dem Druck und distanzierten sich von ihm. Nur wenige hielten den Sozialkontakt und versorgten den Alleinstehenden mit warmen Mahlzeiten. Als dem inzwischen 79-jährigen Adamsohn 1942 die Deportation drohte, versuchte er sich das Leben zu nehmen. Daraufhin wurde er im Krankenhaus wieder gesundgepflegt. Kurz darauf, wurde er am 20. August 1942, nach Theresienstadt deportiert und ermordet.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet anhand einer Fallbeispiel-Situation die Relevanz historischer Fragen von Grundschulkindern und formuliert die Problemstellung der Arbeit.

2 Historisches Lernen: Dieses Kapitel definiert den Begriff des historischen Lernens und diskutiert die Bedeutung des Geschichtsbewusstseins als Lernziel für Kinder.

3 Das Kind als Ausgangspunkt von historischem Lernen: Hier werden die Lernvoraussetzungen von Kindern analysiert und Ziele sowie geeignete inhaltliche Themen für den historischen Sachunterricht abgeleitet.

4 Holocaust - ein Thema für den Sachunterricht?: Das Kapitel setzt sich kritisch mit der fachdidaktischen Diskussion auseinander, ob und wie der Holocaust im Grundschulunterricht behandelt werden kann.

5 Auf den Spuren von Sally Adamson – ein Praxisbeispiel: Anhand einer konkreten Biografie wird eine methodische Umsetzung aufgezeigt, die biografisches und forschendes Lernen vor Ort verbindet.

6 Resümee: Das Resümee fasst die Argumentation zusammen und bestätigt die Notwendigkeit einer adressatenorientierten, sensiblen Thematisierung des Holocaust im Sachunterricht.

Schlüsselwörter

Historisches Lernen, Sachunterricht, Holocaust, Grundschule, Geschichtsbewusstsein, Biografisches Lernen, Forschendes Lernen, Zeitzeugen, Gedenkstätten, Nationalsozialismus, Lernvoraussetzungen, Didaktik, Erinnerungskultur, Perspektivübernahme, Sally Adamsohn.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob und wie der komplexe Themenkomplex Holocaust und Nationalsozialismus in den Sachunterricht der Grundschule integriert werden kann, ohne Kinder zu überfordern.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Arbeit verknüpft theoretische Grundlagen des historischen Lernens bei Kindern mit der fachdidaktischen Debatte über die Eignung des Holocaust als Unterrichtsthema und einer praktischen didaktischen Umsetzung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch altersgerechte Lernanlässe und methodische Zugänge (wie das biografische Lernen) eine Auseinandersetzung mit der Geschichte des Nationalsozialismus in der Grundschule verantwortungsvoll gestaltet werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse wissenschaftlicher Positionen zum historischen Lernen sowie auf die Skizzierung eines didaktischen Praxisbeispiels.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des historischen Lernens bei Grundschulkindern, eine Diskussion der Kontroversen zur Thematisierung des Holocaust und die Vorstellung eines konkreten Praxisprojekts.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Historisches Lernen, Holocaust-Education, Grundschuldidaktik, Biografisches Lernen und Erinnerungskultur.

Warum ist das "biografische Lernen" für dieses Thema besonders geeignet?

Es ermöglicht Kindern einen emotionalen Zugang, indem es abstrakte historische Prozesse an das Schicksal eines einzelnen Menschen knüpft und so die Komplexität reduziert.

Welche Rolle spielt der lokale Bezug beim Beispiel Sally Adamsohn?

Der lokale Bezug (z.B. durch Stolpersteine und den Wohnort des Opfers) schafft einen unmittelbaren Alltagsbezug, der das historische Ereignis greifbar und anschaulicher macht.

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Details

Title
Historisches Lernen mit Grundschulkindern. Holocaust - ein Thema für den Sachunterricht?
College
University of Education Ludwigsburg
Course
Der Biografische Zugang zu Geschichten des Holocaust
Grade
1.0
Author
Nicole Brenzel-Leibßle (Author)
Publication Year
2021
Pages
22
Catalog Number
V1165359
ISBN (PDF)
9783346572714
ISBN (Book)
9783346572721
Language
German
Tags
Sachunterricht historisches Lernen Grundschule Holocaust biografisches Lernen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nicole Brenzel-Leibßle (Author), 2021, Historisches Lernen mit Grundschulkindern. Holocaust - ein Thema für den Sachunterricht?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1165359
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