Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit einer theoriegeleiteten Analyse zum Lehren und Lernen einer konkreten sportmotorischen Bewegung. Exemplarisch am Beispiel des Tennisaufschlags wird ein möglicher Zugang zu diesem Lerngegenstand aufgezeigt. Dass die Möglichkeiten der Auseinandersetzung mit einem Lerngegenstand vielfältig sind, liegt vor allem auch an der Tatsache, dass Lernen und Bewegung, und damit auch Bewegungslernen, jeweils aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet werden können.
Zu Beginn der Arbeit wird der Tennisaufschlag vorgestellt. In diesem Kontext werden zunächst das Spielfeld und die Spielgeräte im Tennis beschrieben. Anschließend werden die funktionale Kernidee und die der Aufschlagbewegung zugrundeliegenden biomechanischen Prinzipien erarbeitet. Darauf folgen die Anforderungen bzw. Bewegungsprobleme für Lernende in der Auseinandersetzung mit dem Tennisaufschlag.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Tennisaufschlag
2.1 Spielfeld und Geräte
2.2 Funktionale Kernidee
2.3 Biomechanische Prinzipien
2.4 Bewegungsprobleme
3. Grundlagen zum Lernen und Lehren von Bewegungen
3.1 Pädagogische Zugänge zum Lernen
3.2 Bewegungskonzepte
3.2.1 Das Bildverständnis
3.2.2 Das funktionale Verständnis
3.2.3 Das phänomenale Verständnis
3.2.4 Das dialogische Verständnis
3.3 Lern- und Transfermechanismen
3.4 Modelle der Bewegungskontrolle und des Bewegungslernens in sportpädagogischer Perspektive
3.5 Zusammenfassung und Verknüpfung
4. Lernen und Lehren des Tennisaufschlags
4.1 Transfers
4.2 Bewegungsaufgaben
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, eine theoriegeleitete Analyse zum Lehren und Lernen des Tennisaufschlags durchzuführen. Dabei wird die Forschungsfrage verfolgt, wie unter Berücksichtigung verschiedener sportpädagogischer Bewegungskonzepte und biomechanischer Prinzipien ein effektiver Lernzugang für diesen komplexen sportmotorischen Vorgang gestaltet werden kann.
- Theoretische Grundlagen des Lehrens und Lernens von Bewegungen
- Biomechanische Analyse der kinetischen Kette beim Tennisaufschlag
- Kritische Betrachtung verschiedener Bewegungsverständnisse (Bild-, funktionales, phänomenales und dialogisches Verständnis)
- Transfermechanismen zwischen anderen Rückschlagsportarten und dem Tennisaufschlag
- Entwicklung praxisorientierter Bewegungsaufgaben für den Einstieg in den Tennisaufschlag
Auszug aus dem Buch
2.3 Biomechanische Prinzipien
Nachdem die Kernidee des Tennisaufschlags herausgearbeitet wurde, stellt sich nun die Frage, welche biomechanischen Prinzipien angewendet werden können, um effektive Aufschläge auszuführen. Zur Beantwortung dieser Frage wird der Fokus auf die Erreichung maximaler Aufschlaggeschwindigkeiten gelegt.
Die Ausholphase ist der Ausgangspunkt für die Aufschlagbewegung. Ziel dabei ist u. a. die „Optimierung der Anfangsbedingungen (Vordehnung und Lagebedingungen) für die Schlagbewegung“ (Menzel, 1992, S. 115). „Soll mit einer Schlagbewegung eine hohe Endgeschwindigkeit erreicht werden, müssen die Arbeitsmuskeln innerhalb der Ausholbewegung optimal vorgedehnt werden“ (Deutscher Tennis Bund, 2001, S. 26). Schönborn weist darauf hin, die Muskeln nicht maximal zu dehnen, da sonst die Kontraktionskraft und Kontraktionsschnelligkeit beeinträchtigt würden (vgl. Schönborn, 2016, S. 18). Seiner Meinung nach lassen sich maximale Kraftwerte dann erzielen, wenn die aktiven Muskeln 20% über ihre Ruhelänge hinaus verlängert werden (vgl. ebd.).
Der menschliche Körper lässt sich als mehrgliedriges System (kinetische Kette) verstehen, dessen Glieder „nacheinander in der Form einer Kettenreaktion in eine Richtung vorgedehnt und in der entgegengesetzten Richtung innerviert werden“ (ebd., S. 19). Die Vordehnung erfolgt von oben nach unten, beginnend mit der rückwärtigen Rotation des Schultergürtels, über die Rückwärtsrotation der Hüften, weiter über die Oberschenkelmuskeln bis zur Unterschenkelmuskulatur (vgl. ebd.). Der Schlagarm wird ungefähr im letzten Drittel dieses Rotationsvorgangs in die Ausholbewegung mit einbezogen (vgl. ebd.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik des sportmotorischen Lernens ein und umreißt die theoretische Ausrichtung der Arbeit am Beispiel des Tennisaufschlags.
2. Tennisaufschlag: Es werden die technischen und strategischen Grundlagen des Tennisaufschlags sowie die biomechanischen Prinzipien der kinetischen Kette und auftretende Bewegungsprobleme analysiert.
3. Grundlagen zum Lernen und Lehren von Bewegungen: Dieses Kapitel erörtert verschiedene pädagogische Ansätze, Bewegungskonzepte und Modelle zur Bewegungskontrolle, die das theoretische Fundament der Arbeit bilden.
4. Lernen und Lehren des Tennisaufschlags: Hier werden praxisnahe Überlegungen zu Transfereffekten aus anderen Sportarten angestellt und konkrete Bewegungsaufgaben zur Vermittlung des Tennisaufschlags vorgestellt.
Schlüsselwörter
Tennisaufschlag, Bewegungslernen, Sportpädagogik, Kinetische Kette, Biomechanik, Bewegungsaufgabe, Transfer, Effektorientierung, Funktionales Verständnis, Dialogisches Verständnis, Motorisches Lernen, Sportunterricht, Ideomotorisches Prinzip, Bewegungsanalyse, Koordination.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit einer theoriegeleiteten Analyse des Lehrens und Lernens des Tennisaufschlags im sportpädagogischen Kontext.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind biomechanische Prinzipien der Aufschlagbewegung, pädagogische Theorien zum Bewegungslernen und die praktische Anwendung von Bewegungsaufgaben.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, einen fundierten Zugang zum Lehren des Tennisaufschlags aufzuzeigen, der über bloße Imitation hinausgeht und die Bedeutung von Bewegungseffekten hervorhebt.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und der Anwendung sportwissenschaftlicher Modelle auf die Praxis des Tennistrainings.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine biomechanische Analyse des Aufschlags, eine theoretische Einbettung durch diverse Bewegungskonzepte sowie die Ableitung praktischer Lehrmethoden.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Besonders prägend sind Begriffe wie kinetische Kette, dialogisches Bewegungsverständnis, Effektorientierung und die Transferfähigkeit sportmotorischer Fertigkeiten.
Warum ist das Bildverständnis nach Ansicht des Autors für das Lernen problematisch?
Es wird kritisiert, dass das Bildverständnis den Lernenden auf ein technisches Sollbild fixiert, den Sinn der Bewegung ausblendet und individuelle Bewegungslösungen erschwert.
Was ist die Kernbotschaft der "Aufschlagwürfe"-Übung?
Diese Übung kombiniert Kraft und Präzision, indem sie Lernende dazu anregt, durch den eigenen Dialog mit der Aufgabe selbstständig zu erfahren, wie ein effektiver Aufschlag erzielt werden kann.
- Citation du texte
- Eray Erdem (Auteur), 2019, Lerngegenstand Tennisaufschlag. Theoriegeleitete Analyse zum Lehren und Lernen einer konkreten sportmotorischen Bewegung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1165658