Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › German Studies - Older German Literature, Medieval Studies

Spätmittelalterliche Pilgerfahrtserzählungen am Beispiel von Felix Fabris Evagatorum

Title: Spätmittelalterliche Pilgerfahrtserzählungen am Beispiel von Felix Fabris Evagatorum

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 21 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Stephan Kilter (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Das ebenso kostspielige wie gefährliche Wagnis in Franken, Sachsen, Bavaria oder vielleicht sogar in Frankreich oder Flandern begonnen, unter Anstrengungen über die Alpen bis nach Norditalien gezogen und dort in Venedig eingeschifft. Wochenlang Wind - nicht selten Sturm – Wetter und Piraten getrotzt und das Mittelmeer überquert, um dann innerhalb weniger Tage die heiligen Stätten in Jerusalem zu besichtigen. Für nicht Wenige endeten diese Strapazen mit dem Tod oder finanziellen Ruin. So oder ähnlich muss es sich damals abgespielt haben, damals, zur Zeit der spätmittelalterlichen Pilgerfahrten. Die vielfach vorhandenen und oftmals sehr detaillierten Erlebnisberichte lassen uns zumindest darauf schließen – auch wenn so mancher Autor, wie man heutzutage weiß, gar nicht im heiligen Land gewesen ist, sondern sein Wissen aus anderen Quellen übernahm oder „recycelte“. Dennoch ist es interessant, einen Blick auf die Pilgerfahrtsliteratur der damaligen Zeit zu werfen, gerade zum jetzigen Zeitpunkt, da religiöse Animositäten des „Abendlandes“ mit dem „Morgenland“ mehr denn je im Zentrum vieler kultureller wie politischer Betrachtungen stehen.
In dieser Seminararbeit soll es nun darum gehen, nach einem Überblick über die Pilgerfahrtsliteratur der damaligen Zeit, in dem auch - des besseren Verständnisses halber - der Ablauf einer solchen Pilgerfahrt skizziert und auf unterstützend wirkende bildliche Darstellungsmöglichkeiten hingewiesen werden soll, das Evagatorum von Felix Fabri, als wohl bedeutendste Schilderung zu diesem Thema, stellvertretend näher vorzustellen. Auf die Person Felix Fabris soll dabei ebenso eingegangen werden, wie auch auf literarische Vorbilder und Ähnlichkeiten zu anderen Werken hinzuweisen. Fabris Stil, seine Sprache und die sich in seinem Werk widerspiegelnde epochengeschichtliche Stellung zwischen Spätmit-telalter und Renaissance darf dabei nicht ausgeklammert werden, stellt die Verfasser dieser Arbeit jedoch vor ein Problem: Die verwendeten Primärtexte liegen größtenteils lediglich in lateinischer Sprache vor; mittelhochdeutsche Pilgerfahrtstexte existieren zwar, besitzen aber einen deutlich geringeren Anspruch und sind deshalb weniger ergiebig als das Evagatorum Fabris. Aus diesem Grunde stützen wir uns in erster Linie auf - leider teils unvollständige - deutsche Übersetzungen zu Fabris Werk, in der Hoffnung, dass die wissenschaftliche Qualität dieser Arbeit nicht darunter leiden möge…

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Pilgerfahrten

1. Allgemeines – Motive, Umstände, Wege

2. Autoren und Erzählstile

3. Bildliche Umsetzung, Medien der Zeit

III. Zur Person Felix Fabris

IV. Das Evagatorum

1. Das Werk – Aufbau und Inhalt

2. Literarische Vorbilder, Sprache & Stil

3. Gottesglaube oder Neugier

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert spätmittelalterliche Pilgerfahrtserzählungen unter besonderer Berücksichtigung des Werkes „Evagatorium“ von Felix Fabri. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie sich das Spannungsfeld zwischen religiöser Motivation, persönlicher Neugier und dem wachsenden Wissenschaftsanspruch der Zeit in den Reiseberichten widerspiegelt und wie Fabri diese Elemente in sein Weltbild integriert.

  • Pilgerwesen im Spätmittelalter: Motive, Gefahren und Struktur der Reisen.
  • Entwicklung der Reiseliteratur und der verschiedenen Erzählstile.
  • Bedeutung der bildlichen Darstellung in zeitgenössischen Reiseberichten.
  • Biographische Analyse von Felix Fabri und seine Stellung zwischen Mittelalter und Renaissance.
  • Strukturanalyse des Evagatorums und der Einsatz gelehrter Exkurse.

Auszug aus dem Buch

3. Bildliche Umsetzung, Medien der Zeit

Die frühen Berichte beschränkten sich zunächst auf die bloße Aufzählung der besuchten Orte und der erhaltenen Ablässe, erst allmählich fanden auch Beschreibungen der fremden Welt und persönliche Reiseerlebnisse darin Eingang. Als Folge der wachsenden Bedeutung der visuellen Wahrnehmung entstand auch das Bedürfnis, die fremde Welt bildlich wiederzugeben: Vom Beginn des 15. Jahrhunderts an sind die ersten mit Illustrationen versehenen Berichte von Jerusalemreisenden überliefert. Zu dieser Zeit mehrten sich ebenfalls die Reiseberichte, in welchen die fremde Welt auch bildlich dargestellt wurde, und am Ende des 16 Jahrhunderts hat sich in Westeuropa ein Bildrepertoire etabliert, welches in den verschiedensten Schriften zum Heiligen Land immer wieder Verwendung fand.

Die Entwicklung dieser Illustrationen kann nicht untersucht werden, ohne dabei ein anderes eng damit verknüpftes Ereignis zu berücksichtigen: die Einführung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern. Um 1455 erschien Johan Gutenbergs 42–zeilige lateinische Bibel als erstes gedrucktes Buch von großem Umfang. Die Innovation verbreitete sich in kürzester Zeit im gesamten europäischen Kulturbereich und ermöglichte es in Verbindung mit der Holzschnitttechnik, Text und Bild in fast beliebiger Auflage identisch zu reproduzieren und zu verbreiten, während zuvor jede einzelne Kopie eines Textes von Hand abgeschrieben und illustriert werden musste. Die neuen technischen Möglichkeiten veränderten die „Medienlandschaft“ der damaligen Zeit ganz entscheidend und prägten ihrerseits auch die menschliche Wahrnehmung. Das Ganze manifestiert sich in den Reiseberichten, in der Konfrontation mit dem Fremden, Unbekannten, besonders deutlich.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung skizziert das Wagnis spätmittelalterlicher Pilgerfahrten und führt in das Evagatorium von Felix Fabri als zentrales Untersuchungsobjekt ein.

II. Pilgerfahrten: Dieses Kapitel erläutert die Motive, Gefahren und den typischen Verlauf von Pilgerreisen sowie die Entwicklung der erzählerischen und bildlichen Darstellung in der damaligen Reiseliteratur.

III. Zur Person Felix Fabris: Dieser Abschnitt beleuchtet den Lebensweg und die kirchliche Einbindung von Felix Fabri als Dominikanermönch und Jerusalempilger.

IV. Das Evagatorum: Das Hauptkapitel analysiert den Aufbau, die literarische Gestaltung, die Rolle der Exkurse sowie die psychologische Motivation hinter Fabris zweiter Pilgerreise.

Schlüsselwörter

Spätmittelalter, Pilgerfahrt, Felix Fabri, Evagatorium, Reiseliteratur, Jerusalem, Pilgerbericht, Mittelalter, Renaissance, Bilddarstellung, Buchdruck, Exkurs, Wallfahrt, religiöse Motivation, Weltbild.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung und Charakteristik spätmittelalterlicher Pilgerfahrtserzählungen, wobei das Werk "Evagatorium" von Felix Fabri im Zentrum steht.

Welche zentralen Themenfelder werden in der Arbeit behandelt?

Die zentralen Felder sind die Geschichte des Pilgerwesens, die Entwicklung des Erzählstils in Reiseberichten, der Einfluss des Buchdrucks auf die Visualisierung fremder Welten und die literarische Analyse von Fabris Werk.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Bedeutung des Evagatorums als Schilderung zu verstehen und die Persönlichkeit Fabris im Kontext des Übergangs vom Spätmittelalter zur Renaissance zu analysieren.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine literaturwissenschaftliche und historisch-analytische Methode angewandt, die den Primärtext des Evagatorums untersucht und in den geistesgeschichtlichen Kontext einbettet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit thematisiert?

Der Hauptteil widmet sich der Person Felix Fabris, dem detaillierten Aufbau seines Evagatorums, seinen literarischen Vorbildern und der Frage, ob seine Reisen primär religiös oder auch durch Neugier motiviert waren.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?

Typische Schlüsselbegriffe sind Pilgerreise, Evagatorium, Spätmittelalter, Felix Fabri, Reiseliteratur und Wissensvermittlung.

Wie unterscheidet sich Fabris Stil von anderen Autoren seiner Zeit?

Fabri zeichnet sich durch eine sehr lebendige und detaillierte Erzählweise aus, die durch umfangreiche gelehrte Exkurse ergänzt wird, um das Erlebte in ein christliches Weltbild einzuordnen.

Warum unternahm Felix Fabri eine zweite Pilgerreise?

Die Arbeit legt dar, dass die erste Reise zu kurz war, um die Eindrücke gebührend zu verarbeiten, und dass Fabri eine tiefere göttliche Erfahrung sowie die Befriedigung seiner Neugier und Bildungsprüfung anstrebte.

Excerpt out of 21 pages  - scroll top

Details

Title
Spätmittelalterliche Pilgerfahrtserzählungen am Beispiel von Felix Fabris Evagatorum
College
Technical University of Berlin  (Ältere deutsche Philologie)
Course
HS Natur- und Landschaftsbeschreibungen im Mittelalter u. in der Frühen Neuzeit
Grade
2,0
Author
Stephan Kilter (Author)
Publication Year
2003
Pages
21
Catalog Number
V116615
ISBN (eBook)
9783640186860
Language
German
Tags
Spätmittelalterliche Pilgerfahrtserzählungen Beispiel Felix Fabris Evagatorum Natur- Landschaftsbeschreibungen Mittelalter Frühen Neuzeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stephan Kilter (Author), 2003, Spätmittelalterliche Pilgerfahrtserzählungen am Beispiel von Felix Fabris Evagatorum, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/116615
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  21  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint