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Das französische und das deutsche Verbandssystem im Vergleich

Title: Das französische und das deutsche Verbandssystem im Vergleich

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 22 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Torsten Kühne (Author)

Politics - Political systems in general and in comparison
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Die Grundlage eines jeden demokratischen Regierungssystems ist eine funktionierende Interessenartikulation vom Volk zu der von ihm gewählten Regierung. Artikulationsorgan des Souveräns sind die Verbände. Aus diesem Grund sind die Staat – Verbände Beziehungen und ihr Funktionieren von Interesse für die Politische Wissenschaft.

Die vorliegende Arbeit setzt sich mit den Verbandssystemen der Bundesrepublik Deutschland und Frankreich auseinander. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem französischen System. Anhand eines qualitativen Vergleichs der polity und der politics Dimension, sowie einer Auseinandersetzung mit den Typologien der Verbandsforschung, wird herausgearbeitet wie die Systeme ausgestaltet sind, welche Konsequenzen und Möglichkeiten sich daraus ergeben und welche Hintergründe für die jeweilige Situation verantwortlich sind. Der Focus des Vergleichs ruht auf den Verbänden der Wirtschafts- und Arbeitswelt. Die Zielsetzung der Arbeit ist einen Beitrag zum Verständnis des Funktionierens der beiden Verbandssysteme zu liefern. Dies geschieht durch das Zusammentragen und Gegenüberstellen der wesentlichen Merkmale der jeweiligen Staat – Verbände Beziehung. Hierbei wird besonders auf die Akteure, ihre Einflusskanäle, den geschichtlichen Entwicklungen und die daraus resultierende rechtlichen Verankerung eingegangen. Zudem werden die gängigen Zuordnungen der beiden Systeme zu den Typologien Korporatismus und Pluralismus, wobei Deutschland normalerweise ersterem und Frankreich eher dem letztgenannten zugeschlagen wird, anhand der gewonnenen Erkenntnisse überprüft.

Zum Einstieg werden im zweiten Kapitel die Methoden des politikwissenschaftlichen Vergleichs und die Systemtypologien im Groben erklärt. Der dritte Abschnitt setzt sich mit dem französischen Verbandssystem, seiner Struktur und den bestehenden Einflusskanälen auseinander und erläutert die geschichtlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen auf denen die Staat- Verbände Beziehung basiert. Im vierten Kapital wird, parallel zum Aufbau des dritten Kapitels, die Situation in Deutschland in ihren wesentlichen Punkten vorgestellt. In der abschließenden Zusammenfassung werden die wichtigsten Erkenntnisse aus beiden Abschnitten einander gegenübergestellt, eine Beurteilung über die gängige typologische Einordnung getroffen und ein Ausblick auf die zukünftige Entwicklung der Verbandslandschaften in beiden Ländern gegeben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. THEORIE UND PROBLEME DES VERBÄNDEVERGLEICHS

3. FRANKREICH

3.1 VERBANDSSTRUKTUR

3.2 EINFLUSSMÖGLICHKEITEN

3.3 HINTERGRUND

3.3.1 Historie

3.3.2 Rechtliche Grundlagen

4. DEUTSCHLAND

4.1 VERBANDSSTRUKTUR

4.2 EINFLUSSMÖGLICHKEITEN

4.2.1 Historie

4.2.2 Rechtliche Grundlagen

5. ZUSAMMENFASSUNG

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, ein fundiertes Verständnis für das Funktionieren der Verbandssysteme in Deutschland und Frankreich zu entwickeln. Im Zentrum steht ein qualitativer Vergleich der polity- und politics-Dimensionen, um die strukturellen Merkmale, Einflusskanäle sowie die historisch-rechtlichen Rahmenbedingungen beider Länder gegenüberzustellen und ihre Einordnung in die Typologien des Korporatismus und Pluralismus kritisch zu prüfen.

  • Vergleich der Verbandsstrukturen und Organisationsgrade
  • Analyse der staatlichen Einflussnahme und Lobbying-Mechanismen
  • Untersuchung der historisch-rechtlichen Genese der Verbändelandschaften
  • Kritische Reflexion der Typologien Korporatismus und Pluralismus
  • Vergleich der Mobilisierungsfähigkeit und Artikulationsformen

Auszug aus dem Buch

3.1 Verbandsstruktur

Die Gründung von Vereinen und Verbänden erfolgt in Frankreich meist zuerst auf kommunaler Ebene und setzt sich dann in den nächst größeren politischen Gebietskörperschaften (canton, arrondissement, département, région) fort, um sich ortsübergreifend zu organisieren (Jansen 2001, S.129). Es findet also eine Verbandsbildung von unten statt. Dabei liefert die gebietspolitische Unterteilung Frankreichs auch die Vorlage für den organisatorischen Aufbau des späteren nationalen Verbandes. Aus diesem basislastigen Prozess ergibt sich, dass jede regionale Gruppe Wert auf verbandsinterne Eigenständigkeit legt. Dies führt zu einem Netz von Vertretungs- und Artikulationsmöglichkeiten, welches auch im Fall von nationalen Krisen vital bleibt (ders. S.130). Weitere Elemente der französischen Verbandslandschaft sind die Trennlinien innerhalb einer „Verbandsfamilie“ die entlang politischer und religiöser Richtungen verlaufen (ebda.). Im Vergleich zu Deutschland und den skandinavischen Ländern sind die Struktur, der Organisationsgrad und die Ausstattung der einzelnen Verbände weniger stark ausgeprägt (Abromeit/Stoiber 2006, S.217). Die Spaltung entlang der Ideologien führt zu einem Verbandspluralismus, bei es dem in jedem Bereich, so auch im Wirtschaftssektor, mehrere (Dach-)Verbände gibt die um Einfluss und Mitglieder ringen (ders. S.218).

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der Verbände als Artikulationsorgane des Souveräns und Darlegung der Zielsetzung des Vergleichs zwischen Deutschland und Frankreich.

2. THEORIE UND PROBLEME DES VERBÄNDEVERGLEICHS: Erläuterung der methodischen Herausforderungen politikwissenschaftlicher Vergleiche sowie Einführung der idealtypischen Konzepte Korporatismus und Pluralismus.

3. FRANKREICH: Detaillierte Analyse des französischen Verbandssystems, das durch eine historische Skepsis gegenüber intermediären Gruppen, eine ausgeprägte Fragmentierung und eine starke staatliche Interventionsrolle geprägt ist.

4. DEUTSCHLAND: Untersuchung der deutschen Verbandslandschaft, die sich durch höhere Einheitlichkeit, institutionelle Einbindung und stärkere korporatistische Strukturen von Frankreich abhebt.

5. ZUSAMMENFASSUNG: Synthese der Ergebnisse, die zeigt, dass beide Länder zunehmend Mischformen der Verbandsinteressenvermittlung aufweisen und sich die klassischen Grenzen zwischen den Typologien verschwimmen.

Schlüsselwörter

Verbandssysteme, Frankreich, Deutschland, Korporatismus, Pluralismus, Interessenvermittlung, Lobbying, Gewerkschaften, Wirtschaft, Staat-Verbände-Beziehung, Repräsentativität, Interessenartikulation, Politikvergleich, Verbändelandschaft, politische Institutionen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt einen systematischen Vergleich der Verbandssysteme der Bundesrepublik Deutschland und Frankreichs, wobei der Fokus auf den Akteuren, Strukturen und Einflussmöglichkeiten im Wirtschafts- und Arbeitsbereich liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Felder sind die Analyse der polity- und politics-Dimensionen, die typologische Einordnung der Systeme sowie der Einfluss der jeweiligen geschichtlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen auf die Interessenvertretung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Ziel ist es, das Funktionieren beider Verbandssysteme vergleichend darzustellen, ihre Merkmale herauszuarbeiten und die gängige Zuordnung zu den Typologien Korporatismus und Pluralismus kritisch zu überprüfen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin/der Autor nutzt den qualitativen Vergleich als Methode, um die Komplexität und historischen Besonderheiten der beiden Verbandssysteme adäquat abzubilden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung, gefolgt von einer detaillierten Analyse der Struktur, der Einflusskanäle sowie der historisch-rechtlichen Hintergründe für Frankreich und Deutschland.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Verbandssysteme, Interessenartikulation, Korporatismus, Pluralismus, Staat-Verbände-Beziehung und Lobbying definiert.

Wie unterscheidet sich die Rolle der französischen Gewerkschaften von denen in Deutschland?

Französische Gewerkschaften sind Richtungsgewerkschaften mit starker politischer/ideologischer Spaltung und geringer Mitgliederzahl, während in Deutschland Einheitsgewerkschaften dominieren, die stärker in die Entscheidungsfindung eingebunden sind.

Welche besondere Bedeutung hat der Staat im französischen Verbändesystem?

In Frankreich dominiert oft der Einfluss des Staates auf die Verbände (z.B. durch Finanzierung und Repräsentativitätsanerkennung), während in Deutschland die Verbände eine eigenständigere Rolle gegenüber dem Staat einnehmen.

Warum spielt der „Druck von der Straße“ in Frankreich eine so große Rolle?

Da die institutionalisierten Vermittlungskanäle für Verbände eingeschränkt sind und der Staat den Einfluss oft kontrolliert, dient die öffentliche Unmutsäußerung als probates und wirkungsvolles Mittel der Interessenartikulation.

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Details

Title
Das französische und das deutsche Verbandssystem im Vergleich
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Institut für Politische Wissenschaft)
Course
Hauptseminar Frankreich unter Sarkozy
Grade
1,3
Author
Torsten Kühne (Author)
Publication Year
2008
Pages
22
Catalog Number
V116622
ISBN (eBook)
9783640186891
ISBN (Book)
9783640188482
Language
German
Tags
Verbandssystem Vergleich Hauptseminar Frankreich Sarkozy
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Torsten Kühne (Author), 2008, Das französische und das deutsche Verbandssystem im Vergleich , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/116622
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