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Ist die Wissenskluft Hypothese noch aktuell?

Überprüfung der Aktualität der Knowledge-Gap Hypothese am Beispiel des Internets

Title: Ist die Wissenskluft Hypothese noch aktuell?

Term Paper , 2006 , 15 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Anna Mölle (Author)

Communications - Theories, Models, Terms and Definitions
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Die im Jahre 1970 erstmals formulierte Hypothese einer wachsenden Wissenskluft (Knowledge-Gap Hypothese) bot Anlass für viele Diskussionen, auch wenn -oder vielleicht gerade weil- es sich bei dem Ansatz keineswegs um eine vollständig belegte und allgemeingültige Theorie handelte. Die These, dass Medien nur zum Wissenserwerb von bestimmten Teilen der Bevölkerung beitrügen, wobei andere Teile der Bevölkerung nicht von dieser Möglichkeit profitierten, war von großer gesellschaftspolitischer Brisanz und die Ursprungsthese wurde Ausgangspunkt vieler folgender Studien. Dennoch sind Forscher und Wissenschaftler bis heute zu keinem endgültigen Ergebnis gekommen und im Zuge der Entstehung und Entwicklung von neuen Medien, hat auch die Wissenskluftforschung immer wieder neue Ansätze geliefert bekommen. Die Freigabe des Internets für den Normalbürger durch das World Wide Web im Jahre 1993, hatte eine erneute Diskussion dieses Themenkomplexes zur Folge. Die Debatte, ob das Hybridmedium Internet für eine Schließung von bestehenden Wissensklüften sorgt oder aber den Prozess der Entstehung von einer digitalen Kluft, einem so genannten „Digital Divide“ der Gesellschaft zur Folge hat, wird bis heute fortgesetzt.
In dieser Arbeit soll nun die Frage gestellt werden, ob in Deutschland von einer solchen digitalen Spaltung gesprochen werden kann.

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Inhaltsverzeichnis

1. Problemstellung

2. Die Knowledge-Gap Hypothese

2.1 Vorstellung der Ursprungshypothese

2.2 Weiterentwicklung des Ansatzes

3. Einführung in den Themenkomplex „Internet“

3.1 Was ist ein Digital Divide?

3.2 Das Internet

3.3 Warum überhaupt Internet?

4. Internetnutzung in Deutschland

4.1 Die ARD/ZDF-Online-Studie

4.2 Nutzung der Onlineangebote 1997 und 2005 im Vergleich

4.3 Faktoren der Nichtnutzung

4.4 Zugang versus Nutzung

5. Schlussfolgerung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die anhaltende Relevanz der Knowledge-Gap-Hypothese im Kontext des modernen Internetzeitalters. Dabei wird analysiert, ob eine digitale Spaltung ("Digital Divide") in der deutschen Gesellschaft existiert, indem die Ursprungshypothese kritisch reflektiert und mit aktuellen Nutzungsdaten verglichen wird.

  • Historische Herleitung und Weiterentwicklung der Knowledge-Gap-Hypothese
  • Definition und Differenzierung des "Digital Divide"
  • Empirischer Vergleich der Internetnutzung in Deutschland (1997 vs. 2005)
  • Analyse der Beweggründe für Internet-Nichtnutzung ("Offliner")
  • Unterscheidung zwischen technischem Zugang und differenzierter Mediennutzung

Auszug aus dem Buch

2.1 Vorstellung der Ursprungshypothese

Im Jahre 1970 stellte ein Forscherteam der Minnesota University, bestehend aus Phillip J. Tichenor, George A. Donohue und Clarice N. Olien, erstmals die Hypothese einer wachsenden Wissenskluft (knowledge-gap) auf. Sie gingen von der Annahme aus, dass Medien eine demokratisierende Wirkung zuzusprechen sei, das heißt, dass sie für gleichmäßige Informiertheit unter allen Bevölkerungssegmenten zu sorgen in der Lage seien, und kamen zu folgendem Ergebnis:

“As the infusion of mass media information into a social system increases, segments of the population with higher socioeconomic status tend to acquire this information at a faster rate than the lower status segments, so that the gap in knowledge between these segments tend to increase rather than decrease. “ (Tichenor, Donohue & Olien zitiert in: Arnold 2003: 89)

Das heißt, dass Personen, die über eine höhere formale Bildung verfügen, Informationen schneller aufzunehmen in der Lage sind, als Personen mit einem niedrigeren formalen Bildungsniveau und sich dadurch die Kluft zwischen diesen Bevölkerungsschichten tendenziell eher vergrößert. Die Hypothese ist jedoch nicht dahingehend zu interpretieren, als dass die statusniedrigeren Segmente komplett unwissend blieben oder ihr Wissen sogar zurückginge, sondern lediglich, dass der Wissenszuwachs bei diesen Segmenten langsamer erfolge. (vgl. Arnold 2003:89f)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Problemstellung: Diese Einleitung führt in die historische Relevanz der Wissenskluftforschung ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der digitalen Spaltung in Deutschland.

2. Die Knowledge-Gap Hypothese: Das Kapitel erläutert den theoretischen Ursprung der Hypothese durch das Team um Tichenor und beleuchtet deren spätere wissenschaftliche Weiterentwicklungen.

3. Einführung in den Themenkomplex „Internet“: Hier werden der Begriff des Digital Divide definiert sowie die historische Bedeutung und die Alltagsrelevanz des Internets dargelegt.

4. Internetnutzung in Deutschland: Dieser Abschnitt bietet eine datenbasierte Analyse der Internetentwicklung anhand der ARD/ZDF-Studien, hinterfragt die Gründe für Nichtnutzung und differenziert zwischen Zugang und Nutzungsintensität.

5. Schlussfolgerung: Das Fazit bestätigt die Aktualität der Wissenskluft-Hypothese und betont, dass der Digital Divide sehr differenziert betrachtet werden muss.

Schlüsselwörter

Wissenskluft, Knowledge-Gap-Hypothese, Internet, Digital Divide, Digitale Spaltung, ARD/ZDF-Online-Studie, Mediennutzung, Bildungsschichten, Wissenserwerb, Hybridmedium, Offliner, Sozioökonomischer Status, Medienkompetenz

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, ob die 1970 formulierte Knowledge-Gap-Hypothese zur wachsenden Wissenskluft angesichts der Verbreitung des Internets in der heutigen Zeit noch ihre Gültigkeit besitzt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Themen umfassen die Theoriebildung zur Wissenskluft, die soziologischen Implikationen der Internetnutzung sowie den Vergleich empirischer Daten zur Onlinenutzung in Deutschland zwischen 1997 und 2005.

Welches ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Hauptziel ist es, die Aktualität der Wissenskluft-Hypothese zu verifizieren und zu klären, inwieweit das Internet eine "digitale Spaltung" der Gesellschaft fördert oder verringert.

Welche wissenschaftliche Methodik wurde angewandt?

Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie auf den quantitativen Vergleich der Ergebnisse der ARD/ZDF-Online-Studien aus den Jahren 1997 und 2005.

Was bildet den inhaltlichen Kern des Hauptteils?

Der Hauptteil analysiert die Faktoren der Internetnutzung, differenziert zwischen den Begriffen Zugang und Nutzung und untersucht die Motive von "Offlinern", warum sie das Internet nicht verwenden.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit am besten?

Wissenskluft, Digital Divide, Internetnutzung in Deutschland, Wissenserwerb und digitale Integration.

Warum ist laut der Autorin Vorsicht beim Begriff "Digital Divide" geboten?

Der Begriff darf nicht pauschal als endgültige Beschreibung verwendet werden, da er die komplexe und differenzierte Realität der Internetnutzung, die über den bloßen Zugang hinausgeht, oft unzureichend abbildet.

Was besagt das Phänomen des "Second-Level Digital Divide"?

Es beschreibt die Entwicklung, dass sich die Kluft zunehmend zwischen kompetenten, informationsorientierten Nutzern und solchen verschärft, die das Internet lediglich oberflächlich für Unterhaltungszwecke verwenden.

Welche Erkenntnis gewinnt die Autorin über die Gründe der Internet-Nichtnutzung?

Überraschenderweise stehen finanzielle Faktoren nicht an erster Stelle; der Hauptgrund für die Nichtnutzung ist vielmehr das Fehlen eines wahrgenommenen persönlichen Nutzens für die Anwender.

Wie lautet die abschließende Antwort auf die Ausgangsfrage?

Die Autorin beantwortet die Frage nach der Aktualität der Wissenskluft-Hypothese abschließend eindeutig mit Ja, betont jedoch die Notwendigkeit einer hochdifferenzierten Betrachtungsweise innerhalb der Forschung.

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Details

Title
Ist die Wissenskluft Hypothese noch aktuell?
Subtitle
Überprüfung der Aktualität der Knowledge-Gap Hypothese am Beispiel des Internets
College
University of Münster
Course
Einführung in die Kommunikationswissenschaft
Grade
1,3
Author
Anna Mölle (Author)
Publication Year
2006
Pages
15
Catalog Number
V116624
ISBN (eBook)
9783640184750
ISBN (Book)
9783640191253
Language
German
Tags
Wissenskluft Hypothese Einführung Kommunikationswissenschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anna Mölle (Author), 2006, Ist die Wissenskluft Hypothese noch aktuell?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/116624
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