Digitales Empfehlungsmarketing als Instrument der Fitnessbranche. Wie wirken sich die Social-Media-Auftritte von Influencern auf die Sporteinstellung und Kaufbereitschaft ihrer Follower aus?


Hausarbeit, 2021

44 Seiten, Note: 1,0

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Ziel der Arbeit
1.2 Vorgehensweise und Methoden

2. TheoretischerRahmen
2.1 Die Gesellschaft im Wandel
2.1.1 Wandel der gesellschaftlichen Werte
2.1.2 Individualisierung der Gesellschaft
2.1.3 Sport im Wandel
2.2 Fitnessmarkt Deutschland
2.2.1 Entstehungsgeschichte der Fitnessindustrie
2.2.2 Fitnessmarkt im 21. Jahrhundert
2.2.3 Der aktuelle Markt
2.3 Influencer; speziell Social-Media-Influencer
2.3.1 Definition eines Influencers
2.3.2 Charakteristika und Merkmale eines Social Media Influencers
2.4 Sozial-Media-Plattformen und diejeweilige Nutzung der Influencer
2.4.1 Instagram
2.4.2 Facebook
2.4.3 YouTube
2.4.4 Snapchat
2.4.5 TikTok
2.5 Digitales Empfehlungsmarketing in der heutigen Zeit und dessen Gebrauch von Fitness Influencern
2.5.1 Die Bedeutung von Empfehlungen im Informations- und Kaufverhalten
2.5.2 Fitness Influencer und der Einfluss auf die Kaufbereitschaft und das Sportverhalten ihrer Follower

3. Untersuchung und Fragestellung
3.1 Fragestellung: Inwiefern wirkt sich das Verfolgen von Influencern der Fitness Branche, auf die selbstwahrgenommene Sporteinstellung und Kaufbereitschaft von sportbegeisterten Social Media Nutzern, aus?
3.2 Hypothesen
3.3 Forschungsdesign
3.3.1 Umfrageplattform
3.3.2 Umfragebogen
3.3.3 Untersuchungsergebnisse
3.7 Analyse und kritische Betrachtung der Untersuchungsergebnisse
3.8 Fazit

Literatur- und Quellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Influencer als Quelle fürProduktempfehlungen, S. 11

Abbildung 2: Verteilung der Influencer bei Instagram nach der Anzahl der Follower welt- weit2018, S. 14

Abbildung 3: Influencer - Kommunikation und Interaktion, S.17

Abbildung 4: Gründe für Nutzung von Informationen von Influencern in Deutschland 2018, S. 19

1. Einleitung

Soziale Medien sind heutzutage kaum noch wegzudenken. Sie sind fester Bestandteil der heutigen Gesellschaft und dessen Tagesablaufes. Durch die Erfindung von Smartphones und mobilen Endgeräten, spielt sich ein Großteil des Lebens der heutigen Generation zu­nehmend virtuell ab.

Heutzutage fühlen sich Konsumenten überschüttet von der Bandbreite des Warenange­bots. Kaufentscheidungen mit relevanten und vertrauenswürdigen Informationen zu über­prüfen, fällt ihnen immer schwerer. Das Internet, vor allem die sozialen Plattformen, wer­den immer mehr zur Informationsbeschaffung verwendet und spielen dabei eine entschei­dende Rolle in Sachen Meinungsbildung. Traditionelle Werbung wird zunehmend als aufdringlich empfunden und empfängt demzufolge weniger Vertrauen der Konsumenten. Demnach suchen Konsumenten zuverlässige und vertrauenswürdige Quellen und Orien­tierungen. Nutzer beraten sich online gegenseitig. Dabei werden Empfehlungen von an­deren Nutzem als Richtwerte genutzt. Die Meinungsbeeinflussung findet zunehmend von Bildschirm zuBildschirm statt, anstattFace-to-Face.

Dabei spielen einige Personen eine besonders große Rolle - die sogenannten Influencer. Sie haben es sich zur Aufgabe und Berufung gemacht, ihr Leben auf Instagram mit ande­ren Menschen zu teilen. In Form von Stories, Bildern oder Videos zeigen sie ihren Follo- wern ihren Alltag. Die vermeintlich freundschaftliche Nähe und ihre meist authentische Art, weckt das Vertrauen ihrer Follower. Und da kommen die Unternehmen ins Spiel. Unternehmen wissen, dass es ihnen schon lange nicht mehr gut gelingt, die Konsumenten gezielt zu erreichen und zu überzeugen Aus Marketing-Sicht ergibt es demnach Sinn, Kooperationen mit Influencern einzugehen. In diesem Fall wird der Influencer zum Ver­mittler zwischen Unternehmen und Zielgruppe. Sie verbreiten die Werbebotschaften der Unternehmen und sprechen Empfehlungen an ihre Zuschauer und Follower aus. Dadurch haben sie großen Einfluss auf die Einstellungen und die Kaufbereitschaft der Nutzer und Follower.

Neben den Sozialen Medien, haben auch Fitness und Sport einen festen Stand im Alltag vieler Menschen. Das Angebot an Sportarten und Fitnessaktivitäten hat sich in den letzten Jahren enorm vergrößert. Der Fitness-Markt wächst und wächst. Immer mehr Menschen brauchen den Sport täglich oder mehrfach wöchentlich, um abschalten zu können und runterzukommen.

Sogenannte Fitness-Influencer bringen beides zusammen; ihre Leidenschaft zum Sport und ihr Dasein als Influencer. Sie teilen ihren Alltag, ihre Ernährung, ihre Sporteinheiten, sowie eigene Tipps und Tricks. Sie verbreiten Empfehlungen überjegliche Produkte oder Dienstleistungen der Fitness-Branche und geben ihre persönliche Meinung preis.

1.1 Ziel der Arbeit

Die Forschung im Bereich digitales Empfehlungsmarketing bzw. Influencer-Marketing fokussiert sich meist auf die bietenden Marketingziele aus Unternehmenssicht. Der Ein­fluss des Influencer-Marketings auf die Einstellungen und die Kaufbereitschaft der Follo­wer ist dabei oft zweitrangig. Vor allem der Bereich der Fitness-Influencer weist einige Forschungslücken auf.

Im Rahmen einer solchen Projektarbeit ist es schwierig, genauen Aufschluss über bzw. Gründe für die Beeinflussung zu erlangen. Demnach befasst sich diese Arbeit mit der selbstwahrgenommen Veränderung der Follower, welche durch das Verfolgen von In­fluencern der Fitness-Branche, bewirkt wird. Der Fokus liegt dabei auf der wahrgenom­menen Veränderung des Sportverhaltens und der Kaufbereitschaft. Diese Faktoren sind selbst beurteilbar, da es sich nicht um innere Gefühls-Konstrukte handelt, über die die Follower selbst keine Angaben geben können.

1.2 Vorgehensweise und Methoden

Zunächst wird innerhalb des theoretischen Rahmens, ein Überblick über den Wandel der gesellschaftlichen Werte und der Individualisierung der Gesellschaft gegeben. Danach wird der Wandel des Sports und des Fitness-Marktes erläutert. Infolgedessen wird der Begriff Influencer definiert, die Charakteristika und Merkmale eines Social-Media-In­fluencers erläutert und die relevanten Social-Media-Plattformen erklärt. Im Anschluss daran, wird das Empfehlungsmarketing in der heutigen Zeit und dessen Gebrauch der Fitness-Influencer dargestellt. Danach wird, innerhalb des Kapitels „Untersuchung und Fragestellung“, zunächst die Fragestellung der Arbeit erläutert und die verbundenen Hy­pothesen aufgestellt. Gefolgt wird dies, von der Vorstellung des Forschungsdesigns und der Auswahl der Erhebungsmethode. Danach werden die gesammelten Ergebnisse ana­lysiert und interpretiert. Zuletzt werden innerhalb des Fazits die Hypothesen widerlegt bzw. verifiziert und die wichtigsten Ergebnisse zusammengefasst.

2. Theoretischer Rahmen

2.1 Die Gesellschaft im Wandel

Im Folgenden geht es um die gesellschaftliche Wertestruktur und ihre Entwicklung, so­wie um die Individualisierung der Gesellschaft, aber auch um den Wandel des Sportver­ständnisses im Allgemeinen. Die Unterkapitel dienen dazu, dem Leser einen Einblick in das Thema Sport zu gewähren und aufzuzeigen, warum und wie sich Sport in den letzten Jahren entwickelt und differenziert hat.

2.1.1 Wandel der gesellschaftlichen Werte

Nach soziologischer Argumentation sind die Werte einer Gesellschaft nichts anderes als die Werte, die für die menschliche Interaktion verantwortlich sind. Damit bilden diese Werte Leitmotive, die bestimmte Handlungsweisen als sinnvoll und erstrebenswert er­scheinen lassen. Zusätzlich dienen die gesellschaftlichen Werte als eine Grundlage für kognitive Vorgänge, wie Ideologien-Bildung oder Meinungsbildung.

Unser alltägliches Leben ist somit von Werten geprägt, die das Fundament für das tägli­che Zusammenleben bilden. Da sie allerdings keine Verhaltensanweisungen darstellen, sondern nur zusammen mit den sozialen Normen einen kompletten Prozess bilden, sind gesellschaftliche Werte erst in Kombination mit sozialen Normen handlungswirksam (Rummelt, 1998).

Diese Kombination aus Werten und Normen ist einem ständigen Prozess ausgeliefert. Eine natürliche Weiterentwicklung kann über viele Jahre stattfmden, bevor sich über­haupt ein Wandel der gesellschaftlichen Werte bemerkbar macht. Der bis heute andau­ernde Wertewandel findet seit den 1960er Jahren statt, in der neue Strukturen erstmals erkannt wurden. Seit diesem Jahrzehnt haben sich bestimmte Faktoren, wie die Ausdeh­nung der Bildung, die weitere Liberalisierung der generellen Werte und eine hohe soziale Bildung in den Vordergrund gestellt und sich zu den tragenden Säulen der aktuellen Werte der Gesellschaft entwickelt. Andere, nicht zu vernachlässigende Bereiche, sind der höhere Anteil an Freizeit, sowie eine Verkürzung der Arbeitszeiten. Das bedeutendste Kriterium war jedoch die durchweg positive Entwicklung der Wirtschaft des Landes. Diese Entwicklung führte im ersten Schritt dazu, dass der Wohlstand der Bevölkerung wuchs, was letztendlich zur ersten erkennbaren Werteveränderung führte. Zuvor orientierte sich die Bevölkerung eher an den materiellen Gütern, was sich nach und nach zu einer weniger materiellen Werteorientierung entwickelte (Rummelt, 1998).

Menschen, die in weniger wohlhabenden Gesellschaften leben, streben oft eher nach wie vor nach den typischen materiellen Werten, wohingegen Menschen aus wohlhabenden Gesellschaften weniger Wert auf die materiellen Dinge legen. Nach Klages (1984) hat die Wertentwicklung bzw. -Veränderung parallel zu der wirtschaftlichen Entwicklung stattgefunden. Konkret lässt sich die Veränderung in diesem Kontext so beschreiben, dass eine Verschiebung von Pflichten und Akzeptanzwerten hin zu der Orientierung an Werten der Selbstentfaltung passiert ist (Klages, 1984).

Jedoch ist es so, dass die „alten“ Werte, also Plicht- und Akzeptanzwerte nicht gänzlich ersetzt werden und verschwinden. Die „neuen“ Werte legen lediglich an Bedeutung und Akzeptanz zu, während die materiellen Werte an Bedeutung verlieren, aber nach wie vor existent sind (ebd.).

Laut Müller (2020) sind die Aspekte für ein vollkommenes und erfolgreiches Leben nicht mehr mit den früheren gleichzusetzen. Nach der alten Wertevorstellung nahm die Arbeit die Hauptrolle für das Leben ein, während die neue Wertevorstellung vorsieht, mit der richtigen Gewichtung von Arbeit und Freizeit das Streben nach Selbstentfaltung in den Vordergrund zu stellen. Somit erfüllt die Arbeit nur das Mittel zu Zweck, also ermöglicht dem Menschen lediglich den Lebensstil so zu leben, wie es die individuellen Werte vor­sehen. Durch diese Verschiebung kam es auch dazu, dass sich das Sportverständnis der Gesellschaft verändert hat, womit sich auch das konkrete Sportverhalten geändert hat. In den folgenden Kapiteln wird dieser Punkt erneut aufgegriffen und detailliert aufgezeigt (Müller, 2020).

2.1.2 Individualisierung der Gesellschaft

Durch die Verschiebung der Werte in Richtung Selbstentfaltung kam es parallel zu einer Individualisierung der Gesellschaft, wobei Menschen immer mehr aus traditionellen Kul­turen entfliehen und ihre Entscheidungen mehr abhängig von den eigenen Bedürfnissen treffen. Die Fortentwicklung der Wirtschaft durch Globalisierung, Modernisierung und Digitalisierung schaffen für die Bevölkerung mehr Möglichkeiten und Wege, ihr Leben zu gestalten und ihren Tagesrhythmus nach ihren eigenen Vorstellungen zu definieren. Auch die zur Verfügung stehenden Optionen, Aktivitäten nachzugehen, welche die eige­nen Bedürfnisse optimal erfüllen geben der Bevölkerung die Möglichkeit sämtliche Zeit des Tages auf ihre individuellen Bedürfnisse und Launen anzupassen. Die bekannten, traditionellen Strukturen und Lebensweisen bilden sich zurück und verschwinden, bis sie letztendlich durch neue, individuelle Lebensweisen ersetz werden (Müller, 2020).

Rummelt (1998) erwähnt die bedeutende Rolle der sportlichen Aktivitäten in Bezug auf die zu steigernde Lebensqualität. Er sieht somit auch die vermehrte Eingliederung von sportlichen Aktivitäten in den Alltag und einer damit einhergehenden Versportlichung der Bevölkerung. Damit meint er nicht nur die generelle steigende sportliche Betätigung der Individuen, sondern auch das wachsende Interesse an Sport und Sportereignissen. Sport hat nun auch einen festen Platz in den Medien und mittlerweile sogar in der Politik.

2.1.3 Sport im Wandel

Bei der Entwicklung der Wertevielfalt kommt auch das Thema Sport zum Zuge. Wie bereits in den vorherigen Kapiteln erwähnt, gewinnt der Sport bzw. die sportliche Betä­tigung immer mehr an Bedeutung, während sich die Bevölkerung immer weiter individu­alisiert. Somit ändert sich zwangsläufig auch das generelle Sportverständnis. Der frühere Hintergedanke von Einheitlichkeit und Leistungsorientierung rückt langsam in den Hin­tergrund und neue Aspekte wie Spezialisierung, Spaß, Fitness, und Gesundheit werden immer wichtiger. Durch diese grundsätzliche Verschiebung der Werte, ersetzt die voll­kommen neue Interpretation von Sport, die alte Wertestruktur. Dadurch kommt es zu ei­ner größeren Angebots- und Anbietervielfalt (Rummelt, 1998).

2.2 Fitnessmarkt Deutschland

Damit man das Empfehlungsmarketing bzw. Influnecer-Marketing in der Fitnessbranche versteht und nachvollziehen kann, ist es unumgänglich, sich einen Überblick über diesen Bereich und den deutschen Fitnessmarkt zu verschaffen. Dafür soll die Entstehungsge­schichte der Fitnessindustrie in Deutschland kurz dargestellt werden, sowie bestimmte wichtige Kennzahlen genannt werden. Außerdem wird in einem Folgekapitel kurz die wichtigsten aktuellen Anbieter des deutschen Marktes aufgezählt.

2.2.1 Entstehungsgeschichte der Fitnessindustrie

Die ersten Anfangsformen des organisierten Sports in Deutschland sind auf Friedrich Ludwig Jahn zurückzuweisen. Dieser galt als der „Turnvater“, der zu Beginn des 19. Jahrhunderts damit begonnen hatte, öffentlich turnen zu lassen. Dieses Turnen sollte die damalige Bevölkerung fit machen, um als Bürgerwehr, im von Napoleon besetzten Preu­ßen, mitzukämpfen. Erste sportliche Einrichtungen, wie die heute bekannten Sportver­eine, bildeten sich erst gegen Mitte des 19. Jahrhunderts. Damals allerdings mit eher po­litischen Motivationen. Zeitgleich fing es an, die ersten gewerblichen Anstalten zu geben, die der Bevölkerung Räume anboten, um Sport auszuüben und ihre Fitness zu steigern. Deutsche Emigranten führten diese „Vereine“ über den Atlantik in die Vereinigten Staa- ten(DSSV, 2015).

Die ersten konkreten Fitnesseinrichtungen, wie man sie heute kennt, wurden um das Jahr 1900 gegründet. Dabei besuchten die gehobenen Schichten eher die gewerblichen Anbie­ter, die mit den heutigen Fitnessstudios schon sehr viel gemeinsam hatten. Teilweise wa­ren sogar Ärzte und Masseure beschäftigt (DSSV, 2015).

Auch Fitnessstudioketten gab es damals schon. Zwar nicht in der Größenordnung wie es heute der Fall istjedoch waren sie existent. Ein Beispiel dafür war der Franzose Edmont Desbonnet, der bis zum Beginn des zweiten Weltkriegs eine gewisse Anzahl an Betrieben führte. Ebenfalls Infohefte oder ähnliches sind keine Erfindungen der Neuzeit, sondern existierten schon früh. Der bekannte deutsche Schriftsteller Franz Kafka war ein großer Anhänger der täglichen 15-minütigen Fitnessprogramme des Dänen J.P. Müller mit dem Namen „My System“ (DSSV, 2015).

Der zweite Weltkrieg dämpfte die Entwicklung der Fitnessindustrie in Deutschland er­sichtlich. Als Folge dessen war es den meisten finanziell nicht mehr möglich, sich die kommerziellen Anbieter leisten zu können. Zudem kam auch das Problem auf, dass der Einzelsport, so wie er in Fitnessstudios betrieben wird, nicht mehr das lieferte, was die Bevölkerung sich wünschte. Diese hatte nämlich das Bedürfnis nach Gemeinschaft, wel­ches ein Großteil der Suchenden letztlich in die Sportvereine leitete (DSSV, 2015).

Der Fitnessmarkt erholte sich erst wieder mit den 70er Jahren, als die Bevölkerung wieder mehr auf die Fitness und die Gesundheit des Körpers setzte. Der amerikanische

Fitnessmarkt hatte zu diesem Zeitpunkt einen wahnsinnigen Vorsprung gegenüber dem deutschen Fitnessmarkt. In den Vereinigten Staaten hatte sich so langsam der moderne Fitnessmarkt durchgesetzt, wobei die Maschinen viel variabler und nutzungsfreundlicher gestaltet wurden. Allerdings kam der Aufschwung nicht nur durch die Fortentwicklung, sondern auch durch das Auftreten eines bekannten Österreichers, der mit seinem Körper zu diesem Zeitpunkt neue Maßstäbe setzen und die Fitnessszene prägen konnte. Die Rede ist von Arnold Schwarzenegger, der auch heute noch als Idol der Fitnessbranche gilt und für viele als Vorbild für einen gesunden, fitten und muskulösen Körper gilt (DSSV, 2015).

Eine weitere prägende Persönlichkeit der Szene war Jane Fonda, die Anfang der 80er mit ihren Aerobic Videos Erfolg genoss. Sie brachte Frauen dazu, ins Fitnessstudio zu gehen und legte das Fundament für das moderne Kurssystem, was in fast jedem Fitnessstudio angeboten wird (DSSV, 2015).

2.2.2 Fitnessmarkt im 21. Jahrhundert

Da nun die neuen Fitnessketten immer mehr Marktanteile besaßen, ging die Anzahl der Einzelstudios rapide zurück. Im Jahr 2011 waren knapp die Hälfe aller Fitnessstudios Betriebe von Fitnessketten. Begründen lässt sich dies dadurch, dass große Ketten, mit oft gigantischen Kapitalgebern, einfach viel größere und regelmäßigere Investitionen anstel­len können, wodurch neue Geräte, Einrichtungen und auch neue Clubs finanziert werden können. Nicht zu vergessen sind Werbekosten. Ein Kleinbetrieb hat nicht die gleichen Kapazitäten, um Werbung zu betreiben, verglichen mit Kettenbetrieben. Das wahrschein­lich bekannteste Beispiel für eine gewaltige Werbekampagne ist die Fitnessstudiokette McFit. Zuletzt darf man auch nicht vernachlässigen, dass große Ketten die Möglichkeit haben, die Mitgliederbeiträge deutlich geringer zu halten als die kleinen Einzelstudios (DSSV, 2015).

Nach wie vor gibt es trotz allem auch noch ein Segment, dass eher den wohlhabenderen zugesprochen werden kann. Das Premiumsegment der Fitnessszene ist auch im 21. Jahr­hundert nicht verschwunden. Anbieter mit einem umfangreichen und exklusiven Angebot sind in der Lage Mitgliedsbeiträge zu fordern, von denen kleine Fitnessstudios nur träu­men können. Das Premiumsegment legt sogar langsam an Marktanteil zu und baut seine Mitgliederschaft aus (DSSV, 2015).

2.2.3 Der aktuelle Markt

Nun werden die vier mitgliederstärksten Fitness Anbieter Deutschlands aufgezeigt. Zu­sätzlich dazu wurde beschlossen, eine Fitnessstudio-„Kette“ zu erwähnen, die von einen Influencer der Fitnessbranche geführt und entwickelt wurde.

McFit Global Group GmbH

McFit ist ein deutsches Fitnessunternehmen aus dem Discountsegment. Die Fitnessstudi­okette ist mit über 240 Standorten in einigen europäischen Ländern tätig. In den Ländern Deutschland, Österreich, Spanien, Italien und Polen kann McFit eine Mitgliederstärke von knapp 1,7 Millionen Mitgliedern verzeichnen. In Deutschland ist McFit der alleinige und unangefochtene Marktführer, gemessen anhand der Mitglieder. Außerdem gründete McFit in den Jahren 2015 und 2016 zwei Ableger der Fitnesskette mit dem Namen HIGH5 und John Reed.

Der Mitgliedsbeitrag der Kette beträgt 20 Euro pro Monat und gibt dem Kunden die Mög­lichkeit vor allem Kraft- und Ausdauersport zu betreiben (McFit, 2018).

Clever Fit GmbH

Clever fit ist ebenfalls ein in Deutschland gegründetes Unternehmen mit Standorten in Deutschland, sowie den Niederlanden, der Schweiz, Luxemburg und Österreich. Gemes­sen an den Standorten und Anlagen in Deutschland, ist Clever-Fit die stärkste Fitness­kette. Dabei werden die Standorte, anders als bei McFit, als Franchise-Konzept verwaltet. Die Mitgliederzahl ist mit knapp 800.000 Kunden zwar deutlich kleiner als beim Kon­kurrenten McFit, aber trotzdem stellt Clever-Fit die zweitgrößte Fitnesskette in Deutsch­land.

Preislich bewegt sich auch Clever-Fit im Discountsegment. Mit 24 bis 30 Euro unter­scheidet sich der Monatsbeitrag nach Studio und Art der Mitgliedschaft. So kann man bei Clever fit sowohl lediglich Standartleistungen buchen als auch zusätzliche Angebote be­anspruchen, wie Reha- und Wellnessmöglichkeiten (CleverFit, 2020).

FitX Deutschland GmbH

Das Unternehmen FitX Deutschland ist genau, wie seine beiden größeren Konkurrenten, ein in Deutschland gegründetes Unternehmen mit Hauptsitz in Essen. Die Fitnesskette hat eine aktuelle Mitgliederzahl von circa 340.000 Mitgliedern.

Ähnlich wie McFit und CleverFit gehört auch FitX in das Segment der Discounter mit einem Monatsbeitrag von 20 Euro. Bei diesem Beitrag ist es dem Kunden möglich, die Angebote für Kraft- und Ausdauertraining, Kurse und den Unterricht von einem virtuel­len Trainer zu nutzen. Jedoch wird ein Wellnessprogramm nicht angeboten und ist auch nicht optional auszuwählen (Fit X, 2017).

Fitness First Germany GmbH

Fitness First Germany GmbH ist als Tochterunternehmen des britischen Unternehmens Fitness First Group Ltd. der viertgrößte Fitnessanbieter in Deutschland mit insgesamt 80 Studios und circa 240.000 Mitgliedern.

Die Angebote der Kette bestehen aus 4 Kategorien, wobei sich jede Kategorie auf eine spezielle Zielgruppe ausrichtet. So gibt es Studios aus dem Lifestyle Bereich, als auch Premiumstudios oder Studios ausschließlich für Frauen.

Die Verträge mit Mitgliedern werden individuell angepasst und somit sind sowohl die Vertrags- als auch Preisstrukturen nicht klar zu erkennen.

Die einzelnen Studios bieten neben Kraft- und Ausdauerbereichen auch Funktionaltrai­ningsbereich mit einem zusätzlichen Wellnessbereich. Außerdem sind alle Studios mit Solarien ausgestattet und bieten Personal Training, sowie Reha Behandlungen an (Fitness First, kein Datum)

SmartGym

Der Fitness Influencer Smartgainz, mit bürgerlichem Namen Benjamin Burkhardt hat sein Hobby gleich mehrfach zum Beruf gemacht. Er hat nicht nur seinen Lebensstil über die Plattformen Instagram und YouTube verbreitet, sondern auch seine eigene kleine Fit­nessstudiokette gegründet und großgezogen. Die „Kette“ besteht aus zwei modernen und großen Studios in Heilbronn und Neumarkt in der Oberpfalz. Das erste Studio und somit der Startpunkt für diese Unternehmung wurde Anfang 2018 in Heilbronn eröffnet und läuft seitdem durchgehend unter der Führung von Benjamin Burkhardt. Kurze Zeit später eröffnete das Smartgym 2 in Neumarkt in der Oberpaflz. Seine Studios erfreuen sich hohen Mitgliederzahlen und sind zudem bei anderen Influencern sehr beliebt (Forster, 2018).

2.3 Influencer; speziell Social-Media-Influencer

2.3.1 Definition eines Influencers

Der Begriff Influencer ist von dem englischen Verb “to influence” (=beeinflussen, prä­gen, einwirken) abgeleitet (Deges, 2018).

Als Influencer bezeichnet manjene Personen, die aus eigener Motivation Content zu ei­nem Themenbereich in großer und regelmäßiger Häufigkeit kreiert und damit eine soziale Interaktion bewirken möchte. Dies geschieht über internetbasierte Kommunikationska­näle wie soziale Netzwerke, wie beispielsweise Instagram, Facebook, YouTube, und Snapchat oder über Blogs (ebd.)

Anders als die breite Masse der Social-Media-Nutzer, erreichen Influencer mit ihren Tä­tigkeiten hohe Reichweiten (Evans, Phua, Lim & Jun, 2017). Wenn solche Personen ein­zig über ihre digitale Reichweite Einfluss erlangt haben, bezeichnet man sie auch als Di­gital, Social oder Social Media Influencer (Deges, 2018).

In den letzten Jahren haben Kooperationen mit Influencern stark an Bedeutung gewon­nen, weswegen sie erheblich ins Zentrum der Aufmerksamkeit der Marketingentscheider gerückt sind. Um den Abverkauf der eigenen Produkte und Dienstleistungen anzukur­beln, überlegen immer mehr Unternehmen, wie sie mit Influencern Zusammenarbeiten können. Das Influencer Marketing etablierte sich auf Grund dessen zu einer neuen Me­thodik im Onlinemarketingmix von Unternehmen (ebd.).

2.3.2 Charakteristika und Merkmale eines Social Media Influencers

Social Media Influencer sind auf mindestens einem Kommunikationskanal aktiv und ken­nen sich instinktiv mit deren Werkzeugen und Funktionen aus. Sie bringen viel eigene Motivation und Antrieb mit und haben ein großes Bedürfnis zur Informationsweitergabe. Zudem begeistern sie mit ihrer Expertise ihre Follower und Fans und kommunizieren und interagieren regelmäßig mit ihnen. Von ihrer Community empfangen sie reichliche sozi­ale Akzeptanz und Anerkennung (Deges, 2018)

Themen wie Lifestyle, Fitness, Sport, Mode, Reisen und Ernährung sind häufige Content Bereiche der Influencer. Andere Social Media Nutzer werden auf die Accounts der Influencer aufmerksam, sei es durch das Interesse an einem der genannten Themen, oder durch ihr persönliches Umfeld. Daraus entwickeln sich Follower, Abonnenten oder Fans des Accounts, die erwartungsvoll auf Ideen, Ratschläge und Anregungen hoffen. Influencer sprechen ihre Follower persönlich an. Sie teilen offen ihre Erfahrungen, Ein­drücke und persönlichen Meinungen und lassen die Nutzer an ihrem Alltag teilhaben. Dadurch entsteht eine vermeintlich freundschaftliche Bindung und emotionale Nähe, welche das Kaufverhalten der Nutzer beeinflusst (Deges, 2018; Korotina & Jar- galsaikhan, 2016).

[...]

Ende der Leseprobe aus 44 Seiten

Details

Titel
Digitales Empfehlungsmarketing als Instrument der Fitnessbranche. Wie wirken sich die Social-Media-Auftritte von Influencern auf die Sporteinstellung und Kaufbereitschaft ihrer Follower aus?
Hochschule
Macromedia Fachhochschule der Medien Köln
Note
1,0
Jahr
2021
Seiten
44
Katalognummer
V1166626
ISBN (Buch)
9783346568786
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Influencer Marketing, Empfehlungsmarketing, Instagram, Social Media, Fitness Influencer, Fitness Branche, Kaufbereitschaft, Beeinflussung Social Media, Einfluss Social Media
Arbeit zitieren
Anonym, 2021, Digitales Empfehlungsmarketing als Instrument der Fitnessbranche. Wie wirken sich die Social-Media-Auftritte von Influencern auf die Sporteinstellung und Kaufbereitschaft ihrer Follower aus?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1166626

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