Der Einfluss von Emotionen und deren Regulation auf die psychische Gesundheit am Beispiel der Zwangsstörung


Hausarbeit, 2021

10 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Krankheitsbild Zwangsstörung
2.1. Zwangsgedanken und Zwangshandlungen
2.2. Psychiatrische Komorbidität
2.3. PathogenesederZwangsstörung
2.3.1. Das kognitiv-behaviorale Modell
2.3.2. Das kognitiv-behaviorale Modell - Gegenposition

3. Defizite im Emotionserleben
3.1. Neue Erkenntnisse zur Zwangsstörung
3.2. Beteiligte Emotionen
3.3. Emotionsregulation und Emotionsdysregulation
3.3.1. Emotionsregulation und Psychopathologie
3.3.2. Emotionsregulation bei Zwangsstörung

4. Diskussion

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Emotionen wie Freude, Trauer, Wut und Angst haben einen essenziellen Einfluss auf unser Leben. Sie können uns vieles erleichtern, aber wir alle kennen es auch, wenn Emotionen zum falschen Ort, zur falschen Zeit oder in falscher Intensität auftreten. Daher wurde im letzten Jahrzehnt der Emotionsregulation zunehmend Aufmerksamkeit geschenkt (Barnow, 2020, S. 4). Bei vielen psychiatrischen Störungen geht man davon aus, dass Defizite in der Emotionsregulation und der emotionalen Reaktivität eine Rolle spielen (Gross & Jazaieri, 2014, S. 387).

Während der Einfluss der Emotionsregulation im Bereich der affektiven Störungen umfassend untersucht und empirisch belegt wurde, ist die Beziehung zwischen Emotionsregulation und dem Krankheitsbild der Zwangsstörung nur wenig erforscht. Jedoch gibt es zunehmend Hinweise darauf, dass Defizite in der Emotionsregulation auch bei Zwangsstörungen auftreten (Yap et al., 2018, S. 2). Das Ziel dieser Hausarbeit ist es, Defizite im Emotionserleben, sowie die Grundzüge der Emotionsregulation und deren Störung darzustellen und zu diskutieren. Dabei werden die Befunde am Beispiel der Zwangserkrankung veranschaulicht und spezifische Ergebnisse präsentiert.

2. Das Krankheitsbild Zwangsstörung

Die Krankheit geht schätzungsweise von einer Lebenszeitprävalenz von 2-3 % einher und betrifft Männer und Frauen in etwa gleich häufig. Die Zwangsstörung ist durch zwei Hauptsymptome gekennzeichnet: Zwangsgedanken und Zwangshandlungen. Bei der Mehrheit aller Menschen mit einer Zwangsstörung (80 %) treten sowohl Zwangsgedanken als auch Zwangshandlungen auf (Zetsche & Exner, 2012, S. 112ff).

2.1. Zwangsgedanken und Zwangshandlungen

Zwangsgedanken kennzeichnen sich durch wiederkehrende und aufdringliche Gedanken, Vorstellungen oder Impulse und beziehen sich meist auf etwas, dass im starken Gegenteil zu den persönlichen Werten der Person steht oder Angst auslöst. Als Reaktion auf diese Zwangsgedanken neigen Menschen mit Zwangsstörungen zu ritualisierten Zwängen (verdeckt oder offen), um ihre Ängste zu neutralisieren. Die Zwangshandlungen, die als Reaktion auf die empfundene Angst oder den Stress ausgeführt werden, sind meist exzessiv, zeitaufwendig und quälend. Dies hat für betroffene Personen folgenschwere Beeinträchtigungen in verschiedenen Lebensbereichen zur Folge (Zetsche & Exner, 2012, S. 112ff).

Die Zwangsstörung ist ein heterogenes Krankheitsbild mit einer großen thematischen Vielfalt von Zwangsvorstellungen und Ritualen. Zwangsgedanken beinhalten beispielsweise Verunreinigung, die Angst Fehler zu machen, aggressive Impulse oder das Bedürfnis nach Symmetrie. Zwänge hingegen beinhalten eher den Drang nach Kontrolle, Wiederholungen, Ordnung oder den Drang sich zu waschen oder Rituale auszuführen (Zetsche & Exner, 2012, S. 112ff).

2.2. Psychiatrische Komorbidität

Häufig wird die Zwangsstörung von anderen psychischen Erkrankungen begleitet. Die häufigste komorbide Störung ist die Depression, gefolgt von Angststörungen (Stern et al., 2014, S. 497). In vielen Fällen entwickelt sich die Depression als Folge der Zwangserkrankung. Ungefähr 60 % der Personen mit Zwangsstörung erleben mindestens eine schwere depressive Episode in ihrem Leben, wobei sich beide Krankheiten wahrscheinlich wechselseitig verstärken (Zetsche & Exner, 2012, S. 116). Dies kann durch den Leidensdruck, der mit Zwängen einhergeht, erklärt werden. Die Belastung durch die Zwangsstörung begünstigt die gedrückte Stimmung der Depression, welche wiederum negative Bewertung fördert und somit Intrusionen auslöst.

Es ist in der Lliteratur jedoch noch umstritten, ob es sich bei der Komorbidität von Zwangsstörung und Depression um zwei eigenständige psychatrische Störungen, die gleichzeitig auftreten, handelt. Es könnte sich in diesem Zusammenhang auch um eine Zwangsstörung mit depressiver Symptomatik oder umgekehrt, um eine depressive Episode mit Zwangssymptomatik handeln.

(Zaudig,2011,S. 295f).

2.3. Pathogenese der Zwangsstörung

Der aktuelle Forschungsstand weist eine Vielzahl an Theorien zur Pathogenese der Zwangsstörung auf, wie verschiedene Erklärungen und Perspektiven aus dem Bereich der Psychoanalyse, der Lerntheorie und zunehmend auch der Neurobiologie. Im Folgenden wird näher der empirisch bisher am beste belegte Erklärungsansatz des kognitiv-behaviorale Modell, nach dem britischen Psychologen Salkovskis, dargestellt.

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Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Der Einfluss von Emotionen und deren Regulation auf die psychische Gesundheit am Beispiel der Zwangsstörung
Hochschule
Hamburger Fern-Hochschule
Note
1,7
Autor
Jahr
2021
Seiten
10
Katalognummer
V1167321
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Emotionsregulation, Zwangsstörung, Emotionen, Emotion, Defizite, Psychologie, Allgemeine Psychologie, Psychische Gesundheit
Arbeit zitieren
Nicole Spielbauer (Autor:in), 2021, Der Einfluss von Emotionen und deren Regulation auf die psychische Gesundheit am Beispiel der Zwangsstörung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1167321

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