In dieser wissenschaftlichen Arbeit soll mittels Literaturanalyse und empirischer Forschung geprüft werden, welche Rolle Business Process Management innerhalb einer digitalen Business- bzw. Corporate Governance-Transformation spielt und auch in Zukunft in Anbindung neuer Technologien spielen kann. Hierzu werden die Methoden und Ansätze von GRC, Kollaboration und BPM betrachtet, um Kombinationsmöglichkeiten für Transformationsinitiativen kristallisieren zu können. Dies wird mit einem praktischen Beispiel einer Business Transformation Suite (Signavio) untermauert und via skizziertem BPM-GRC-Konzept via SWOT analysiert. Zusätzlich werden weiterführende digitale Technologien (für GRC) der Industrie 4.0 beleuchtet und deren Voraussetzungen für die Implementierung in Unternehmen erforscht. Mit diesen Erkenntnissen und dem dargestellten BPM-GRC-Konzept soll folgende Frage am Ende der Arbeit beantwortet werden: Dient BPM als eine wesentliche Voraussetzung, um die digitale Transformation von Unternehmen und deren Corporate Governance effizient umzusetzen?
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Methodik
3 Abgrenzungen und terminologische Bestimmungen
3.1 Abgrenzung Digitalisierung und digitale Transformation
3.2 Industrie 4.0
3.3 Transformationsstrategien der deutschen Wirtschaft
3.4 Controlling
3.4.1 Strategisches Controlling
3.4.2 Operatives Controlling
3.4.3 Corporate Governance (Kodex)
3.4.4 GRC-Managementsysteme
3.5 Business Process Management
3.5.1 Geschäftsprozessmodellierung
3.5.2 Process Mining
3.5.3 Collaboration Engineering
4 Untersuchung einer kollaborativen BPM- und GRC-Methodik
4.1 Ansätze und Methoden von digitalem Business Process Management
4.1.1 Prozessdokumentation
4.1.2 Prozessanalyse
4.1.3 Prozesstransformation
4.1.4 Prozesscontrolling
4.1.5 Prozessautomatisierung
4.2 Arten von digitaler Kollaboration
4.2.1 Team-Kollaboration
4.2.2 Community-Kollaboration
4.2.3 Netzwerk-Kollaboration
4.2.4 Cloud-Kollaboration
4.2.5 Video-Kollaboration
4.2.6 Interne Zusammenarbeit
4.2.7 Externe Zusammenarbeit
4.2.8 Strategische Allianz
4.3 Untersuchung des kollaborativen Prozessmanagements
4.3.1 Anwendungsszenarien für kollaboratives Prozessmanagement
4.3.2 Vor- und Nachteile des kollaborativen Prozessmanagements
4.3.3 Notwendigkeit hinsichtlich digitaler Transformation
4.4 Nutzengenerierung und strategische Ausrichtung von BPM-Digitalisierung
4.4.1 IT-Transformation und Innovationsmigration
4.4.2 Operational & Customer Excellence
4.4.3 Risk & Compliance
4.4.4 Nutzen der digitalen BPM-Transformation für deutsche Unternehmen
4.5 Ansätze und Methoden von digitaler Governance, Risk und Compliance
4.5.1 Risikomanagement
4.5.2 Interne Kontrolle und Revision
4.5.3 Compliance
4.6 Kombination von kollaborativen BPM mit GRC
5 Digitale 4.0-Technologien für Corporate Governance
5.1 Business Transformation Suites
5.2 Machine Learning und Künstliche Intelligenz
5.3 Big Data
5.4 Blockchain
5.5 Digitale Transformation von Corporate Governance
5.5.1 GRC-Transformation
5.5.2 Chancen und Herausforderungen der Corporate Governance 4.0
5.6 Voraussetzungen für die Implementierung neuer Technologien
6 Konzeptionierung eines BPM-GRC-Modells als Vorbereitung auf Transformationsinitiativen und Technologie-Implementierung
6.1 BPM-GRC-Konzept anhand einer Business Transformation Suite (Signavio)
6.1.1 Process Manager
6.1.2 Collaboration Hub
6.1.3 Workflow Accelerator
6.1.4 Process Intelligence
6.2 GRC-Themen innerhalb der Business Transformation Suite
6.2.1 Process Manager
6.2.2 Workflow Accelerator
6.2.3 Collaboration Hub
6.2.4 Process Intelligence
6.3 SWOT-Analyse des BPM-GRC-Konzeptes
6.3.1 Stärken und Schwächen
6.3.2 Chancen und Gefahren
6.3.3 Strategische SWOT-Matrix
6.4 Process Mining im GRC-Management - SWOT-Analyse
6.4.1 Stärken und Schwächen
6.4.2 Chancen und Gefahren
6.4.3 Strategische SWOT-Matrix
6.5 BPM als eine wesentliche Voraussetzung für die Implementierung neuer GRC-Technologien
6.5.1 BPM-Eignung für Transformationsvoraussetzungen
6.6 Handlungsempfehlungen für Unternehmen im digitalen Wandel
7 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Masterthesis untersucht, ob Business Process Management (BPM) eine wesentliche Voraussetzung für die effiziente digitale Transformation von Governance, Risk & Compliance (GRC) Prozessen in Unternehmen darstellt. Ziel ist es, ein BPM-GRC-Modell zu konzeptionieren, das durch digitale Technologien die Transparenz und Prozesssteuerung nachhaltig verbessert.
- Integration von BPM-Methoden in GRC-Prozesse
- Rolle digitaler Kollaboration und Prozessautomatisierung
- Einsatz moderner Technologien wie KI, Big Data und Blockchain
- Entwicklung eines BPM-GRC-Modells mittels Business Transformation Suites
- Analyse der Erfolgsfaktoren für die digitale Transformation
Auszug aus dem Buch
3.1 Abgrenzung Digitalisierung und digitale Transformation
Der Begriff der digitalen Transformation findet sich heutzutage in aller Munde. Damit gemeint ist im Wesentlichen die Neuausrichtung von Produkten, Dienstleistungen, Prozessen und Geschäftsmodellen etablierter Unternehmen, anhand der Bedingungen einer zunehmend digitaler werdenden Welt (Kreutzer et al., 2016, S. 1.). Die digitale Transformation beschreibt demzufolge, wie Unternehmen Technologien einsetzen, um Kunden- oder Partnererfahrungen um eine digitale Dimension zu erweitern. Dadurch verändert sich die Arbeitsweise von Mitarbeitern oder neue digitale als auch datenbasierte Geschäftsbereiche machen sich auf.
Der Begriff der Digitalisierung wird im gängigen Sprachgebrauch häufig mit dem sogenannten „papierlosen Büro“ verbunden. Hinter der Digitalisierung verbirgt sich jedoch weit mehr als diese Äußerung (Deloitte, 2013). Grundsätzlich gesprochen bezeichnet der Begriff der Digitalisierung den Wandel von neuartigen, häufig disruptiven Geschäftsmodellen mittels Informations- und Kommunikationstechnik. Analoge Daten werden in digitale umgewandelt, Geschäftsprozesse flexibilisiert und automatisiert sowie Technik, Informationen, Dinge und Menschen vernetzt. Der Kunde und dessen Bedürfnisse stehen im Mittelpunkt und durch Effizienz muss Freiraum für Innovation geschaffen werden (Hanschke, 2018, S. 3.). Beispiele für die Digitalisierung sind das digitale Erfassen und Speichern von Daten und Informationen. Was einst mittels Papier (analog) verarbeitet wurde, kann in gleicher Form auch digitalisiert werden. Wenn man über Digitalisierung von mittelständischen Unternehmen redet, dann heißt dies meistens ein Abbilden der jetzigen Organisation in Unterstützung von digitalen Mitteln. Dabei nimmt man beispielsweise die bestehenden Abläufe inklusive Dokumente, Ressourcen, Verantwortlichkeiten, Kommunikationswege, Notizen als auch weitere Informationen und versucht mit Hilfe von digitalen Mitteln diese als Prozess abzubilden (Talin, 2021).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die Notwendigkeit von GRC-Management im digitalen Wandel und stellt die Forschungsfrage nach der Rolle von BPM bei der Transformation von GRC-Prozessen.
2 Methodik: Es wird ein methodischer Ansatz über eine Literaturanalyse und eine empirische Forschung gewählt, wobei die SWOT-Analyse zur Evaluierung des BPM-GRC-Konzepts dient.
3 Abgrenzungen und terminologische Bestimmungen: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Digitalisierung, Industrie 4.0, Controlling, Corporate Governance und Business Process Management, um ein gemeinsames Verständnis zu schaffen.
4 Untersuchung einer kollaborativen BPM- und GRC-Methodik: Hier werden Ansätze des digitalen BPM und der Kollaboration analysiert sowie deren spezifische Anwendung auf Governance, Risk und Compliance untersucht.
5 Digitale 4.0-Technologien für Corporate Governance: Dieses Kapitel betrachtet technologische Enabler wie KI, Big Data und Blockchain und deren konkreten Nutzen für eine effiziente GRC-Transformation.
6 Konzeptionierung eines BPM-GRC-Modells als Vorbereitung auf Transformationsinitiativen und Technologie-Implementierung: Der Hauptteil präsentiert ein praktisches Modell anhand der Signavio-Suite und bewertet dieses mittels SWOT-Analyse sowie Handlungsempfehlungen.
7 Fazit: Die Arbeit beantwortet die Forschungsfrage positiv: Digitales BPM ist als fundamentale Voraussetzung für die effiziente digitale Transformation der Corporate Governance zu verstehen.
Schlüsselwörter
Business Process Management, BPM, Corporate Governance, GRC, Digitale Transformation, Prozessmodellierung, Process Mining, Compliance, Risikomanagement, Industrie 4.0, Kollaboration, Business Transformation Suite, Prozessautomatisierung, Signavio, Strategische Steuerung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Verknüpfung von Business Process Management (BPM) mit Governance, Risk & Compliance (GRC) im Kontext der digitalen Transformation von Unternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf Prozessoptimierung, regulatorischer Compliance, digitaler Kollaboration und der Implementierung neuer Technologien zur Steuerung komplexer Unternehmensprozesse.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Es soll beantwortet werden, ob BPM eine wesentliche Voraussetzung für die effiziente digitale Transformation der Corporate Governance ist und wie dies praktisch umgesetzt werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit kombiniert eine tiefgehende Literaturanalyse mit einer eigenen empirischen Forschung, gestützt durch die SWOT-Analyse zur Bewertung der vorgeschlagenen BPM-GRC-Modelle.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von BPM-Methoden in GRC, die Analyse digitaler Technologien (wie KI, Big Data, Blockchain) sowie die Konzeption eines Modells zur technologischen Umsetzung in einer Business Transformation Suite.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind BPM, GRC, Digitale Transformation, Process Mining, Compliance, Risikomanagement und Corporate Governance.
Wie hilft die Signavio Business Transformation Suite bei der GRC-Umsetzung?
Sie dient als „Single Source of Truth“, in der Prozesse modelliert, mit GRC-Attributen verknüpft und mittels Workflow-Management sowie Process Intelligence transparent überwacht werden können.
Welche Rolle spielt die SWOT-Analyse in der Konzeption?
Die SWOT-Analyse hilft dabei, die Stärken, Schwächen, Chancen und Gefahren der Implementierung digitaler BPM-GRC-Konzepte strukturiert gegenüberzustellen, um fundierte Handlungsempfehlungen abzuleiten.
Was ist das Hauptergebnis der Forschungsarbeit?
Das Ergebnis bestätigt, dass BPM eine unverzichtbare Basis für eine digitale GRC-Strategie darstellt, da es Prozesse transparent macht und eine strukturierte Einhaltung regulatorischer Anforderungen ermöglicht.
- Arbeit zitieren
- Joshua Nganyadi (Autor:in), 2022, Corporate Governance in der Industrie 4.0, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1167613