Das Ziel der vorliegenden Ausarbeitung ist es, Veränderungen dieses organisationalen Rahmens in Zeiten der Pandemie darzustellen und diese in den Literaturkomplex einzubetten. Aufgrund der Neuartigkeit beziehungsweise der andauernden Gegenwärtigkeit der Pandemie beschränkt sich dieser größtenteils auf die Zeit vor der Pandemie. Weiterhin sollen
die im Rahmen der Implementierung des digitalen Veränderungsprozesses zu bewältigenden Herausforderungen aufgezeigt und anschließend Handlungsempfehlungen zur Überwältigung herausgearbeitet werden. Mit dem Aufzeigen sogenannter "Good Practices" wird eine gesteigerte Effizienz in der flexiblen Arbeitsweise intendiert. Diese soll eine Minimalisierung von Barrieren in aktuellen als auch zukünftigen Homeoffice-Implementierungen bedingen. Dass dahingehend Bedarf besteht, wird auch deutlich, wenn man betrachtet, dass die gegenwärtige Realisierung der Homeoffice-Gewährung hinter dem Potenzial zurücktritt. Methodisch wird zur Erreichung dieses Ziels auf Experteninterviews zurückgegriffen, welche die Perspektive der Mitarbeiter- sowie der Führungsebene betrachten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Definition Homeoffice
2.2 Verbreitung des Telearbeitskonzeptes
3. Der Einfluss des Homeoffice-Konzeptes auf den organisationalen Rahmen
3.1 Kommunikation
3.2 Führungsstil
3.3 HR-Unterstützung
4. Forschungsmethodik
4.1 Forschungsdesign
4.1.1 Untersuchungsdesign
4.1.2 Erhebungsmethode: Experteninterview mit Leitfaden
4.1.3 Leitfadenkonstruktion
4.2 Forschungsreflektion
4.2.1 Zugang zum Feld und Sampling
4.2.2 Datenerhebung
4.2.3 Transkription
4.3 Auswertungsinstrument Qualitative Inhaltsanalyse
4.3.1 Inhaltlich-strukturierende qualitative Inhaltsanalyse
4.3.2 Anwendung der qualitativen Inhaltsanalyse in der Empirie
5. Diskussion mit Stellungnahmen aus den Experteninterviews
5.1 Ergebnisdarstellung der Experteninterviews
5.2 Diskussion der Ergebnisse
6. Fazit & Implikationen
6.1 Implikationen für die Praxis
6.2 Limitationen und Implikationen für die Forschung
6.3 Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Auswirkungen des Homeoffice-Konzepts auf den organisationalen Rahmen in Zeiten der Corona-Pandemie zu analysieren, Veränderungen zu identifizieren und Handlungsempfehlungen für eine effiziente Gestaltung der flexiblen Arbeitsweise abzuleiten.
- Veränderungen im Bereich der Kommunikation unter Pandemiebedingungen
- Wandel des Führungsstils hin zu indirekter Führung auf Distanz
- Bedarf und Ausgestaltung von HR-Unterstützungsangeboten
- Rolle technischer Infrastruktur und digitaler Tools
- Umgang mit sozialen und professionellen Isolationserscheinungen
Auszug aus dem Buch
3.1 Kommunikation
Während die Arbeit im konventionellen Büro durch Gespräche von Angesicht zu Angesicht, sog. face-to-face Gespräche, gekennzeichnet ist, ist diese Interaktionsform nur in reduziertem Maße auf die Homeoffice-Situation übertragbar. Die Arbeitsform charakterisiert sich vielmehr über eine vermehrte Nutzung medienbasierter, vermittelnder Kommunikation (vgl. Dahlstrom 2013, Cooper und Kurland 2002).
Durch die vorwiegend über E-Mail, Telefon als auch Videokonferenzen computergestützte Kommunikation, werden viele Veränderungen auf Interaktionsebene bedingt. In diesem Zusammenhang wird auf eine reduzierte Vermittlung von sozioemotionalen Informationen hingewiesen. Im Vergleich zur persönlichen Rückmeldung lässt sich Feedback im virtuellen Kontext unter dem Einsatz elektronischer Medien mit weniger Respekt und Anerkennung übermitteln.
Weiterhin decken elektronische Medien eine geringere Anzahl von Kommunikationskanälen, v.a. im Bereich der Optik und Akustik, ab. So kann der Kommunikationsprozess in die Länge gezogen werden, da non-verbale Rückmeldungen hintenangesetzt werden müssen (vgl. Konradt und Hertel 2002: 82ff., Offstein 2010).
Die eingeschränkten Interaktionsmöglichkeiten mit Kollegen im Homeoffice werden dabei mit sozialen Isolationswahrnehmungen in Verbindung gebracht, welche in starker Abhängigkeit von der Intensität der Homeoffice-Nutzung stehen (vgl. Baruch 2001, Perez et al. 2002; Cooper und Kurland, 2002, Gajendran und Harrison 2007, Allen et al. 2015, Lengen et al. 2021). Die Gewährung von einzelnen Präsenztagen wird dahingehend mit einem reduzierten Isolationsempfinden assoziiert (vgl. Perez 2002, Allen et al. 2015, Gajendran und Harrison 2007).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Wandel der Arbeitswelt durch die Corona-Pandemie und definiert die Zielsetzung sowie den Aufbau der Arbeit.
2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel definiert den Begriff Homeoffice, grenzt ihn von anderen flexiblen Arbeitsformen ab und beschreibt dessen Verbreitung.
3. Der Einfluss des Homeoffice-Konzeptes auf den organisationalen Rahmen: Hier wird der Forschungsstand zu den Bereichen Kommunikation, Führungsstil und HR-Unterstützung im Homeoffice-Kontext dargestellt.
4. Forschungsmethodik: Das Kapitel erläutert das Forschungsdesign, die Methode der leitfadengestützten Experteninterviews sowie das Auswertungsinstrument der qualitativen Inhaltsanalyse.
5. Diskussion mit Stellungnahmen aus den Experteninterviews: Dieser Abschnitt präsentiert die empirischen Ergebnisse der Interviews und diskutiert sie im Vergleich zur bestehenden Literatur.
6. Fazit & Implikationen: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen, beantwortet die Forschungsfragen und leitet Implikationen für die Praxis sowie die Forschung ab.
Schlüsselwörter
Homeoffice, Telearbeit, Corona-Pandemie, Organisationaler Rahmen, Kommunikation, Führungsstil, HR-Unterstützung, Qualitative Inhaltsanalyse, Experteninterviews, Arbeitsorganisation, Virtuelle Zusammenarbeit, Führung auf Distanz, Soziale Isolation, Digitaler Wandel, Arbeitsplatzgestaltung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie das Homeoffice-Konzept, das während der Corona-Pandemie massiv an Bedeutung gewonnen hat, den organisationalen Rahmen von Unternehmen verändert hat.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Die zentralen Felder sind die Veränderungen in der internen Kommunikation, die notwendige Transformation von Führungsstilen auf Distanz sowie die Bedeutung von HR-Unterstützungsangeboten für die Mitarbeiter.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, diese organisatorischen Veränderungen zu erfassen, sie theoretisch einzuordnen und auf Basis von Experteninterviews Handlungsempfehlungen für die effiziente Gestaltung der Arbeit im Homeoffice zu geben.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Untersuchung verwendet?
Die Arbeit basiert auf einem qualitativen Forschungsdesign. Es wurden leitfadengestützte Experteninterviews mit zehn Fachkräften aus verschiedenen Branchen geführt und mittels inhaltlich-strukturierender qualitativer Inhaltsanalyse nach Kuckartz ausgewertet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen des Homeoffice erläutert, gefolgt von einer detaillierten Analyse des Einflusses auf Kommunikation, Führung und HR, bevor die empirische Untersuchung und deren Diskussion folgen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Homeoffice, Telearbeit, Kommunikation, Führungsstil auf Distanz, organisationale Rahmenbedingungen und qualitative Inhaltsanalyse.
Welche Rolle spielt die Unternehmenskultur bei der Einführung von Homeoffice?
Die Arbeit zeigt, dass kulturelle Faktoren – etwa die Bereitschaft zur Machtübertragung an Mitarbeiter – eine entscheidende Rolle für die finale Gewährung von Homeoffice-Rechten spielen.
Wie unterscheidet sich die Kommunikation im Homeoffice vom Büroalltag?
Die Kommunikation im Homeoffice ist stärker medienbasiert, was zu einer Reduzierung sozioemotionaler Informationen und non-verbaler Signale führt, was wiederum informelle Austauschmöglichkeiten einschränkt.
Warum ist das Vertrauensverhältnis im Homeoffice so wichtig?
Da direkte verhaltensbasierte Kontrollen im Homeoffice unmöglich oder ineffizient sind, fungiert ein starkes Vertrauensverhältnis als Kontrollsubstitut, das die Grundlage für eine effiziente Zusammenarbeit bildet.
Welchen Einfluss hat das Alter auf den Schulungsbedarf?
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass bei der älteren Generation der Mitarbeiter tendenziell ein höherer Schulungsbedarf hinsichtlich der digitalen Datenverarbeitung und der Anwendung neuer Tools besteht.
- Arbeit zitieren
- Virena Köhler (Autor:in), 2021, Die Auswirkungen von Covid-19 auf das Homeoffice, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1167642