Das Thema dieser Arbeit sind die psychologischen Effekte und Auswirkung aktiver Sterbehilfe, explizit in Bezug auf den Sterbenden. Zunächst werden die Begrifflichkeiten Sterben und Tod definiert sowie die verschiedenen Formen aktiver Sterbehilfe dargestellt. Anschließend werden die psychologischen Effekte und Auswirkungen aktiver Sterbehilfe erläutert. Dies erfolgt, indem die psychischen Entlastungsfaktoren unter Einbezug der Gesichtspunkte Autonomie und Selbstkonzept diskutiert werden und im Anschluss auf die psychischen Belastungsfaktoren anhand der Gesichtspunkte Entscheidungsfindung und Kognitive Dissonanz eingegangen wird. Im Fazit werden die Erkenntnisse der Arbeit zusammengefasst und ein Ausblick zum Thema gegeben. Angestrebt wird, einen grundlegenden Überblick zu dieser komplexen Thematik zu schaffen und auf die gesellschaftliche Relevanz hinzuweisen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Aktive Sterbehilfe
2.1 Definition Sterben und Tod
2.2 Formen und Abgrenzung aktiver Sterbehilfe
3. Psychologische Effekte und Auswirkungen aktiver Sterbehilfe
3.1 Aktive Sterbehilfe als psychische Entlastung
3.1.1 Autonomie
3.1.2 Selbstkonzept
3.2 Aktive Sterbehilfe als psychische Belastung
3.2.1 Entscheidungsfindung
3.2.2 Kognitive Dissonanz
4. Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die psychologischen Effekte und Auswirkungen aktiver Sterbehilfe aus der Perspektive des Sterbenden, um ein besseres Verständnis für die psychische Belastung sowie potenzielle Entlastungsfaktoren in dieser Grenzsituation zu schaffen.
- Definition der Begriffe Sterben und Tod
- Differenzierung verschiedener Formen der aktiven Sterbehilfe
- Analyse der Autonomie und des Selbstkonzepts als Entlastungsfaktoren
- Untersuchung von Entscheidungsprozessen und kognitiver Dissonanz als Belastungsfaktoren
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Autonomie
Autonomie bezeichnet den „Zustand von Selbständigkeit, Entscheidungsfreiheit oder Selbstbestimmung“ (Stangl, 2021). Es ist ein grundlegendes menschliches Bedürfnis, das Leben selbstständig gestalten und kontrollieren zu können sowie eigene Entscheidungen zu treffen (Gerring, 2016, S. 523 f.). Da die Selbstbestimmung einen zentralen Aspekt der menschlichen Würde darstellt, sollte diese gewahrt und respektiert werden (Hoffmann & Knaupp, 2015, S. 101).
Liegt eine Person im Sterben, kann sie dies nicht kontrollieren. Dennoch bleibt das Bedürfnis nach Autonomie bestehen (ebd., S. 102 f.). Schwerkranke Menschen, welche aufgrund von Schmerzen oder anderen Umstandsfaktoren großes Leid ertragen müssen, vermissen oftmals das Gefühl von Autonomie und Selbstbestimmung. Sie fühlen sich einer Situation ausgesetzt, in welcher sie keine eigenen Entscheidungen treffen und selbstbestimmt handeln können. Für Sterbende kann es entmutigend erscheinen, wenn sie nicht selbst bestimmen können, wann ihr Leiden beendet werden soll (ebd.). Dies kann eine starke psychische Belastung darstellen (ebd., S 105.). Auch die Angst vor einem langwierigen und schmerzvollen Sterbeprozess stellt einen großen Belastungsfaktor für die psychische Gesundheit Sterbender dar (Maercker & Trachsel, 2016, S. 12 f.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Sterbeprozesses ein und formuliert das Ziel der Arbeit, die psychologischen Auswirkungen aktiver Sterbehilfe zu untersuchen.
2. Aktive Sterbehilfe: Dieses Kapitel definiert die Begriffe Sterben und Tod und grenzt verschiedene Formen der Sterbehilfe voneinander ab.
3. Psychologische Effekte und Auswirkungen aktiver Sterbehilfe: Dieser Hauptteil beleuchtet sowohl entlastende Aspekte wie Autonomie und Selbstkonzept als auch belastende Faktoren wie Entscheidungsfindung und kognitive Dissonanz.
4. Schlussfolgerung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die gesellschaftliche Relevanz der weiteren Auseinandersetzung mit der Thematik.
Schlüsselwörter
Aktive Sterbehilfe, Sterben, Tod, Psychologie, Autonomie, Selbstkonzept, Entscheidungsfindung, Kognitive Dissonanz, Suizid, Psychische Gesundheit, Leidensminderung, Lebensende, Selbstbestimmung, Sterbeprozess, Ethik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den psychologischen Effekten und Auswirkungen, die das Thema der aktiven Sterbehilfe für den Sterbenden mit sich bringt.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der psychischen Entlastung durch Autonomie und dem Einfluss auf das Selbstkonzept sowie auf der psychischen Belastung durch komplexe Entscheidungsprozesse.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, einen fundierten Überblick über die psychologische Komplexität aktiver Sterbehilfe zu geben und die Relevanz der Diskussion für ein würdevolles Sterben aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Analyse bestehender psychologischer Konzepte im Kontext der Sterbebegleitung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die Begrifflichkeiten geklärt, bevor die Argumente für die psychische Entlastung (Autonomie, Selbstkonzept) und die psychische Belastung (Entscheidungsfindung, Dissonanz) diskutiert werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Aktive Sterbehilfe, Autonomie, Selbstbestimmung, kognitive Dissonanz und psychische Belastung.
Welche Rolle spielt die Autonomie für Sterbende in dieser Arbeit?
Autonomie wird als fundamentales Bedürfnis dargestellt, das durch die Möglichkeit der aktiven Sterbehilfe gewahrt bleiben könnte, wenn Betroffene selbst über das Ende ihres Lebens entscheiden dürfen.
Inwiefern beeinflusst das Selbstkonzept die Entscheidung zur Sterbehilfe?
Sterbende empfinden sich oft als Belastung für Angehörige, was ihr Selbstkonzept negativ beeinträchtigt; die Sterbehilfe wird hier als Option diskutiert, um die Identität und Würde am Lebensende zu bewahren.
Welche Rolle spielt die kognitive Dissonanz?
Der Konflikt zwischen dem Wunsch nach einem beendeten Leidensweg und dem Wissen um die Illegalität (Strafbarkeit) der aktiven Sterbehilfe erzeugt eine psychische Dissonanz, die für den Patienten eine erhebliche Belastung darstellt.
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- Rafaela Stranz (Author), 2021, Psychologische Effekte und Auswirkungen aktiver Sterbehilfe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1167718