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Kafkas "Vor dem Gesetz" als Gegenstand im Literaturunterricht

Title: Kafkas "Vor dem Gesetz" als Gegenstand im Literaturunterricht

Term Paper , 2021 , 17 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Anonym (Author)

Didactics for the subject German - Literature, Works
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Die Hausarbeit untersucht und diskutiert Kafkas "Vor dem Gesetz" als Gegenstand für den Literaturunterricht.

Der Text "Vor dem Gesetz" ist einer der am meisten interpretierten Texte der Weltliteratur und findet somit in der Literaturwissenschaft großen Anklang. Der Text wurde gar zum "Grund- oder Leitmotiv für das ganze Erzählwerk Kafkas" geadelt. Doch es bedarf mehr als eines existierenden Diskurses über die Lesarten dieser Parabel, um diese im schulischen Literaturunterricht zu behandeln. Gerade weil der Thüringer Lehrplan den LuL offen lässt, was sie mit den SuS lesen, obliegt es der Verantwortung der Lehrkraft, ihre Literaturauswahl anhand ihrer Ziele und der Funktion des Literaturunterrichts zu überdenken. Dies soll in dieser Arbeit geschehen: Die Türhüterparabel wird als möglicher Gegenstand im Deutschunterricht auf ihr Potenzial, der Funktion und den Zielen des Literaturunterrichts nachzukommen und untersucht. Auch werden didaktische Überlegungen angestellt, durch welche didaktische Aufbereitung man diese Ziele durch den Text als Gegenstand im Unterricht erreichen könnte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Literaturbegriff, mögliche Funktionen und Ziele des Literaturunterrichts

3 Form und intendierte Wirkung in Kafkas Türhüterparabel

3.1 Die einfache Lesbarkeit

3.2 Die Identifizierung mit der Figur

3.3 Die Irritation, die durch die Identifizierung mit der Figur erzeugt wird

4 Eignung des Textes für den Deutschunterricht

5 Reflexion und didaktisch-methodische Folgerungen

6 Fazit

7 Literatur

Leseeindruck

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht Kafkas Parabel „Vor dem Gesetz“ auf ihr Potenzial als Gegenstand im Deutschunterricht. Dabei wird analysiert, wie der Text durch seine spezifische Form und Erzählperspektive Identifikation sowie Irritation beim Leser erzeugt und welche didaktischen Möglichkeiten sich daraus für die Förderung von Empathie und Reflexionsprozessen bei Schülern ergeben.

  • Analyse der narrativen Struktur und der Wirkung der Türhüterparabel
  • Untersuchung des Spannungsfelds zwischen einfacher Lesbarkeit und komplexem Sinngehalt
  • Didaktische Aufbereitung für den Deutschunterricht ab der Sekundarstufe II
  • Diskussion der Identifikationsmechanismen und deren Irritationspotenzial
  • Reflexion über die Rolle von Lehrer und Schüler im interpretatorischen Prozess

Auszug aus dem Buch

3.2 Die Identifizierung mit der Figur

Was nimmt der Leser wahr und wessen Wahrnehmung ist das? Kafka lässt den personalen Er-Erzähler konsequent aus der Perspektive des Mannes erzählen.(vgl. Erlemann 2014, 95) Dies geschieht teilweise durch die wörtliche Wiedergabe seiner Gedanken („das Gesetz soll doch jedem und immer zugänglich sein denkt er“ (226)) oder eine raffende Paraphrase seiner Gedanken („dieser erste scheint ihm das einzige Hindernis“ (227). Die Erzählstimme gibt neben dem Denken auch das optische Wahrnehmungsfeld des Mannes wieder. Sichtbar wird dies an der Fremdcharakterisierung des Türhüters: Er wird genau beschrieben und attributreich als mächtiges Hindernis dargestellt („ich bin mächtig“, „Pelzmantel“, „große Spitznase“, „tatarischer Bart“ (226)). Durch diese Beschreibung des Sichtfelds des Mannes betrachtet und interpretiert der Leser zunächst die Textwelt aus den Augen des Mannes.

Welche Affekte erzeugt die Beschreibung der Handlungen des Türhüters, dieses mächtigen Hindernisses? Der Türhüter gewährt dem Mann verbal keinen Einlass („jetzt aber nicht“ (226)), lässt sich nicht bestechen und lässt den „kindisch“ (227) werdenden Mann, der möglicherweise schrittweise erblindet(„ ob ihn nur seine Augen täuschen“(227)) und dessen „erstarrender“ (227) Körper geschrumpft (Größenunterschied, vgl. 227) ist, nicht aktiv eintreten. Das wirkt erbarmungslos und weckt Antipathie, da der Türhüter kein Mitleid zu empfinden scheint, hierdurch herzlos wirkt und willkürlich zu handeln scheint. Dieser Eindruck wird dadurch verstärkt, dass die Gedanken und möglichen Motive des Türhüters nicht wiedergegeben werden. Der Leser lernt die Perspektive des Mannes kennen, nicht aber die des Türhüters. Diese einseitige Perspektivierung ist ein Baustein der inhaltlichen Dynamik des Textes.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung stellt die Bedeutung von Kafkas Text in der Literaturwissenschaft dar und begründet die Untersuchung als notwendigen Beitrag für eine bewusste Literaturauswahl im Deutschunterricht.

2 Literaturbegriff, mögliche Funktionen und Ziele des Literaturunterrichts: Das Kapitel definiert Literatur als wertende Verständigung über Werte und leitet daraus zentrale Ziele für den Literaturunterricht wie Empathieförderung und Selbstbildung ab.

3 Form und intendierte Wirkung in Kafkas Türhüterparabel: Es wird die formale Struktur der Parabel analysiert, wobei besonders die Perspektivierung und das damit verbundene Identifikationspotenzial mit der Hauptfigur im Fokus stehen.

3.1 Die einfache Lesbarkeit: Hier wird aufgezeigt, dass die sprachliche Einfachheit des Textes trotz inhaltlicher Komplexität den Zugang erleichtert und die Identifikation begünstigt.

3.2 Die Identifizierung mit der Figur: Dieses Kapitel erläutert, wie durch eine konsequent personale Erzählweise und eine einseitige Perspektivierung das Mitfühlen des Lesers mit dem Mann vom Lande gesteuert wird.

3.3 Die Irritation, die durch die Identifizierung mit der Figur erzeugt wird: Es wird analysiert, wie die Diskrepanz zwischen der subjektiven Wahrnehmung der Figur und der objektiven Sachlage den Leser verunsichert und eine andauernde Irritation hervorruft.

4 Eignung des Textes für den Deutschunterricht: Das Kapitel diskutiert, wie die Irritation des Textes als produktives Lernmoment genutzt werden kann, um eigene Sichtweisen und Selbsttäuschungen der Schüler kritisch zu reflektieren.

5 Reflexion und didaktisch-methodische Folgerungen: Hier werden fünf konkrete methodische Schritte vorgestellt, um den Text im Unterrichtsgespräch sowie durch produktionsorientierte Verfahren zu erarbeiten.

6 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Parabel trotz der Gefahr von Fehlinterpretationen ein hervorragendes, wenngleich anspruchsvolles Medium zur Förderung von Reflexionsprozessen darstellt.

7 Literatur: Verzeichnis der in der Arbeit verwendeten wissenschaftlichen Quellen.

Leseeindruck: Ein persönlicher Reflexionsbericht des Autors über seine eigene Erfahrung bei der Lektüre der Parabel.

Schlüsselwörter

Kafkas Türhüterparabel, Literaturunterricht, Identifikation, Irritation, Perspektivierung, Selbstbildung, Wertende Verständigung, Deutschunterricht, Didaktik, Literarische Kompetenz, Deutung, Sinnkonstruktion, Sprachliche Einfachheit, Selbsttäuschung, Hermeneutischer Zirkel.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der didaktischen Eignung der Parabel „Vor dem Gesetz“ von Franz Kafka für den Deutschunterricht, insbesondere im Hinblick auf die Ziele des Literaturunterrichts wie Empathie und Reflexion.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind die narrative Form des Textes, die Bedeutung der Erzählperspektive, das Phänomen der Identifikation und die daraus resultierenden Irritationsmomente für den Leser.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, den Text auf sein Potenzial hin zu untersuchen, Schüler mit dem Spezifischen an Literatur bekannt zu machen und sie zu Reflexionsprozessen über ihr eigenes Handeln und ihre Werte anzuregen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine Kombination aus literaturwissenschaftlicher Formanalyse und literaturdidaktischer Reflexion, um Unterrichtskonzepte zu entwickeln.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Lesbarkeit des Textes, die Identifikation mit der Figur des Mannes vom Lande sowie die didaktischen Herausforderungen und Chancen bei der Arbeit mit dem Text in der Schule.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich besonders durch Begriffe wie Irritation, Perspektivierung, Identifikation, literarische Bildung und didaktische Aufbereitung charakterisieren.

Warum wird der Text als "irritierend" beschrieben?

Der Text erzeugt eine „Sinnestäuschung“, da der Leser einerseits mit dem Mann vom Lande sympathisiert und sich mit ihm identifiziert, andererseits jedoch durch die objektive Auflösung am Ende des Textes in seinem Verständnis verunsichert wird.

Welche Empfehlung gibt der Autor für den Unterrichtseinsatz?

Der Autor empfiehlt eine Kombination aus textanalytischen und handlungs- sowie produktionsorientierten Verfahren, um Schülern Raum für ihre Leseerfahrungen zu geben und diese fachsprachlich fundiert zu reflektieren.

Für welches Alter ist der Text laut Autor geeignet?

Aufgrund der hohen emotionalen und intellektuellen Anforderungen sowie der notwendigen Frustrationstoleranz zur Selbstreflexion empfiehlt der Autor den Einsatz des Textes für ältere Schüler ab der Klasse 10 oder 11.

Welche Rolle spielt die Perspektivierung für den Leseerfolg?

Die Perspektivierung ist entscheidend, da sie den Leser dazu bringt, die Welt aus der Sicht des Mannes zu sehen, was eine Identifikation ermöglicht, die jedoch später durch die objektive Wahrheit des Textes infrage gestellt wird.

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Details

Title
Kafkas "Vor dem Gesetz" als Gegenstand im Literaturunterricht
College
http://www.uni-jena.de/
Grade
2,0
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2021
Pages
17
Catalog Number
V1167838
ISBN (PDF)
9783346589699
ISBN (Book)
9783346589705
Language
German
Tags
Literaturbegriff Kafka Parabel Schule Gesetz
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2021, Kafkas "Vor dem Gesetz" als Gegenstand im Literaturunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1167838
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