In dieser Arbeit geht es um das Goethebild des Jungen Deutschland, ausgehend von hymnischen Goethe-Typologien das Goethebild des Jungen Deutschland im Hinblick auf Form und Inhalt im Spannungsfeld von Polemik und ästhetischer Eigenständigkeit zu beschreiben. Es wird zu zeigen sein, inwieweit die Goethe-Rezeption der Jungdeutschen das Fundament einer neuen Poetik bildete oder als bloße Polemik ins Leere lief.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Goetheverehrung im 19. Jahrhundert
- Goethes Selbststilisierung
- Das Verhältnis zu jungen Schriftstellern
- Goethe-Kritik im Jungen Deutschland
- Die Jahre des Jungen Deutschland
- Wolfgang Menzel
- Ludwig Börne
- Karl Gutzkow
- Ludolf Wienbarg
- Goethe und die Positionen jungdeutscher Schriftsteller
- Schlussbemerkungen
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die ambivalenten Reaktionen auf Goethe in der Zeit des Jungen Deutschland (1815-1849). Die Analyse beleuchtet die kultische Verehrung Goethes als einer überragenden Persönlichkeit und gleichzeitig die kritische Auseinandersetzung mit seinen Werken und ästhetischen Ansprüchen.
- Goethe-Rezeption und -Kritik im Jungen Deutschland
- Die Rolle Goethes als Autorität und Vorbild für junge Schriftsteller
- Goethes Selbststilisierung und Einfluss auf seine Rezeption
- Politische und ästhetische Strömungen des Jungen Deutschland im Kontext der Goethe-Rezeption
- Das Verhältnis von Polemik und ästhetischer Eigenständigkeit in der Goethe-Kritik
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung
Die Einleitung skizziert die Ambivalenz der Goethe-Rezeption im 19. Jahrhundert, die von kultischer Verehrung bis hin zur Kritik reichte. Sie stellt die politische und ästhetische Situation des Jungen Deutschland im Kontext der Goethe-Rezeption dar und beschreibt die Zielsetzung der Arbeit.
Goetheverehrung im 19. Jahrhundert
Dieses Kapitel beleuchtet die hymnische Verehrung Goethes, die sich in Biografien und der literarischen Bewegung der Goetheaner widerspiegelte. Es analysiert die Überhöhung Goethes als Universalgenie und die Rolle seiner Selbststilisierung in der Rezeption.
Goethes Selbststilisierung
Das Kapitel befasst sich mit Goethes bewusster Selbstdarstellung in seiner Autobiografie "Dichtung und Wahrheit" und seinem Haus in Weimar. Es analysiert die Strategien, die Goethe einsetzte, um sich als Repräsentant seiner Zeit und als Wiederhersteller des griechischen Geistes zu inszenieren.
Das Verhältnis zu jungen Schriftstellern
Dieses Kapitel analysiert die Begegnungen junger Schriftsteller mit Goethe und beleuchtet die ehrfürchtige Haltung, die sie ihm entgegenbrachten. Es untersucht, wie Goethe für die junge Generation als poetisches Oberhaupt Deutschlands galt und wie seine Begegnungen mit ihnen als poetische Pilgerreisen empfunden wurden.
Schlüsselwörter
Goethe, Junges Deutschland, Goethe-Rezeption, Goethe-Kritik, Selbststilisierung, ästhetische Eigenständigkeit, Polemik, politische Veränderung, Klassik, Romantik, Literaturgeschichte.
Häufig gestellte Fragen
Was war das „Junge Deutschland“?
Das Junge Deutschland war eine literarische und politische Bewegung im 19. Jahrhundert (ca. 1815–1849), die nach gesellschaftlicher Veränderung und ästhetischer Erneuerung strebte.
Wie stand das Junge Deutschland zu Johann Wolfgang von Goethe?
Das Verhältnis war ambivalent: Einerseits wurde Goethe als Genie verehrt, andererseits kritisierten Autoren wie Börne oder Gutzkow seine vermeintliche politische Passivität und den elitären Klassizismus.
Welche Rolle spielte Goethes Selbststilisierung?
Goethe inszenierte sich bewusst als Repräsentant seiner Epoche (z. B. in „Dichtung und Wahrheit“), was das Bild der jungen Generation von ihm als unantastbare Autorität maßgeblich beeinflusste.
Wer waren die wichtigsten Kritiker Goethes in dieser Zeit?
Zu den zentralen Figuren gehörten Ludwig Börne, Karl Gutzkow, Ludolf Wienbarg und Wolfgang Menzel, die sich kritisch mit Goethes Erbe auseinandersetzten.
War die Goethe-Kritik der Jungdeutschen nur Polemik?
Die Arbeit untersucht, ob die Kritik bloße Polemik war oder ob sie das Fundament für eine neue, zeitgemäße Poetik bildete, die sich von der klassischen Tradition abgrenzte.
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- Oliver Wagner (Author), 1999, Das Goethebild des Jungen Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1168063