In dieser historisch-kritischen Exegese zu Lk 19,1-10 wird die Zachäusgeschichte, welche auch lukanisches Sondergut ist, genauer beleuchtet. Die Bibelstelle Lk 19,1-10, mit dem Titel Zachäus, lässt sich in fünf Segmente einteilen. In Lk 19,1 wird durch einen Einleitungssatz das Eintreffen Jesu und sein anschließender Gang durch die Stadt Jericho verkündet. Allerdings bleibt Jesus Name bis dahin unerwähnt.
Inhaltsverzeichnis
1. LITERARISCHE ANALYSE DES TEXTES
2. FORM- UND GATTUNGSKRITIK
3. TRADITIONSKRITIK
4. DER HISTORISCHE KONTEXT (HISTORISCHER ORT)
5. AUSLEGUNG
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die biblische Erzählung von Zachäus (Lk 19,1-10) durch eine methodisch fundierte Analyse, um die Bedeutung der Begegnung zwischen Jesus und dem Zöllner im lukanischen Kontext sowie die theologischen Motive von Umkehr, Heil und Integration im Rahmen der lukanischen Heilsgeschichte aufzuzeigen.
- Literarische Segmentierung und Analyse der Zachäus-Geschichte.
- Gattungskritische Einordnung als Wundererzählung, Streitgespräch und Heilsgeschichte.
- Traditionsgeschichtliche Untersuchung der Motive "Sehen", "Suchen" und "Begegnung".
- Historische Kontextualisierung unter Berücksichtigung der lukanischen Gemeinde und sozioökonomischer Bedingungen.
- Theologische Auslegung der Rettung und der persönlichen sowie sozialen Transformation des Zachäus.
Auszug aus dem Buch
1. Literarische Analyse des Textes
Die Bibelstelle Lk 19,1-10 mit dem Titel Zachäus, lässt sich in fünf Segmente einteilen. In Lk 19,1 wird durch einen Einleitungssatz das Eintreffen Jesu und sein anschließender Gang durch die Stadt Jericho verkündet. Allerdings bleibt Jesus Name bis dahin unerwähnt.
Die Haupthandlung beginnt in Lk 19,2-4 mit der Vorstellung von dem männlichen, reichen Oberzöllner Zachäus und dessen Verlangen danach Jesus zu sehen (Lk 19,2). Zachäus Kleinwüchsigkeit steht diesem Verlangen im Weg, da ihm die Menschenmenge am Straßenrand die Sicht auf Jesus versperrt (Lk 19,3). Zachäus Wunsch Jesus zu sehen ist so stark, dass er dafür auf einen Maulbeerbaum klettert, um ihn beim Vorbeigehen zu erspähen (Lk 19,4).
In Segment drei (Lk 19,5-6) kommt es zu einer inhaltlichen Wendung durch den Dialog mit Jesu. Die Aufmerksamkeit geht von Zachäus auf den neuen Hauptakteur Jesus über. Jesus sieht Zachäus im Baum sitzen und wendet sich an ihn, indem er sich selbst zu Zachäus ins Haus einlädt (Lk 19,5), woraufhin dieser ihn freudig empfängt (Lk 19,6).
Zusammenfassung der Kapitel
1. LITERARISCHE ANALYSE DES TEXTES: Dieses Kapitel unterteilt die Erzählung in fünf Segmente und analysiert den narrativen Verlauf sowie die Rolle der zentralen Akteure Jesus und Zachäus.
2. FORM- UND GATTUNGSKRITIK: Hier wird die Textgattung untersucht, wobei die Erzählung als Kombination aus Wundererzählung, Streitgespräch und Heilsgeschichte klassifiziert wird.
3. TRADITIONSKRITIK: Dieses Kapitel beleuchtet zentrale theologische Motive wie das Sehen, Suchen und die Begegnung in ihrer Bedeutung für das lukanische Geschichtswerk.
4. DER HISTORISCHE KONTEXT (HISTORISCHER ORT): Es erfolgt eine historische Einordnung bezüglich der Adressaten, der sozioökonomischen Verhältnisse und der möglichen Abfassungszeit des Lukasevangeliums.
5. AUSLEGUNG: Das abschließende Kapitel interpretiert die gesamte Perikope als Heilsereignis, das die soziale Integration des Verlorenen und die ethische Wandlung des Zachäus in den Mittelpunkt stellt.
Schlüsselwörter
Zachäus, Lukasevangelium, Heilsgeschichte, Zöllner, Begegnung, Umkehr, Rettung, Jericho, Jesus, Menschensohn, Sozialethik, Sünde, Vergebung, Abraham, Abfassungsort
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit einer exegetischen Untersuchung der biblischen Geschichte von Zachäus, wie sie im Lukasevangelium (Lk 19,1-10) überliefert ist.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die literarische Struktur, die gattungsgeschichtliche Einordnung, das Wirken Jesu im Kontext von Schuld und Vergebung sowie die soziale Dimension des Heils.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?
Das Ziel ist es, den ursprünglichen Sinn der Erzählung im lukanischen Kontext aufzuzeigen und zu klären, wie die Begegnung mit Jesus zur existenziellen und sozialen Transformation des Zachäus führt.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Es kommen historisch-kritische Methoden zum Einsatz, insbesondere die literarische Analyse, Form- und Gattungskritik, Traditionskritik sowie historische Kontextualisierung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Erzählstruktur, die Diskussion um die Gattung als Heilsgeschichte, die Untersuchung biblischer Motive und die Einbettung in den historischen Kontext der lukanischen Gemeinde.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie "Zachäus", "Heilsgeschichte", "soziale Integration", "Umkehr" und "Lukas" charakterisiert.
Warum ist die Erwähnung der Stadt Jericho für die Geschichte von besonderer Bedeutung?
Jericho fungiert als wichtige Zollstation, die den beruflichen Hintergrund von Zachäus als Oberzöllner und seine ökonomische Machtstellung sowie die damit verbundene soziale Ausgrenzung plausibel macht.
Wie unterscheidet sich die Wandlung des Zachäus von der anderer Jünger im Lukas-Evangelium?
Im Gegensatz zu Levi, der seinen Beruf als Zöllner vollständig aufgibt, bleibt Zachäus in seinem Beruf, verändert jedoch durch eine finanzielle Wiedergutmachung und Distanzierung von seinem unethischen Gewinn seine Lebensführung grundlegend.
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- Anonym (Autor:in), 2021, Historisch-kritische Exegese zu Lk 19,1-10 (Zachäus), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1168350