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Experiment „New Deal“ - Wirtschafts- und Sozialpolitik der USA unter Franklin D. Roosevelt

Titel: Experiment „New Deal“ - Wirtschafts- und Sozialpolitik der USA unter Franklin D. Roosevelt

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2008 , 20 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Matthias Wühle (Autor:in)

Geschichte - Amerika
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Als Franklin Delano Roosevelt am 3. März 1933 als 32. Präsident der Vereinigten Staaten das Amt antrat, befand sich das Land in einer der schwersten Wirtschaftskrisen seiner Geschichte. Nach seinem Tod am 12. April 1945 hatte sich die Wirtschaft weitgehend erholt. Die Frage aber ist: Konnte Roosevelt diesen Erfolg auf sein Konto verbuchen? Oder hat er sogar den weltweiten Wirtschaftsaufschwung durch seine Maßnahmen verhindert und für die USA abgeschwächt? Anhand der ersten 100 Tage seines New Deal-Programms, in denen nicht weniger als 15 teilweise recht kontroverse Gesetze durch den Kongress gebracht wurden, kann man schon deutlich Roosevelts politisches Profil erkennen . Diese ersten 15 Gesetze waren entweder Reaktionen auf kurzfristig aufgetretene Probleme oder es waren Realisationen von Ideen, die Roosevelt schon länger beschäftigt hatten. Die vorliegende Arbeit soll die Kontroverse um Roosevelts Sozial- und Wirtschaftspolitik beleuchten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Die große Depression

2. Maßnahmen der ersten 100 Tage

2.1 Fiskal- und Geldpolitik: Die kontrollierte Inflation

2.2 Haushaltssanierung: Das Ende der Prohibition

2.3 Keynesianismus: Die Theorie der öffentlichen Investition

2.4 Armenfürsorge: Die soziale Revolution

2.5 Agrarpolitik: Die ländliche Rehabilitation

2.6 Informationspolitik: Der politische Wert der Kommunikation

3. Kritik

4. Fazit

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das politische Profil von Franklin D. Roosevelt anhand der ersten 100 Tage seines New Deal-Programms, um die Kontroverse um seine Sozial- und Wirtschaftspolitik kritisch zu beleuchten und deren Erfolg bzw. langfristige Wirksamkeit zu bewerten.

  • Analyse der wirtschaftlichen Ausgangslage (Große Depression)
  • Untersuchung der fiskalpolitischen und monetären Maßnahmen
  • Evaluierung der sozialen Reformen und der Armenfürsorge
  • Diskussion agrarpolitischer Eingriffe und deren Folgen
  • Bewertung der Kommunikationsstrategie Roosevelts
  • Kritische Reflexion der Kohärenz und des Erfolgs des New Deal

Auszug aus dem Buch

2.4 Armenfürsorge: Die soziale Revolution

Das soziale Fürsorgesystem der Vereinigten Staaten basierte vor dem New Deal auf altes Englisches Recht aus dem Jahre 1601, dessen Leitmotiv „No one should starve“ war. Dieses System unterschied zwischen den „Deserving Poor“ einerseits und den „idlers, vagrants and rogues“ auf der anderen Seite. Die Verantwortlichkeit war auf kommunaler Ebene verortet. Dieses System war zu Beginn der 30er Jahre in all seinen Bestandteilen zusammengebrochen: Die Kommunen waren mit den Fürsorgeleistungen überfordert, die Unterscheidung in Arbeitswillige und Arbeitsscheue ließ sich angesichts der Massenarbeitslosigkeit nicht mehr treffen und selbst das minimale Grundrecht des Nicht-Hungerns sah man gefährdet, wie ein Fortune-Artikel vom September 1932 zeigte. Dieser Artikel war mit „No one has starved“ betitelt, um in mehreren Beispielen aufzuzeigen, das genau das Gegenteil – zwar in Einzelfällen – der Fall war, oder Vorstufen davon, wie Mangel- und Unterernährung auf den Hungertod hinausliefen: „It is impossible to estimate the number of deads in the last year in which starvation was a contributing cause“.

Bereits 1931 hatte Roosevelt – als Gouverneur von New York – eine Verstaatlichung der Armenfürsorge vorgeschlagen. Er verfügte über ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsempfinden. Während der Unternehmensprofit auch in der Depression weiter anstieg, so klagte er in einer Rede, wurde der Verbraucher und der Arbeiter vergessen: „Enormous corporate surplus piled up – the most stupendous in history. Where, under the spell of delirious speculation, did those surpluses go?“. Schon frühzeitig setzte er sich daher für einen Ideologiewechsel ein, der Armenfürsorge zu Pflicht erhob: „Our government is not the master but the creature of the people. The duty of the State toward the citizen its the duty of a servant to its master“.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Die Einleitung stellt die Forschungsfrage, ob Roosevelt die Wirtschaftskrise erfolgreich bekämpfte oder den Aufschwung eher behinderte, und führt in das Programm der ersten 100 Tage ein.

1. Die große Depression: Dieses Kapitel erläutert die ideologische Spaltung zwischen "New Nationalism" und "New Freedom" sowie die verheerenden wirtschaftlichen Auswirkungen des Börsencrashs von 1929.

2. Maßnahmen der ersten 100 Tage: Es wird die Abkehr von der Laissez-faire-Politik hin zu massiver staatlicher Intervention beschrieben, um soziale Verantwortung wahrzunehmen.

2.1 Fiskal- und Geldpolitik: Die kontrollierte Inflation: Der Fokus liegt auf der Stabilisierung des Bankwesens durch den Emergency Banking Act und die gezielte Abwertung des Dollars zur Konjunkturförderung.

2.2 Haushaltssanierung: Das Ende der Prohibition: Das Kapitel behandelt die Maßnahmen zur Haushaltsdisziplin, wie Gehaltskürzungen bei Staatsbediensteten, und die Steuereinnahmen durch den Beer-Wine-Act.

2.3 Keynesianismus: Die Theorie der öffentlichen Investition: Es wird die Bedeutung massiver Infrastrukturprojekte wie der Tennessee Valley Authority für die Arbeitsbeschaffung und regionale Entwicklung analysiert.

2.4 Armenfürsorge: Die soziale Revolution: Dieses Kapitel thematisiert den Systemwechsel von einer kommunalen, puritanischen Armenpflege hin zu einer zentralisierten, staatlichen Verantwortung durch die FERA.

2.5 Agrarpolitik: Die ländliche Rehabilitation: Die Agrarpolitik wird hinsichtlich der AAA-Anbaureduzierungen, der Preiserhöhungen und der kontroversen Auswirkungen auf die ländliche Kaufkraft diskutiert.

2.6 Informationspolitik: Der politische Wert der Kommunikation: Es wird untersucht, wie Roosevelt durch "fireside chats" und den Umgang mit der Presse die öffentliche Meinung gezielt für seine Politik gewinnen konnte.

3. Kritik: Kritische Stimmen werden angeführt, die dem New Deal mangelnde Kohärenz, wirtschaftliche Fehlentscheidungen, Isolationismus und das Fehlen einer langfristigen Vision vorwerfen.

4. Fazit: Das Fazit würdigt die durch Roosevelt überbrückte Lethargie, bewertet jedoch die Maßnahmen aufgrund ihrer Unkohärenz insgesamt skeptisch, erkennt aber den wegweisenden Paradigmenwechsel im Sozialwesen an.

Schlüsselwörter

New Deal, Franklin D. Roosevelt, Weltwirtschaftskrise, Fiskalpolitik, Keynesianismus, Armenfürsorge, Agrarpolitik, Tennessee Valley Authority, Federal Emergency Relief Administration, Inflation, Isolationismus, Sozialpolitik, Wirtschaftsgeschichte, USA 1933-1945, Regierungsführung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit untersucht die Wirtschafts- und Sozialpolitik der USA unter Franklin D. Roosevelt während der ersten 100 Tage seiner Amtszeit im Kontext der Großen Depression.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit behandelt unter anderem die Bankensanierung, die Sozialreformen, die Agrarpolitik, den Übergang zum Keynesianismus sowie Roosevelts Kommunikationsstrategie.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt kritisch, ob Roosevelt den wirtschaftlichen Erfolg der USA nach 1933 maßgeblich herbeiführte oder ob seine teils kontroversen Maßnahmen eher eine nachhaltige Entwicklung behinderten.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor führt eine historische Analyse auf Basis zeitgenössischer Quellen, wirtschaftshistorischer Literatur und kontroverser wissenschaftlicher Einschätzungen durch.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die konkreten Maßnahmen der ersten 100 Tage, wie die Fiskal- und Geldpolitik, die Agrarreform sowie der Aufbau des neuen Sozialfürsorgesystems, detailliert und kritisch erörtert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie New Deal, Wirtschaftskrise, staatliche Intervention, Kaufkrafttheorie und gesellschaftliche Konsolidierung charakterisiert.

Warum wird die Agrarpolitik von Roosevelt so kontrovers diskutiert?

Die Agrarpolitik wird kritisch gesehen, da die künstliche Preiserhöhung und Anbaureduzierung zu ethisch hinterfragten Zerstörungen von Erntegut führten und die Lebenshaltungskosten für andere Sektoren erhöhten.

Welche Rolle spielt die Kommunikation in Roosevelts Regierungsstil?

Die Kommunikation war entscheidend; Roosevelt nutzte das Radio für "fireside chats" und Pressekonferenzen, um direkt mit der Bevölkerung zu interagieren und seine Politik ohne redaktionelle Beeinflussung durch konservative Medien zu vermitteln.

Wie bewertet der Autor den Erfolg des New Deal im Fazit?

Der Autor schließt sich tendenziell der Kritik an, dass der New Deal zwar kurzfristig die Lethargie überwand, langfristig aber durch unkohärente Einzelmaßnahmen und fehlende wirtschaftliche Sachkompetenz eher als Misserfolg oder als "Selbstkannibalisierung" zu werten ist.

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Details

Titel
Experiment „New Deal“ - Wirtschafts- und Sozialpolitik der USA unter Franklin D. Roosevelt
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main  (ZENAF Zentrum für Nordamerika-Forschung)
Veranstaltung
Franklin Delano Roosevelt und der New Deal: Die USA 1933 - 1945
Note
2,3
Autor
Matthias Wühle (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
20
Katalognummer
V116838
ISBN (eBook)
9783640189090
ISBN (Buch)
9783640189182
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Roosevelt New Deal Wirtschaftspolitik USA
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Matthias Wühle (Autor:in), 2008, Experiment „New Deal“ - Wirtschafts- und Sozialpolitik der USA unter Franklin D. Roosevelt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/116838
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Leseprobe aus  20  Seiten
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