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Um- und Aufbau gesellschaftlicher Institutionen - Das Bildungssystem in der DDR

Título: Um- und Aufbau gesellschaftlicher Institutionen - Das Bildungssystem in der DDR

Trabajo Escrito , 2008 , 15 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Marco Kienlein (Autor)

Ciencias Culturales - Ciencias culturales empíricas
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Diese Arbeit entstand im Rahmen des Seminars „Geschichte der Repräsentationen und Institutionen in der DDR“. Die Bedeutung der Bildungspolitik ist eine der wichtigsten Visitenkarten eines Landes. Darüber hinaus lassen die Erziehungsziele und die Wege, diese Ziele zu erreichen, ein tieferes Verständnis für die innere Situation eines Staates zu. So beeinflussen die gewählten Konzepte der Bildungspolitik die ideologischen Weltanschauungen, politischen Meinungen oder moralischen Überzeugungen ganzer Generationen. Da ich selbst ein Kind der DDR bin und bis zur achten Klasse in der Polytechnischen Oberschule „Julius Fucik“ in Halberstadt gelernt habe, liegt es in meinem persönlichen Interesse, die Ideologie, Zielsetzung und Geschichte dieses Schulsystems zu verstehen und darzustellen. Des Weiteren scheint es mir als zukünftigem Lehrer unabdingbar, sich mit der Bildungs- und Schulpolitik der DDR auseinanderzusetzen, um ein besseres Verständnis für die eigenen Schüler, welche ja Kinder der Schüler von damals sind, zu bekommen. In dieser Arbeit soll daher die Entwicklung des Schulsystems der DDR nachgeforscht werden. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf dem hohen Stellenwert des Berufsvorbereitenden, polytechnischen Unterrichts in den Allgemeinbildenden Schulen der DDR. Dieser stand nicht am Anfang der Entstehung des Schulsystems in der DDR, hatte aber nach seiner Einführung entscheidenden Einfluss auf die Herausbildung und weitere Entwicklung des Schulsystems. Dies herauszustellen und zu beweisen sowie den ideologischen und praktischen Kontext des polytechnischen Unterrichts näher zu beleuchten, ist das zentrale Anliegen dieser Arbeit. Im ersten Teil meiner Arbeit zeichne ich die Entwicklung des Schulsystems und damit einhergehend die des polytechnischen Unterrichts, im Zeitraum von 1945 bis 1970, nach. Im Rahmen des Seminars erfuhr ich zum ersten Mal von der wissenschaftlich-technischen Revolution. Diese und die damit verbundene Verflechtung von Schule, Polytechnik und (Plan)wirtschaft soll im zweiten Teil der Arbeit näher beschrieben werden. Im letzten Abschnitt werden die gewonnen Erkenntnisse zusammengefasst.
Die beschriebene Schulepoche fällt in die Zeit des kalten Krieges und damit in eine Phase von Propaganda, Aggression, Agitation und Ideologisierung. Um der Arbeit einen höchst möglichen Grad an Objektivität zu verleihen, habe ich Quellen aus beiden Teilen des ehemals geteilten Deutschlands verwendet.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Chronologische Entwicklung

II.1 Die antifaschistisch-demokratische Schulreform (1945 bis 1949/50)

II.2 Der Aufbau der sozialistischen Schule in der DDR (1949/50 – 1962/63)

II.3 Die Entwicklung des einheitlichen sozialistischen Bildungssystems (1962/63 – bis 1970/71)

III. Zusammenspiel zwischen Wirtschaft und Schule

Die wissenschaftlich technische Revolution und ihr Einfluss auf die Konzeption des polytechnischen Unterrichts

IV. Zusammenfassung

V. Literatur

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung und den ideologischen Kontext des polytechnischen Unterrichts in der DDR zwischen 1945 und 1970. Dabei wird insbesondere analysiert, inwiefern die angestrebte Verbindung von Schule und Arbeitswelt als bildungspolitisches Instrument zur Förderung der sozialistischen Ideologie und der wirtschaftlichen Produktivität diente.

  • Entwicklung des DDR-Schulsystems in drei Hauptphasen.
  • Die Rolle des polytechnischen Unterrichts im Bildungssystem der DDR.
  • Einfluss der „wissenschaftlich-technischen Revolution“ auf die schulische Konzeption.
  • Spannungsfeld zwischen theoretischem Lehrplan und praktischer Produktionserfahrung.
  • Ideologische Zielsetzungen der Bildungspolitik im Systemwettstreit.

Auszug aus dem Buch

II.2 Der Aufbau der sozialistischen Schule in der DDR (1949/50 – 1962/63)

Mit dem weltpolitischen Aufstieg der Sowjetunion, sahen die führenden Politiker der DDR im sowjetischen Gesellschafts-, Erziehungs- und Schulmodell eine Erfolgsgarantie für den eigenen Staat. So wurde der Marxismus- Leninismus als Grundlagendisziplin der Pädagogik verstanden und von der SED, welche nach der Gründung der DDR 1949 zunehmend an Macht gewann, eingefordert. Die Übersetzungen russischer Pädagogiklehrbücher von Jessipow/Gontscharow und Ogorodnikow/Schimbirjew bildeten dabei die Grundlagenliteratur für Bildung und Erziehung. In diesen Büchern wird die polytechnische Bildung und Erziehung jedoch nicht als eine Verbindung von Schule und Betrieb, von Unterricht und produktiver Arbeit beschrieben, sondern als technischer Unterricht aufgefasst. So wurden zwar technische und naturwissenschaftliche Arbeitsgemeinschaften eingerichtet, jedoch erschienen die Ziele der Polytechnik im Rahmen des Fächerkanons der Schule realisierbar. Dies hatte zur Folge, dass die Verbindung von Unterricht und produktiver Arbeit als allgemeines Strukturprinzip des Bildungswesens der DDR noch nicht verwirklicht wurde.

Vorangetrieben wurde die Sowjetisierung der DDR Pädagogik zusätzlich durch die Übernahme des Ministeriums für Volksbildung durch Else Zaisser, welche das sowjetischen Erziehungs- und Bildungsmodell gründlich kannte und von dessen Vorbildhaftigkeit überzeugt war. Mit dem „Beschluss der 2. Parteikonferenz der SED“ 1952, den Aufbau des Sozialismus zu beginnen und dem Beschluss des Politbüros des Zentralkomitees (ZK) der SED „Zur Erhöhung des wissenschaftlichen Niveaus des Unterrichts…“, setzte eine pädagogische Diskussion über die Verbindung des Unterrichts mit dem gesellschaftlichen Leben sowie über Inhalte und Methoden des polytechnischen Unterrichts ein. Allerdings brachte diese Diskussion und dafür exemplarisch die „Erste zentrale Konferenz zu Fragen der Polytechnik in der DDR“ 1953 sowie der „IV. Pädagogische Kongress“ 1956 zunächst keine klaren Ergebnisse oder Möglichkeiten zur Umsetzung bzw. Einführung des polytechnischen Unterrichts.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Darstellung der persönlichen Motivation des Autors sowie der Zielsetzung, die Entwicklung des polytechnischen Unterrichts im Kontext der DDR-Bildungspolitik von 1945 bis 1970 zu beleuchten.

II. Chronologische Entwicklung: Unterteilung der Schulgeschichte in drei Phasen, die den Weg von der antifaschistischen Schulreform bis zum etablierten sozialistischen Bildungssystem nachzeichnen.

II.1 Die antifaschistisch-demokratische Schulreform (1945 bis 1949/50): Analyse der frühen Reformen zur Demokratisierung, die den Grundstein für ein einheitliches Schulwesen legten, obwohl der polytechnische Unterricht zu diesem Zeitpunkt noch keine zentrale Rolle spielte.

II.2 Der Aufbau der sozialistischen Schule in der DDR (1949/50 – 1962/63): Untersuchung der ideologischen Ausrichtung am sowjetischen Modell, die Einführung des Werkunterrichts und die schrittweise Etablierung des polytechnischen Unterrichts als verbindliches Schullelement.

II.3 Die Entwicklung des einheitlichen sozialistischen Bildungssystems (1962/63 – bis 1970/71): Behandlung der Professionalisierungsphase und der Neuausrichtung des polytechnischen Unterrichts als integraler Bestandteil der Allgemeinbildung.

III. Zusammenspiel zwischen Wirtschaft und Schule: Diskussion über die Verflechtung von Bildungsplanung und Volkswirtschaft unter dem Einfluss der wissenschaftlich-technischen Revolution.

Die wissenschaftlich technische Revolution und ihr Einfluss auf die Konzeption des polytechnischen Unterrichts: Analyse, wie technische Innovationsprozesse das Ziel der Arbeitsweltverbindung prägten, um im Systemwettstreit gegenüber dem Westen zu bestehen.

IV. Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse, wobei das Scheitern der angestrebten Einheit von Lernen und Arbeit aufgrund struktureller Probleme kritisch gewürdigt wird.

V. Literatur: Auflistung der verwendeten Quellen, darunter geschichtswissenschaftliche Fachliteratur, zeitgenössische Dokumente und ideologische Grundlagenschriften.

Schlüsselwörter

DDR, Bildungspolitik, Polytechnischer Unterricht, Sozialismus, Schule, Wirtschaft, Wissenschaftlich-technische Revolution, Einheitsschule, Berufsvorbereitung, Lehrplan, Pädagogik, SED, Facharbeiter, Berufsbildung, Ideologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung und die ideologische Einbettung des polytechnischen Unterrichts im Schulsystem der DDR zwischen 1945 und 1970.

Welche thematischen Schwerpunkte werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Periodisierung der DDR-Schulgeschichte, die Verflechtung von Bildungszielen mit staatlichen Wirtschaftsplänen und der Einfluss der wissenschaftlich-technischen Revolution.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, nachzuweisen, welchen ideologischen Stellenwert der polytechnische Unterricht einnahm und wie sich die Verbindung von Schule und Praxis im Laufe der Zeit entwickelte.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?

Die Arbeit nutzt eine historische Analyse von Quellen, Dokumenten und Fachliteratur aus beiden Teilen des ehemals geteilten Deutschlands, um einen objektiven Blick auf das Schulsystem zu ermöglichen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit analysiert?

Im Hauptteil werden die zeitlichen Phasen der Schulreformen, die Implementierung des polytechnischen Unterrichts sowie dessen Abhängigkeit von wirtschaftlichen Erfordernissen und parteipolitischen Beschlüssen dargestellt.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie DDR-Bildungspolitik, Polytechnik, Sozialismus, Arbeitswelt, Einheitsschule und Systemwettstreit definieren.

Welches zentrale Problem identifiziert der Autor beim polytechnischen Unterricht?

Der Autor benennt das „Monotonieproblem“ sowie das Auseinanderklaffen zwischen dem in der Schule vermittelten Idealbild und der realen, oft repetitiven Tätigkeit in der Produktion.

Wie reagierte die DDR-Führung auf die Herausforderungen der modernen Technik?

Durch die forcierte Einführung von Informatik und technischer Bildung, wobei das starre Schulsystem laut Arbeit oft nur unzureichend auf die tatsächlichen Anforderungen reagierte.

Final del extracto de 15 páginas  - subir

Detalles

Título
Um- und Aufbau gesellschaftlicher Institutionen - Das Bildungssystem in der DDR
Universidad
University of Leipzig  (Institut für Kulturwissenschaft)
Curso
Geschichte der Repräsentationen und Institutionen in der DDR
Calificación
1,0
Autor
Marco Kienlein (Autor)
Año de publicación
2008
Páginas
15
No. de catálogo
V116849
ISBN (Ebook)
9783640189380
ISBN (Libro)
9783640189601
Idioma
Alemán
Etiqueta
Aufbau Institutionen Bildungssystem Geschichte Repräsentationen Institutionen
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Marco Kienlein (Autor), 2008, Um- und Aufbau gesellschaftlicher Institutionen - Das Bildungssystem in der DDR, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/116849
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