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Die Dreigroschenoper von Bertolt Brecht und Kurt Weill. Populäre Stilmerkmale der Zwanziger Jahre und ihrer Verfremdung/Montage (13. Klasse Musik)

Titel: Die Dreigroschenoper von Bertolt Brecht und Kurt Weill. Populäre Stilmerkmale der Zwanziger Jahre und ihrer Verfremdung/Montage (13. Klasse Musik)

Unterrichtsentwurf , 2017 , 23 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Dennis Berrendorf (Autor:in)

Musik - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In der Musikstunde dieses Unterrichtsentwurfs für eine 13te Klasse sollen die SuS die Zusammenhänge zwischen Wirkungsabsichten und musikalischen Strukturen in funktionsgebundener Musik erläutern, indem sie herausarbeiten, inwieweit die schlagerhaften Elemente des Kanonensongs Teil der "neuen Opernästhetik" Kurt Weills sind. Die SuS erweitern ihre musikalisch-ästhetischen Kompetenzen im Bereich der Intuition und Körpersensibilität, indem sie im Rahmen des Einstieges den Refrain des Kanonensongs singen und hierzu einfache Bewegungsformen entwickeln. Weiterhin reflektieren sie die durch die Musik ausgelösten Stimmungen, Emotionen und Assoziationen, welche sie im Rahmen der Äußerung ihrer Wahrnehmung beschreiben.

Methodischen und fachlichen Kenntnisse im Bereich der Notentextanalyse werden vertieft, indem der Kanonensong unter der leitenden Problemfrage analysiert wird und die Ergebnisse unter Anwendung der Fachsprache formuliert werden. Die SuS erläutern musikalische Sachverhalte und deren Hintergründe bezogen auf den thematischen Kontext, indem sie herausarbeiten, inwieweit die schlagerhaften Elemente des Kanonensongs Teil der "neuen Opernästhetik" Kurt Weills sind. Im Rahmen der Hausaufgaben erläutern die SuS Zusammenhänge zwischen Wirkungen und musikalischen Strukturen im funktionalen Kontext, indem sie den Publikumserfolg des Kanonensongs vor dem Hintergrund der eigentlichen Intention Weill’s beurteilen

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Tabellarischer Aufbau des Unterrichtsvorhabens

2. Angaben zu den Lernzielen bzw. Kompetenzen der Stunde

3. Didaktisch-methodische Überlegungen zur Unterrichtsstunde

3.1. Sachanalyse

3.2. Lernausgangslage der Schülerinnen und Schüler

3.3. Didaktische Überlegungen

3.4. Begründung der wesentlichen methodischen Entscheidungen

4. Tabellarischer Verlaufsplan der Unterrichtsstunde

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel der Unterrichtsstunde besteht darin, dass die Schülerinnen und Schüler Zusammenhänge zwischen den Wirkungsabsichten und musikalischen Strukturen in funktionsgebundener Musik erläutern. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse des "Kanonensongs", bei dem die Lernenden herausarbeiten, inwieweit dessen schlagerhafte Elemente Bestandteil der "neuen Opernästhetik" von Kurt Weill sind.

  • Analyse des Kontrasts zwischen populären Stilmerkmalen der Zwanziger Jahre und deren Verfremdung durch Weill.
  • Vertiefung der methodischen Kompetenzen im Bereich der Notentextanalyse durch fokussierte Betrachtung von Rhythmik und Harmonik.
  • Reflexion über das Spannungsfeld von "Stellungnahme statt Genuss" in Weills Opernästhetik.
  • Einordnung des "Kanonensongs" als funktionsgebundene Musik im gesellschaftspolitischen Kontext der Dreigroschenoper.
  • Beurteilung des Publikumserfolgs als mögliches "Missverständnis" der ursprünglichen Intention des Autorenduos Brecht/Weill.

Auszug aus dem Buch

3.1. Sachanalyse

Schlager und der Wille zur Verfremdung sind typische Intentionen Kurt Weills innerhalb seiner gesamten Konstruktion einer neuen Opernästhetik (episches Theater). Gleichzeitig ist das Schlagerhafte in manchen Liedern — entgegen Weills eigentlicher Intention zur Schaffung einer Distanz des Publikums — Garant für den meist unreflektierten Erfolg seiner Werke (v.a. Die Moritat von Mackie Messer und der Kanonensong).1 Es wird sogar behauptet: „Der ungeheure Erfolg der Dreigroschenoper war […] primär ein Mißverständnis“.2

Am Beispiel des Kanonensongs werden die Schülerinnen und Schüler also in vielerlei Weise analysierend den Vergleich mit den schlagerhaften Elementen in Verbindung mit den kompositorischen Idealen Weills reflektieren, da hieraus — wie eingangs erwähnt — Konsequenzen für die dramaturgische Darstellung resultieren. Weill notiert über den Kanonensong die Spielanweisung „Foxtrott-Tempo“ und gibt auf diese Weise einen eindeutigen Hinweis zur Interpretation des Songs. Die Dreigroschenoper steht im Spannungsfeld als „Übergangswerk zwischen der E- und U-Musik, in der Weill versuchte, die romantische Oper durch den Rückbezug auf ihre Vorformen zu überwinden und diese in Konfrontation mit zeitgenössischer Musik der Zwanziger Jahre zu bringen“3, was sich dabei beispielhaft im Kanonensong konkretisiert:

Zwar kommt das Schlagerhafte in besonderer Weise durch die einprägsame Melodie sowie die prägnante Textverteilung im Refrain zur Geltung, was durch den Foxtrott-Rhythmus mit marschartigen Mustern innerhalb der instrumentalen Begleitung noch weiter untermalt wird. Dies stellt im Sinne des epischen Theaters den Text ins Zentrum der Wahrnehmung. Auf der anderen Seite wird dieses vermeintlich Schlagerhafte jedoch durch eine dissonanzreiche Harmonik und eine eigenwillige Klangsprache nach Weill’scher Individualität eingetrübt. Insbesondere das hohe Tempo, was nicht mit dem gängigen Schlager übereinstimmt, das Spiel mit der Tonalität und der Harmonik, der aggressive Ausdruck durch die rhythmische Gestaltung, was wiederum die "Standardisierung" des gängigen Schlagers konterkarieren soll, sowie die besondere Instrumentierung durch schrille, punktierte Trompeten und Saxophone verdeutlichen den verfremdenden Charakter, den Weill und Brecht anstreben.4 Dies schafft auf diese Weise ein besonderes Nähe-Distanz-Verhältnis für den gewöhnlichen Schlagerkonsumenten einerseits, für den „typischen Opernbesucher“ andererseits allerdings ebenfalls.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Tabellarischer Aufbau des Unterrichtsvorhabens: Dieses Kapitel gibt einen systematischen Überblick über die gesamte Unterrichtsreihe zur Dreigroschenoper, inklusive der Lernziele und des Kompetenzzuwachses für jede geplante Stunde.

2. Angaben zu den Lernzielen bzw. Kompetenzen der Stunde: Hier werden das zentrale Hauptziel der Unterrichtsstunde sowie fünf spezifische Teillernziele definiert, die auf musikalisch-ästhetische, methodische und fachliche Kompetenzen abzielen.

3. Didaktisch-methodische Überlegungen zur Unterrichtsstunde: Dieses Kapitel erläutert die theoretische Fundierung, analysiert die Lernausgangslage der Klasse und begründet die gewählten Unterrichtsmethoden und didaktischen Entscheidungen des Referendars.

4. Tabellarischer Verlaufsplan der Unterrichtsstunde: Eine strukturierte Übersicht der einzelnen Unterrichtsphasen mit Angabe der jeweiligen Sozialform, der Mediennutzung und der inhaltlichen Lernschritte.

Schlüsselwörter

Dreigroschenoper, Bertolt Brecht, Kurt Weill, Kanonensong, Episches Theater, Opernästhetik, Notentextanalyse, Verfremdung, Rhythmik, Harmonik, Musikpädagogik, Unterrichtsentwurf, Schlager, Gesellschaftskritik, Musikdidaktik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in diesem Unterrichtsentwurf grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der musikpädagogischen Aufbereitung der "Dreigroschenoper" von Brecht und Weill für eine 13. Klasse, wobei der Fokus auf dem "Kanonensong" liegt.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die Verfremdungseffekte im epischen Theater, die Analyse von Rhythmik und Harmonik sowie das Spannungsfeld zwischen populärer Musik und künstlerischer Intention.

Was ist das primäre Ziel der Stunde?

Die Schülerinnen und Schüler sollen erläutern, inwiefern die im Kanonensong enthaltenen schlagerhaften Elemente gezielt als Teil von Weills "neuer Opernästhetik" eingesetzt wurden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Hauptmethode der Stunde ist die Notentextanalyse, kombiniert mit Formen kooperativen Lernens wie Partnerarbeit und dem Austausch in Kleingruppen (modifiziertes Gruppenpuzzle).

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine fachliche Sachanalyse, die Beschreibung der Lernausgangslage sowie eine ausführliche didaktisch-methodische Begründung der Unterrichtsplanung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Dreigroschenoper, Opernästhetik, Verfremdung, Notentextanalyse und gesellschaftspolitische Relevanz charakterisiert.

Warum spielt das "Foxtrott-Tempo" im Unterricht eine Rolle?

Das Tempo dient als Indiz für die Interpretation des Songs; es verdeutlicht den Kontrast zwischen dem gängigen Schlager und der spezifischen rhythmischen Gestaltung durch Weill, die den Text in den Vordergrund rückt.

Welche Rolle spielt das Publikum für die Beurteilung des Erfolgs?

Das Publikum wird in der abschließenden Vertiefungsaufgabe thematisiert, um zu klären, ob der große Erfolg der Dreigroschenoper als ein mögliches Missverständnis der ursprünglichen Intention der Autoren zu werten ist.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Dreigroschenoper von Bertolt Brecht und Kurt Weill. Populäre Stilmerkmale der Zwanziger Jahre und ihrer Verfremdung/Montage (13. Klasse Musik)
Note
1,0
Autor
Dennis Berrendorf (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
23
Katalognummer
V1168693
ISBN (PDF)
9783346602329
ISBN (Buch)
9783346602336
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Brecht Weill Dreigroschenoper episches Theater Kanonensong Notentextanalyse Musik des 20. Jahrhunderts Musikunterricht Musikunterricht Q2
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dennis Berrendorf (Autor:in), 2017, Die Dreigroschenoper von Bertolt Brecht und Kurt Weill. Populäre Stilmerkmale der Zwanziger Jahre und ihrer Verfremdung/Montage (13. Klasse Musik), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1168693
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Leseprobe aus  23  Seiten
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