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Informalität in Videokonferenzen

Ein neues Medium mit neuen Problemen

Título: Informalität in Videokonferenzen

Trabajo , 2007 , 21 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Stefan Saager (Autor)

Sociología - Comunicación
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Die rasant voranschreitende technische Entwicklung der letzten Jahre und Jahrzehnte bescherte nicht nur privaten Nutzern enorme Vorteile. Gerade große Unternehmen und Verwaltungen profitierten von neu geschaffenen informationstechnischen Möglichkeiten. So bieten Videokonferenzen national und global tätigen Unternehmen die Möglichkeit der effektiveren Nutzung der Kernressource Zeit bei gleichzeitigen finanziellen Einsparungen. Die Abteilungsleiter in verschiedenen Ländern können durch diese „technische Variante herkömmlicher face-to-face-Konferenzen“1 allmorgendliche Konferenzen abhalten, ohne ihren originären Standort zu verlassen und so Reise- bzw. Übernachtungskosten zu verursachen und Zeit zu verlieren. Nicht zu vernachlässigen sind hierbei ebenfalls die positiven Auswirkungen auf den gesamtwirtschaftlichen Energieverbrauch und damit die CO2-Bilanz. Warum konnten sich Videokonferenzsysteme trotz all dieser Vorteile bis heute nicht durchsetzen?2 Als Ansatz für diese Hausarbeit dient die These eines Dezernatsleiters des Bundesministeriums der Verteidigung (BMVg), welcher behauptete, dass in den täglichen Videokonferenzen zwischen den Dienstsitzen Berlin und Bonn keine Informalität zu finden sei. Auch in der Literatur findet sich diese These wobei die Abnahme der „Häufigkeit der informellen Kommunikation“3 sogar als „zentraler Unterschied“4 zwischen Videokonferenzen und Vis-à-vis-Konferenzen5 bestimmt wird. Im Folgenden soll versucht werden diese These zu widerlegen, da nach Luhmann „ein voll formalisiertes System gar nicht lebensfähig“ ist. Ich will also aufzeigen, wo auch in Videokonferenzen Raum für Informales bleibt, wobei einer extremen Formalisierung6 mit all ihren negativen Konsequenzen, als Antwort auf die einleitende Frage nicht widersprochen werden wird. [1 Weinig; S. 57.; 2 Trotz gegenteiliger verbreiteter Meinung nutzten im Bereich der Wirtschaft im Jahre 2003 nur ca. 6-8% der Betriebe Videokonferenzsysteme. (Vgl. Kerkau; S. 57.); 3 Schütze; S. 7.; 4 Ebd.; 5 Der Begriff Vis-à-vis-Konferenz soll synonym zum Begriff face-to-face-Konferenz stehen.; 6 In der nicht technisch vermittelten Interaktion innerhalb von Organisationen können nur ca. 12% der Gespräche als formal eingestuft werden (Vgl. Schütze; S. 20.)]

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Einführung in das Thema

1.2 Begriffsklärung

2. Der ungewollte Alleskönner – Die Entwicklung des Mediums Videokonferenz

3. Eine Gleichwertige Kopie? – Interaktion in Videokonferenzen

4. Interaktionsprobleme

4.1 Das Tagesschauproblem – Eye-contact-dilemma

4.2 Ich bin so gut – Selbstbild und Selbstdarstellung

5. Die Raumdimension – Wie Videokonferenzen Informalität steigern können

6. Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die These, dass in Videokonferenzen ein Mangel an informeller Kommunikation herrscht. Ziel ist es, die Auswirkungen technischer Rahmenbedingungen auf das menschliche Interaktionsverhalten zu analysieren und zu prüfen, ob die durch das Medium bedingte Formalisierung die Entstehung informaler Strukturen tatsächlich vollständig unterbindet.

  • Analyse der technischen Hürden bei Videokonferenzen
  • Untersuchung von Interaktionsstörungen wie dem Eye-contact-dilemma
  • Rolle der Selbstwahrnehmung und Selbstdarstellung
  • Bedeutung der Raumdimension für die Entstehung von Informalität
  • Vergleich von Videokonferenzen mit face-to-face-Interaktionen

Auszug aus dem Buch

4.1 Das Tagesschauproblem – Eye-contact-dilemma

Als sich das Medium Fernsehen mehr und mehr durchsetzte und tägliche Nachrichtensendungen sich etablierten, trat ein bisher unbekanntes Problem auf. Die Nachrichtensprecher erschienen den Zuschauern als kalt und unpersönlich, was auf den fehlenden Blickkontakt zurückgeführt wurde. Es dauerte Jahre, bis komplizierte Spiegelsysteme es den Nachrichtensprechern erlaubten, den Text vom Teleprompter abzulesen und dabei direkt in die Kamera zu sehen.

Bei der Arbeit mit Videokonferenzsystemen tritt ein ähnliches Problem auf, welches in seinen Konsequenzen jedoch gravierender ist, denn im Gegensatz zur abschaltbaren Nachrichtensendung finden sich hier nur Personen, die zur Interaktion gezwungen sind. Das auf den „Fehlwinkel zwischen Kameraposition und Blickachse“ zurückzuführende Fehlen des Blickkontaktes wird allgemein als ‚eye contact-dilemma’ bezeichnet.

Das Hauptproblem hierbei liegt in der technischen Übermittlung von falschen bzw. nicht interpretierbaren Signalen, welche zu Irritationen oder Störungen der Interaktion führen können. Ein Beispiel hiefür ist das Vermeiden von Blickkontakt beim Sagen der Unwahrheit. Der Blickkontakt hat eine enorme Bedeutung, nicht nur bei dem bereits erwähnten Faktor Sympathie sondern vor allem als informelles Element zur Initierung, Organisation und Lenkung der Kommunikation.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Problematik der Informalität in Videokonferenzen sowie Darlegung der Forschungsfrage auf Basis der These einer extremen Formalisierung.

2. Der ungewollte Alleskönner – Die Entwicklung des Mediums Videokonferenz: Historischer Abriss zur Entwicklung des Mediums und Analyse der Gründe für die langsame Etablierung in der Wirtschaft.

3. Eine Gleichwertige Kopie? – Interaktion in Videokonferenzen: Vergleich zwischen technologisch vermittelter Kommunikation und face-to-face-Interaktion, insbesondere unter Betrachtung räumlicher Trennung.

4. Interaktionsprobleme: Vertiefende Analyse spezifischer Störfaktoren, wie dem eye-contact-dilemma und der Problematik der ständigen Selbstbeobachtung.

5. Die Raumdimension – Wie Videokonferenzen Informalität steigern können: Untersuchung der Rollenverteilung in dislozierten Organisationen und die Auswirkung der räumlichen Trennung auf Gruppenbildungen.

6. Zusammenfassung und Ausblick: Resümee der Arbeit mit der Erkenntnis, dass technische Aspekte stark formalisierend wirken, und Ausblick auf zukünftige Entwicklungen durch Gewöhnung und technische Fortschritte.

Schlüsselwörter

Videokonferenzen, Informalität, Interaktion, Technikvermittlung, eye-contact-dilemma, Soziologie, Kommunikation, Selbstdarstellung, Raumdimension, Organisation, Telepräsenz, Formalisierung, Arbeitsumfeld, Gruppendynamik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, ob Videokonferenzen ein Umfeld schaffen, das informelle Kommunikation unterdrückt, und analysiert die Auswirkungen dieser technologischen Vermittlung auf die menschliche Interaktion.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der technischen Kommunikation, den Auswirkungen auf soziale Interaktionsprozesse sowie der soziologischen Betrachtung von Organisationen im digitalen Raum.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die These zu prüfen, dass in Videokonferenzen keine Informalität möglich ist, und zu verstehen, welche Faktoren zu der wahrgenommenen extremen Formalisierung führen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit soziologischer Fachliteratur, insbesondere unter Rückgriff auf systemtheoretische Ansätze und Konzepte der Selbstdarstellung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden spezifische Interaktionsprobleme, wie das eye-contact-dilemma und die Herausforderungen der ständigen Selbstüberwachung durch das Kamerabild, detailliert erörtert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Zu den prägenden Begriffen gehören Videokonferenzen, Informalität, Kommunikation, Interaktion sowie die soziologische Analyse von Organisationen und deren Techniknutzung.

Welche Rolle spielt das sogenannte "Eye-contact-dilemma" in der Arbeit?

Es dient als prominentes Beispiel für technische Unzulänglichkeiten, die den natürlichen Gesprächsfluss stören, da die Kameraposition nicht mit der Blickrichtung auf den Gesprächspartner übereinstimmt.

Wie beeinflusst die räumliche Trennung die Gruppenstruktur innerhalb der Videokonferenz?

Die räumliche Trennung führt laut Arbeit zur Bildung von abgeschlossenen „Ensembles“, was die informelle Kommunikation zwischen den Standorten erschwert und die Formalisierung der Interaktion verstärkt.

Kann Informalität trotz Videokonferenztechnik entstehen?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die formale Struktur überwiegt, zeigt jedoch auf, dass Informalität in Organisationen notwendig bleibt und sich auf andere, teils subversiv-informelle Weise entfalten kann.

Final del extracto de 21 páginas  - subir

Detalles

Título
Informalität in Videokonferenzen
Subtítulo
Ein neues Medium mit neuen Problemen
Universidad
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg
Calificación
1,3
Autor
Stefan Saager (Autor)
Año de publicación
2007
Páginas
21
No. de catálogo
V116869
ISBN (Ebook)
9783640190706
Idioma
Alemán
Etiqueta
Informalität Videokonferenzen
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Stefan Saager (Autor), 2007, Informalität in Videokonferenzen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/116869
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