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"Statische Vorgänge"

Zur Rolle des Meditativen in Awet Terterjans sechster Sinfonie

Title: "Statische Vorgänge"

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 25 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Wolfgang Schultz (Author)

Musicology - Miscellaneous
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Awet Terterjans Hochschätzung zum Trotz fällt die musikologische Auseinandersetzung mit dem armenischen Komponisten außerhalb des ehemals sowjetischen Raumes sehr gering aus. So verwundert es nicht, dass sich unter der im bibliographischen Anhang aufgeführten Literatur nur eine Veröffentlichung findet, die sich konkret mit einem Werk Terterjans beschäftigt: Hannelore Gerlachs Aufsatz 'Das »dam« in der 6. Sinfonie von Awet Terterjan', der ein wichtiges Fundament für die im Rahmen der vorliegenden Arbeit angestellten Untersuchung darstellt. Terterjans sechste Sinfonie wird darin ebenfalls vom Begriff des 'dam', des 'unendlichen' Tons, ausgehend betrachtet, um auf dieser Grundlage ihren statisch-repetitiven Stil und dessen Einbindung in einen zeitlichen Prozess deutlich und deutbar zu machen. Als erster Schritt wird hierbei eine Verortung des Komponisten und seiner Philosophie im armenischen Kontext versucht, um dann zur ausführlichen Betrachtung der Sinfonie selbst (unter den bereits genannten Gesichtspunkten) fortzuschreiten. Abschließend folgt eine kurze Erörterung der Frage, inwieweit Terterjans Komposition tatsächlich als 'sinfonisch' bezeichnet werden kann.
Wichtige Hilfen bei der Erarbeitung dieser Fragestellungen stellten Tatjana Porwolls kurzer Aufsatz 'Schwingungen des Kosmos. Zeitgenössische Musik in Armenien', George Bournoutians und Tessa Hofmanns allgemeinhistorische Monographien 'A Concise History of the Armenian People' und 'Annäherung an Armenien. Geschichte und Gegenwart', sowie Terterjans (sich inhaltlich großteils überschneidende) Texte 'Der Komponist heute' und 'Es geht um die Rettung wahrhaft großer Kunst'.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Hinführung

II. Hauptteil: 1. Der Komponist Terterjan im armenischen Kontext

2. Die sechste Sinfonie – zwischen Statik und Prozess

a) Zur Funktion der Tonbänder

b) Partituranalyse: Meditation und Epiphanie

c) Zum Begriff des Sinfonischen bei Terterjan

III. Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Awet Terterjans sechste Sinfonie unter dem Aspekt des statisch-repetitiven Stils und dessen Einbindung in einen zeitlichen Prozess, wobei das armenische Konzept des 'dam' (des unendlichen Tons) als zentrale Analysegrundlage dient.

  • Verortung des Komponisten im armenischen Kulturkontext.
  • Analyse der Funktion der Tonbänder und deren Interaktion mit dem Live-Orchester.
  • Untersuchung der strukturellen Organisation als bogenförmiger Prozess.
  • Diskussion des Begriffs des 'Sinfonischen' im Werk Terterjans.
  • Betrachtung von Bezügen zu historischer Identität und Spiritualität.

Auszug aus dem Buch

b) Partituranalyse: Meditation und Epiphanie

Hannelore Gerlach hat Terterjans sechste Sinfonie als "»Fantasie« über den Ton e, über das unendliche »dam«" bezeichnet. "Die gesamte sechste Sinfonie", so Tatjana Porwoll über denselben Sachverhalt, "strömt sozusagen aus einem einzigen Ton, zu dem sie am Ende auch wieder zurückkehrt." Hierin lässt sich Rudolf Steiners Idee einer Exploration des Einzeltons erkennen, der von Terterjan in seinen "reichen klangfarblichen und dynamischen Nuancen", den "Möglichkeiten seiner zeitlichen Ausdehnung und Verknappung", den "Varianten seiner Überlagerung durch weitere Töne" und der "Bildung von Klängen und wiederum der variative Umgang mit ihnen" im Rahmen dieser Sinfonie sorgfältig vor dem Hörer ausgebreitet wird. Ihre Organisation in einem einzigen Satz und dessen bogenförmige Anlage folgt dem Modell eines an- und abschwellenden Tones, wobei sich der Kulminationspunkt, der Einsatz von Fonogramm 7, jedoch nicht, wie von Gerlach behauptet, beim Goldenen Schnitt befindet, sondern dessen Ausblendeprozess und Versinken im Reprisenabschnitt in der zweiten Hälfte der 22. Minute (35/1, 618 = ~ 21, 632).

Der strukturelle Verlauf der Sinfonie soll im Folgenden noch einmal ausführlicher anhand ausgewählter Stellen in der Partitur dargestellt, und dabei die spezifischen Eigenheiten der Komposition herausgearbeitet werden.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Hinführung: Der Abschnitt identifiziert die geringe musikologische Rezeption Terterjans außerhalb des ehemaligen sowjetischen Raumes und legt die theoretische Basis durch den Begriff des 'dam'.

II. Hauptteil: 1. Der Komponist Terterjan im armenischen Kontext: Dieses Kapitel erläutert die kulturelle Identitätssuche armenischer Komponisten und Terterjans Positionierung als Vertreter von Orient und Okzident.

2. Die sechste Sinfonie – zwischen Statik und Prozess: Analyse der technischen und ästhetischen Mittel, insbesondere der Rolle der Tonbänder zur Überwindung statischer Blöcke.

a) Zur Funktion der Tonbänder: Detaillierte Betrachtung der Besetzung und der technischen Integration der Tonbandaufnahmen ('Fonogramme') im Konzertsaal.

b) Partituranalyse: Meditation und Epiphanie: Eine detaillierte Untersuchung der musikalischen Struktur und des bogenförmigen Verlaufs ausgehend vom Einzelton.

c) Zum Begriff des Sinfonischen bei Terterjan: Reflexion über den Sinfoniebegriff, der bei Terterjan nicht auf zielgerichteter Teleologie, sondern auf kontemplativer Versenkung basiert.

III. Schlussbemerkung: Zusammenfassendes Plädoyer für die Relevanz des Sinfoniebegriffs im Kontext von Terterjans geistig gehaltvollem Werk.

Schlüsselwörter

Awet Terterjan, Sechste Sinfonie, Dam, Statik, Prozess, Armenische Musik, Tonband, Fonogramm, Partituranalyse, Meditation, Epiphanie, Sinfonik, Musikwissenschaft, Identität, Zeitgenössische Musik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die sechste Sinfonie von Awet Terterjan unter besonderer Berücksichtigung ihrer ästhetischen Struktur und philosophischen Hintergründe.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das armenische 'dam'-Prinzip, das Verhältnis von statischen Klangblöcken zu dynamischen Prozessen und die Identitätssuche des Komponisten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, Terterjans Komposition als einen komplexen, eigenständigen sinfonischen Prozess zu deuten, der sich jenseits klassischer teleologischer Strukturen bewegt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine musikwissenschaftliche Partituranalyse und setzt diese in Bezug zu historisch-philosophischen Kontexten sowie Rudolf Steiners Theorien zum Einzelton.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Kontextualisierung des Komponisten in Armenien sowie eine detaillierte technische und formale Analyse der sechsten Sinfonie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören Terterjan, Dam, Statik, Prozess, Epiphanie und die Verknüpfung von Tonbandmusik mit einem Live-Orchester.

Welche Funktion erfüllen die Tonbänder in der Sinfonie?

Die Tonbänder enthalten ostinates Material, das durch stufenloses Ein- und Ausblenden die statischen Blöcke miteinander verschmilzt und so einen kontinuierlichen Prozess erzeugt.

Wie deutet der Autor den dramatischen Ausbruch bei Ziffer 32?

Der Autor interpretiert diesen Ausbruch nicht historisch-konkret, sondern als psychologisches Phänomen oder eine Verallgemeinerung von Gewalt.

Warum wird die Arbeit als 'meditativ' bezeichnet?

Aufgrund des repetitiven Stils, der Konzentration auf den Einzelton und der Abwesenheit klassischer dialektischer Themenentwicklung wirkt die Komposition meditativ.

Welche Rolle spielt die armenische Identität?

Sie manifestiert sich in Symbolen wie der Rezitation des armenischen Alphabets und Glockenklängen, die eine Reflexion über kulturelle und sakrale Traditionen ermöglichen.

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Details

Title
"Statische Vorgänge"
Subtitle
Zur Rolle des Meditativen in Awet Terterjans sechster Sinfonie
College
University of Heidelberg  (Musikwissenschaftliches Seminar)
Course
Sinfoniekonzeptionen nach 1945
Grade
1,0
Author
Wolfgang Schultz (Author)
Publication Year
2008
Pages
25
Catalog Number
V116887
ISBN (eBook)
9783640189915
Language
German
Tags
Sinfoniekonzeptionen Terterjan Terteryan Terterian dam Sinfonie Nr. 6 Armenien 20. Jahrhundert Sinfonik Symphonik Symphonie Nr. 6 Symphoniekonzeptionen Awet Terterjan Avet Terterian
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Wolfgang Schultz (Author), 2008, "Statische Vorgänge", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/116887
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