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Die Sexarbeit im mediatisierten Zeitalter

Inwiefern verändert sich die Sexarbeit durch die Nutzung neuer Medien?

Titel: Die Sexarbeit im mediatisierten Zeitalter

Hausarbeit , 2021 , 31 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Caroline Fehlauer (Autor:in)

Soziologie - Beziehungen und Familie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Sexarbeit im Wandel. Handelt es sich hierbei um einen "ganz normalen" und sogar notwendigen Beruf? Welche klassischen Formen der Sexarbeit gibt es und wie sehen die mediatisierten Formen aus? Die Plattform OnlyFans, die medial vermehrt für die vermeintliche Selbstbestimmung der darauf aktiven Sexarbeiter*innen angepriesen wurde, wird dabei besonders fokussiert. Bietet die Mediatisierung von Sexarbeit die Chance der Befreiung und Endstigmatisierung von Sexarbeiter*innen?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Sexarbeit – ein ganz normaler Beruf?

2.1 Die Prostitution

2.2 Pornografie und mediatisierte Formen der Sexarbeit

2.3 Zur Notwendigkeit der Sexarbeit

3. Feministische Perspektiven auf die Sexarbeit

4. OnlyFans – eine feministische oder patriarchale Bestärkung?

5. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den soziologischen Wandel der Sexarbeit im mediatisierten Zeitalter. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, inwiefern technologische Fortschritte und die Nutzung neuer Medien die Strukturen, Wahrnehmung und Ausübung von Sexarbeit verändern, insbesondere im Hinblick auf Plattformen wie OnlyFans.

  • Historische Einordnung und theoretische Grundlagen der Sexarbeit
  • Differenzierung zwischen direkten und indirekten Formen der Sexarbeit
  • Feministische Diskurse zur Bewertung von Sexarbeit und Agency
  • Technologische Transformationen durch Web 2.0 und mediatisierte Interaktionen
  • Kritische Analyse von Plattform-Ökonomien und patriarchalen Machtstrukturen

Auszug aus dem Buch

2.1 Die Prostitution

Die Prostitution wird als „[…] eine sexuelle Dienstleistung außerhalb der Ehe gegen Entgelt“ (Röhr 1972: 16) definiert. Seit 1927 kann sie in Deutschland als weitgehend legalisiert betrachtet werden, wovon Kinder- und Zwangsprostitution ausgeschlossen sind (vgl. Jolin 1993: 129). In den siebziger Jahren konnte die Prostitution dilatieren, woraufhin sie jedoch durch die Inflation in den westlichen Ländern stagnierte (vgl. Kreuzer 1988: 282). Darauf folgt ein Trend der „Billig-Prostitution“, welcher einer kapitalistischen Massenproduktion und -abfertigung ähnelt und besonders in Großstädten stattfindet (vgl. Acton 1969: 126; vgl. Kreuzer 1988: 282). Die Sexualität wurde dabei in das kapitalistische Konsumverhalten integriert und somit auch über Marktprinzipien kontrolliert (vgl. Röhr 1972: 41). Durch die Öffentlichkeit und Zugänglichkeit der Schauplätze kann die Massenproduktion der Prostituierten gewährleistet werden.

Tatsächlich ist die Straßenprostitution meist an Hauptverkehrsknotenpunkten zu lokalisieren, weshalb in vielen Städten unter der Prämisse des Jugendschutzes Sperrbezirke eingeführt wurden (vgl. Walden 1984: 11; vgl. Röhr 1072: 49), die wiederum die Zugänglichkeit der Prostitution restringieren. Dadurch wird erkennbar, dass sie für die Öffentlichkeit nicht sichtbar sein soll.

Neben der Straßenprostitution gibt es auch die Prostitution in geschlossenen Räumen, die die Arbeit in Bordellen, Bars oder Hotels einschließt und welche auch innerhalb eines Sperrbezirks stattfinden darf (vgl. Weitzer 2011: 22; vgl. Röhr 1972: 50). Diese Form der Sexarbeit ist wiederum kaum einsehbar für die Öffentlichkeit, weshalb die Arbeiter*innen weniger vulnerabel sind und in geschützten Räumen die Möglichkeit bekommen, ihre Arbeit einvernehmlicher auszuführen (vgl. Weitzer 2011: 23; vgl. Fischer 1988: 21). Die Prostitution in Innenräumen wird mit einem erhöhten sozio-ökonomischem Status der Sexarbeitenden konnotiert, wobei sie auch mit einer erhöhten Abhängigkeit von Gatekeepern einhergeht (vgl. Weitzer 2011: 23ff.).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema der zunehmenden Pornografisierung der Kultur ein und definiert das Ziel der Arbeit, verschiedene Formen der Sexarbeit soziologisch zu untersuchen.

2. Die Sexarbeit – ein ganz normaler Beruf?: Dieses Kapitel beleuchtet historische Hintergründe, die Stigmatisierung der Sexarbeit und definiert zentrale Begriffe sowie deren Einbettung in gesellschaftliche Machtstrukturen.

2.1 Die Prostitution: Hier wird die direkte Sexarbeit analysiert, wobei zwischen Straßenprostitution und Prostitution in Innenräumen differenziert wird.

2.2 Pornografie und mediatisierte Formen der Sexarbeit: Das Kapitel untersucht indirekte Sexarbeitsformen wie Pornografie und Camming, die durch digitale Medien neue Interaktionsformen ermöglichen.

2.3 Zur Notwendigkeit der Sexarbeit: Hier werden theoretische Ansätze diskutiert, die den Einstieg in die Sexarbeit erklären, und deren Funktion als Gegenentwurf zur monogamen Ehe thematisiert.

3. Feministische Perspektiven auf die Sexarbeit: Dieses Kapitel stellt die gespaltene Debatte zwischen Kritikerinnen, die Sexarbeit als Unterdrückung sehen, und Befürworterinnen, die Agency und Selbstbestimmung betonen, gegenüber.

4. OnlyFans – eine feministische oder patriarchale Bestärkung?: Eine detaillierte Analyse von OnlyFans als mediatisierte Form der Sexarbeit, die sowohl Chancen auf ökonomische Unabhängigkeit als auch Risiken durch digitale Überwachung und patriarchale Mechanismen birgt.

5. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse über den Wandel der Sexarbeit zusammen und gibt Anregungen für zukünftige Forschungsbedarfe.

Schlüsselwörter

Sexarbeit, Prostitution, Pornografie, Mediatisierung, OnlyFans, Feminismus, Agency, Stigmatisierung, Machtstrukturen, Web 2.0, Kommodifizierung, digitale Arbeit, Geschlechterrollen, Camming, Girlfriend Experience

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der soziologischen Analyse der Sexarbeit und deren Transformation im Zuge der Digitalisierung und Mediatisierung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Abgrenzung zwischen direkter und indirekter Sexarbeit, die theoretische Verankerung des Phänomens in gesellschaftlichen Normen und die feministische Debatte um Unterdrückung versus Selbstbestimmung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, zu untersuchen, wie sich die Ausübung und Wahrnehmung von Sexarbeit durch technologische Fortschritte verändert und welche Chancen und Risiken für die Akteur*innen entstehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine Literatur- und Theorieanalyse sowie die Einbeziehung soziologischer Konzepte, etwa die Theatermetapher von Erving Goffman, um Interaktionsformen innerhalb der Sexarbeit zu erklären.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung klassischer Prostitutionsformen, eine theoretische Diskussion über die Notwendigkeit von Sexarbeit, die feministische Perspektive darauf sowie eine Fallstudie zur Plattform OnlyFans.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Sexarbeit, Mediatisierung, Agency, Stigmatisierung, OnlyFans, Kommodifizierung und Feminismus.

Welche Rolle spielt die "Girlfriend Experience" bei OnlyFans?

Sie dient als Strategie der Kundenbindung, bei der die Darstellerin eine persönliche, intime Bindung vortäuscht, um eine intensivere ökonomische Interaktion jenseits der reinen Abfertigung zu erreichen.

Wie bewertet die Arbeit das Potenzial von OnlyFans als feministisches Werkzeug?

Die Arbeit bleibt kritisch: Während OnlyFans theoretisch Autonomie bieten kann, zeigen die Analyse der Lohnverteilung und der soziale Druck, dass die Plattform weiterhin tief in kapitalistisch-patriarchalen Strukturen verankert bleibt.

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Details

Titel
Die Sexarbeit im mediatisierten Zeitalter
Untertitel
Inwiefern verändert sich die Sexarbeit durch die Nutzung neuer Medien?
Hochschule
Universität Bielefeld
Note
1,0
Autor
Caroline Fehlauer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
31
Katalognummer
V1168967
ISBN (PDF)
9783346579348
ISBN (Buch)
9783346579355
Sprache
Deutsch
Schlagworte
gender sex sex work Sexarbeit OnlyFans Prostitution Feminismus
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Caroline Fehlauer (Autor:in), 2021, Die Sexarbeit im mediatisierten Zeitalter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1168967
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Leseprobe aus  31  Seiten
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