In dieser Hausarbeit im Rahmen des Psychologiestudiums im Fach Gesundheitspsychologie wird ein Einblick in das Themenfeld der tiergestützten Intervention gegeben und auf die Therapie bei Depressionen eingegangen. Im Verlauf der Domestizierung hat sich das Verhältnis zwischen Menschen und Tieren stetig gewandelt. In der heutigen Gesellschaft haben Tiere keinen reinen Nutzaspekt mehr. Häufig werden sie als Haustiere gehalten, wodurch ihnen eine emotionale Bedeutung zugeschrieben wird.
Es liegt nahe, diese positive Bindung in Zusammenhang mit der menschlichen Gesundheit zu stellen und in Form von tiergestützter Intervention in die therapeutische Arbeit einzubinden. Das Gebiet der tiergestützten Intervention wird seit den 1970er Jahren erforscht. Der aktuelle Erkenntnisstand legt nahe, dass der Umgang mit Tieren einen positiven Einfluss auf das menschliche Erleben und Verhalten hat. Allerdings finden sich in der Wissenschaft kaum empirisch bedeutende Erkenntnisse zu der Thematik.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Depressive Störungen
2.1 Krankheitsbild
2.2 Stationäre Behandlung
3. Tiergestützte Intervention
3.1 Formen der tiergestützten Intervention
3.1.1 Tiergestützte Aktivität
3.1.2 Tiergestützte Therapie
3.1.3 Tiergestützte Pädagogik
3.1.4 Tiergestützte Förderung
3.2 Mensch-Tier Beziehung
4. Wirksamkeit
4.1 Studie des Klinikums Marienheide
4.2 Mögliche Auswirkungen
4.2.1 Allgemeine Stimmung
4.2.2 Selbstkonzept
4.3 Subjektiver Bericht einer Betroffenen
5. Schlussfolgerung
6. Quellenverzeichnis
V1: Literatur
V2: Internetquellen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial der tiergestützten Intervention als begleitende Behandlungsmethode bei depressiven Störungen, um deren Symptomatik positiv zu beeinflussen und die Lebensqualität der Betroffenen zu steigern.
- Klassifizierung verschiedener Formen tiergestützter Interventionen.
- Erklärungsansätze der Mensch-Tier-Beziehung (Biophilie, Du-Evidenz, Bindungstheorie).
- Analyse der Wirksamkeit anhand einer klinischen Studie.
- Untersuchung der Auswirkungen auf Stimmung und Selbstkonzept.
- Abgleich theoretischer Erkenntnisse mit subjektiven Erfahrungsberichten.
Auszug aus dem Buch
4.1 Studie des Klinikum Marienheide
In einer Crossover-Studie der Allgemeinpsychiatrie des Klinikum Marienheide wurde von März bis November 2011 unter der Leitung von Dr. Andreas Sabottka und Mareike Doll-Degenhardt der Effekt von tiergestützten Interventionen auf depressive Störungen untersucht. Ziel der Studie war es, eine Reduktion der depressiven Symptomatik durch die tiergestützte Begleittherapie festzustellen.
Insgesamt nahmen 28 stationäre Patientinnen und 18 stationäre Patienten mit mittelschweren bis schweren depressiven Symptomen teil. Das Durchschnittsalter der Teilnehmenden lag bei 39 Jahren. Vor Beginn der Datenerhebung wurde die Schwere ihrer depressiven Symptomatik mittels des diagnostischen Messinstruments Beck-Depressions-Inventar II (BDI-II) erfasst (Malecki, 2015, S. 40 f.). Daraufhin erfolgte eine zufällige Zuteilung der Teilnehmenden in zwei Gruppen (ebd., S. 35).
Die erste Gruppe wurde über einen Zeitraum von vier Wochen hinweg zusätzlich zu ihrer regulären Behandlung insgesamt acht halbstündigen tiergestützten Interventionen mit Hunden unterzogen (Malecki, 2015, S. 35). In den Sitzungen bewältigten Mensch und Tier gemeinsame Aufgaben, beispielsweise das Lernen neuer Kommandos (ebd., S. 46). Währenddessen absolvierte die zweite Gruppe ihre reguläre Behandlung (ebd., S. 35). Nach vier Wochen wurden beide Gruppen erneut dem BDI-II unterzogen (ebd. S. 41). Daraufhin wurden die Behandlungsmethoden der beiden Gruppen ausgetauscht und weitere vier Wochen beobachtet (ebd., S. 35). Am Ende der Untersuchungen erfolgte eine erneute Erfassung der depressiven Symptomatik durch das BDI-II (ebd. S. 41).
Nach der Auswertung der Messungen des BDI-II ergab sich der Befund, dass sich die Gesamtheit der depressiven Symptomatik während der tiergestützten Interventionen signifikant reduziert hatte. Besonders die Suizidalität war gesunken (ebd., S. 39).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Wandel des Mensch-Tier-Verhältnisses und führt in die Relevanz tiergestützter Interventionen bei psychischen Erkrankungen sowie die Zielsetzung der Arbeit ein.
2. Depressive Störungen: Dieses Kapitel erläutert das Krankheitsbild depressiver Störungen anhand medizinischer Diagnosekriterien und beschreibt die übliche stationäre Behandlung.
3. Tiergestützte Intervention: Hier werden Definitionen, verschiedene Interventionsformen sowie theoretische Grundlagen der Mensch-Tier-Beziehung detailliert dargelegt.
4. Wirksamkeit: Das Kapitel analysiert die Effektivität der Intervention durch eine Fallstudie und untersucht die Auswirkungen auf Stimmung und Selbstkonzept sowie einen persönlichen Erfahrungsbericht.
5. Schlussfolgerung: Die Schlussfolgerung fasst die Ergebnisse zusammen, diskutiert Chancen sowie Herausforderungen und plädiert für weitere empirische Forschung.
6. Quellenverzeichnis: Auflistung der verwendeten Literatur und Internetquellen zur wissenschaftlichen Fundierung der Arbeit.
Schlüsselwörter
Tiergestützte Intervention, Depressive Störungen, Mensch-Tier-Beziehung, Begleittier, stationäre Behandlung, Wirksamkeit, allgemeine Stimmung, Selbstkonzept, Bindungstheorie, Biophilie-Hypothese, Du-Evidenz, therapeutische Arbeit, psychische Gesundheit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Einsatz von Tieren als therapeutische Begleiter bei der Behandlung von Patienten mit depressiven Störungen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Klassifizierung tiergestützter Methoden, der Bindungstheorie zwischen Mensch und Tier sowie der empirischen Untersuchung ihrer therapeutischen Wirksamkeit.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Nutzen tiergestützter Interventionen aufzuzeigen und deren stärkere Einbindung als therapiebegleitende Methode bei Depressionen zu rechtfertigen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse sowie den Vergleich mit einer klinischen Crossover-Studie und einem qualitativen subjektiven Erfahrungsbericht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung klinischer Hintergründe, eine Systematisierung der Interventionsformen, theoretische Erklärungsansätze zur Bindung und die Auswertung von Wirksamkeitsnachweisen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind tiergestützte Intervention, depressive Störungen, Mensch-Tier-Beziehung, Selbstkonzept und klinische Wirksamkeit.
Welche Rolle spielt die Studie des Klinikums Marienheide in der Arbeit?
Sie dient als zentrale wissenschaftliche Leitlinie, um empirisch nachzuweisen, dass durch tiergestützte Interventionen depressive Symptome schneller reduziert werden können als durch Standardtherapien allein.
Wie unterscheidet sich die "Tiergestützte Therapie" von der "Tiergestützten Aktivität"?
Während die Therapie zielgerichtet nach einem medizinischen Plan erfolgt und fachlich ausgebildete Personen erfordert, liegt der Fokus der Aktivität primär auf der Verbesserung des allgemeinen Wohlbefindens ohne festes Behandlungsziel.
Warum wird im Dokument das Konzept der "Du-Evidenz" erwähnt?
Die Du-Evidenz erklärt die menschliche Fähigkeit, Tiere als Individuen wahrzunehmen, was den Aufbau einer emotionalen Bindung ermöglicht, die für den therapeutischen Erfolg essenziell ist.
- Citar trabajo
- Rafaela Stranz (Autor), 2020, Tiergestützte Interventionen bei depressiven Störungen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1169040