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Elemente des Idealismus und Realismus und deren Grenzen in der chinesischen Weishi-Schule

Titel: Elemente des Idealismus und Realismus und deren Grenzen in der chinesischen Weishi-Schule

Essay , 2020 , 9 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Ann-Sophie Schnitzler (Autor:in)

Philosophie - Epochenübergreifende Abhandlungen
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Was ist die wahre Realität? Wie wird sie charakterisiert? Auf welchen Faktoren basiert sie? So individuell der Mensch ist, so verschiedenen sind seine Auffassungen von Wirklichkeit, von Realität, von der Welt. Als religiöse Formen der Weltanschauung haben die fünf großen Weltreligionen Christentum, Judentum, Islam, Hinduismus und Buddhismus hinsichtlich dieser Fragen eine besonders prominente Stellung inne. Weltweit erfolgt eine theoretische Auseinandersetzung mit den jeweiligen, an transzendente Kräfte gebundenen Grundsätzen, wobei diese unterschiedlich stark ausgeprägt ist und vor allem die kleineren Abspaltungen der Religionen oftmals unbekannt sind.

Der Buddhismus entwickelte schon bald nach dem Tod Buddhas verschiedene Ausprägungen, die bis heute als Schulen fortbestehen. Im chinesischen Denken trat der Buddhismus vorrangig ab dem 3. Jahrhundert auf, jedoch reichen seine Wurzeln bis in die Han-Dynastie (206 v. Chr. - 220 n. Chr.) zurück. Aus der übergeordneten Weltreligion ging unter anderem die Weishi-Schule hervor. Bereits im einleitenden Zitat fin-den sich Elemente dieser Schule wieder: Es handelt es sich um den Kommentar Abhidharma-Samuccaya, die Schrift des dritten Korbes des buddhistischen Pali-Kanons angehört. Darin thematisiert der bedeutende chinesische Philosoph Asanga die höhere Lehre des Buddha und deren Verwirklichung.

Dieser Essay widmet sich dieser Schule mit der Frage „Inwieweit lassen sich idealistische und realistische Elemente in der Weishi-Schule wiederfinden und offenbaren dabei ihre Widersprüche?“, wobei eine Darstellung der Grundsätze der Weishi-Schule erfolgt, bevor vorhandene Elemente des Idealismus und Realismus innerhalb der Lehre, vor allem hinsichtlich auftretender Widersprüche, untersucht werden. Abschließend wird aus den dargelegten Erkenntnissen eine Konklusion gezogen, ob die geringe Durchsetzung bzw. Verbreitung der Schule und letztlich des Buddhismus darin eine ihrer Ursachen findet.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Weishi-Schule: Ursprung und Philosophie

3. Idealismus und Realismus: Philosophische Grundbegriffe

4. Analyse der Weishi-Schule: Idealistische und realistische Elemente

5. Widersprüche in der Lehre der Weishi-Schule

6. Zur geringen Verbreitung der Weishi-Schule in China

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die philosophischen Grundlagen der chinesischen Weishi-Schule hinsichtlich ihres idealistischen und realistischen Gehalts sowie der dabei auftretenden inhaltlichen Widersprüche. Ziel ist es zu erörtern, ob diese Widersprüchlichkeiten oder andere Faktoren für die begrenzte historische Verbreitung der Schule in China verantwortlich sind.

  • Wesen und Entstehung der Weishi-Schule im Mahāyāna-Buddhismus
  • Definition und Abgrenzung von Idealismus und Realismus
  • Die Rolle von "Nur-Vorstellungen" und Speicherbewusstsein
  • Kritische Analyse intersubjektiver Phänomene
  • Historische Kontextualisierung der Lehre im chinesischen Raum

Auszug aus dem Buch

Die Weishi-Schule: Ursprung und Philosophie

Die Weishi-Schule, auch als Faxiang-Schule bekannt, ist eine im 7. Jahrhundert entstandene, chinesische Form des Mahāyāna-Buddhismus, in der sich die Elemente der Bewusstseinslehre verwurzelt und verzweigt haben. Als Hauptvertreter sind die Halbbrüder Asanga und Vasubandhu zu nennen, deren Schriften bereits die Yogācāra-Lehre maßgeblich systematisierten und weiterentwickelten. Da diese ihren Ursprung in Indien hat, ist hinsichtlich der Entstehung der Weishi-Schule insbesondere der chinesische Gelehrte Xuanzang hervorzuheben. Er studierte an der Klosteruniversität von Nālandā in Indien und brachte in den darauffolgenden Jahren seine Studien der Yogācāra-Doktrin und mehrere dazugehörige Schriften nach China. Daraufhin verdrängte seine Lehre unter dem Namen der Faxiang-Schule die dortigen Yogācāra-Schulen. Grundlegend für diese Auffassung ist die Dharma-Lehre, die auf den sogenannten „Nur-Vorstellungen“ basiert. Sie sieht vor, dass jegliche Elemente der äußeren Welt auf innere Vorstellungen zurückzuführen sind, d.h. die von uns wahrgenommene Erscheinungswelt ist als Produkt des Geistes anzusehen. Dabei wird die Ansicht vertreten, dass es für die Existenz von Wahrnehmungsobjekten keinen unabhängigen empirischen Beleg gibt, sodass die Welt der Wahrnehmung lediglich auf dem Geist und unserem Bewusstsein basiere. Demnach bestünden alle Dinge (dharmas) der Welt aus Erkenntnisvorgängen, sodass es nicht nur keine unabhängigen Objekte der Außenwelt gibt, sondern ebenso kein unabhängig existierendes Subjekt. Die Existenz obliegt lediglich den Vorstellungen, die nach der Auffassung der Weishi-Schule im „Speicherbewusstsein“ (ālaya-vijñān), auch Grundbewusstsein genannt, verankert sind. Dieses ist im umfangreichen System der Bewusstseinsformen als achte Form für ein- und ausgehende Bewusstseinsimpulse zuständig und stellt demnach eine Sammlung aller früheren Eindrücke dar, die als „Samen“ bzw. „Keime“ (bīja) bezeichnet werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Weishi-Schule und Darlegung der Forschungsfrage bezüglich idealistischer und realistischer Elemente.

2. Die Weishi-Schule: Ursprung und Philosophie: Erläuterung der historischen Herkunft aus dem Mahāyāna-Buddhismus sowie der zentralen Lehre von den "Nur-Vorstellungen" und dem Speicherbewusstsein.

3. Idealismus und Realismus: Philosophische Grundbegriffe: Definition der beiden philosophischen Strömungen, um die theoretische Basis für die anschließende Analyse zu schaffen.

4. Analyse der Weishi-Schule: Idealistische und realistische Elemente: Untersuchung der spezifischen Ausprägungen der Weishi-Lehre und deren Einordnung in das idealistische Spektrum.

5. Widersprüche in der Lehre der Weishi-Schule: Kritische Reflexion der logischen Brüche innerhalb der Lehre, insbesondere bei der Erklärung intersubjektiver Wahrnehmung.

6. Zur geringen Verbreitung der Weishi-Schule in China: Erörterung historischer und religiöser Rahmenbedingungen, die die mangelnde Etablierung als Staatsreligion erklären könnten.

7. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Ausgangsfrage und Würdigung der historischen Bedeutung der Weishi-Schule.

Schlüsselwörter

Weishi-Schule, Faxiang-Schule, Mahāyāna-Buddhismus, Yogācāra, Idealismus, Realismus, Speicherbewusstsein, Nur-Vorstellungen, Xuanzang, Dharma-Lehre, Intersubjektivität, chinesische Philosophie, Bewusstseinslehre, Karma, buddhistische Philosophie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die philosophischen Lehren der Weishi-Schule innerhalb des chinesischen Buddhismus und analysiert deren Verhältnis zu idealistischen und realistischen Positionen.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die buddhistische Bewusstseinslehre, das Konzept der "Nur-Vorstellungen", die Rolle des Speicherkonzepts (ālaya-vijñān) sowie die historische Verankerung der Schule in China.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage des Essays?

Der Essay fragt danach, inwieweit idealistische und realistische Elemente in der Lehre der Weishi-Schule identifizierbar sind und ob die dabei auftretenden inhaltlichen Widersprüche die geringe Verbreitung der Schule erklären.

Welche wissenschaftliche Methode wird in diesem Essay angewendet?

Es handelt sich um eine philosophische Diskursanalyse, die primär auf der Auswertung von Fachliteratur und philosophischen Grundlagentexten basiert.

Was wird im Hauptteil des Textes primär behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Definition von Idealismus und Realismus, gefolgt von einer detaillierten Analyse, wie diese Konzepte innerhalb der Weishi-Schule zueinander in Bezug stehen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Weishi-Schule, Idealismus, Realismus, Nur-Vorstellungen, Speicherbewusstsein und Mahāyāna-Buddhismus.

Warum wird das Speicherbewusstsein in der Analyse als kritisch eingestuft?

Das Speicherbewusstsein wird als kritisch betrachtet, da es die Entstehung intersubjektiver Vorstellungen erklären soll, was aus einer rein idealistischen Sichtweise logische Schwierigkeiten bezüglich der Existenz von Objekten aufwirft.

Wie bewertet die Autorin den Einfluss der Rivalität zu anderen Religionen?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass die Rivalität zum Daoismus und die machtpolitischen Rahmenbedingungen in China maßgeblichere Faktoren für die mangelnde Durchsetzung der Schule waren als die rein philosophischen Widersprüche.

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Elemente des Idealismus und Realismus und deren Grenzen in der chinesischen Weishi-Schule
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Institut für Philosophie)
Veranstaltung
Proseminar „Interkulturelle Philosophie - chinesische Philosophie“
Note
1,0
Autor
Ann-Sophie Schnitzler (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
9
Katalognummer
V1169055
ISBN (PDF)
9783346579072
Sprache
Deutsch
Schlagworte
elemente idealismus realismus grenzen weishi-schule
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Ann-Sophie Schnitzler (Autor:in), 2020, Elemente des Idealismus und Realismus und deren Grenzen in der chinesischen Weishi-Schule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1169055
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Leseprobe aus  9  Seiten
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