Gelungene Gesprächsführung. Interaktion und Kommunikation in der Beratung


Seminararbeit, 2021

26 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. INTERAKTION UND KOMMUNIKATION IN DER BERATUNG
2.1 ARTEN DER KOMMUNIKATION
2.1 GRUNDLAGEN DER BERATUNG

3. PERSONENZENTRIERTE GESPRÄCHSFÜHRUNG
3.1 ZIEL
3.2 AUFBAU UND ABLAUF

4. MOTIVIERENDE GESPRÄCHSFÜHRUNG
4.1 ZIEL
4.2 AUFBAU UND ABLAUF

5. GEGENÜBERSTELLUNG DER GESPRÄCHSFÜHRUNGSPRAKTIKEN
5.1 VOR- UND NACHTEILE

6. ZUSAMMENFASSUNG

7. ABBILDUNGSVERZEICHNIS

8. LITERATURVERZEICHNIS

1. Einleitung

Gespräche über Veränderungen sind etwas ganz Alltägliches. Sie begleiten uns ein ganzes Leben lang und stellen für vieleeine enorme Unterstützung dar. Psychische Erkrankungen nehmen zu, die Anzahl an Ratsuchenden wächst. Schon 2017 gaben 792 Millionen Menschen weltweit, an psychischen Problemen zu leiden, so die OWID (vgl. https://ourworldindata.org/mental-health). 2018 reihte sich die psychische Gesundheit, mit ganzen 27%, hinter Fettleibigkeit und Krebs auf den Top drei der globalen Gesundheitsproblemen ein.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Weltweite Umfrage zu den größten nationalen Gesundheitsproblemen im Jahr 2018

Eine Studie der „dargebotenen Hand“ bestätigt daher auch den Anstieg der Beratungsaufsuchenden (vgl. https://de-statista-com.pxz.iubh.de:8443/statistik/daten/studie/723091/umfrage/beratungen- bei-der-schweizer-seelsorge-die-dargebotene-hand-nach-kontaktart/). 2019 suchten laut dieser 190.875 Menschen Beratung bei der Schweizer Seelsorge, 23.729 mehr im Vergleich zum 2017. Die richtige Kommunikation sowie Hilfestellung für Ratsuchenden sind daher für jeden einzelnen von großer Bedeutung. Die Individualität jedesHilfesuchenden und dessen Probleme benötigt daher eine personenangepasste Beratung.

In der folgenden Ausarbeitung werden daher zuerst die Grundlagen der Kommunikation sowie Beratung erarbeitet. Anschließend, mit dem Hauptaugenmerk auf die motivierende und personenkonzentrierte Beratung, den Aufbau sowie die Zielsetzung des jeweiligen Stils erörtert. Zielist es dabei, in der Gegenüberstellung, die Unterscheidungen der Beratungsstile herauszuarbeiten, sowie diese miteinander zu vergleichen, um Vor-und Nachteile nennen zu können.

Aufgrund der Eingrenzung bezüglich des Umfangs der Ausarbeitung und der Fülle des Themas ist das Ausführliche eingehen auf bestimmte Themenfelder leider nicht möglich. Daher werden im Folgenden beispielsweise nicht auf den Convidence Talk, sowie Commitment-Talk eingegangen. Auch die Biografie der Gründerväter und der Bezug auf die Bewusstseinsebenen werden nicht behandelt.

Als zusätzlicher Hinweis ist zu erwähnen, dass im Folgenden hauptsächlich die männliche Form des Ratsuchenden oder Hilfesuchenden genannt wird, um Vereinfachung des Leseflusses zu gewährleisten. Es ist nicht die Absicht andere Geschlechter dadurch auszuschließen oder zu diskriminieren.

2. Interaktion und Kommunikation in der Beratung

Die Beratung zeichnet sich nur dann in Erfolgt, wenn die Interaktion zwischen Berater und Ratschenden sowohl störungsfrei abläuft als auch von Akzeptanz und Wertschätzung geprägt ist. Dafür ist der Berater darauf angewiesen, sich auf den Hilfesuchenden einstellen und einlassen zu wollen. Beratung findet nur dann statt, wenn der Berater nicht nur informiert und sich mit dem Ratsuchenden abstimmt, sondern gemeinsam mit seinem Gegenüber lösungsorientierte Wege sucht und ihn bei seinen Aufgabenstellungen anleitet, sollte dieser diese nicht eigenständig lösen können. Nur dann ist eine erfolgreiche Umsetzung der zuvor erarbeiteten Problembewältigung möglich.

Die menschliche Kommunikation ist weitaus komplexer als unser technische Verständlich für eine störungsfreien Datenübertragen uns glauben lassen möchte. Sowohl Sender als auch Empfänger benötigen während des Gesprächs kontinuierlich Interpretation, welche ein Grundrisiko für Fehlinterpretationen mit sich bringt.

Damit eine Beratung somit ihre Wirkung entfalten kann, muss das Interaktionsgeschehen zwischen Berater und Ratsuchenden gelingen. Die fünf Axiome von Watzlawick stellen dabei einen Grundsatz dar, die in jedem Beratungsgespräch berücksichtigt werden sollten, um eine erfolgreiche Kommunikation zu garantieren (Watzlawick et. al. 2011) .

1. Man kann nicht kommunizieren.

Jegliches Verhalten, von schweigen bis wegschauen, jede Geste oder Tonfall haben einen Mitteilungscharakter (vgl. Watzlawick 2011, S.58ff.).

2. Unterscheide den Inhalt- und Beziehungsaspekt der Kommunikation.

In jeder Mitteilung ist ein Inhaltsaspekt, den tatsächlichen Inhaltsgehalt der Nachricht, und ein Beziehungsaspekt, welcher zeigt in welcher Beziehung Sender und Empfänger zueinander stehen, enthalten (vgl. ebd.,S.61ff.).

3. Die Natur einer Beziehung ist durch Interpunktion der Kommunikationsabläufe seitens der Partner bedingt.

Unter Interpunktion der Kommunikationsabläufe ist der subjektiv empfundene Startpunkt innerhalb eines durchgehenden Gesprächs zu verstehen. Wann setzt also jemand beispielsweise den Anfangszeitpunkt eines problematischen Gesprächsverlaufs und wer trägt am Ende für denjenigen die Schuld daran (vgl. ebd. S.65ff.)?

4. Menschliche Kommunikation geschieht digital und analog.

Jeder Gegenstand und jedes Objekt hat in der Sprache eine Übersetzung, die Entweder auf Übereinkunft innerhalb einer Gemeinschaft basiert (digital) oder eine Ähnlichkeitsbeziehung zum Gegenstand (analog) hat. Die Inhaltsaspekte werden üblicherweise digital, die Beziehungsaspekte analog, beispielsweise über Mimik und Gesten übermittelt. Passen die digitale und Analoge Nachricht nicht zueinander, spricht man von einer gestörten Kommunikation (vgl, ebd., S.78ff.)

5. Zwischenmenschliche Kommunikation ist symmetrisch oder komplementär.

Gespräche, die auf Augenhöhe stattfinden (Freunde, Kollegen) werden von Watzlawick als symmetrisch bezeichnet. Unterhaltungen zwischen Mutter und Tochter, Vorgesetzter und Angestellter oder Student und Professor, also Paarungen mit unterschiedlichen Stellungen, sind komplementär (vgl. ebd., S.78ff).

Die menschliche Kommunikation kann somit auf verschiedenen Kanälen sattfinden.

2.1 Arten der Kommunikation

Wie in der nachfolgenden Grafik zu erkennen lässtdie Kommunikation in vier Arten unterteilen. Bei der verbalen Kommunikation handelt es sich um eine sprachliche Verständigung. Dazu gehören neben der Lautstärke auch Geschwindigkeit, Tonfall und Sprachfluss. Im Gegensatz dazu steht die nonverbale Kommunikation. Hierbei ist das nicht gesprochene im Vordergrund. Mimik, Gestik und Körperhaltung sind bekannte Beispiele. Sie kann sowohl absichtlich als auch unabsichtlich geschehen. Ritualisierte Gesten sind ein Teil unseres Alltags. Das Händeschütteln zur Begrüßung, der Abschiedskuss des Partners oder der Partnerin. Diese Signalwirkungen können kultureller Herkunft sein oder auch nur ausgeführt werden, um der gesellschaftlichen Norm anzugehören. Bei der präverbalen Kommunikation handelt es sich um die individuellen Eigenschaften der sprechenden Person. Dieser Anteil der Kommunikation kann gehört werden, wie ein Lachen, Schreien oder Lallen. Bei einer Kommunikation kommt es somit auf noch viel mehr an als auf nur die gesprochenen Worte. Bewusst oder Unterbewusst unterstreichen wir durch verschiede Gestern und Stimmänderungen das Gesagt und können ihm damit unterschiedliche Bedeutungen beifügen. Dies ist vor allem bei einer beraterischen Tätigkeit von enormer Bedeutung.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Arten der Kommunikation

Zu den Grundvoraussetzungen einer Professionellen Beratung zählen die bedingten Faktoren. Dabei handelt es sich um die beraterische Grundhaltung, welche eine wesentliche Stellung für das erfolgreiche Gelingen einnimmt. Der Berater zeigt dem Ratsuchenden, dass er ihn verstehen möchte und tritt ihm dafür empathisch entgegen. Er akzeptiert sein Gegenüber wertfrei und berücksichtig dabei Lebenskontext, sowie Ressourcen des Hilfesuchenden. Die Lösungsoptionen des Ratsuchenden dürfen nicht aus dem Blickfeld des Beraters gleiten, während dieser versucht die Eigenverantwortlichkeit seines Schützlings zu stärken (vgl. Bülow 2018, S.52). Die Kenntnisse von Kommunikationsmodellen, sowie der bewusste Einsatz von Techniken und Methoden, Fachwissen, wie gleich Wissen um den Ablauf der Beratung, sind bei Eigenschaften, die bei einem guten Berater anzutreffen sind (vgl. Maier-Gutheil/Nierobisch 2015, S.46).

Die folgenden drei Leitsätze von Schlüter fassen die Grundsätze der Beratung zusammen und stellen somit eine kleine Zusammenfassung des bereits erarbeiteten dar.

1. „Ich lasse mich auf die Sichtweise meines Gegenübers ein - Ich höre ihm bzw. ihr aufmerksam zu und biete anschließend meine Deutung, von dem, was er oder sie gesagt hat, zur Präzisierung an.
2. Ich erzähle von meinem Erleben und meiner Sicht auf die Welt.
3. Ich frage die andere Person nach seiner bzw. ihrer Sicht der Dinge.“ (Schlüter/Kress 2017, S. 76).

Der zweite Faktor des Kommunikationsgeschehen in der Beratung neben den bedingten Faktoren sind die konstituierenden Elemente. Diese beinhalten unter anderem die freiwillige Inanspruchnahme oder den Gesprächsrahmen wie Ort oder Dauer, einen terminierten oder offenen Zugang. Ebenso sind der Beratungsanlass und die Problem- sowie Lösungsoption des Hilfesuchenden dazuzuzählen (vgl. Maier-Gutheil/Nierobisch 2015, S.46).

2.1 Grundlagen der Beratung

Bei einem Beratungsgespräche treffen zwei oder mehrere Personen, meist zu einem vereinbarten Zeitpunkt, aufeinander. In einer offenen Sprechstunde eines Beraters oder dem Krisendienst sind die meisten Gespräche nicht vorherseh- und planbar. Dennoch sollte vor jedem Gespräch eine sorgfältige innere und äußere Vorbereitung stattfinden. Einen ungestörten Ort mit Wohlfühlfaktor für alle Beteiligten und genügend Zeit stellt die optimale Basis für eine beraterische Tätigkeit dar, weg von den alten Klischees des am Schreibtisch sitzenden Ratgebers. Immer mehr Beratungen verschieben sich in die eigenen vier Wände des Hilfesuchenden. Dabei ist die Schärfung der Fremdwahrnehmung, sowie das Bewusst werden der eigenen Anteile bei der inneren Vorbereitung des Beraters von wichtiger Bedeutung (vgl. Clausen/Eichenbrenner 2016, S.108).

Die Aufmerksamkeit ist des Ratgebenden wichtigstes Arbeitsmittel. Aktives Zuhören ist dabei Kernteil ihrer Arbeit.

Oft wollen Ratsuchende auch nur eine kurze Auskunft, eine Information, während sich Angehörige beispielsweise dafür interessieren, bei welcher Einrichtung oder welchem Therapeuten sie die notwendige Hilfe erhalten können. Nur sehr selten gibtesInformationsfragen, die über eineeinfache und richtige Auskunft adhoc beantwortet werden können, denn sie sind meist als Türöffner zu verstehen und dienen dem Ratsuchenden sein Gegenüber besser kennenzulernen und das Vertrauensverhältnis zu prüfen.Deshalb sollten auch oberflächlich und nicht relevanterscheinenden Gespräche als wichtig angesehen und ihnen daher genügend Raum für eine ausführliche Darstellung geben werden. Ebenfalls ist die Offenlegung von Grenzen und Möglichkeiten seitens der Funktion der beratenden Person wichtig(vgl. ebd.,S.109f.).

Die Struktur der Beratung ist so individuell wie der Ratsuchende selbst. Viele von ihnen möchten eine emotionale Entlastung, welche sie durch weitschweifiges Erzählen erhalten. Dies kann das Gespräch, sowie die entstandene Beziehung zwischen Hilfesuchendem und Rumgebenden stabilisieren. Je nach Situation wird die Struktur des Gespräches bereits vorgegeben. Dazu gehört das Ausfüllen von Antragsformularen oder Hilfeplänen, in denen konkrete Fragen meist schon vorgegeben sind. Auch hierbei ist es wichtig, dass der Berater seinem Gegenüber das Gefühl der Gemeinsamkeit vermittelt, nach dem Motto: Gemeinsam haben wir die Aufgabe zu bewältigen, gemeinsam versuchen wir das Problem zu lösen.

Niemals zu vergessen ist, auch bei Gesprächen mit vorgegebener Struktur dem Ratsuchenden vorab genügend Zeit zu geben um seine aktuelle Lage, sowie Problemen, Wünschen und Anregungen ausführlich zu erklären (vgl. ebd.,S. 110).

3. Personenzentrierte Gesprächsführung

Der amerikanische Psychologe Carls Rogers gilt durch seinen personenzentrierten Ansatz als Begründer dieser Kommunikationsform, die auf dem humanistischen Menschenbild basiert. Dieser war davon überzeugt, dass Menschen sich konstruktiv weiterentwickeln, wenn sie das entsprechende zwischenmenschliche Klima dafür vorfinden (vgl. Motschnig/Nykl 2013, S.21). Die unterstützende Gesprächsführung ist daher geprägt von Empathie, Wertschätzung und Kongruenz, also übereinstimmende Kommunikation zwischen Berater und Ratsuchenden. Des Weiteren stellt sie die theoretische Basis der im Anschluss folgenden motivierenden Gesprächsführung dar.

„Ich habe jedoch die Erfahrung gemacht, dass Wirklichsein oder Echtheit oder Kongruenz - wie auch immer Sie es nenne wollen - eine bedeutsame Basis für Kommunikation im besten Sinn des Wortes ist.“

(Rogers, 1980/1993, S.25f.)

Der Berater hat die Möglichkeit, durch aktives Zuhören, sowie dem Verbalisieren emotionaler Erlebnisinhalte seine Wertschätzung für sein Gegenüber zu skizzieren.

Kongruenz lässt sich durch die Nutzung des individuellenBezugsrahmens des Hilfesuchenden als Informations- und Erfahrungsquelle verzeichnen. Typische Fragestellungen hierbei lauten:

Wie schätzt der Hilfesuchenden seine Situation ein?

Welche Vorerfahrungen gibt es, die heute noch auf die Situation einwirken?

Gibt es (un-)bewusste Handlungen, die Eindrücke vermitteln bzw. verstärken? (vgl. Schlüter/Kress 2017, S.82)

Die personenzentrierte Kommunikation basiert auf einer achtsamen, respektierenden Haltung des Gegenübers. Sie fokussiert sich dabei auf den zwischenmenschlichen Kontakt, Austausch von Erfahrungen und tiefes Verstehen von sich und anderen.

3.1 Ziel

Es ist die Beziehung, die heilt“ (Rogers, o.J., o.V.)

Der Mensch trägt alles was er zu seiner eigenen Heilung benötigt bereits bei sich und ist somit am besten in der Lage seine persönliche Situation zu analysieren und sich daraus Lösungen für die bestehenden Probleme zu erarbeiten. Die Aufgabe des Beraters besteht darin,das optimale Umfeld oder eine Beziehung zu schaffen, die es dem Ratsuchenden ermöglicht,diesen inneren Prozess zu beginnen.

3.2 Aufbau und Ablauf

Zu Beginn des Gesprächs sollte der Kontext des Erscheinens geklärt werden.

Warum ist der Ratsuchende hier?

Was erhofft er sich?

Wurde er von jemanden geschickt?

Hierbei hat der Hilfegebende die Möglichkeit, durch ehrliches Erfragen, einen ersten Einblick zu erlangen. Wichtig ist es hierbei, dass der Berater sich wetzschätzenden auf die erhaltenen Antworten äußert und sich zunächst nur auf die Probleme der vor sich befindenden Person konzentriert. Sobald der Hilfesuchende Verantwortung für sein Kommen übernimmt, ist erster wichtiger Punkt der Beratung erreicht und die erste Phase der Beratung abgeschlossen. Dadurch kann er auch die Verantwortung für die Arbeit der eigenen Probleme akzeptieren. Die beratende Person vermittelt von Beginn Kongruenz und Wertschätzung, die dem Hilfesuchenden helfen sollen, eine konstruktive Beziehung aufzubauen (vgl. Rogers 2010, S.38ff.).

Die folgende Tabelle zeigt sechs Bedingungen nach Rogers für einen erfolgreichen Beziehungsaufbau zum Ratsuchenden und eine praktische, dafür geeignete Umsetzung (vgl. Schlüter/Kress 2017, S. 82f.).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Für das Lösen von Problemen gibt es kein einheitliches Patentkonzept. Der Berater macht somit seinem Gegenüber klar, dass dieser für das Lösen seiner Probleme selbst Verantwortung trägt und der Berater nur eine unterstützende Haltung einnimmt.

Auch im weiteren Verlauf des Beratungsprozesses nimmt der Hilfegebende eine unterstützende Rolle ein. Er ermutigt sein Gegenüber, durch aktives Zuhören sowie einer freundlichen und interessierten Auftrittsweise, seine Gefühle im Zusammenhang mit dem Problem frei auszudrücken und akzeptiert, erkennt und klärt diese. Dabei sollte der Berater den Ausbruch von kritischen Gefühlen oder Feindseligkeiten nicht unterbinden, sondern als wichtigen Teil seiner Arbeit anerkennen und dies durch Paraphrasieren und Wiederspiegeln fördern. Der Hilfesuchende sollte dabei seine negativen Gefühle erkennen und sie als Teil von sich sowie seiner Persönlichkeit zu akzeptieren. Projektion auf andere Menschen und das Verstecken hinter Abwehrmechanismen sollen damit unterbinden werden.Der Ratgebende geht dabei nicht auf die Ursachen und möglichen Interpretationen eins Nutzens ein, sondern belässt es beim Akzeptieren und Erkennen der Gefühle seines Gegenübers, welche zu Ausdruck gebracht wurden (vgl. Rogers 2010, S. 41ff.). Er versucht beginnende positive Impulse zu fördern und damit das Wachstum des Hilfesuchenden zu stärken. Positive Gefühle werden dabei wie vorherige negative Gefühle akzeptiert, sowie anerkannt und nicht mit Lob ausgezeichnet. Der Ratsuchende soll sie ebenfalls als Teil von sich und seiner Persönlichkeit einordnen und akzeptieren können. Dies bietet ihm die Möglichkeit sich selbst besser zu verstehen. Dieses daraus hervorgehende Verstehen und Akzeptieren des eigenen Ichs stellt die Basis zur neuen Interpretationsebene dar. Somit wird die erlangte Einsicht von der Klärung möglicher Handlungsabläufe und Entscheidungen begleitet. Der Berater erkennt auch in diesem Stadium des Veränderungsprozesses Mutlosigkeit und Ängste seines Gegenübers an und drängt diesen nicht zu einem bestimmten Handlungsverlauf oder vergibt Ratschläge. Im weiteren Verlauf der Beratung werden winzige aber dennoch hoch bedeutsame positive Handlungen initiiert. Dies zeigt, dass der Hilfesuchende durch seine eigene Motivation eine Art von Verhalten gefunden hat, mit dem er seine eigenen Probleme lösen wird und kann. Gegen Ende des Prozesses wird dieser verstärkt Einblicke in seine Handlungen erhalten und ein umfangenderes und genaueres Selbstverstehen entwickeln.Er integriert vermehrt positive Handlungen und findet Vertrauen in sich und seinem Handeln (vgl. ebd., S. 44ff.).

Das Hilfebedürfnis des Ratsuchenden schwindet mit der Zeit, welches ein Ende des Beratungsprozesses mit sich zieht. Dies sollte der einst Hilfesuchende selbst erkennen und verbalisieren. Der Hilfegebende wird sein Gegenüber dabei nicht in weiteren Terminen festhalten oder ihn zum Abschluss der Beratung drängen (vgl. ebd., S.47ff.).

[...]

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Gelungene Gesprächsführung. Interaktion und Kommunikation in der Beratung
Hochschule
Internationale Fachhochschule Bad Honnef - Bonn
Note
1,3
Autor
Jahr
2021
Seiten
26
Katalognummer
V1169068
ISBN (Buch)
9783346579065
Sprache
Deutsch
Schlagworte
gelungene, gesprächsführung, interaktion, kommunikation, beratung
Arbeit zitieren
Joëlle Armbruster (Autor:in), 2021, Gelungene Gesprächsführung. Interaktion und Kommunikation in der Beratung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1169068

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