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Behinderung im Wandel. Theoretische Modelle des Behinderungsbegriffs und Behindertenpolitik in Deutschland

Title: Behinderung im Wandel. Theoretische Modelle des Behinderungsbegriffs und Behindertenpolitik in Deutschland

Term Paper , 2018 , 18 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Kristin Mertz (Author)

Pedagogy - Orthopaedagogy and Special Education
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Die Arbeit soll den Wandel des Begriffes „Behinderung“ und den Umgang mit diesem Phänomen menschlicher Wirklichkeit in Deutschland näher beleuchten.

Der Begriff der „Behinderung“ hat im 20. Jahrhundert einen deutlichen Wandel vollzogen. Während seit der UN - Behindertenrechtskonvention aus dem Jahr 2008 das Paradigma der Inklusion in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist und Behinderung als Facette der Normalität betrachtet wird, galt Behinderung lange als persönliche Unzulänglichkeit, welche der Fürsorge durch die Gesellschaft bedurfte.

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Inhaltsverzeichnis

1. Behinderung: eine systematische Annäherung

2. Behinderung: Definitionsversuche

2.1 Behinderung aus medizinischer Sicht

2.2 Behinderung aus sozialrechtlicher Sicht

2.3 Behinderung aus pädagogischer Sicht

3. Entwicklung theoretischer Modelle

3.1 Behinderung aus individualtheoretischer Sicht

3.2 Behinderung aus sozialtheoretischer Sicht

3.3 Behinderung aus kulturwissenschaftlicher Sicht und Disability Studies

3.4 Kritische Würdigung der theoretischen Modelle

4. Entwicklung der Behindertenpolitik in Deutschland

4.1 Behinderung im ausgehenden 19. Jahrhundert bis 1930

4.2 Behinderung zur Zeit des Nationalsozialismus

4.3 Behinderung in den 1950er und 1960er Jahren

4.4 Behinderung zwischen 1970 und 1990

4.5 Behinderung seit 1990

5. Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den historischen und gesellschaftlichen Wandel des Behinderungsbegriffs in Deutschland. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie sich das Verständnis von Behinderung von einer primär defizitorientierten, medizinischen Sichtweise hin zu einem inklusiven Ansatz entwickelt hat und welche Rolle theoretische Modelle sowie politische Rahmenbedingungen dabei spielten.

  • Systematische Annäherung an den Begriff Behinderung
  • Vergleichende Analyse medizinischer, sozialrechtlicher und pädagogischer Definitionen
  • Kritische Beleuchtung von Individual- und Sozialmodellen
  • Historische Aufarbeitung der Behindertenpolitik von 1900 bis heute
  • Die Bedeutung der Disability Studies für den Paradigmenwechsel zur Inklusion

Auszug aus dem Buch

3.1 Behinderung aus individualtheoretischer Sicht

Das individualtheoretisches Paradigma reicht zurück bis in das 19. Jahrhundert und beschreibt damit den ersten Zugang zu dem Phänomen menschlichen Seins, das heute als Behinderung bezeichnet wird. Die Definition von Behinderung aus individualtheoretischer Sicht erfolgte biologistisch, indem das Individuum mit seiner Krankheit oder Behinderung im Fokus stand, während Kultur und Gesellschaft keine Relevanz besaßen (vgl. Bösl, 2010, S.6). Dieser Ansatz hat seine Wurzeln in der „im Zuge der Aufklärung formulierte bürgerliche Sozialethik“ (ebd.). Laut Waldschmidt setzt dieser Ansatz „Behinderung mit der körperlichen Schädigung oder funktionalen Beeinträchtigung gleich und deutet sie als schicksalhaftes, persönliches Unglück, das individuell zu bewältigen ist“ (2005, S. 17). Bleidick formuliert, dass bei dieser Betrachtungsweise von einer "biologisch mehr oder minder nachweisbaren, zumindest aber immer wahrscheinlichen und postulierten organischen oder funktionellen Schädigung" (1999, S.28) ausgegangen wird. Damit einher geht die Vermutung, dass bei Vorliegen einer derartigen Schädigung auch eine Einbuße von Lebensqualität und individueller Leistungsfähigkeit gegeben ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Behinderung: eine systematische Annäherung: Dieses Kapitel führt in die Komplexität des Behinderungsbegriffs ein und betont die Notwendigkeit, Behinderung als Wechselwirkung zwischen Individuum und Umwelt zu verstehen.

2. Behinderung: Definitionsversuche: Es werden verschiedene disziplinäre Zugänge beleuchtet, wobei die unterschiedlichen Fokussetzungen von Medizin, Sozialrecht und Pädagogik kritisch hinterfragt werden.

3. Entwicklung theoretischer Modelle: Das Kapitel analysiert den Wandel von individualtheoretischen über sozialtheoretische hin zu kulturwissenschaftlichen Modellen und deren jeweilige Deutungsmuster.

4. Entwicklung der Behindertenpolitik in Deutschland: Hier wird der historische Wandel der staatlichen Maßnahmen und gesellschaftlichen Einstellungen gegenüber behinderten Menschen seit dem späten 19. Jahrhundert chronologisch nachgezeichnet.

5. Schlussbemerkung: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über den fortwährenden Wandel und die Notwendigkeit, Behinderung als einen integralen Bestandteil gesellschaftlicher Vielfalt zu begreifen.

Schlüsselwörter

Behinderung, Inklusion, Integration, Disability Studies, Behindertenpolitik, Normalisierung, Sozialmodell, Medizinisches Modell, Teilhabe, Barrierefreiheit, Rehabilitation, Emanzipation, Sonderpädagogik, Lebensqualität, Gesellschaftlicher Wandel.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Wandel des Behinderungsbegriffs im historischen Verlauf und zeigt auf, wie sich die Sichtweise von einer individuellen "Defekt"-Wahrnehmung hin zu einem sozialen und inklusiven Verständnis gewandelt hat.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Modellbildung (Individuum, Soziales, Kultur), verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen wie Pädagogik und Medizin sowie der historischen Behindertenpolitik in Deutschland.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Paradigmenwechsel vom medizinischen Defizitmodell zur heutigen Inklusionsidee aufzuzeigen und die Rolle gesellschaftlicher Konstruktionen bei der Definition von Behinderung zu verdeutlichen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch orientierte Aufarbeitung, die auf einer Literaturanalyse sowie der Disability History basiert, um Entwicklungslinien in der Behindertenpolitik nachzuzeichnen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine systematische Definition, die Vorstellung theoretischer Modelle sowie eine chronologische Untersuchung der deutschen Behindertenpolitik vom Kaiserreich bis zur Gegenwart.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie Inklusion, Disability Studies, gesellschaftlicher Wandel, Teilhabe und Barrierefreiheit definieren.

Welche Bedeutung hat das "Finalprinzip" im sozialrechtlichen Kontext?

Es dient als rechtliche Zugangsvoraussetzung für Unterstützungsleistungen, wird jedoch kritisch betrachtet, da es das Phänomen Behinderung bürokratisch verengt und nicht in seiner sozialen Gänze erfasst.

Warum war die Zeit des Nationalsozialismus ein Bruch in der Behindertenhilfe?

Die Ära stellt einen radikalen Entwicklungsbruch dar, da behinderte Menschen durch die Eugenik als "lebensunwert" deklariert und systematisch ermordet wurden, was die Geschichte der Fürsorge zutiefst erschütterte.

Was unterscheidet das "kulturelle Modell" von früheren Modellen?

Das kulturelle Modell geht über die bloße Forderung nach Bürgerrechten hinaus und fokussiert auf die kulturelle Repräsentation sowie die Anerkennung von Heterogenität statt auf die Schaffung homogener Gruppen.

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Details

Title
Behinderung im Wandel. Theoretische Modelle des Behinderungsbegriffs und Behindertenpolitik in Deutschland
College
Saarland University
Grade
1,0
Author
Kristin Mertz (Author)
Publication Year
2018
Pages
18
Catalog Number
V1169210
ISBN (PDF)
9783346582249
ISBN (Book)
9783346582256
Language
German
Tags
Behinderungsbegriff Behindertenpolitik Behinderung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kristin Mertz (Author), 2018, Behinderung im Wandel. Theoretische Modelle des Behinderungsbegriffs und Behindertenpolitik in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1169210
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