Die Arbeit geht der Frage nach, wie genau die Züricher Mordnacht und die Züricher Zunftrevolution zum Beitritt der Stadt Zürich zum Bund der vier Waldstätte beigetragen haben.
Die innere Ordnung der Stadtkommune von Zürich durchlief insbesondere durch die sog. „Züricher Zunftrevolution“ von 1336 einige wesentliche Veränderungen, da sie der Stadt Zürich ein Zunft und ein nuwes gerichte, gaben, indem sie die alten Räte absetzen. Diese trugen allerdings auch dazu bei, dass sich das Außenverhältnis, insbesondere infolge der sog. „Züricher Mordnacht“ von 1350, zu vielen umliegenden Gebieten wesentlich veränderte. In dem Zusammenwirken beider Vorgänge ist auch ein zentraler Grund für den Beitritt der Stadt Zürich zum Bund der vier Waldstätte zu sehen. Charakteristisch für die „Züricher Zunftrevolution“ war die erstmalige Organisation der arbeitenden Unterschicht in Zünfte und deren Vertretung im Rat, während es sich bei der „Züricher Mordnacht“ um einen fehlgeschlagenen Anschlag auf den neuen, amtierenden Bürgermeister Rudolf Brun handelte. Sowohl der Begriff der Mordnacht als auch der, der Zunftrevolution sind nachträglich in der Geschichtswissenschaft entwickelte Begriffe. Bei der Zunftrevolution handelte es sich nicht um eine Revolution im ursprünglichen Sinne, da es nicht zu sofortigen, massiven, gesellschaftlichen Umwälzungen kam, allerdings kam es mit den Folgeerscheinungen nach und nach zu solchen Umwälzungen, wodurch sich in späterer Zeit der Begriff der Zunftrevolution bildete. Der Begriff Mordnacht ist ebenfalls als nachträgliche Begriffsentwicklung zu sehen, welcher den Versuch einer nächtlichen, heimtückischen Überwältigung umschreibt, aber erst in einer rückblickenden Betrachtung so erkannt wurde.
Inhaltsverzeichnis
- Die Züricher Mordnacht von 1350 und ihre Auswirkungen auf die Züricher Stadtkommune
- Die Züricher Zunftrevolution vom 7. Juni 1336
- Die Ausgangslage in Zürich vor der Züricher Zunftrevolution
- Der Verlauf der Züricher Zunftrevolution vom Juni 1336
- Politische Entwicklungen in Zürich bis zum Anschlag von 1350
- Die Züricher Mordnacht vom 23./24. Februar 1350
- Zu Vorbereitung und Verlauf der Züricher Mordnacht
- Zur Ausgangslage nach der Züricher Mordnacht
- Gesamtergebnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit untersucht die „Züricher Zunftrevolution“ von 1336 und die „Züricher Mordnacht“ von 1350 und analysiert ihren Einfluss auf die Stadtkommune von Zürich. Sie beleuchtet die Veränderungen in der inneren Ordnung der Stadt und die Auswirkungen auf die Beziehungen zu umliegenden Gebieten.
- Die Entstehung und Entwicklung der Züricher Zunftrevolution
- Die politische und soziale Situation in Zürich vor und nach der Zunftrevolution
- Die Hintergründe, der Verlauf und die Folgen der Züricher Mordnacht
- Die Rolle der Zünfte in der politischen Landschaft von Zürich
- Der Beitrag der Züricher Zunftrevolution und der Mordnacht zum Beitritt der Stadt Zürich zum Bund der vier Waldstätte
Zusammenfassung der Kapitel
- Kapitel I: „Die Züricher Zunftrevolution vom 7. Juni 1336“ befasst sich mit den Ursachen und dem Verlauf der Zunftrevolution. Es analysiert die Ungleichgewichte in der Stadtkommune vor 1336 und zeigt die Entstehung der Zünfte als Ausdruck des Bedürfnisses nach einer gerechteren Machtverteilung auf. Der Schwerpunkt liegt auf der Neuordnung der Machtverhältnisse innerhalb der Stadt, der Rolle Rudolf Bruns und den politischen Folgen der Revolution.
- Kapitel II: „Die Züricher Mordnacht vom 23./24. Februar 1350“ beleuchtet den fehlgeschlagenen Anschlag auf Rudolf Brun und seine Auswirkungen auf die Stadt. Es analysiert die Vorbereitungen des Anschlags, den Verlauf der Mordnacht und die politische Situation in Zürich nach dem Attentat.
Schlüsselwörter
Züricher Zunftrevolution, Züricher Mordnacht, Stadtkommune Zürich, Zünfte, Rudolf Brun, Machtverhältnisse, Gleichheit, Parität, Oberschicht, Unterschicht, politische Entwicklungen, Beziehungen zu umliegenden Gebieten, Beitritt zum Bund der vier Waldstätte.
Häufig gestellte Fragen
Was war die Züricher Mordnacht von 1350?
Es war ein fehlgeschlagener nächtlicher Anschlag der abgesetzten alten Räte auf den amtierenden Bürgermeister Rudolf Brun und die neue Zunftordnung.
Was versteht man unter der Züricher Zunftrevolution?
Die Revolution von 1336 führte zur Entmachtung des alten Adelsrats und zur politischen Beteiligung der Handwerker durch die Organisation in Zünften.
Wer war Rudolf Brun?
Rudolf Brun war der erste Zürcher Bürgermeister, der durch die Zunftrevolution an die Macht kam und die Stadtverfassung (den ersten Geschwornen Brief) prägte.
Warum trat Zürich dem Bund der Waldstätte (Eidgenossenschaft) bei?
Infolge der inneren Unruhen und der Bedrohung durch äußere Feinde nach der Mordnacht suchte Zürich Schutz im Bündnis mit den Urkantonen.
Sind die Begriffe „Mordnacht“ und „Zunftrevolution“ zeitgenössisch?
Nein, es handelt sich um nachträgliche Begriffe der Geschichtswissenschaft, um die tiefgreifenden politischen Umwälzungen jener Zeit zu beschreiben.
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- Gunnar Maier (Author), 2008, Die Züricher Mordnacht von 1350. Auswirkungen auf die Züricher Stadtkommune, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1169319