Eine Unternehmensbewertung muss nicht den Preis bilden, den der Käufer dem Verkäufer für die Übertragung von Unternehmensanteilen bezahlt. Jedoch bildet diese einen Preis ab der am ehesten dem Unternehmenswert entspricht. Zudem liefert die Bewertung wichtige Anhaltspunkte welche für die Preisbildung – in Übereinkunft von Angebot und Nachfrage – zwischen Käufer und Verkäufer von Bedeutung sind. Außerdem kann aufgrund eines objektiven Schemas ein Preis gebildet werden, der in den Verhandlungen als wichtiges Argument für Käufer bzw. Verkäufer dient.
Ziel dieser Arbeit ist es, neben der Definition von kleinen und mittleren Unternehmen, die theoretischen Grundlagen der Unternehmensbewertung im Allgemeinen darzustellen und gängige Unternehmensbewertungsmethoden theoretisch als auch praktisch zu interpretieren. Hierbei werden insbesondere das DCF-Verfahren, das
Ertragswertverfahren, das Substanzwertverfahren und die Multiplikatormethode betrachtet. Ebenso sollen die Besonderheiten von kleinen und mittleren Unternehmen als auch die Bewertung dieser aufgezeigt werden. Mit den Erkenntnissen dieser Arbeit soll in einer weiteren Arbeit ein speziell für kleine und mittlere Unternehmen entwickeltes Bewertungssystem erstellt werden. Es ist daher nicht das Ziel dieser Arbeit ein neues Konzept zur Bewertung von kleinen und mittleren Unternehmen zu erstellen. Abschließend sollen die Probleme der Bewertung von kleinen und mittleren Unternehmen aufgezeigt werden. Soweit in der vorliegenden Arbeit personenbezogene Begriffe verwendet werden, kommt ihnen keine geschlechtsspezifische Bedeutung zu. [...]
Inhaltsverzeichnis
6. Grundlagen
6.1 Kleine und mittlere Unternehmen (KMU)
6.1.1 Definition KMU
6.1.1.1 Definition laut Handelsgesetzbuch
6.1.1.2 Definition der Europäischen Kommission
6.1.1.3 Definition des Instituts für Mittelstandsforschung, Bonn
6.1.2 Besonderheiten von kleinen und mittleren Unternehmen
6.1.2.1 Bedeutung von kleinen und mittleren Unternehmen
6.1.2.2 Verbindung zwischen Eigentümer und Unternehmen
6.1.2.3 Operative Unternehmenszusammenhänge
6.1.2.4 Unternehmensressourcen
6.1.2.4.1 Kapital
6.1.2.4.2 Personal
6.2 Unternehmensbewertung
6.2.1 Theoretische Grundlagen der Unternehmensbewertung
6.2.2 Bewertungsanlässe
6.2.2.1 Bewertung im Rahmen des Zugewinnausgleichs
7. Bewertungsmethoden
7.1 Discounted-Cashflow-Verfahren
7.1.1 Discounted-Cashflow – Entity-Methode
7.1.2 Discounted-Cashflow – Equity-Methode
7.2 Ertragswertverfahren
7.3 Substanzwertverfahren
7.4 Multiplikatormethode
8. Bewertung von kleinen und mittleren Unternehmen
8.1 Probleme bei der Bewertung von KMU
8.2 Anforderungen an ein Bewertungsverfahren bei KMU
9. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, einen Überblick über die theoretischen Grundlagen der Unternehmensbewertung zu geben und gängige Bewertungsmethoden auf ihre Anwendbarkeit bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) hin zu untersuchen. Dabei wird analysiert, inwieweit etablierte finanzwirtschaftliche Verfahren die spezifischen qualitativen Merkmale und Abhängigkeiten dieser Unternehmensform berücksichtigen können.
- Definition und Besonderheiten kleiner und mittlerer Unternehmen
- Darstellung theoretischer Grundlagen der Unternehmensbewertung
- Analyse und Interpretation gängiger Bewertungsmethoden (DCF, Ertragswert, Substanzwert, Multiplikatoren)
- Identifikation der spezifischen Herausforderungen bei der Bewertung von KMU
- Ableitung von Anforderungen an ein geeignetes Bewertungsverfahren für diesen Sektor
Auszug aus dem Buch
6.1.2 Besonderheiten von kleinen und mittleren Unternehmen
Kleinstunternehmen sowie kleine und mittlere Unternehmen spielen in der europäischen Wirtschaft eine zentrale Rolle. Sie bilden eine wichtige Quelle für unternehmerische Fähigkeiten, Innovation und Beschäftigung. „In den 25 Mitgliedsstaaten der erweiterten Europäischen Union gibt es etwa 23 Mio. KMU, die rund 75 Mio. Arbeitsplätze stellen und 99% des Unternehmensbestands ausmachen.“
Kleine und mittlere Unternehmen haben besonders auf Grund ihrer hohen – meist nicht mit Zahlen definierbaren - qualitativen Merkmale hohe Wettbewerbsvorteile gegenüber großen Unternehmen. In Deutschland stellen die rund 3,3 Millionen KMU 40 Prozent der Bruttoinvestitionen und 49 Prozent aller Umsätze. Zudem sind 70 Prozent aller Arbeitnehmer bzw. 80 Prozent aller Auszubildenden bei KMU beschäftigt. „Mit Recht wird der Mittelstand daher als Rückgrat der deutschen Wirtschaft bezeichnet.“
Zusammenfassung der Kapitel
6. Grundlagen: Definition und Abgrenzung von kleinen und mittleren Unternehmen sowie theoretische Fundierung der Unternehmensbewertung und ihrer Anlässe.
7. Bewertungsmethoden: Vorstellung und theoretische Interpretation der gängigsten Verfahren wie DCF, Ertragswert-, Substanzwert- und Multiplikatormethode.
8. Bewertung von kleinen und mittleren Unternehmen: Analyse der spezifischen Problematiken bei der KMU-Bewertung und Definition der Anforderungen an ein geeignetes Bewertungsverfahren.
9. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Einschätzung, dass KMU aufgrund ihrer individuellen Eigenschaften bei der Bewertung spezielle Ansätze jenseits rein finanzieller Kennzahlen erfordern.
Schlüsselwörter
Unternehmensbewertung, KMU, Kleine und mittlere Unternehmen, DCF-Verfahren, Ertragswertverfahren, Substanzwertverfahren, Multiplikatormethode, Mittelstand, Unternehmensnachfolge, Bewertungsmethoden, Finanzanalyse, KMU-Besonderheiten, Unternehmenskauf, Betriebswirtschaft, Bewertungsanlässe.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Thematik der Unternehmensbewertung speziell für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und untersucht, wie diese in der Praxis angemessen bewertet werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder umfassen die Definition und Besonderheiten von KMU, die theoretischen Ansätze der Unternehmensbewertung sowie die Vor- und Nachteile gängiger Bewertungsverfahren.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Darstellung gängiger Methoden sowie die Analyse, inwiefern diese die qualitativen Besonderheiten kleiner und mittlerer Unternehmen bei einer Unternehmensbewertung erfassen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung mit der Literatur zu verschiedenen Bewertungsmethoden, ergänzt durch eine praktische Analyse der Spezifika von KMU.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen vor allem das DCF-Verfahren, das Ertragswertverfahren, das Substanzwertverfahren sowie die Multiplikatormethode detailliert beschrieben und kritisch hinterfragt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Typische Begriffe sind Unternehmensbewertung, KMU, Mittelstand, DCF-Verfahren, Ertragswertverfahren und unternehmensspezifische "Soft-Facts".
Warum sind Standard-Bewertungsmethoden bei KMU problematisch?
Weil diese Methoden oft stark auf quantitative Finanzdaten fokussieren, während bei KMU qualitative Faktoren wie die Inhaberabhängigkeit oder informelle Kundenkontakte eine entscheidende Rolle für den wahren Unternehmenswert spielen.
Was ist die Schlussfolgerung bezüglich des "genauen" Unternehmenswerts?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass ein absolut exakter Wert oft schwer zu ermitteln ist, weshalb das Ziel eines geeigneten Bewertungsverfahrens darin bestehen sollte, sich unter Berücksichtigung aller KMU-spezifischen Eigenarten so weit wie möglich dem Zukunftswert anzunähern.
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- Moritz Ertl (Author), 2008, Unternehmensbewertung von kleinen und mittleren Unternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/116941