Im Rahmen dieser Arbeit werden dabei die Chancen und Risiken einer Smart City analysiert, unter Berücksichtigung verschiedener Implementierungsansätze differenziert, sowie anhand eines konkreten Städtebeispiels konzeptionell untersucht.
In den vergangenen 30 Jahren ist die Gesamtbevölkerung von 5,32 Mrd. auf heute ca. 7,79 Mrd. Menschen gestiegen. Statistiken und wissenschaftliche Prognosen erwarten bis zum Jahr 2050 eine Weltbevölkerung von ungefähr 9,74 Mrd. Menschen. Unter Berücksichtigung des limitierten Wohn- und Lebensraums müssen folglich Überlegungen angestellt werden, die es ermöglichen diese Steigerung von 25% in Einklang mit den verfügbaren Ressourcen zu bringen. Einhergehend mit diesem Anstieg der Bevölkerungszahl entwickelte sich ein Prozess der Urbanisierung bzw. Verstädterung. Vereinfacht dargestellt verlagern die Menschen bei dieser Entwicklung ihren Wohn- und Lebensraum vom Land in die Stadt.
Urbanisierung beschreibt in diesem Zusammenhang nicht nur ein quantitatives Verhältnis zwischen Stadt- und Landbevölkerung, sondern vielmehr auch eine qualitative Veränderung der städtischen Lebensform. Der Urbanisierungsgrad gibt Aufschluss über das zahlenmäßige Ausmaß dieses Prozesses und definiert das Verhältnis zwischen der Bevölkerung in der Stadt und dem ländlichen Bereich. Folglich resultiert aus dem Urbanisierungsgrad die Auslastung der Städte. Weltweit gesehen leben 55,3% aller Menschen in Städten. Hierbei ist allerdings zu berücksichtigen, dass es global keine einheitliche Definition für eine „Stadt“ gibt und somit von Kontinent sowie Land variiert. Die Kontinente Asien und Afrika liegen mit einem Urbanisierungsgrad von 49,9% bzw. 42,5% unter dem weltweiten Durchschnitt, weisen jedoch einen sehr hohen Anteil an der Weltbevölkerung auf. Europa hingegen hat mit 74,5% ein sehr hohes Ausmaß bei der Beanspruchung der Städte. Die Herausforderung für die Städte ist es, bei einer immer größer werdenden Auslastung der Wohn- und Lebensräume, den Menschen weiterhin eine leistungsfähige Infrastruktur in allen Lebensbereichen gewährleisten zu können. Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und auch die Gesellschaft arbeiten an verschiedensten Modellen und Ansätzen, um diesen Herausforderungen standzuhalten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Smart Cities: Grundlagen und Implementierungsansätze
2.1 Grundlagen und Merkmale einer Smart City
2.2 Realisierungskonzepte und Herausforderungen einer nachhaltigen Raumentwicklung
3. Konzeptionelle Betrachtung eines Modellprojektes am Beispiel der Stadt Solingen
3.1 Modellprojekt Smart Cities solingen.digital (Smart)City 2030
3.2 Auswirkungen und Beurteilung der regionalen Entwicklungskonzepte im Raum Solingen
4. Chancen und Risiken des Smart City Ansatzes
5. Fazit und Ausblick
Zielsetzung und Themen
Diese Arbeit befasst sich mit dem Konzept der Smart City als Antwort auf zunehmende Urbanisierung und Ressourcenknappheit. Ziel ist es, die theoretischen Grundlagen zu erläutern, am Praxisbeispiel des Modellprojekts solingen.digital zu verdeutlichen und die mit einer digitalen Stadtentwicklung verbundenen Chancen sowie Risiken kritisch zu reflektieren.
- Grundlagen, Definitionen und Dimensionen von Smart Cities
- Digitale Realisierungskonzepte für eine nachhaltige Raumentwicklung
- Analyse des Modellprojekts solingen.digital (Smart)City 2030
- Bewertung regionaler Entwicklungskonzepte
- Diskussion von Chancen und Risiken digitaler Stadtstrukturen
Auszug aus dem Buch
2.1 Grundlagen und Merkmale einer Smart City
Um im Folgenden nach den Ansprüchen und Kriterien einer Smart City differenzieren zu können, bedarf es im Vorfeld einer Begriffsdefinition zu Smart City. Eine Wort-für-Wort-Übersetzung aus dem Englischen lässt auf eine intelligente, kluge, clevere Stadt schließen. Weitere assoziative Wortbedeutungen von „smart“ im Zusammenhang eines Smart City Konzeptes werden von Cocchia mit „angenehm/umgänglich/zuvorkommend“ (Cocchia 2014, S.17) verbunden.
Die Erreichung von Smartness und damit vernetzten, intelligenten Raumstrukturen einer Stadt bzw. einer Region stellen ein untergeordnetes Kriterium der digitalen Entwicklungsstufen dar. Smartness ist in diesem Zusammenhang die intelligente Vernetzung zwischen Raum- und Infrastruktur und stellt somit einen fundamentalen Faktor zur nachhaltigen Sicherung von Lebensqualität dar. „Voraussetzungen ,smarter‘ Raumentwicklung sind (hoch)leistungsfähige digitale Netze und darauf aufbauend Kommunikations- und Leistungsdienste“ (Beirat für Raumentwicklung, 2017). Unter Zuhilfenahme dieser Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) sollen dabei sowohl effiziente als auch ressourcensparende Entwicklungen in der Stadt vorangetrieben werden.
Dieser Prozess stellt ebenfalls eine konstitutive Basis innerhalb der intelligenten Stadtentwicklung dar. Außerdem bilden gut ausgebaute und flächendeckende IKT-Netze einen wesentlichen Bestandteil der zukünftigen städtischen Infrastruktur, um räumlich bedingte Strukturnachteile oder gar Diskriminierungen der Urbanisierung zu minimieren. Ein hinreichendes Fundament bildet es dennoch nicht, sondern dient vielmehr als notwendige Grundlage.
Darüber hinaus haben Meier und Zimmermann ein Modell entwickelt, welches unter Berücksichtigung von sieben Dimensionen den digitalen Fortschritt abbildet. Das Modell umfasst die folgenden sieben Faktoren (vgl. Meier, Portmann, 2016, S. 6).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet den globalen Trend der zunehmenden Urbanisierung und führt in die Notwendigkeit des Konzepts der Smart City ein.
2. Smart Cities: Grundlagen und Implementierungsansätze: Dieses Kapitel definiert die Merkmale einer Smart City und analysiert Ansätze zur digitalen Raumentwicklung sowie die damit verbundenen Herausforderungen.
3. Konzeptionelle Betrachtung eines Modellprojektes am Beispiel der Stadt Solingen: Anhand des Modellprojekts solingen.digital wird die praktische Umsetzung digitaler Stadtentwicklung und deren regionale Auswirkungen konkretisiert.
4. Chancen und Risiken des Smart City Ansatzes: Das Kapitel reflektiert die technologischen Potenziale, insbesondere in Bezug auf Effizienz, sowie die kritischen Risiken wie Datensicherheit und gesellschaftliche Abhängigkeit.
5. Fazit und Ausblick: Diese Zusammenfassung resümiert die Ergebnisse und betont die Notwendigkeit einer ganzheitlichen, inklusiven Strategie für zukünftige Stadtentwicklungen.
Schlüsselwörter
Smart City, Digitale Transformation, Urbane Entwicklung, Solingen, Nachhaltigkeit, IKT, Smart Governance, Bürgerbeteiligung, Smart Mobility, Datensicherheit, Ressourcenmanagement, Infrastruktur, Stadtverwaltung, Resilienz, Vernetzung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit behandelt das Konzept der Smart City, das darauf abzielt, Städte durch digitale Technologien effizienter, nachhaltiger und lebenswerter zu gestalten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Fokus stehen die begrifflichen Grundlagen, die verschiedenen Dimensionen einer Smart City, die Rolle der IKT-Infrastruktur sowie die praktische Umsetzung anhand von Modellprojekten.
Welches primäre Ziel verfolgt die Untersuchung?
Ziel ist es, den aktuellen Stand und die Konzepte von Smart Cities zu durchleuchten und eine kritische Auseinandersetzung mit den Chancen und Risiken dieser Entwicklung zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit verwendet einen deskriptiven und analytischen Ansatz, der theoretische Modelle mit einer fallbezogenen Untersuchung am Beispiel der Stadt Solingen verknüpft.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der sieben Dimensionen einer Smart City sowie die detaillierte Darstellung und Auswertung des Projekts solingen.digital.
Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind unter anderem Smart Governance, Smart Mobility, digitale Transformation, Nachhaltigkeit und soziale Partizipation im urbanen Raum.
Warum wird Solingen als Modellbeispiel herangezogen?
Solingen dient als praktisches Fallbeispiel für eine Kleinstadt, die durch gezielte Förderungen des Bundes erfolgreich Digitalisierungsstrategien in verschiedenen Handlungsfeldern umsetzt.
Welche spezifische Rolle spielt der Datenschutz in der Untersuchung?
Der Datenschutz wird als kritisches Risiko identifiziert, da die zunehmende Vernetzung und Datenerhebung in einer Smart City ein hohes Maß an Sicherheit und Vertrauen der Bürger erfordert.
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- Jonas Hörnschemeyer (Author), 2021, Smart Cities: Chancen und Risiken, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1169668