Corona und dessen Einfluss auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Eine Fallstudie in der Entwicklungspsychologie


Hausarbeit, 2021

27 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Entwicklungsphasen von Kindern und Jugendlichen
2.1 Früheste Kindheit
2.2 Frühe Kindheit
2.3 Mittlere Kindheit
2.4 Das Jugendalter

3. Corona und dessen Einfluss auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen
3.1 Problemfeld Covid-19
3.1.1 Definition Covid-19
3.1.2 Beeinträchtigung der Entwicklung des Bereichs „Soziales“ durch die Corona Pandemie
3.1.3 Beeinträchtigung der Entwicklung des Bereichs „Selbst“ und der Psyche durch die Corona Pandemie
3.1.4 Beeinträchtigung der Entwicklung des Bereichs der Bildung durch die Corona Pandemie

4. Konzept für eine mögliche Lösung des Problems

5. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Damit das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend1 im Arbeitsfeld der speziellen Sozialpolitik für Kinder möglichst gut beraten werden kann ist es elementar ein „Know-How“ über die psychologischen Entwicklungsphasen von Kindern und Jugendlichen zu besitzen. Um als wissenschaftliche Beratungskraft dieses Gremiums zu fungieren ist es somit wichtig sich in diesem wissenschaftlichen Gebiet insofern auszukennen, dass beratend gewirkt werden kann.

2. Entwicklungsphasen von Kindern und Jugendlichen

2.1 Früheste Kindheit

Früheste Kindheit wird der Zeitraum zwischen der Geburt und dem 2. Geburtstag genannt. Das sogenannte erste und zweite Lebensjahr. Im ersten Lebensjahr lernt ein Kind sehr viel. Von Beginn des Lebens an hat es jedoch auch schon viele Grundsteine gelegt. Ein Neugeborenes ist laut neueren Erkenntnissen bei weitem nicht so unvollständig, wie lange Jahre angenommen wurde. Es braucht seinen Gegenüber, meist in Form der Mutter und des Vaters, um seine Anlagen nutzen zu können jedoch ist schon vieles davon vorangelegt.

Ein Neugeborenes ist von Anfang an bindungsbereit, kann die Mimik seines Gegenübers widerspiegeln und erkennt menschliche Gesichter und Stimmen und gibt diesen den Vorrang. Mit Hilfe von seinem erwachsenen Gegenüber kann der Säugling bereits früh gegenseitig Laute nachahmen, Blickkontakt halten und Grundlagen für Fähigkeiten, welche in ihm ruhen wecken. Entscheidend ist dabei, wie intensiv sich mit ihm beschäftigt wird. Wichtig für den Aufbau der sicheren Bindung ist in dieser Entwicklungsphase, dass die Eltern verlässliche Reaktionen zeigen, mit ihm sprechen und schmusen. So erfährt es Nähe und Geborgenheit.2 Soziale Interaktionen in diesem Alter werden zunächst durch das soziale Lächeln3 vertieft, welches sich jedoch im Laufe des ersten Lebensjahres in ein geplantes Lächeln wandelt. Ebenfalls in den Bereich Soziales in dieser ersten Entwicklungsphase eines Kindes nach der Geburt fällt der Beginn der „Protokonversation“. Hierbei handelt es sich um spontane Lautäußerungen des Säuglings, welche bei Blickkontakt stattfinden und ebenso lang, wie dieser aufrechterhalten werden. Dies dient dem emotionalen Austausch, welcher durch einen Menschen, welcher sozial ist gefördert werden kann.4 Im zweiten Lebensjahr vertieft sich das Wissen des Kindes in diesem Bereich. So kann es in etwa ab dem 18. Monat Unterscheiden, was ihm selbst gefällt und was seinem Gegenüber. Es erkennt außerdem Gefühle Anderer und kann dementsprechend reagieren. Ist sein Gegenüber beispielsweise traurig so erkennt es das Kind und tröstet ihn. Ebenso erkennt es auch Tatsachen an, wenn sein Gegenüber etwas mag, das es selbst nicht mag. Es gibt seinem gegenüber zum Beispiel den verlangten Apfel, obwohl es selbst lieber Kekse haben möchte.5

Im Bereich Bildung ist in dieser Entwicklungsphase vor allem zu Beobachten, dass das Kind viele Grundlagen lernt, die es benötigt, um sich dann auf vertiefende Bereiche konzentrieren zu können, welche es im weiteren Entwicklungsverlauf lernt. Ein Kind lernt in dieser Phase die Körper-Hand Koordination, verschiedene Greifmethoden wie den Zangengriff und den Pinzettengriff, sich selbst zu drehen, den Kopf zu bewegen, zu Rollen, Robben, Krabbeln, Stehen und womöglich zu laufen.6 Manche Kinder können dabei einzelne Entwicklungsschritte überspringen. Des Weiteren lernen Kinder etwas über die Objektpermanenz.7 Hierbei handelt es sich um das Phänomen, dass es dem Kind klar ist, dass etwas trotzdem weiter existiert, auch wenn es aus dem Sichtfeld verschwunden ist. Ein Kind begreift, dass beispielsweise ein Mensch, der Hinter einer Säule verschwindet oder ein Spielzeugauto, welches hinter ein Tuch fährt auf der anderen Seite wieder erscheint. Dieser Entwicklungsschritt lässt sich gut dadurch beobachten, dass ein Kind nicht, wie davor einfach wegschaut, wenn etwas verschwindet, sondern es an das andere Ende von, wie im Beispiel genannt, einer Säule oder einem Tuch schaut. Es erwartet, dass die Person oder der Gegenstand dort wieder erscheinen. Das Kind hat also begriffen, dass es nicht verschwindet, sondern immer noch außerhalb des einsehbaren Bereichs existiert und somit wieder erscheinen muss. Durch diesen Entwicklungsschritt lernen die Kinder zudem, nicht anwesende Objekte oder Personen in ihre Vorstellung von der Welt und ihre Gedankengänge über Handlungen miteinzubeziehen.8 Ein weiterer wichtiger Aspekt im Bereich der Bildung in dieser Entwicklungsphase stellt der der Sprachentwicklung dar. Das Kind lernt in dieser Phase die Grundlagen, welche es braucht, um Sprechen zu lernen. Dies geschieht im Umgang mit den Erwachsenen. Ein Kind muss spüren, dass es geliebt und angenommen ist. Dass ein Erwachsener da ist, der ihn „versteht“ und seine Signale richtig deutet.9 Durch ausgiebiges sprachliches Begleiten des Alltags und Kommunikation sowie Reaktion auf die Lautbildung mit dem Säugling können die Erwachsenen diesen Bereich begleiten und unterstützen. Der Säugling lernt in dieser Entwicklungsphase außerdem die Emotionen seines Gegenübers zu deuten und zu verstehen. Es kann die unterschiedlichen Gesichtsausdrücke und Betonungen beim Sprechen im Laufe des ersten Lebensjahres immer besser den unterschiedlichen Emotionen seines Gegenübers zuordnen. Dies hilft ihm zum Beispiel, um mit fremden Situationen umzugehen, in dem er auf die Reaktion seiner Bezugsperson achtet.10

Das Kind lernt vor allem durch Zuhören und durch das Nachahmen.11

Nimmt sich ein Erwachsener Zeit und kommuniziert viel mit dem Kind fördert er es also sowohl im Bereich Soziales, wie auch im Bereich der Bildung. Im zweiten Lebensjahr baut das Kind weiteres Wissen auf. Hierbei nutzt es das Wissen, das es zuvor bereits gebildet hat. Ab etwa dem 18. Lebensmonat ist es dem Kind möglich über Dinge nachzudenken, welche sich nicht in seinem Blickfeld befinden und um diese zu bitten. Außerdem lernen Kinder in diesem Alter besonders viel unter dem Aspekt „Versuch und Irrtum“. Sie probieren Dinge so oft aus, bis es ihnen gelingt. Dann wiederholen sie den erfolgreichen Schritt immer wieder, bis sie sicher sind, dass er zumindest meistens gelingt. Sie sind dabei sehr ausdauernd. Zunächst müssen sie auch im zweiten Lebensjahr Dinge durchführen mit der Zeit gelingt es ihnen jedoch auch in Gedanken den Schritt zu tun und ihn direkt auf dem erfolgsbringenden Weg zu tun. Wie beispielsweise bei einem Puzzle zunächst jeder Bereich ausprobiert wird. Mit der Zeit wissen sie, dass beispielsweise das Puzzlestück mit der Katze genau auf diese eine Stelle passt. Es hat also gelernt mentale Symbole zu verwenden.12 Außerdem lernt es in dieser Zeit der Entwicklung zu laufen. Darin wird es im Laufe des zweiten Lebensjahres immer sicherer. In der Sprache kommt es in etwa im Alter von 18 Monaten zu der so genannten „Wortexplosion“13. Das Kind erlernt nun immer mehr Wörter. Vorausgesetzt es hat mindestens ein Gegenüber, welches viel mit ihm spricht und sich Zeit für das Erwerben der Sprachkenntnis nimmt.

Hier ist es wichtig, dass im Alltag mit dem Kind vieles sprachlich begleitet wird, damit es die Wörter hören und in sein Repertoire aufnehmen kann.

Sowohl direkte Kommunikation mit dem Kind als auch Gespräche im Beisein des Kindes sind hierbei entscheidend.14 Besonders wichtig ist zudem, dass die kindgerechte Sprache angewandt wird, bei der in kurzen Sätzen und besonderer Betonung gesprochen wird.15 Auch dass dem Kind vermittelt wird, dass ihm zugehört wird und es mehr und mehr verstanden wird, sind hilfreich dabei. Ebenfalls ein Bereich der Entwicklung stellt der Bereich des „Selbst“ dar. Die Selbstwahrnehmung ist in dieser ersten Phase noch nicht sehr ausgeprägt. Ein Säugling spürt zwar, dass er sich von den anderen unterscheidet und erkennt Blickwinkel, welche nicht die seinen sind. Beispielsweise, wenn ihm zwei Videosequenzen seiner eigenen Beine gezeigt werden, einmal aus seiner eigenen Sicht und einmal von seinem Gegenüber, empfindet er die des Anderen interessanter, aber er hat noch nicht begriffen, dass er ein komplett eigenständiges Wesen ist. Außerdem erkennt es sich selbst im Spiegel noch nicht sondern denkt das ist ein freundlicher Gegenüber der immer zurücklächelt, wenn er hineinlächelt.16 Jedoch ist zu beachten, dass in diesem Alter bereits durch die Fähigkeit der intermodalen Wahrnehmung die Grundsteine für das spätere Wahrnehmen des Selbst gelegt sind.17 Im Laufe des zweiten Lebensjahres beginnt das Kind sich als sich selbst wahrzunehmen.

Dies lässt sich sehr gut durch den Test mit dem roten Farbklecks auf der Nase des Kindes beobachten. Hat es den Schritt zur Selbstwahrnehmung, sich selbst im Spiegel zu erkennen noch nicht gemacht lacht es das Kind im Spiegel lediglich an. Erkennt es sich selbst versucht es den roten Fleck an sich selbst wegzuwischen.18 Zusammenfassend ist zu sehen, dass ein Kind in der frühestens Entwicklungsphase viel erlernt und die Grundsteine für die spätere Entwicklung legt. Sowohl im Bereich „Soziales“ wie auch bei der „Bildung“ und dem „Selbst“.

2.2 Frühe Kindheit

Als die frühe Kindheit wird die Entwicklungsphase zwischen dem Alter von zwei bis sechs Jahren bezeichnet. In ihr werden die Kenntnisse, die das Kind in der frühesten Kindheit erworben hat, vertieft. Diese Zeit ist eine der lernintensivsten der gesamten Entwicklung eines Kindes.19 Besonders förderlich ist hierbei das spielerische Lernen. Sie lernen unbewusst, während sie spielen. Während sie puzzeln, Brettspiele und Kartenspiele spielen, Rollenspiele spielen, bauen, basteln, malen und toben lernen sie ganz nebenbei wichtige Dinge für ihr zukünftiges Leben.20 Außerdem vertieft sich die Fähigkeit zu „Als-Ob Spielen“.21 Die Kinder können nun nicht nur so tun als würden sie mit dem Löffel von einem Teller etwas essen sondern verwenden beispielsweise eine Legoplatte als Handy oder einen Bauklotz als Brot. Dies spiegelt die höhere Fähigkeit zur mentalen Repräsentation von Dingen wider. In dieser Entwicklungsphase lernt das Kind außerdem zu rennen, Treppen zu steigen, zu balancieren, rückwärtszugehen, zu klettern und vieles mehr im motorischen Bereich.22 Ebenfalls große Fortschritte machen die Kinder in der Feinmotorik. In dieser Entwicklungsphase lernen sie den Stift richtig zu halten, mit einer Schere etwas entlang einer Linie auszuschneiden und beispielsweise selbst die Perlen auf eine Schnur zu fädeln, um so eine Kette herzustellen.23 Diese Dinge geschehen oftmals nebenbei im Alltag zuhause oder in der Kindertageseinrichtung. Besonders viel Spaß haben Kinder im gemeinsamen Basteln und Malen, wobei sie ihre Kreativität und ihre Feinmotorik sowie ihre Sozialkompetenz vertiefen können.24

[...]


1 Vgl. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (2021)

2 Vgl. Kasten (2014), S. 3ff

3 Vgl. Hüter-Becker (2005), S. 13

4 Vgl. Stern (2000), S. 23ff

5 Vgl. Lohaus/Vierhaus (2015), S121f

6 Vgl. Michaelis/Krägeloh-Mann/Haas (2013), S. 3

7 Vgl. Petermann/Niebank/Scheithauer (2003), S. 287

8 Vgl. Völkel (2015), S. 65f

9 Vgl. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (2021)

10 Vgl. Berk (2020), S. 273f

11 Vgl. Papousek (1994), S.53f

12 Vgl. Wienand (2018)

13 Vgl. Sachse (2005), S. 156

14 Vgl. Rowe (2008), S. 185ff

15 Vgl. Berk (2020), S. 258f

16 Vgl. Berk (2020), S. 301f

17 Vgl. Rochat (2013), S. 378ff

18 Vgl. Largo (2013), S. 43

19 Vgl. Wolters Kluver (2021)

20 Vgl. Hauser (2016), S. 20ff

21 Vgl. Siegler/Eisenberg/DeLoache/Saffran (2016), S. 250f

22 Vgl. Meinel (2007), S. 283

23 Vgl. Berk (2020), S. 326

24 Vgl. Augustin (2014), S. 113

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten

Details

Titel
Corona und dessen Einfluss auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Eine Fallstudie in der Entwicklungspsychologie
Hochschule
SRH Hochschule Riedlingen
Note
1,0
Autor
Jahr
2021
Seiten
27
Katalognummer
V1169783
ISBN (Buch)
9783346588166
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Entwicklung, Psychologie, Corona, Kindheit, Jugend, Einfluss, Fallstudie
Arbeit zitieren
Stefanie Kunath (Autor:in), 2021, Corona und dessen Einfluss auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Eine Fallstudie in der Entwicklungspsychologie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1169783

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