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Das Posttraumatische Stresssyndrom in der Seefahrt

Titel: Das Posttraumatische Stresssyndrom in der Seefahrt

Studienarbeit , 2008 , 17 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Daniel Kullick (Autor:in)

Nautik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Posttraumatische Stresssyndrom (engl. Posttraumatic Stress Disorder, Abk.:
PTSD) ist in der Literatur auch unter anderen Bezeichnungen bekannt, z.B.
Posttraumatisches Belastungssyndrom (PTBS) oder Psychotraumatische
Belastungsstörung. Die WHO bezeichnet diese Krankheit in ihrem Standardwerk
„Internationale Statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter
Gesundheitsprobleme, 10. Revision, Version 2008“ (ICD-10) als Posttraumatische
Belastungserkrankung.
Andere geläufige Bezeichnung stehen in direktem Zusammenhang mit den
entsprechenden traumatischen Vorfällen und werden nur für Betroffene verwendet,
die diesen speziellen Situationen ausgesetzt waren. Die bekanntesten und in
gewisser Weise auch selbsterklärend dürften das Golfkriegssyndrom, das Post
Vietnam Syndrom oder das KZ-Syndrom sein. Hier lassen die Bezeichnungen schon
eindeutig erkennen, welchen traumatischen Ereignissen die Personen ausgesetzt
waren. Da im internationalen Gebrauch üblicherweise die englische Bezeichnung
genutzt wird, werde ich dies hier ebenfalls tun, und mich aus Gründen der besseren
Übersicht und Lesbarkeit auf die Abkürzung PTBS beschränken.
Die Krankheit selbst wird auch in der heutigen Zeit häufig nicht oder zu spät erkannt
und von vielen Unbeteiligten oft nicht ernst genug genommen, und obwohl es in der
Seefahrt genügend Beispiele für traumatisierend wirkende Ereignisse gibt, ist kaum
etwas über die psychische Versorgung, Nachsorge oder Behandlung betroffener
Personen bekannt.
In der vorliegenden Arbeit werde ich versuchen PTBS im Allgemeinen etwas näher
zu bringen, und die Rolle von PTBS in der Seefahrt deutlich zu machen.
An Stellen die mir geeignet erscheinen werde ich versuchen den Umgang mit PTBS
in der Seefahrt einem einfachen Vergleich zu unterziehen, wobei ich mich hierbei auf
eine vergleichende Betrachtung im Umgang mit PTBS beim Militär beschränken
werde, da ich mich hier auf meine langjährige, persönliche Erfahrungen als
Angehöriger der Bundeswehr1 stützen kann.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definitionen und Begriffsklärungen

3. Historischer Rückblick auf PTBS mit erklärenden Beispielen

4. Mögliche Auslöser für PTBS im Allgemeinen und in der Seefahrt im Besonderen (mit Beispielen)

5. Diagnose und empfohlene Behandlungsmöglichkeiten unter Berücksichtigung ihrer Durchführbarkeit an Bord Seegehender Schiffe

6. Ausblick auf die mögliche Entwicklung der Behandlung traumatisierender Ereignisse in der Seefahrt und Zusammenfassung

7. Literatur und Quellen

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht das Posttraumatische Stresssyndrom (PTBS) im Kontext der modernen Seefahrt. Ziel ist es, die Rolle dieser psychischen Belastungsstörung auf Schiffen zu verdeutlichen, da das Thema trotz zahlreicher traumatisierender Ereignisse in der maritimen Arbeitswelt oft vernachlässigt wird. Der Autor vergleicht dabei die Situation der Seeleute mit Erfahrungen aus dem militärischen Bereich.

  • Grundlagen und medizinische Definitionen des PTBS
  • Historische Entwicklung des Störungsbildes
  • Analyse potenzieller Auslöser (Krieg, Naturkatastrophen, Unfälle)
  • Diagnosemöglichkeiten und Therapieansätze
  • Durchführbarkeit psychologischer Erstversorgung an Bord von Seeschiffen

Auszug aus dem Buch

Mögliche Auslöser für PTBS im Allgemeinen und in der Seefahrt im Besonderen (mit Beispielen)

Eine ganze Reihe von Ereignissen ist als Verursacher von PTBS denkbar, und nicht immer müssen diese eine internationale oder gar globale Tragweite besitzen. Im folgenden Kapitel möchte ich einige allgemeine Faktoren nennen, diese möglichst anhand bekannter Beispiele erläutern und versuchen entsprechende Situationen, die in der Seefahrt denkbar sind bzw. bereits stattgefunden haben zu schildern.

An erster Stelle muss hier wohl der Krieg als Auslöser für PTBS genannt werden, da durch ihn vermutlich die meisten Menschen betroffen sind. Beispiele wurden bereits genannt und werden nur noch einmal kurz zusammengefasst.

- 1. Weltkrieg: Giftgaseinsätzen und Grabenkrieg,

- 2. Weltkrieg: Bombenterror, Partisanenkampf, Konzentrationslagern, Gewalt gegen Zivilisten,

- Vietnamkrieg: Dschungelkrieg, Napalmeinsatz, Tunnelkrieger.

Im Bereich der Seefahrt lassen sich wohl die meisten traumatisierenden Kriegserlebnisse aus der Zeit des 2. Weltkrieges nachweisen. Der U-Boot-Krieg führte zu einer enorm hohen Zahl an Versenkungen (laut http://de.wikipedia.org/wiki/U-Boot-Krieg#Verluste: 2.882 Handelsschiffe und 175 Kriegsschiffe) und in der Endphase des Krieges wurden durch die Alliierten in großer Zahl Flüchtlingsschiffe versenkt (z.B. M/S „Cap Arkona“, M/S „Wilhelm Gustloff“, M/S „Goya“), diese Versenkungen gelten als einige der schlimmsten Schiffskatastrophen aller Zeiten.

Eine Besonderheit des Seekrieges ist die Tatsache, dass es bei einer Versenkung innerhalb relativ kurzer Zeit zu einer großen Anzahl von Opfern kommt und die Überlebenschancen meist sehr gering sind. Man kann also davon ausgehen, dass es bei den wenigen Überlebenden solcher Katastrophen überproportional häufig zu psychischen Belastungsstörungen kommt.

Als eine weitere Ursache für eine Massenhafte Erkrankung können Naturkatastrophen wie Vulkanausbrüche, Flächenbrände, Hochwasser, Stürme, Erdebeben und Tsunamis genannt werden. Die einzelnen Folgen einer solchen Katastrophe (z.B. viele Todesopfer, Verlust der sicheren Existenz, negative Änderung der Lebensumstände/ -qualität) ähneln oft denen eines Krieges und können bei Betroffenen und Helfern(!) zu hohen psychischen Belastungen führen, in deren Folge sich auch PTBS ausprägen kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik des PTBS ein und begründet das Interesse des Autors an der psychischen Versorgung in der Seefahrt basierend auf eigenen Erfahrungen.

2. Definitionen und Begriffsklärungen: Dieses Kapitel liefert eine fundierte wissenschaftliche Grundlage durch die Definition der zentralen Begriffe wie Trauma, Belastung und das Störungsbild gemäß ICD-10.

3. Historischer Rückblick auf PTBS mit erklärenden Beispielen: Hier wird die Geschichte der psychischen Anerkennung von traumatisierten Personen nachgezeichnet, von den Weltkriegen bis hin zum Vietnamkrieg.

4. Mögliche Auslöser für PTBS im Allgemeinen und in der Seefahrt im Besonderen (mit Beispielen): Das Kapitel analysiert verschiedene Ursachen wie Krieg, Naturkatastrophen und schwere Seeunfälle und schildert diese anhand konkreter Beispiele aus der maritimen Praxis.

5. Diagnose und empfohlene Behandlungsmöglichkeiten unter Berücksichtigung ihrer Durchführbarkeit an Bord Seegehender Schiffe: Es werden Diagnosesysteme wie DSM-IV vorgestellt und deren begrenzte Umsetzbarkeit für eine Behandlung unter den speziellen Bedingungen auf See diskutiert.

6. Ausblick auf die mögliche Entwicklung der Behandlung traumatisierender Ereignisse in der Seefahrt und Zusammenfassung: Der Autor resümiert, dass eine Behandlung an Bord nahezu unmöglich ist, und plädiert für einen stärkeren Fokus auf Prävention und Sensibilisierung.

7. Literatur und Quellen: Ein Verzeichnis der verwendeten fachlichen Literatur und Online-Ressourcen.

Schlüsselwörter

Posttraumatisches Stresssyndrom, PTBS, Seefahrt, Psychische Belastung, Trauma, Schiffsunfälle, Psychotrauma, ICD-10, DSM-IV, Nachsorge, Arbeitsschutz, Prävention, Seeleute, psychische Erkrankung, Krisenintervention.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung, Symptomatik und der Problematik der Behandlung des Posttraumatischen Stresssyndroms (PTBS) im spezifischen Arbeitsumfeld der Seefahrt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zu den Schwerpunkten zählen die medizinische Definition des PTBS, die historische Einordnung, die Identifikation traumatisierender Ereignisse auf See sowie die Möglichkeiten der Diagnose und Betreuung betroffener Seeleute.

Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?

Der Autor möchte auf die Lücke in der psychischen Nachsorge auf See aufmerksam machen und verdeutlichen, dass PTBS auch bei Seeleuten ernst genommen werden muss.

Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse medizinischer Klassifikationen (ICD-10, DSM-IV) sowie den Abgleich mit praktischen Erfahrungen aus der militärischen und zivilen Seefahrt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden Auslöser für PTBS identifiziert, Diagnosekriterien analysiert und die erschwerten Bedingungen für eine therapeutische Behandlung an Bord von Handelsschiffen dargelegt.

Durch welche Begriffe lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Charakterisierende Begriffe sind PTBS, maritime Psychologie, Seefahrt, Trauma, psychische Ersthilfe und Prävention.

Warum ist eine Behandlung von PTBS an Bord so schwierig?

Die Therapie erfordert in der Regel eine sichere Umgebung und professionelles Fachpersonal, was auf einem fahrenden Seeschiff aufgrund räumlicher Enge und fehlender Experten meist nicht gewährleistet werden kann.

Welche Rolle spielt die Ausbildung der Crew bei diesem Thema?

Der Autor betont, dass Seeleute für psychische Gefahren sensibilisiert werden sollten, um Symptome frühzeitig zu erkennen und das Risiko von Unfallfolgen zu minimieren.

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Details

Titel
Das Posttraumatische Stresssyndrom in der Seefahrt
Hochschule
Hochschule Bremen  (Fachbereich ISSC und Nautik)
Veranstaltung
Personalführung I
Note
1,3
Autor
Daniel Kullick (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
17
Katalognummer
V116980
ISBN (eBook)
9783640193547
ISBN (Buch)
9783640194094
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Posttraumatische Stresssyndrom Seefahrt Personalführung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Daniel Kullick (Autor:in), 2008, Das Posttraumatische Stresssyndrom in der Seefahrt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/116980
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  17  Seiten
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