Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Cultural Studies - Empiric Cultural Studies

Die Debatte um Kulturgüter aus kolonialen Kontexten im Museum. Zwischen Restitution und Objektgeschichte

Title: Die Debatte um Kulturgüter aus kolonialen Kontexten im Museum. Zwischen Restitution und Objektgeschichte

Term Paper , 2019 , 15 Pages , Grade: 1.0

Autor:in: Corina Honke (Author)

Cultural Studies - Empiric Cultural Studies
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die Debatte über den Umgang mit kolonialen Kulturgütern in europäischen Museen wird zunehmend seit Anfang der 2000er Jahre geführt und nimmt seit einigen Jahren stark zu. Das liegt u.a. an der Rolle der Museen, die im Fokus der Öffentlichkeit stehen, einer zunehmenden gesellschaftlichen Sensibilisierung für globale Geschichte und dem Informationsaustausch über die konfliktbeladenen Kulturgüter. Die Forderung nach Restitutionen und nach einer intensiveren Provenienzforschung werden immer eindringlicher, so dass Gesellschaft und Museen sich ihnen nicht mehr entziehen können. In der vorliegenden Arbeit geht es um die Besonderheit von kolonialen Kulturgütern und ihren Charakter als sensible Objekte, die Entwicklung der Debatte und den Möglichkeiten, wie mit ihnen in musealen Kontexten umgegangen werden kann.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Koloniale Kulturgüter als „Sensible Objekte“

3. Positionen im Diskurs über die Benin Bronzen

3.1 Das Beschweigen der Objektgeschichte im Museum – Rebekka Habermas

3.2 Argumentationsmuster in der Debatte über koloniales Raubgut – Belinda Kazeem

4. Koloniale Kulturgüter als Herausforderung für Museum und Gesellschaft

5. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Problematik und die Herausforderungen im Umgang mit kolonialen Kulturgütern in europäischen Museen. Dabei wird analysiert, wie diese Objekte als „sensible Objekte“ eingeordnet werden können und welche diskursiven Muster bei Rückgabeforderungen, insbesondere am Beispiel der Benin Bronzen, vorherrschen.

  • Charakterisierung kolonialer Kulturgüter als „sensible Objekte“
  • Analyse der Objektgeschichte und des „Beschweigens“ im musealen Kontext
  • Untersuchung von Argumentationsmustern in Restitutionsdebatten
  • Verhältnis zwischen kolonialem Erbe und postkolonialer Museumspraxis
  • Bedeutung der Provenienzforschung für einen Dialog auf Augenhöhe

Auszug aus dem Buch

3.1 Das Beschweigen der Objektgeschichte im Museum – Rebekka Habermas

In ihrem Artikel „Benin Bronzen im Kaiserreich – oder warum koloniale Objekte so viel Ärger machen“ weist die Historikerin Rebekka Habermas auf die aktuelle Debatte um die Benin Bronzen hin und bemängelt, dass in den Museen der Sammlungsprozess zu wenig hinterfragt wird. Die Geschichte eines Sammlungsstückes wird lediglich bis zu seiner Entwendung aus dem originären Kontext erzählt, die erzählte Objektbiografie umfasst aber auch dessen Weg bis ins Museum und auch im Museum wird diese Biografie fortgeschrieben. Dieses Ausblenden der Objektgeschichte, das Habermas als ein „Beschweigen“ bezeichnet, ist nicht nur auf die Erwerbssituationen bezogen, sondern auch auf die engen Verflechtungen der gemeinsamen Geschichte der afrikanisch-europäischen Beziehungen. Und diese Verflechtungen haben durchaus positive Aspekte, wie z.B. den Einfluss den die afrikanischen Kulturgüter auf europäische Künstler wie z.B. Pablo Picasso, Ernst Nolde und Ludwig Kirchner hatten und der sich auf die europäische Moderne auswirkte. Die Kulturgegenstände aus Benin genossen und genießen noch immer eine große Wertschätzung hinsichtlich ihrer materiellen und ästhetischen Qualitäten, so dass es durchaus verständlich ist, wenn Museen sich ungerne von diesen Objekten trennen wollen. Nichtsdestotrotz handelt es sich aber eben um Objekte, denen nicht nur ein künstlerischer und ästhetischer, sondern zugleich auch ein kultureller und religiöser Wert zugeschrieben wird und die Teile der Geschichtsschreibung des Königshauses von Benin sind. Sie sind Gegenstände mit einer identitätsstiftenden Funktion und sie gehören aus der Sicht der Betroffenen nur bedingt in ein Museum.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Relevanz der Debatte um koloniale Kulturgüter in Museen, motiviert durch gesellschaftliche Sensibilisierung und aktuelle Restitutionsberichte.

2. Koloniale Kulturgüter als „Sensible Objekte“: Dieses Kapitel definiert sensible Objekte als solche, deren Erwerb mit Unterdrückung verbunden ist, und betont ihre Bedeutung für die kulturelle Identität der Herkunftsgemeinschaften.

3. Positionen im Diskurs über die Benin Bronzen: Der Abschnitt fokussiert auf die Benin Bronzen als prominentes Beispiel und analysiert die Spannungsfelder zwischen musealer Bewahrung und dem Wunsch nach Restitution.

3.1 Das Beschweigen der Objektgeschichte im Museum – Rebekka Habermas: Es wird dargelegt, wie Museen durch das Ausblenden der Erwerbsumstände eine spezifische Form von „Nichtwissen“ produzieren, die den kritischen Umgang mit der Vergangenheit erschwert.

3.2 Argumentationsmuster in der Debatte über koloniales Raubgut – Belinda Kazeem: Die Autorin untersucht die Abwehrmechanismen von Museen gegenüber Rückgabeforderungen, wie etwa das Sicherheitsargument oder den Verweis auf den Status als Weltkulturerbe.

4. Koloniale Kulturgüter als Herausforderung für Museum und Gesellschaft: Das Fazit unterstreicht die Notwendigkeit, sich der unbequemen Objektgeschichte zu stellen und einen gleichberechtigten Dialog mit betroffenen Staaten und Ethnien zu führen.

5. Literaturverzeichnis: Hier sind sämtliche wissenschaftliche Quellen, Publikationen und Internetressourcen aufgeführt, die für die Erarbeitung der vorliegenden Hausarbeit herangezogen wurden.

Schlüsselwörter

Koloniale Kulturgüter, Restitution, Provenienzforschung, Sensible Objekte, Benin Bronzen, Objektgeschichte, Raubgut, Museologie, Postkolonialismus, Weltkulturerbe, Museen, Kulturelle Identität, Diskurs, Eigentumsanspruch, Kolonialismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der ethischen und museologischen Herausforderung, die koloniale Kulturgüter in europäischen Museen darstellen, und diskutiert die Debatte um deren Restitution.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten zählen die Definition sensibler Objekte, die Problematik der Objektgeschichte im Museum sowie die Analyse von Argumentationsstrategien im Kontext kolonialer Raubkunst.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Komplexität der Debatte um koloniale Kulturgüter aufzuzeigen, ausgewählte Problemfelder zu beleuchten und kritisch zu hinterfragen, wie Museen mit ihrer kolonialen Vergangenheit umgehen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, in der aktuelle wissenschaftliche Diskurse und Publikationen zur postkolonialen Museologie systematisch ausgewertet und kritisch reflektiert werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der Definition sensibler Objekte, untersucht die spezifischen Fallbeispiele der Benin Bronzen und analysiert die Positionen von Experten wie Rebekka Habermas und Belinda Kazeem.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Restitution, Sensible Objekte, Benin Bronzen, Provenienzforschung, Koloniale Kontexte und Postkoloniale Museologie.

Wie bewerten die untersuchten Autorinnen den Umgang mit den Benin Bronzen?

Sowohl Habermas als auch Kazeem kritisieren die museale Praxis der Verschleierung der Objektbiografie und die eurozentrische Perspektive, die Rückgabeforderungen der Herkunftsgesellschaften oft abwehrt.

Warum spielt das „Sicherheitsargument“ eine Rolle in der Debatte?

Das Sicherheitsargument dient oft als „Deckdiskurs“, um Rückgabeforderungen zu blockieren, indem Museen in Herkunftsländern als ungeeignet für die Konservierung der Objekte dargestellt werden.

Excerpt out of 15 pages  - scroll top

Details

Title
Die Debatte um Kulturgüter aus kolonialen Kontexten im Museum. Zwischen Restitution und Objektgeschichte
College
University of Würzburg  (Professur für Museologie)
Grade
1.0
Author
Corina Honke (Author)
Publication Year
2019
Pages
15
Catalog Number
V1169818
ISBN (PDF)
9783346581068
ISBN (Book)
9783346581075
Language
German
Tags
Kolonialismus Museum Restitution Benin Benin-Bronzen Rückgabe Sammlungen Restitutionsdiskurs
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Corina Honke (Author), 2019, Die Debatte um Kulturgüter aus kolonialen Kontexten im Museum. Zwischen Restitution und Objektgeschichte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1169818
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  15  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint