Das Urlaubs-, Reise- und Freizeitverhalten im Rahmen der Globalisierung


Hausarbeit, 2008

60 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2 Historie und Definitionen
2.1 Globalisierung
2.2 Klimawandel
2.3 Globalisierung – im Hinblick auf den Klimawandel
2.4 Globalisierung und Urlaubs-, Reise- und Freizeitverhalten
2.5 Umdenken notwendig – Veränderungen des Urlaubs-, Reise- und Freizeitverhaltens

3 Vorannahmen
3.1 Methodenwahl
3.1.1 Die Befragung als Instrument zur Prüfung der Vorannahmen
3.1.2 Wahl des Fragebogens
3.1.3 Auswahl der Items
3.1.4 Auswahl der Stichprobe
3.1.5 Die Durchführung der Befragung
3.2 Die Auswertung
3.2.1 Die Geschlechtsverteilungs- und Altersverteilung
3.2.2 Schulbildung und ausgeübte Tätigkeit
3.2.3 Die Auswertung der einzelnen Items
3.3 Die Umfrageergebnisse – Anspruchshaltung einer repräsentativen Gruppe
3.4 Gütekriterien – externe Validität und Objektivität erfüllt?

4. Zusammenfassung und Gegenüberstellung
4.1 Zusammenfassung der Ergebnisse
4.2 Ausblick

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Literaturverzeichnis

Anlagen
1 Der verwendete Fragebogen
2 Der verwendetet Antwortbogen
3 Gesamtauswertung

1. Einleitung

Das Urlaubs-, Reise- und Freizeitverhalten im Rahmen der Globalisierung soll im Mittelpunkt meiner Untersuchung stehen. Wie verhält sich dies in einer globalisierten Welt und vor allem in Zeiten des Klimawandels?

Wie steht es in diesem Zusammenhang mit dem Umweltverhalten? Gibt es hier Verbindungen? Oder betrifft der Klimawandel dieses Verhalten nicht? Diese und weitere Fragen, die im Laufe dieser Arbeit auftauchen werden, versuche ich anhand der Untersuchung anzugehen.

Ausgangspunkt für die Untersuchung war die Beobachtung, dass ich eine Unkenntnis und ein Desinteresse im Hinblick auf einen sorgsamen Umgang mit bestimmten Stoffen und damit zwangsläufig mit der Veränderung des Klimas bzw. der Verknappung von Energien und Rohstoffen bei Teilnehmern einer beruflichen Jugendmaßnahme beobachtet habe. Ist es nur bei einem bestimmten Teil von Personen so oder zieht sich diese Gleichgültigkeit durch alle Altersstufen und alle Gesellschaftsschichten? Ziel der Untersuchung ist es, hierüber Aufschluss zu geben.

Mit dieser Arbeit gehe ich der aufgetretenen Frage nach und versuche innerhalb der Fragestellung einen Bezug zur Globalisierung und dem Klimawandel herzustellen.

Die Globalisierung ist deshalb mit betroffen, da sich Urlaubsreisen heute nicht mehr auf Reisen im eigenen Land beschränken. Laut einer Studie des Tourismus-Dahme-Seengebietes (vgl. www.tourismus-dahme-seengebiet.de/2.2-reiseverhalten-der-deutschen.html) verbrachten im Jahr 2002 nur dreißig Prozent der Deutschen ihren Urlaub im eigenen Land.

Dies heraus zu finden, habe ich eine Befragung durch verschiedene Altersstufen durchgeführt.

Als Grundlage zur Erfassung des Urlaubs-, Reise- und Freizeitverhaltens benutze ich das „Skalensystem zur Erfassung des Umweltbewusstseins“; dritte, überarbeitete Version (SEU/3, 1999) von Dr. Joachim Schahn, Psychologisches Institut der Universität Heidelberg, dass mir von Janine Immecke, FernUniversität Hagen, Institut für Psychologie, LG Ökologische Psychologie per Mail zur Durchführung dieser Erhebung übermittelt wurde.

Zielgruppe waren Personen im Alter von 15 Jahren bis 54 Jahren. Die erhaltenen Ergebnisse werde ich in einer Excel-Tabelle wie in Grafiken auswerten, um sie im dritten Teil der Hausarbeit darzustellen. Die komplette Auswertung befindet sich im Anhang unter Anlage 3.

Im vierten Teil stelle ich diese Auswertung internationalen Zahlen – soweit erhältlich – gegenüber. Was bedeuten diese Zahlen nun auch im Hinblick auf den Klimawandel.

Ist eine Umorientierung notwendig oder ist das Urlaubs-, Reise- und Freizeitverhalten für unsere Umwelt und im Speziellen für unser Klima verträglich?

Zur Erleichterung in den Ausführungen verwende ich ausschließlich die männliche Anspracheform, wenn ich von Befragten beider Geschlechter spreche. Die weibliche und die männliche Ansprache verwende ich nur dann, wenn ich Unterschiede zwischen den Geschlechtern aufzeigen werde.

2 Historie und Definitionen

Der Umweltschutz hat sich im Laufe der Jahre auf den zweiten Platz der wichtigsten Probleme Deutschlands „herauf gearbeitet“ (Stand 2006).

Abbildung 1: Die wichtigsten Probleme in Deutschland

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Und obwohl der Umweltschutz in der obigen Tabelle an zweiter Stelle zu finden ist, entwickelt sich die Frage, in wie weit er in den Alltag der Verbraucher schon integriert ist. Umweltschutz und Umweltbewusstsein – ein neuer Trend oder?

„Weiter, schneller, mehr“ - „Produktion und Konsum werden angekurbelt, Wegstrecken schneller überwunden, Kommunikation beschleunigt“ - „unsere Art zu leben und zu wirtschaften ist schon heute nicht mehr tragfähig, geschweige denn ein Modell für die Welt von morgen und die Länder des Südens“ (BUND, Misereor, 1998; Seite 9). Das war der Inhalt 1992 beim Erdgipfel in Rio de Janeiro. Dort wurde ein umfangreiches Aktionsprogramm für das 21. Jahrhundert - die Agenda 21 – entwickelt (vgl. Bolscho, 2000; Seite 87), die es nunmehr umzusetzen gilt. Aber auch schon viel früher beschäftigte man sich mit der Umwelt wie die geschichtliche Entwicklung zum Beispiel des Hamburger Instituts für Hygiene und Umwelt belegt, dass 1892 mehr oder weniger aus der Not heraus gegründet wurde. Mangelnde Hygiene in der Trinkwasserversorgung hatte eine Cholera-Epidemie ausgelöst (vgl. www.fhh.hamburg.de).

Umwelt – was bedeutet es? Wenn wir von Umwelt sprechen, so sprechen wir im Sinne der Nachhaltigkeit nicht nur von der Verschmutzung der Natur durch unvernünftiges Handeln, sondern eben auch von der direkten Umwelt, in der jeder von uns lebt. Umwelt, dass ist auch der Nächste – in welchem Verhältnis lebe ich zu ihm? Ist es ein wohlwollendes Miteinander oder ein sich gegenseitig Beneiden? Umwelt – das können aber auch andere Länder sein, in denen wir zu Gast sind. Wie verhalten wir uns dort? Wird der anfallende Abfall genauso sorgfältig wie sonst entsorgt oder einfach achtlos weggeworfen? Umwelt ist aber auch das Miteinander arbeiten, miteinander wirtschaften – alle Aspekte des Zusammenlebens kommen hier ins Spiel. Umso wichtiger ist es deshalb, dass Umweltbewusstsein nicht nur an zweiter Stelle steht. Es sollte uns doch eigentlich das Wichtigste sein – wie wir miteinander in einer Welt zusammenleben und wirtschaften. Umso seltsamer, dass Umweltbewusstsein in den letzten Jahren erst Platz zwei eroberte.

Bevor ich der Frage nach dem Urlaubs-, Freizeit- und Reiseverhalten im Rahmen der Globalisierung nachgehe, gehe ich im Folgenden erst auf einige Begriffe näher ein.

2.1 Globalisierung

„Globalisierung“ als Wort wurde Mitte der achtziger Jahre „im Managementbereich internationaler Konzerne“ (Böttger, Götz, 2000; Seite 9) kreiert und ist heute in vieler Munde. Eine klare Definition dieses Begriffes gibt es bis heute nicht (vgl. Böttger, Götz, 2000; Seite 9).

Bei Globalisierung kann man von einer Denationalisierung als „umfassender Vorgang oder Prozess, der sich keineswegs auf ökonomische Phänomene beschränkt“ (Böttger, Götz, 2000; Seite 9) sprechen.

Problematisch ist Globalisierung deshalb zu erklären, weil sie sich nicht nur auf rein ökonomische Beziehungen beschränken lässt. Es zählen ja auch die vielfältigen Kommunikationsprozesse so wie auch Migrationsbewegungen von Menschen mit dazu (vgl. Böttger, Götz, Hesse, Hug, 2000; Seite 12).

So kann man Globalisierung auch als „das Phänomen der Ausdehnung und Vertiefung grenzüberschreitender Interaktionen“ (Böttger, Götz, Hesse, Hug, 2000; Seite 13) bezeichnen.

Wenn bei Globalisierung von Denationalisierung gesprochen wird, so sprechen Böttger, Götz, Hesse und Hug, (2000, Seite 13) von dem „Prozess der Ausweitung der Verdichtungsräume gesellschaftlicher Interaktionen über den Nationalstaat hinaus“. Weiter schreiben sie, dass dieser „Akzent auf die Abschleifung der Bedeutung nationalstaatlicher Grenzen“ [...] „den Austausch zwischen distinkten Einheiten umfasst“ (Böttger, Götz, Hesse, Hug, 2000; Seite 13). So kommt es

- zur „Entstehung kaum mehr eindeutig lokalisierbarer Finanzmärkte“ (Böttger, Götz, Hesse, Hug, 2000; Seite 15).
- zum „steigenden Anteil importierter Halbfertigwaren“ (vgl. Böttger, Götz, Hesse, Hug, 2000; Seite 15)
- durch die „Entwicklung neuer Informations- und Kommunikationstechnologien zu einem weiteren Wachstum der transnationalen Kommunikation. Besonders sitcht hier das Internet hervor [...] (Böttger, Götz, Hesse, Hug, 2000; Seite 15).

Auch im Freizeitverhalten ist ein sogenannter Denationalisierungsprozess zu beobachten, vor allem im Bereich des Reisens. Hierbei sprechen Böttger, Götz, Hesse und Hug (2000; Seite 17) von „kurzfristigen Wanderungsbewegungen“, die sich durchaus in „sehr deutlichen Denationalisierungstrends“ (Böttger, Götz, Hesse, Hug, 2000; Seite 17) im Bereich des internationalen Tourismus beobachten lassen ( vgl. Böttger, Götz, Hesse, Hug, 2000; Seite 17). Dem gegenüber steht aber auch grenzüberschreitend die Bedrohung der Sicherheit durch Terroristen beispielsweise (Böttger, Götz, Hesse, Hug, 2000; Seite 17).

Globalisierung darf aber nicht nur als Bedrohung gesehen werden, „ sondern auch als Chance“ (Böttger, Götz, Hesse, Hug, 2000; Seite 25), denn dadurch können sich auch „neue Chancen in einer zunehmend durch marktwirtschaftliche Strukturen geprägten Welt“ (Böttger, Götz, Hesse, Hug, 2000; Seite 25) ergeben, durch einen „ökonomisch ausgerichteten, produktiven Wettbewerb der Standorte“ (Böttger, Götz, Hesse, Hug, 2000; Seite 25) und somit die „erhöhte Chance für Innovation, Einkommen und Beschäftigung“ (Böttger, Götz, Hesse, Hug, 2000; Seite 25). Aus der Sicht des Arbeitsmarktes betrachtet, bedeutet Globalisierung aber auch einen „erhöhten Konkurrenzdruck auf dem Arbeitsmarkt“ (Böttger, Götz, Hesse, Hug, 2000; Seite 34).

2.2 Klimawandel

„Der Klimawandel ist bereits da. Wir rasen in eine Katastrophe, wenn bei solchen Verhandlungen wie hier in Bonn nicht schnellstmöglich die Bremse gezogen wird“, sagt Greenpeace – Klimaexpertin Gabriela von Goerne (www.greenpeace.de, 22.06.2008). Eine bedrohende Aussage, die Gabriela von Goerne da ausspricht und doch scheint keine Panik unter der Bevölkerung zu entstehen.

Klimawandel – was ist eigentlich darunter zu verstehen? Was ist denn überhaupt Klima? Auf diese beiden Fragestellungen werde ich im Folgenden näher eingehen.

Unter Klima wird eine Art Statistik verstanden, d. h. dass bestimmte Wettererscheinungen innerhalb eines gewissen Zeitraumes gemessen werden. Wettererscheinungen können die Temperatur, die Niederschlagsmenge, der Luftdruck und anderes sein. Sie werden über einen Zeitraum von ca. 30 Jahren gemessen, um so die Klimaschwankungen für das jeweilige Gebiet zu ermitteln (vgl. www.transfer-21.de, Klimawandel).

Stellen sich nun aber längerfristige Veränderungen ein wie z. B. der stete Temperaturanstieg oder die Zunahme heftigster Unwetter mit Hochwasser oder Tornadobildung, so sind das Hinweise auf einen Wandel des Klimas, während ein verregneter Sommer noch kein Grund zur Besorgnis auslöst.

Und wenn wir uns nun die Klimaentwicklung in den letzten Jahren anschauen, so wird doch eine kontinuierliche Veränderung durchaus deutlich. Ebenso wie die Auswirkungen des Klimawandels sehr komplex und variationsreich sind, ebenso komplex sind die Ursachen, ob im Kleinsten oder dann eben im Großen. So ist jeder gefordert im Rahmen seiner Möglichkeiten um zukehren und sein Verhalten im Sinne der Nachhaltigkeit zu verändern.

2.3 Globalisierung – im Hinblick auf den Klimawandel

Die Emissionen kennen keine Grenzen, denn die Atmosphäre lässt sich nicht begrenzen. Genauso wenig wie die verklappten Gemische in den Weltmeeren. Luft und die darin befindlichen Schadstoffe wie auch die Weltmeere kennen keine Grenzen. Dringend an der Zeit ist jetzt allerdings die Globalisierung in der Gegensteuerung. Wann ziehen alle Kontinente und die sich darauf befindlichen Länder an einem Strick und nehmen die eindeutig gemessenen Veränderungen des Klimas wahr und ernst? Nur, wenn alle an diesem großen Gemeinschaftswerk der Reduzierung der unterschiedlichsten Umwelt- und damit auch Klimaschädigungen gleichermaßen mitarbeiten kann es gelingen, die Bedrohungen noch rechtzeitig einzuschränken bzw abzuschwächen. Der Zeitpunkt des Aufhaltens – der ist leider schon verpasst.

2.4 Globalisierung und Urlaubs-, Reise- und Freizeitverhalten

Nie zuvor hatten die Deutschen so viel Freizeit. Im Schnitt verfügen die deutschen Bundesbürger über durchschnittlich 4,1 Stunden Freizeit am Tag. Das bedeutet einen Anstieg in den letzten vierzig Jahren um mehr als 2,5 Stunden pro Tag. Bei den Urlaubstagen ist eine ähnliche Entwicklung zu beobachten. Während sich die Wochenendfreizeit um ca. einen halben Tag verlängerte, stiegen die Urlaubstage um zweiundzwanzig Tage – von 9 Tagen auf durchschnittlich 31 Tage pro Jahr an (vgl. www.tourismus-dahme-seengebiet.de).

So ist Reisen beispielsweise für viele nicht mehr nur Erholung oder andere Länder entdecken, sondern auch eine regelrechte Flucht aus dem Alltag, aus dem Stress und aus der Schnelllebigkeit der Großstädte geworden (vgl. www.tourismus-dahme-seengebiet.de). Reisen nicht mehr nur in die nächste Umgebung oder im eigenen Land – hier ist die Welt durch Verkehrsmittel wie Flugzeug, Bahn und Auto zusammengewachsen. Mit dem Flugzeug werden in kurzer Zeit ferne Länder erreicht.

Darüber hinaus haben uns Sportarten der anderen Kontinente erreicht. Hier ist das Bungee – Springen in Vertretung vieler anderer Freizeittrends zu nennen. Freizeit hat sich teilweise zu Stress entwickelt. Es wird nicht umsonst von „Freizeit-Stress“ gesprochen. Um fit zu sein und jung zu bleiben, wird geradelt, gewalkt, gejoggt, Tennis gespielt, verschiedenste Ballsportarten betrieben und vieles mehr. Allein schon die Entwicklung der Fitness-Studios spricht in diesem Punkt Bände.

Hier joggen die Menschen auf Bändern, anstatt sich draußen an der frischen Luft – in der Natur zu bewegen.

2.5 Umdenken notwendig

Veränderungen des Urlaubs-, Reise- und Freizeitverhaltens
Sollte nicht dringend auch hier ein Umdenken stattfinden? Würde die Notwendigkeit des Umdenkens nicht besser erkannt werden, wenn wieder mehr in der Natur Fitness treiben würden, als in Fitness-Hallen vor dem Fernseher, der wiederum Strom verbraucht? Sollte nicht gelernt werden, mit den Ressourcen, die noch verbleiben, sinnvoll zu wirtschaften – diese sinnvoll einzusetzen, so dass auch noch nachfolgende Generationen entsprechend leben können?

Wie sehr ein solches Umdenken notwendig ist, zeigt auch als kleiner Ausschnitt die Auswertung der unten stehenden Ergebnisse der Befragung. Hier wird deutlich, dass sehr viel Freizeit nicht ohne Auto oder Flugzeug zu gestalten ist.

3 Vorannahmen

In wie weit sind Umweltschutz und Umweltbewusstsein schon verbreitet? Im Rahmen der Globalisierung wird gereist, ferne Länder mit dem Flugzeug besichtigt, oft sogar mehrmals pro Jahr. Auf den Berg zu laufen ist mit Hilfe von Gondelbahnen sehr bequem und im Winter für die Skitouristen unentbehrlich. Und besonders imposant ist das Skilaufen in anderen Ländern, z. B. in den Rocky Mountains anstatt in den Alpen.

Die Auswirkungen des Klimawandels beispielsweise sind weit weg und auch mit früheren Unwettergeschehnissen vergleichbar. Die Bevölkerung sieht in den klimatischen Veränderungen nur selten einen Wandel. Hochwasser und Flutkatastrophen, Wirbelstürme und besonders starken Schneefall bzw. ausbleibender Schnee in manchen Regionen – all das hat es immer schon gegeben. Warum also all diese Aufregung?

Nur langsam denken die Menschen um, meist auch nur dann, wenn sie öfters Opfer eines meteorologischen Ereignisses wurden. Und selbst dann gibt es noch genug andere Erklärungen für solche „Wetterkapriolen“. Nur langsam beginnen die Menschen über ihr Verhalten bezüglich der Umwelt, über die Auswirkungen der Umweltverschmutzung, über Möglichkeiten des Umweltschutzes nachzudenken.

Nur langsam stellen sie ihr Urlaubs-, Freizeit- und Reiseverhalten um. Und genau das ist der Ausgangspunkt meiner Untersuchung – wie verhält sich das Urlaubs-, Reise- und Freizeitverhalten im Rahmen der Globalisierung.

3.1 Methodenwahl

Um etwas über das Urlaubs-, Reise- und Freizeitverhalten im Rahmen der Globalisierung zu erfahren, schien es mir am sinnvollsten, eine Befragung zu dem Thema anhand eines standardisierten Fragebogens durchzuführen. Diese Methode schien mir nicht nur am ehesten im Rahmen meiner Möglichkeiten, sondern auch als die „kostengünstigste Untersuchungsvariante“ (Bortz, Döring, 2006; Seite 252). Sie „erfordert eine hohe Strukturierbarkeit der Befragungsinhalte und verzichtet auf steuernde Eingriffe eines Interviewers. Ein entscheidender Nachteil schriftlicher Befragungen ist die unkontrollierte Erhebungssituation“ (Bortz, Döring, 2006; Seite 252). Diesen Nachteil versuchte ich dadurch zu minimieren, dass ich als Untersuchungsleiter anwesend war und so die Rahmenbedingungen kontrollieren bzw. weitestgehend ausschließen konnte.

Die Befragung wurde anhand des Fragebogens – also schriftlich – durchgeführt. Zum Teil wurde mit dem Befragten der Fragebogen mündlich durchgegangen und zum Teil auch nur schriftlich, so dass der Befragte seinen Fragebogen selbstständig ausfüllte. Erklärungen wurden dort gegeben, wo Unklarheiten aufgetreten sind, was allerdings eher die Seltenheit war.

So habe ich die Ergebnisse durch die Antwortbögen so dokumentiert, dass eine statistische Auswertung im zeitlich und Umfang mäßig eingeschränkten Rahmen dieser Hausarbeit relativ einfach durchzuführen ist.

3.1.1 Die Befragung als Instrument zur Prüfung der Vorannahmen

Bei dieser quantitativen Methode der Datenerhebung handelt es sich bei der Befragung um die „am häufigsten angewandte Datenerhebungsmethode“ (Bortz, Döring, 2006; Seite 236). Hier wird zwischen der mündlichen und der schriftlichen Befragung unterschieden (vgl. Bortz, Döring, 2006; Seite 236). „Welche der beiden Erhebungsarten, [..], vorzuziehen ist, lässt sich nur in Verbindung mit einem konkreten Forschungsproblem klären“ (Bortz, Döring, 2006; Seite 236).

„Der Fragebogen sollte so gestaltet sein, dass seine Bearbeitung außer einer einleitenden Instruktion keiner weiteren Erläuterungen bedarf“ (Bortz, Döring, 2006; Seite 237). „Der wichtigste Unterschied zwischen schriftlichen und mündlichen Befragungen liegt in der Erhebungssituation. Schriftliche Befragungen erleben die Befragten als anonymer, was sich günstig auf die Bereitschaft zu ehrlichen Angaben und gründlicher Auseinandersetzung mit der erfragten Problematik auswirken kann“ (Bortz, Döring, 2006; Seite 237).

„Beide Verfahren, die mündliche und die schriftliche Befragung, haben ihre Schwächen und ihre Stärken“ (Bortz, Döring, 2006; Seite 237). Auf diesen Punkt gehe ich später noch ein in Punkt 3.4, in dem es darum geht, ob die Gütekriterien – die Validität erfüllt ist.

3.1.2 Wahl des Fragebogens

Bei der Wahl des Fragebogens habe ich auf eine schon bestehende, ausgearbeitete Skala zurückgegriffen. Hierbei handelt es sich um das „Skalensystem zur Erfassung des Umweltbewusstseins – Dritte, überarbeitete Version (SEU/3, 1999)“ von Dr. Joachim Schahn. So musste ich keinen eigenständigen Fragebogen entwickeln, was mit einem erheblichen zeitlichen Mehraufwand verbunden gewesen wäre. Zumal sich schon vorhandene Skalen in ihrer Validität beweisen mussten.

Die zusätzliche Entwicklung eines Fragebogens hätte nicht nur den Zeitrahmen, sondern auch den Umfang dieser Hausarbeit gesprengt.

3.1.3 Auswahl der Items

Die Auswahl der Items war dahingehend kein Problem, da das „Skalensystem zur Erfassung des Umweltbewusstseins“ - kurz SEU – in Inhaltsbereiche aufgeteilt ist. Im Rahmen der Vorbereitung zur Durchführung der Befragung über das Urlaubs-, Reise- und Freizeitverhalten im Rahmen der Globalisierung entschied ich mich für den Inhaltsbereich Sport und Freizeit (ISP). Diese umfasst zwölf Items, die sich durchweg mit der Thematik beschäftigen.

3.1.4 Auswahl der Stichprobe

Für die Auswahl der Stichprobe entschied ich mich für Teilnehmer, die allesamt aus dem ländlichen Bereich des Zollernalbkreises stammen. Diese Gruppe ist nur eingeschränkt als Gesellschaftsspiegel repräsentativ, denn unter ihnen befindet sich kein sogenannter „Vielflieger“, d. h. Es ist niemand unter den Befragten, der jeden Urlaub und vielleicht sogar mehrmals pro Jahr mit dem Flugzeug ferne Länder bereist. Es handelt sich bei den Befragten um Personen, die der unteren bis mittleren Mittelschicht angehören.

3.1.5 Die Durchführung der Befragung

Die Befragung wurde von mir geleitet und vor Ort bei den Befragen zu hause durchgeführt. Die Befragung wurde schriftlich anhand der vorgefertigten Fragebögen (siehe Anhang 1) durchgeführt. Die Teilnehmer beantworteten in Ruhe die Fragen und übertrugen ihre Antworten in die beigelegten Antwortbögen (siehe Anhang 2). Es gab keine Zeitbegrenzung.

Jeder Teilnehmer füllte seinen Fragebogen persönlich und tatsächlich aus. Dies war dadurch sichergestellt, dass wir die Teilnehmer vor Ort befragten und die Fragebögen nicht verschickten. So kann ich auch davon ausgehen, dass mögliche Interviewereinflüsse wegfallen und die Reihenfolge der Fragen bei der Beantwortung eingehalten wurde.

[...]

Ende der Leseprobe aus 60 Seiten

Details

Titel
Das Urlaubs-, Reise- und Freizeitverhalten im Rahmen der Globalisierung
Hochschule
FernUniversität Hagen
Autor
Jahr
2008
Seiten
60
Katalognummer
V116992
ISBN (eBook)
9783640193714
ISBN (Buch)
9783640218547
Dateigröße
1372 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Urlaubs-, Reise-, Freizeitverhalten, Rahmen, Globalisierung
Arbeit zitieren
Christiane Haid (Autor), 2008, Das Urlaubs-, Reise- und Freizeitverhalten im Rahmen der Globalisierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/116992

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