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Angst und Verbrechen aus sozialgeographischer Perspektive

Titel: Angst und Verbrechen aus sozialgeographischer Perspektive

Seminararbeit , 2020 , 21 Seiten

Autor:in: Felix Heußinger (Autor:in)

Geowissenschaften / Geographie - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Zu Beginn dieser Arbeit wird zunächst der Zusammenhang zwischen Angst und Raum erklärt. Der Hauptteil beschäftigt sich mit der Angstraumbildung. Es wird untersucht welche Faktoren einen Ort zu einem Angstort werden lassen. Dazu wird die Broken-Windows Theorie vorgestellt und ein Beispiel deren Anwendung aufgezeigt. Im weiteren Verlauf der Arbeit werden verschiedene Strategien vorgestellt auf welche Weise diesen Räumen der Angst entgegengewirkt werden kann und dies mit Beispielen untermauert. Auch wird kurz auf die Auswirkungen dieser Strategien eingegangen.
Zusammenfassend schafft diese Arbeit also einen Überblick, was Angsträume sind und setzt sich mit der Frage auseinander wie eine Stadt möglichst sicher gestaltet werden kann.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Angst und Raum

3 Angsträume

3.1 Räume als soziales Konstrukt

3.2 Physische Eigenschaften

3.3 Segregation in den Städten

3.4 Broken-Windows-Theorie

4 Die Bekämpfung der Angsträume

4.1 Architektonische Maßnahmen

4.2 Räume der Exklusion

4.3 Alternative Ideen

5 Effekte der Wohnsegregation und Überwachung des öffentlichen Raums

6 Angsträume in Deutschland

7 Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der sogenannten Angsträume aus einer sozialgeographischen Perspektive. Ziel ist es, die Entstehung dieser Räume zu analysieren, die Rolle von Stadtplanung und sozialen Konstrukten zu durchleuchten und zu hinterfragen, wie Städte sicher gestaltet werden können, ohne dabei soziale Exklusion zu fördern.

  • Zusammenhang zwischen Angst, Raumwahrnehmung und sozialer Konstruktion.
  • Analyse städtebaulicher Faktoren und Segregationsprozesse als Ursache für Angsträume.
  • Bewertung der "Broken-Windows-Theorie" und deren praktischer Anwendung.
  • Kritische Betrachtung von Maßnahmen wie Gated Communities und Videoüberwachung.
  • Diskussion von Lösungsansätzen zur Förderung lebendiger und sicherer Stadtviertel.

Auszug aus dem Buch

3.4 Broken-Windows-Theorie

„Disorder, unpleasant in itself, breeds crime, and just as importantly, breeds the fear of crime.“ (Kelling 1991)

Vernachlässigung und Verwahrlosung sind die Stichwörter der Broken-Windows-Theorie. James Q. Wilson und George L. Kelling veröffentlichten 1982 diese Theorie in einem Essay der Zeitschrift Atlantic Monthly. Sie geht davon aus, dass wir Menschen bei verwahrlosten Gegenden das Gefühl bekommen, dass sich niemand um diesen Ort kümmert. Das führt dazu, dass der Ort weiter verwahrlost und „unordentliches“ Verhalten geduldet wird. Die Hemmschwelle eine Straftat zu begehen wird geringer, da offensichtlich keine Kontrolle herrscht. Die Verwahrlosung kann sich in einem physischen Verfall oder einem sozialen Verfall äußern. Bei dem physischen Verfall handelt es sich sprichwörtlich um die „zerbrochenen Fensterscheiben“ oder ähnliche Merkmale des Verfalls der Umgebung wie die unkontrollierte Verbreitung von Graffitis, kaputten Straßenlaternen oder Müll auf dem Gehsteig. Der soziale Verfall bezieht sich auf die Anwesenheit „unordentlicher Leute“ wie Bettler oder Drogendealer. Kelling und Wilson stellen aber heraus, dass es keinen direkten Zusammenhang zwischen der Verwahrlosung und der Kriminalität gebe. Der Zusammenhang wird erst in unserer Wahrnehmung geschaffen, dass sich heruntergekommene Orte gut eignen abweichende Verhaltensweisen und Straftaten auszuüben, da das Nicht-Einhalten von Normen in dieser Gegend nicht sanktioniert wird und folglich die soziale Kontrolle niedrig ist. Besonders die Wahrnehmung der Bewohner solcher Gegenden ist entscheidend, ob sich ein Ort zum Angstraum entwickelt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung stellt den gesellschaftlichen Kontext der zunehmenden Angst im städtischen Raum dar und formuliert die Problemstellung hinsichtlich der Sicherheitswahrnehmung und Raumgestaltung.

2 Angst und Raum: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Humangeographie bezüglich der emotionalen Bindung von Menschen an Orte und definiert Begriffe wie Topophobie.

3 Angsträume: Hier werden die Entstehungsfaktoren von Angsträumen untersucht, wobei soziale Konstruktionen, physische Gegebenheiten, Segregation und die Broken-Windows-Theorie im Fokus stehen.

4 Die Bekämpfung der Angsträume: Es werden verschiedene Strategien der Stadtplanung zur Reduzierung von Unsicherheit vorgestellt, von architektonischen Eingriffen bis hin zu exklusiven Räumen.

5 Effekte der Wohnsegregation und Überwachung des öffentlichen Raums: Dieses Kapitel analysiert die negativen Folgen der Sicherheitspolitik, insbesondere in Bezug auf Überwachung und die soziale Verdrängung marginalisierter Gruppen.

6 Angsträume in Deutschland: Anhand der Beispiele Frankfurter Bahnhofsviertel und Kölner Ebertplatz wird aufgezeigt, wie in der deutschen Praxis mit Angsträumen umgegangen wird.

7 Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer kritischen Reflexion über die Möglichkeiten und Grenzen einer sicheren Stadtgestaltung im Spannungsfeld zwischen Freiheit und Überwachung.

Schlüsselwörter

Angsträume, Sozialgeographie, Stadtplanung, Sicherheitspolitik, Segregation, Broken-Windows-Theorie, Gated Communities, Raumwahrnehmung, Videoüberwachung, Gentrifizierung, Topophobie, städtische Kriminalität, sozialer Verfall, öffentlicher Raum, Lebensqualität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entstehung und Wahrnehmung von Angsträumen in Städten sowie den Strategien, mit denen Stadtplanung und Politik versuchen, diese Unsicherheitsgefühle zu minimieren.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zu den Kernbereichen zählen die Humangeographie der Angst, städtebauliche Maßnahmen zur Sicherheitsförderung, soziale Segregation und die Auswirkungen von Kontrollinstrumenten wie Videoüberwachung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu analysieren, wie Angsträume entstehen und welche stadtplanerischen Konsequenzen dies hat, insbesondere inwieweit Maßnahmen zur Sicherheit ungewollt zur sozialen Exklusion beitragen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse soziologischer und humangeographischer Konzepte sowie der Untersuchung von Fallbeispielen zur Veranschaulichung der theoretischen Ansätze.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Angst und Raum), die Ursachenforschung (Angstraumbildung, Broken-Windows-Theorie), die Analyse von Bekämpfungsstrategien und die Reflexion über die Konsequenzen dieser Maßnahmen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Begriffe sind Angsträume, Sozialgeographie, Stadtplanung, Sicherheitspolitik, Segregation sowie die Broken-Windows-Theorie.

Wie bewertet die Arbeit das Beispiel des Frankfurter Bahnhofsviertels?

Die Arbeit zeigt auf, dass durch Gentrifizierungsprozesse und städtebauliche Aufwertung das Image eines „Angstortes“ zwar verändert werden kann, dies jedoch kritische Fragen zur Verdrängung der dort ansässigen Randgruppen aufwirft.

Welche Rolle spielt die Videoüberwachung laut der Untersuchung?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Videoüberwachung oft eher der Strafverfolgung als der tatsächlichen Prävention dient, zudem diskriminierende Effekte haben kann und teilweise lediglich Kriminalität in nicht-überwachte Gebiete verlagert.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Angst und Verbrechen aus sozialgeographischer Perspektive
Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Autor
Felix Heußinger (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
21
Katalognummer
V1169940
ISBN (PDF)
9783346583901
ISBN (Buch)
9783346583918
Sprache
Deutsch
Schlagworte
angst verbrechen perspektive
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Felix Heußinger (Autor:in), 2020, Angst und Verbrechen aus sozialgeographischer Perspektive, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1169940
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  21  Seiten
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