Das Ziel dieser Arbeit ist zu untersuchen, wie die beiden Kulturen im Arbeitskontext miteinander interagieren und ob die kulturbedingten deutsch-französischen Unterschiede eher bereichernd im Sinne interkultureller Synergieeffekte oder eher hemmend für den Sender sind. Um den bestehenden Forschungsstand zu dieser Thematik zu erweitern, wurden im Rahmen dieser Masterarbeit leitfadengestützte Experteninterviews mit MitarbeiterInnen der ARTE-Zentrale geführt. Es ist davon auszugehen, dass Menschen, die in unterschiedlichen Kulturkreisen sozialisiert wurden, zumindest teilweise divergierende Denkweisen, Erwartungen und Interpretationsmuster entwickelt haben.
Die interkulturelle Forschung beschäftigt sich im weitesten Sinne damit, wie Individuen aus verschiedenen Kulturen in sozialen Systemen miteinander interagieren. Gerade im Arbeitskontext ist von zentraler Bedeutung, ob sich Interkulturalität eher konstruktiv oder hemmend auf die Zusammenarbeit von MitarbeiterInnen aus unterschiedlichen Kulturen auswirkt. In der Vergangenheit wurden in interkulturellen Studien häufig die Probleme untersucht, die bei Kommunikations- und Interaktionsprozessen unter kulturell heterogenen Beschäftigten entstehen können. Inwiefern kulturelle Vielfalt insbesondere in der Arbeitswelt als produktive Ressource gelten kann, ist hingegen weniger erforscht.
1. Einleitung
2. Der Kultursender ARTE
3. Interkulturelle Synergieeffekte in binationalen Unternehmen
3.1 Interkulturelle Interaktionen im Arbeitskontext: Von kulturellen Aushandlungsprozessen zu Synergieeffekten
3.2 Forschungsstand zu interkulturellen Synergieeffekten unter besonderer Berücksichtigung von ARTE G.E.I.E.
4. Methode, Durchführung und Ziele der Experteninterviews
5. Ergebnisse der Experteninterviews zu ARTE G.E.I.E.
5.1 Kulturelle Unterschiede zwischen Deutschen und Franzosen im Redaktionsalltag
5.2 Interkulturelle Kompetenzen
5.3 Kulturelle Aushandlungsprozesse
5.4 Interkulturelle Synergieeffekte
5.5 Herausforderungen in der deutsch-französischen Zusammenarbeit
6. Fazit, Kritik und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie deutsch-französische Mitarbeiter am ARTE-Hauptsitz in Straßburg interagieren und ob die kulturellen Unterschiede als bereichernde Synergieeffekte oder als Hindernis wirken. Ziel ist es, die interkulturelle Dynamik in diesem binationalen Arbeitsumfeld durch Experteninterviews wissenschaftlich zu durchleuchten.
- Analyse kultureller Unterschiede im Arbeitsalltag
- Untersuchung von interkulturellen Kompetenzen
- Evaluation kultureller Aushandlungsprozesse
- Identifikation von interkulturellen Synergieeffekten
- Herausforderungen der deutsch-französischen Zusammenarbeit
Auszug aus dem Buch
3.1 Interkulturelle Interaktionen im Arbeitskontext: Von kulturellen Aushandlungsprozessen zu Synergieeffekten
Der Begriff Kultur leitet sich etymologisch aus dem Lateinischen ‚colo‘ ab und reicht in seiner Bedeutung von bebauen/bewohnen bis hin zu verehren/schmücken. Bolten (2007) unterscheidet zwischen einem engeren und einem erweiterten Kulturbegriff. Ersterer bezieht sich auf hochkulturelle und kultbezogene Bereiche wie Kunst oder Religion. Im Sinne von Platon geht es dabei um das Schöne, Wahre und Gute einer Geisteskultur (Assmann, 1997). Bezogen auf Interkulturalität, also kulturübergreifende Beziehungen und Handlungen zwischen Individuen verschiedener Lebenswelten, erscheint der engere Kulturbegriff problematisch. Denn dieser unterstellt per Definition, dass die eine Kultur wahr oder gut und somit einer anderen überlegen ist.
Im Zusammenhang mit Interkulturalität erscheint der erweiterte Kulturbegriff angebrachter, da dieser wertfreier und breiter gefächert ist. Er reicht vom Lebensraum wie der Nationalkultur bis hin zu biologischen Kulturen. Die erweiterte Definition von Kultur orientiert sich an der Lebenswelt und integriert dabei alle Bereiche und nicht nur Kunst oder Religion. Entscheidend ist bei diesem Begriff, dass er Lebenswelten als räumlich offen versteht, also nicht davon ausgeht, dass sie geographisch, politisch, sprachlich oder geistesgeschichtlich begrenzt sind (Bolten, 2007).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik interkultureller Interaktionen in globalisierten Arbeitswelten ein und definiert das Ziel, die Zusammenarbeit beim Kultursender ARTE wissenschaftlich zu untersuchen.
2. Der Kultursender ARTE: Hier wird die Entstehungsgeschichte, Organisationsstruktur und die rechtliche Basis des Senders als deutsch-französisches G.E.I.E. beschrieben.
3. Interkulturelle Synergieeffekte in binationalen Unternehmen: Das Kapitel bietet den theoretischen Rahmen zu Kulturbegriffen, interkultureller Kompetenz sowie den Konzepten ausgehandelter Kultur und Synergie.
4. Methode, Durchführung und Ziele der Experteninterviews: Dieses Kapitel erläutert die methodische Vorgehensweise der qualitativen Experteninterviews sowie die Auswahl und Profilierung der Interviewpartner.
5. Ergebnisse der Experteninterviews zu ARTE G.E.I.E.: Hier werden die gewonnenen Daten aus den Interviews vorgestellt und analysiert, unterteilt in fünf Themenkomplexe von kulturellen Unterschieden bis hin zu den Herausforderungen der Zusammenarbeit.
6. Fazit, Kritik und Ausblick: Diese Zusammenfassung resümiert die Ergebnisse, bewertet die wissenschaftliche Aussagekraft der Arbeit kritisch und gibt einen Ausblick auf künftige Forschungsbedarfe.
Schlüsselwörter
ARTE, Interkulturalität, Synergieeffekte, deutsch-französische Zusammenarbeit, Experteninterviews, ausgehandelte Kultur, interkulturelle Kompetenz, Redaktionsalltag, Medienpolitik, Kommunikation, kulturelle Diversität, Arbeitsroutinen, binatonal, Europäischer Sender, Programmgestaltung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie deutsch-französische Teams bei ARTE zusammenarbeiten und ob ihre kulturelle Vielfalt zu Synergieeffekten führt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen Unternehmenskultur, kulturelle Aushandlungsprozesse, interkulturelle Kompetenzen und Synergien im Fernsehprogramm.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Es soll herausgefunden werden, ob die deutsch-französische Interkulturalität im Sender eher hemmend oder bereichernd wirkt.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurden leitfadengestützte Experteninterviews mit drei Mitarbeitern am Standort Straßburg durchgeführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert theoretische Konzepte der Interkulturalität und stellt die empirischen Ergebnisse der Experteninterviews zu Arbeitsabläufen, Kommunikation und Synergien dar.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind ARTE, Interkulturalität, Synergieeffekte, deutsch-französische Zusammenarbeit und ausgehandelte Kultur.
Wie bewerten die Mitarbeiter die Unterschiede in der Redaktionskultur?
Die befragten Experten sehen kulturelle Unterschiede, empfinden diese jedoch überwiegend als Bereicherung und als wichtige Quelle für inhaltliche Vielfalt.
Welche strukturellen Probleme werden identifiziert?
Ein zentrales Problem ist die starke Arbeitsteilung zwischen ARTE France und ARTE Deutschland, die eine tiefere supranationale Zusammenarbeit erschwert.
- Arbeit zitieren
- Sarah Breunig (Autor:in), 2020, Untersuchung der kulturellen Synergieeffekte bei dem Kultursender ARTE. Anhand leitfadengestützter Experteninterviews, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1170051