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Das Subsidiaritätsprinzip im Kontext der ambulanten Jugendhilfe. Eine analytische Betrachtung des Grundgedanken vs. Praxisbezug

Titel: Das Subsidiaritätsprinzip im Kontext der ambulanten Jugendhilfe. Eine analytische Betrachtung des  Grundgedanken vs. Praxisbezug

Hausarbeit , 2019 , 16 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Jan Berrens (Autor:in)

Soziale Arbeit - Kinder- und Jugendhilfe
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Hausarbeit verfolgt die Hypothese, dass die Hilfe zur Selbsthilfe und der Grundgedanke der Selbstbestimmung sich auch im Rahmen des Wächteramts der öffentlichen und freien Träger im Kontext der ambulanten Jugendhilfe realisieren lässt. Die Haltung und das Selbstverständnis der professionell handelnden Personen tragen entscheidend zu einer gelingenden Kombination von Kontrollfunktion und unterstützender/beratender statt autoritärer Arbeitsweise bei.

Um dieser Thematik auf den Grund zu gehen, wird zunächst die Definition des Subsidiaritätsprinzips geklärt. Im weiteren erfolgt eine Betrachtung der direkten Teilnehmer dieses Prozesses in der Praxis – dem öffentlichen Träger mit einem besonderen Augenmerk auf den Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD), dem freien Träger, im speziellen, die Arbeit Fachkräfte in der ambulanten Jugendhilfe und nicht zuletzt den Hauptprotagonisten dieses Prozesses – die Klienten. Nachdem diese Bereiche genauer definiert wurden, bezieht sich die Projektarbeit auf die Umsetzbarkeit des Grundgedanken der Subsidiarität in die Praxis und dem daraus resultierenden „Doppelmandat“ der Sozialen Arbeit. Neben rechtlichen Grundlagen und Erfahrungsberichten aus der praktischen Arbeit erfolgt eine Verbindung zur systemischen Theorie in Hinblick auf das Subsidiaritätsprinzip.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2. Das Subsidiaritätsprinzip

3. Das Arbeitsfeld der ambulanten Jugendhilfe und ihre Beteiligten

3.1 Der öffentliche Träger

3.2 Der freie Träger

3.3 Der Klient

4. Vereinbarkeit von Selbstbestimmung und Wächteramt – das Doppelmandat der Sozialen Arbeit

5.Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht, ob der Grundgedanke der Subsidiarität in der ambulanten Jugendhilfe mit der staatlichen Überwachungsfunktion (Wächteramt) vereinbar ist und welche Auswirkungen dies auf die Arbeit freier Träger im Kontakt mit Klienten hat.

  • Analyse des Subsidiaritätsprinzips und seiner historischen Entwicklung
  • Rollenverständnis und Aufgabenfelder von öffentlichem Träger (insb. ASD) und freien Trägern
  • Systemtheoretische Betrachtung der Klienten-Interaktion
  • Das "Doppelmandat" der Sozialen Arbeit zwischen Unterstützung und Kontrolle
  • Sozialraumorientierung als methodischer Ansatz

Auszug aus dem Buch

3.3 Der Klient

Der Klient ist der Hauptbestandteil der Interaktionstriade. Klienten sind der Ausgangspunkt jeder Hilfe im Rahmen der ambulanten Jugendhilfe – entweder aufgrund einer intrinsisch motivierten Hilfeanfrage oder durch einen Zwangskontext, der durch externe Eingriffe des öffentlichen Träger auf Grundlage einer unter §8a SGB VIII beschriebenen Kindeswohlgefährdung erfolgen kann. Auf diesen Gesetzestext wird in Punkt 4 nochmals genauer eingegangen. Im Fachlexikon der Sozialen Arbeit beschreiben Mulot und Schmidt den Klienten als Adressat des jeweiligen Kontextes beschrieben (vgl.Mulot und Schmidt 2017:510). In diesem Fall ist er als Leistungsempfänger der Hilfemaßnahme anzusehen.

Menschen mit einer individuellen Problemlage werden aus unterschiedlichen Gesichtspunkten und Motivationen zu Klienten. So unterscheiden Rudolf Klein und Andreas Kannicht in ihrem Buch „Einführung in die Praxis der systemischen Therapie und Beratung“ (Klein &Kannicht 2011) drei verschiedene Typen in der Interaktion mit Klienten.

Der kooperativste Kliententyp ist der Kunde. Diese Interaktionen zeichnen sich durch eine gute Kooperation zwischen Klient und Fachkraft aus. Hier ist eine Problemerkenntnis klar zu erkennen von der ein aktiver Veränderungswille ausgeht.

Einen weiteren Typ beschreiben Klein und Kannicht in dem Klagenden. Dieser beschreibt seine Beschwerden präzise, sieht jedoch keine Möglichkeit aktiv auf den Verlauf der Problematik Einfluss nehmen zu können. Dieser Typus kann auch als Leidender beschrieben werden, der Lösungsmöglichkeiten nicht intrinsisch sieht, sondern dies von externen Faktoren abhängig macht.

Als dritte Form des Klienten wird der Besucher-Typ angegeben. Dieser hat keine Problemlagen, von denen er berichten kann. Die Problematik in ihm sehen nur andere. Dritte aus seinem Umfeld sehen diese Probleme und möchten ihn zur Annahme einer Unterstützung „überreden“. Hier passt der in der Praxis oft genutzte Begriff „alles nicht so schlimm“[Hervorh. J.B.]. Diese Form von Klienten trifft man u.a. bei Suchterkrankungen oder in Zwangskontexten an, auf die im weiteren Verlauf nochmals näher eingegangen wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1.Einleitung: Vorstellung der Problemstellung und Hypothese hinsichtlich der Vereinbarkeit von Subsidiarität und staatlicher Kontrollfunktion.

2. Das Subsidiaritätsprinzip: Historische und theoretische Herleitung des Begriffs sowie dessen Entwicklung im Kontext des deutschen Sozialstaats.

3. Das Arbeitsfeld der ambulanten Jugendhilfe und ihre Beteiligten: Analyse der Akteure (öffentlicher Träger, freier Träger, Klient) und ihrer wechselseitigen Beziehungen.

3.1 Der öffentliche Träger: Definition der Aufgaben des öffentlichen Trägers, insbesondere des Jugendamtes und des Allgemeinen Sozialen Dienstes (ASD).

3.2 Der freie Träger: Untersuchung der Bedeutung und Rolle freier gemeinnütziger Träger innerhalb der Kinder- und Jugendhilfe.

3.3 Der Klient: Differenzierung verschiedener Kliententypen (Kunde, Klagender, Besucher) und deren Bedeutung für den Beratungsprozess.

4. Vereinbarkeit von Selbstbestimmung und Wächteramt – das Doppelmandat der Sozialen Arbeit: Diskussion des Spannungsfeldes zwischen Hilfe zur Selbsthilfe und behördlichem Kontrollauftrag.

5.Fazit: Zusammenfassende Bestätigung der Hypothese, dass eine Kooperation trotz staatlicher Überwachungsfunktion möglich ist.

Schlüsselwörter

Subsidiaritätsprinzip, ambulante Jugendhilfe, Sozialraumorientierung, Doppelmandat, SGB VIII, ASD, öffentlicher Träger, freier Träger, Kliententypen, Kindeswohlgefährdung, Hilfe zur Selbsthilfe, Systemtheorie, staatliche Kontrollfunktion, Beratungskontext, Sozialarbeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Spannungsfeld zwischen dem Subsidiaritätsprinzip und dem gesetzlichen Wächteramt des Staates im Bereich der ambulanten Jugendhilfe.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Fokus stehen die Rollen von öffentlichem und freiem Träger, die rechtlichen Rahmenbedingungen des SGB VIII sowie die Dynamik in der Arbeit mit Klienten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu prüfen, ob die "Hilfe zur Selbsthilfe" und Selbstbestimmung auch in Kontexten staatlicher Überwachung realisierbar sind.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine analytische Betrachtung auf Basis von Fachliteratur, Rechtsgrundlagen und systemtheoretischen Ansätzen.

Was umfasst der inhaltliche Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil beleuchtet die Akteure des Jugendhilfesystems und erörtert die Vereinbarkeit von staatlicher Intervention und subsidiärer Unterstützung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Dokument?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Subsidiarität, Sozialraumorientierung, Doppelmandat und Kindeswohlgefährdung.

Wie definiert die Arbeit das "Doppelmandat" der Sozialen Arbeit?

Das Doppelmandat beschreibt die Herausforderung für Fachkräfte, einerseits unterstützend und beratend tätig zu sein und andererseits eine staatliche Kontrollfunktion (Wächteramt) auszuüben.

Wie gehen die Autoren mit dem Konzept der Kliententypen um?

Die Arbeit nutzt die Unterscheidung in "Kunde", "Klagender" und "Besucher", um zu verdeutlichen, dass die Haltung des Klienten maßgeblich durch die Interaktion und die systemtheoretische Einordnung beeinflusst wird.

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Details

Titel
Das Subsidiaritätsprinzip im Kontext der ambulanten Jugendhilfe. Eine analytische Betrachtung des Grundgedanken vs. Praxisbezug
Hochschule
Hochschule Koblenz (ehem. FH Koblenz)
Note
1,7
Autor
Jan Berrens (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
16
Katalognummer
V1170069
ISBN (PDF)
9783346581235
ISBN (Buch)
9783346581242
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Subsidiaritätsprinzip Jugendhilfe Soziale Arbeit Struktur Theoriezugänge
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jan Berrens (Autor:in), 2019, Das Subsidiaritätsprinzip im Kontext der ambulanten Jugendhilfe. Eine analytische Betrachtung des Grundgedanken vs. Praxisbezug, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1170069
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Leseprobe aus  16  Seiten
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