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Sprechkunst von Drach bis Ritter

und die Chance des gestischen Sprechens für ein wirkungsvolles Programm

Title: Sprechkunst von Drach bis Ritter

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 27 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Josephine Rittenbach (Author)

Rhetoric / Elocution / Oratory
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Da mich das künstlerische Unterfangen Texte zu sprechen fasziniert, bin ich vor vier Jahren nach Jena gegangen um Sprechkunst - ein Bereich der Sprechwissenschaft - zu studieren. Die Faszination gibt aber auch den Impuls, mich theoretisch mit Fragen der Sprechkunst auseinander zu setzen. Deshalb möchte ich im ersten Teil dieser Arbeit klären, wie diese Kunstform in der Forschungsliteratur definiert wird, welche Auffassungen und Kernaussagen zu diesem Thema getroffen wurden und inwieweit sich diese aufeinander beziehen. Die frühesten Äußerungen zur sprecherischen Gestaltung finden sich bereits bei Martin Seydel, Ewald Geissler, Emil Milan und Richard Wittsack. Da es aber den Rahmen einer Hausarbeit sprengen würde und ich nur einen groben Überblick geben möchte, werde ich mich nicht auf alle, sondern auf einige ausgewählte sprechwissenschaftliche Äußerungen zur Sprechkunst konzentrieren, im Besonderen auf die von Erich Drach und Irmgard Weithase. Die anschließende Darstellung der Vortragskunst nach Eva-Maria Krech und der ästhetischen Kommunikation nach Hellmut Geißner, sowie die Äußerungen Gottfried Meinholds und Egon Aderholds sollen weiterhin helfen, den Begriff der Sprechkunst und ihr Anliegen einzugrenzen und verständlich zu machen. Von diesem Verständnis ausgehend werde ich dann im zweiten Teil der Arbeit auf das Experimentierfeld sprechkünstlerischer Arbeit – die Programmkunst – eingehen. Dabei möchte ich auf das von Margaret Bräunlich herausgestellte Anliegen künstlerischer Programme eingehen und prüfen, ob der aus dem Theater stammende Gestus-Begriff, wie ihn Martina Haase und Hans Martin Ritter vorstellen, ein zusätzliches Mittel für den Aneignungs- und Gestaltungsprozess literarischer Texte sein könnte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Teil

1. Einführung und Fragestellung zum Thema Sprechkunst

2. Kurzer Abriss über die Entwicklungsgeschichte der Sprechwissenschaft

3. Vertreter der Sprechkunst und ihre Auffassungen

3.1 Erich Drach

3.2 Irmgard Weithase

3.3 Eva-Maria Krech

3.4 Hellmut Geißner

3.5 Gottfried Meinhold

3.6 Egon Aderhold

4. Fazit zu Teil I

II. Teil

1. Einführung und Fragestellung zum Anliegen der Programmgestaltung

2. Forum sprechkünstlerischer Arbeit und der Gestus-Begriff

2.1 Programmgestaltung nach Margaret Bräunlich

2.2 Martina Haase und der Gestus-Begriff

2.3 Hans Martin Ritter und der Gestus-Begriff

3. Fazit zu Teil II

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht theoretische Grundlagen der Sprechkunst sowie deren praktische Anwendung in der Programmkunst. Zentrales Ziel ist es, den aus dem Theater stammenden Gestus-Begriff als methodisches Instrument für die sprechkünstlerische Textgestaltung zu prüfen und seine Wirksamkeit für eine intensivere ästhetische Kommunikation zu hinterfragen.

  • Historische Entwicklung der Sprechwissenschaft in Deutschland.
  • Vergleichende Analyse sprechwissenschaftlicher Auffassungen (Drach, Weithase, Krech, u.a.).
  • Programmgestaltung als Forum sprechkünstlerischer Arbeit.
  • Das Prinzip des gestischen Sprechens nach Haase und Ritter.
  • Die Synthese von theoretischer Reflexion und künstlerischer Praxis.

Auszug aus dem Buch

3.1 Erich Drach (1885-1935)

Erich Drach, der wie bereits erwähnt als Begründer und Vater der Sprecherziehung gilt, war Lektor für Stimmkunde und Vortragskunst an der Universität Berlin. Er gründete 1920 die "Arbeitsgemeinschaft der wissenschaftlich gebildeten Fachvertreter der Stimmkunde, Vortragslehre und Sprachkunst" und 1930 den "Deutschen Ausschuss für Sprechkunde und Sprecherziehung".

In seiner „Sprecherische[n] Gestaltungslehre“4, die sich besonders an den Deutschunterricht richtet, beschreibt er, dass die Dichtung endlich kein „totes Schreibwerk“5 mehr ist, sondern vielmehr die „klingende Rede eines sprechenden Menschen“.6 Entschieden spricht er sich gegen Eduard Sievers Grundgedanken aus, dass nur der „Autorenleser“7, der exakt die vom Text vorgegebene ursprüngliche Schallform nachbilden kann, den Eindruck des sinnvoll Richtigen erzeugen kann. Der „Selbstleser“8 ruft Sievers zu Folge nur falsche Eindrücke hervor.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung und Fragestellung zum Thema Sprechkunst: Die Autorin erläutert ihre Faszination für das Fach und steckt den theoretischen Rahmen ab, indem sie bedeutende Sprechwissenschaftler und deren Zielsetzungen zur Sprechkunst kurz einführt.

2. Kurzer Abriss über die Entwicklungsgeschichte der Sprechwissenschaft: Dieses Kapitel verortet die Sprechkunst historisch in der antiken Rhetorik und zeigt die Entwicklungslinien zur modernen Sprecherziehung auf.

3. Vertreter der Sprechkunst und ihre Auffassungen: Eine tiefgehende Gegenüberstellung unterschiedlicher sprechwissenschaftlicher Positionen, von Drach und Weithase bis hin zu zeitgenössischen Ansätzen von Krech, Geißner, Meinhold und Aderhold.

4. Fazit zu Teil I: Zusammenfassung der Erkenntnisse über die Vielfalt der Begrifflichkeiten und die Feststellung, dass keine starre "objektiv richtige" Schallform existiert.

II. Teil: Dieser Teil widmet sich dem experimentellen Bereich der Programmkunst und der praktischen Anwendung des Gestus-Begriffs.

1. Einführung und Fragestellung zum Anliegen der Programmgestaltung: Hinführung zur theoretischen Verknüpfung von Programmgestaltung und dem Gestus-Begriff.

2. Forum sprechkünstlerischer Arbeit und der Gestus-Begriff: Analyse der Programmgestaltung nach Bräunlich sowie Untersuchung der gestischen Methode durch Haase und Ritter als Instrument für den Sprecher.

3. Fazit zu Teil II: Abschließende Bewertung des gestischen Prinzips als Bereicherung für die Sprechkunst und die Erkenntnis, dass Gattungsgrenzen fließend sind.

Schlüsselwörter

Sprechkunst, Sprechwissenschaft, Sprecherziehung, Vortragskunst, Gestus, ästhetische Kommunikation, Programmgestaltung, Sprecherziehung, Dichtungssprechen, Rezitation, Textinterpretation, rhetorische Praxis, Sprechwirkung, Artikulation, schauspielerische Darbietung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Fundierung der Sprechkunst sowie mit der Frage, wie künstlerische Programme durch das "gestische Prinzip" lebendiger gestaltet werden können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die Historie der Sprechwissenschaft, die Auffassungen bedeutender Vertreter zur Vortragskunst und die Anwendung schauspieltheoretischer Konzepte wie des Gestus auf den Bereich des Dichtungssprechens.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, zu untersuchen, ob der Gestus-Begriff als Gestaltungsmittel für Sprecher ein wertvolles Werkzeug darstellt, um Dichtung dem Hörer effektiver und lebendiger zu vermitteln.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine literaturwissenschaftliche und sprechwissenschaftliche Analyse, indem sie die Thesen verschiedener Fachautoren miteinander vergleicht und kritisch gegenüberstellt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die Auffassungen von Theoretikern wie Drach, Weithase und Krech dargestellt, bevor im zweiten Teil die Programmgestaltung nach Bräunlich und der Gestus-Ansatz von Haase und Ritter praktisch beleuchtet werden.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Sprechkunst, Gestus, ästhetische Kommunikation, Programmgestaltung und Dichtungssprechen sind die zentralen Begriffe, die den roten Faden der Arbeit bilden.

Wie unterscheidet sich die Auffassung von Erich Drach von der von Irmgard Weithase?

Während Drach den Sprecher als "Diener am Volk" sieht, der ein emotionales Erlebnis erzeugen soll, fokussiert Weithase stärker auf die Rolle als "Diener am Wort" und Mittler zwischen Dichter und Hörer.

Was bedeutet das Verfahren der "Reduktion" im Kontext von Hans Martin Ritter?

Die Reduktion ist ein methodischer Prozess, bei dem zunächst stark ausagierte Gesten nach innen gewendet und schrittweise bis hin zum reinen Sprechvorgang stilisiert werden.

Warum lehnt Gottfried Meinhold die rein kommunikationstheoretische Betrachtung der Sprechkunst ab?

Meinhold argumentiert, dass ästhetische Wahrnehmung und das Erleben von Sprachkunstwerken jenseits gängiger Kommunikationsmodelle liegen, da Kunst von Mehrdeutigkeit und individuellen Gedankenspielräumen lebt.

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Details

Title
Sprechkunst von Drach bis Ritter
Subtitle
und die Chance des gestischen Sprechens für ein wirkungsvolles Programm
College
http://www.uni-jena.de/  (Institut für Germanistische Sprachwissenschaft)
Course
"Programmgestaltung"
Grade
1,3
Author
Josephine Rittenbach (Author)
Publication Year
2006
Pages
27
Catalog Number
V117007
ISBN (eBook)
9783640194018
ISBN (Book)
9783640194117
Language
German
Tags
Sprechkunst Drach Ritter Programmgestaltung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Josephine Rittenbach (Author), 2006, Sprechkunst von Drach bis Ritter, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117007
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