Das Projekt zielt auf die Personengruppe einer intensivpädagogischen Wohngruppe mit traumapädagogischen Schwerpunkt. Die Gruppe besteht aus 6 Kindern und Jugendlichen in einer Altersstruktur von 7-11 Jahren , die von 6 pädagogischen Fachkräften begleitet werden. Methodisch wird in der Folge anhand eines Projektplanes geplant und soll hierbei neben dem Blick auf die Problemlage und der Relevanz für die Gruppe auch einen Fokus auf die Zielplanung legen. Hierbei stellen neben der Projektkonzeption die Strukturplanung sowie die Darstellung des Projektablaufs die Kernelemente im Bereich Zielentwicklung.
Das Problem, welches im Rahmen dieser Hausarbeit sowie des Projektes thematisiert wird, ist der Umgang mit positiven sowie negativen Emotionen z.B. Wut, Ärger, Trauer aber auch Freude und Glücksgefühle im Rahmen der stationären Jugendhilfe. Der Fokus wird sowohl auf den Umgang mit eigenen wie auch auf die Emotionen des Gegenübers gelegt. Wie bereits der Arbeitsschwerpunkt und der Personalschlüssel zeigt, besteht ein Arbeitsschwerpunkt in der Begleitung der Kinder deren Verhaltens- und Interaktionsstrukturen von traumatischen Erlebnissen geprägt ist. Hierbei sind Emotionen wie Wut, Trauer oder Angst oftmals sehr präsent. Aber auch das Aufgreifen von positiven Erlebnissen, die aufgrund ihrer Seltenheit möglichst schnell festgehalten werden wollen, stellt eine Herausforderung für die Regulierung und den Umgang mit eben diesen Emotionen dar.
Inhaltsverzeichnis
1.Erarbeitung eines Projektplans
1.1 Problemanalyse
1.1.1 Problembeschreibung
1.1.2 Vertiefte Problemerklärung
1.1.3 Relevanz
1.2 Zielentwicklung
1.3 Projektkonzeption
1.3.1 Strukturplanung
1.3.2 Projektablaufplanung
2. Entwicklung eines Evaluationsdesigns
2.1 Untersuchungsinteresse
2.2 Operationalisierung
2.3 Erhebungsinstrument
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, ein pädagogisches Interventionskonzept für eine intensivpädagogische Wohngruppe zu entwickeln, das Kindern hilft, ihre Impulsregulation durch den Einsatz eines "Skillkoffers" zu verbessern. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Implementierung von Strategien zur Affektregulierung, um traumatisch geprägte Verhaltensmuster durch lösungsorientierte Kompetenzen zu ersetzen.
- Entwicklung und Etablierung eines Skillkoffers als pädagogisches Hilfsmittel.
- Förderung der individuellen Emotions- und Impulsregulation bei traumatisierten Kindern.
- Partizipative Gestaltung von Hilfsangeboten im intensivpädagogischen Setting.
- Evaluation des Projekterfolgs durch summative und formative Verfahren.
Auszug aus dem Buch
1.1.2 Vertiefte Problemerklärung
Emotionen stellen einen Faktor dar, der unser Leben täglich begleitet und soziale Interaktionen strukturiert. Ihren Ursprung finden Emotionen im neurologischen Kontext, genauer gesagt im Gehirn. Die Veränderungen, die über die Jahre im Gehirn vollzogen werden und wie sich die Nervenzellen weiterentwickeln, hängen stark mit den emotionalen Erfahrungen ab, die ein Mensch macht. Diese Veränderungen werden als tragfähige Vernetzung von Nervenzellen angesehen, da sie den Menschen emotional berühren. So wirken sich positive Emotionen, nicht verwunderlich, auch positiv auf die Leistungsfähigkeit des Menschen aus z.B. bessere Fähigkeit, neues zu lernen (vgl.Heimsoeth 2015:27f.). Somit lässt sich im Umkehrschluss auf den Kontext der stationären Jugendhilfe feststellen, dass negative Emotionen, wie sie oftmals in der Biographie der Kinder und Jugendlichen zu erkennen sind, auch die Fähigkeiten nachhaltig negativ beeinflussen. Entwickelt sich so z.B. ein schwächeres Leistungsniveau im schulischen Kontext, so setzt dies erneut Frust und Enttäuschung frei, also negative Emotionen, was wiederrum auch das Interaktionsmuster mit anderen Menschen prägt.
Dieser Lernprozess soll dahingehend gefördert werden, dass Kinder und Jugendliche in der Lage sind, einen selbstregulierten Lernweg einzuschlagen. Dieser Prozess beinhaltet Maßnahmen der Selbstregulation, welche sich neben dem Verhaltenssektor auch auf die emotional motivierte Regulation wie auch auf den kognitiven Sektor bezieht. Ziel des Prozesses zur Selbstregulation soll sein, dass die Betroffenen sich einen Erfahrungsschatz und Handlungskompetenzen aneignen, um Emotionen, Handlungen und Gedanken verarbeiten und dadurch ihren eigenen Lernprozess steuern und regulieren zu können (vgl.Zimmermann 2000:26). Hieraus kann die Schlussfolgerung gezogen werden, dass Erkennen und Umgehen mit den eigenen Emotionen stellt die Grundlage des Lernerfolges in vielseitigen Kontexten dar.
Zusammenfassung der Kapitel
1.Erarbeitung eines Projektplans: Dieses Kapitel analysiert die Ausgangslage einer intensivpädagogischen Wohngruppe, definiert die Problemstellung sowie Relevanz und leitet konkrete Ziele und eine Ablaufplanung für die Projektintervention ab.
2. Entwicklung eines Evaluationsdesigns: Hier wird das methodische Vorgehen zur Überprüfung des Projekterfolgs dargelegt, welches sowohl summative als auch formative Evaluationsinstrumente umfasst, um die Nachhaltigkeit der pädagogischen Arbeit sicherzustellen.
Schlüsselwörter
Skillkoffer, Impulsregulation, stationäre Jugendhilfe, pädagogische Intervention, Traumapädagogik, Selbstregulation, Emotionale Entwicklung, Affektregulierung, Projektplanung, Evaluation, Kompetenzentwicklung, Sozialpädagogik, Stressbewältigung, Kindeswohl, Handlungskompetenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und Planung eines pädagogischen Projekts, das Kindern in einer intensivpädagogischen Wohngruppe helfen soll, ihre Emotionen besser zu regulieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind der Umgang mit Wut und anderen Emotionen bei traumatisierten Kindern, die Einführung eines Skillkoffers und die Förderung der Selbstregulation.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, den Kindern durch den gezielten Einsatz von Skills in Stresssituationen Handlungsalternativen zu Affektausbrüchen zu bieten und sie in ihrer Affektregulierung zu unterstützen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden projektplanerische Methoden sowie ein Evaluationsdesign (summative und formative Evaluation) genutzt, inklusive Fragebögen für Kinder und Fachkräfte.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Erarbeitung des Projektplans mit Problemanalyse und Zielentwicklung sowie in die Konzeption und Operationalisierung des Evaluationsdesigns.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Skillkoffer, Impulsregulation, Traumapädagogik und stationäre Jugendhilfe charakterisiert.
Warum ist eine externe Fachkraft in das Projekt involviert?
Eine externe Fachkraft unterstützt das Team zu Beginn durch Fortbildungen zu den Themen Intervention und Deeskalation, um ein einheitliches Regelwerk für den Umgang mit Krisensituationen zu etablieren.
Welche Rolle spielt die Geschichte "Eidechse und ihre Freunde" im Projekt?
Die Geschichte dient als kindgerechtes Medium, um die Auswirkungen von Traumareaktionen zu verdeutlichen und einen Gesprächsanlass über Angst und Wut zu schaffen.
Warum wird zwischen materiellen und immateriellen Skills unterschieden?
Die Unterscheidung hilft den Kindern, ein breites Spektrum an Bewältigungsstrategien zu verstehen – von konkreten Gegenständen wie Knautschbällen bis hin zu Verhaltensweisen wie Treppenlaufen.
Wie wird der Erfolg des Projekts langfristig sichergestellt?
Durch die Etablierung des Skillkoffers im pädagogischen Alltag und die regelmäßige formative Evaluation in wöchentlichen Teamsitzungen wird eine nachhaltige Integration des Gelernten angestrebt.
- Arbeit zitieren
- Jan Berrens (Autor:in), 2021, Erstellung eines Skillkoffers. Pädagogische Intervention als Methode des selbstregulierenden Lernens zur individuellen Impulsregulation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1170083