Die Bedeutung des Konsums (und damit eng verbunden das Kaufen, Anm. d. Verf.) für die Gesellschaft hat sich innerhalb der letzten 100 Jahre sehr stark verändert. Mittlerweile handelt es sich dabei um eine in der Kultur akzeptierten Größe, die dazu dient, Erfolg, Glück und grundsätzlich ein gutes Leben zu symbolisieren
Dennoch stehen zunehmend Konsumenten der Industrieländer vor einem Problem. Neben materiellen Werten, die vor allem in Form von Werbebotschaften vermittelt werden, sind zunehmend auch an der Gemeinschaft orientierte Werte wie Familie und Religion von großer Bedeutung. Beide stehen jedoch naturgemäß im Widerspruch zueinander, sodass innerhalb der Individuen ein Konflikt ausgelöst wird (Burroughs und Rindfleisch 2002).
Ziel dieser Seminararbeit ist es daher, zu untersuchen, ob „Kaufen“ überhaupt dazuführen kann, Menschen glücklich zu machen. In diesem Zusammenhang sollen im nächsten Abschnitt ein kurzer Überblick geschaffen sowie die Begriffe „Kaufen“ und „Glücklich sein“ erklärt werden. Anschließend geht es darum, anhand theoretischer Erklärungsansätze den Zusammenhang zwischen beiden Begriffen herzustellen und abschließend mit Hilfe empirischer Studien die abgeleiteten Schlüsse zu überprüfen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Stilisierte Fakten
1.2 Abgrenzung der Begriffe „Kaufen“ und „Glück“
1.2.1 Interpretation des Begriffs „Kaufen“
1.2.2 Definition des Begriffs „Glück“
2 Theoretische Erklärungsansätze
2.1 Determinanten des Glücks
2.2 Zusammenhang zwischen Materialismus und Subjektivem Wohlbefinden
2.3 Auswirkungen des Strebens nach Besitz
3 Empirische Beobachtungen
4 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Seminararbeit untersucht die komplexe Fragestellung, ob der Akt des Kaufens bzw. materieller Konsum tatsächlich zu nachhaltigem Glück führen kann und welche psychologischen Prozesse dabei eine Rolle spielen.
- Zusammenhang zwischen Materialismus und subjektivem Wohlbefinden
- Einfluss von Wertekonflikten auf das individuelle Glücksempfinden
- Die psychologische Bedeutung von Besitz und Konsum
- Empirische Erkenntnisse zu Konsum und Emotionen
- Grenzen des Glücks durch materiellen Gütererwerb
Auszug aus dem Buch
2.3. Auswirkungen des Strebens nach Besitz
Richins et al. haben 1992 in einer Studie untersucht, zu welchen Konsequenzen materialistisches Verhalten führen kann. In einem ersten Schritt haben sie versucht zu erklären, warum sich Menschen überhaupt materialistisch verhalten.
Dabei haben sie verschiedene Gründe für das Streben nach Besitz herausgearbeitet. Unter anderem haben sie festgestellt, dass über den Besitz, z.B. in Form von Schmuck, eine gewisse finanzielle Sicherheit zum Ausdruck kommt und auf diese Weise Zuversicht und Zufriedenheit geschaffen werden können. In diesem Zusammenhang ist der Aspekt der Selbstdarstellung nach außen hin von Bedeutung.
Ein weiterer Grund ist der funktionale Nutzen, der durch den Erwerb eines neuen Gutes gestiftet werden kann. Kauft man beispielsweise ein Gerät, welches dabei hilft, Aufgaben schneller zu erledigen und somit zur Vereinfachung des Lebens beiträgt, steht mehr Zeit für angenehme Dinge zur Verfügung.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die historische Bedeutung des Konsums ein und definiert die zentrale Forschungsfrage nach dem Zusammenhang von Kaufen und Glück.
2 Theoretische Erklärungsansätze: Hier werden die Grundlagen des subjektiven Wohlbefindens sowie die theoretischen Zusammenhänge zwischen Materialismus, Wertekonflikten und dem Streben nach Besitz beleuchtet.
3 Empirische Beobachtungen: Dieser Teil präsentiert die Ergebnisse einer Studie, die untersucht, welche Emotionen Konsumenten nach dem Erwerb von Gütern tatsächlich empfinden.
4 Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und schlussfolgert, dass Kaufen langfristig selten zu echtem Glück führt.
Schlüsselwörter
Kaufen, Glück, Materialismus, Konsum, subjektives Wohlbefinden, Lebenszufriedenheit, Wertekonflikt, Besitzstreben, Psychologie, Konsumentenverhalten, soziale Interaktion, Selbstachtung, Glücksgefühl, emotionale Zustände, Wohlbefinden.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der wissenschaftlichen Untersuchung, inwieweit Konsum und das Kaufen von Waren die Lebenszufriedenheit und das Glücksempfinden von Menschen beeinflussen können.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit fokussiert auf die Schnittstelle zwischen Konsumverhalten, materiellen Werten und psychologischen Faktoren, insbesondere die Rolle des Materialismus bei der Entstehung von Lebensglück.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, zu klären, ob „Kaufen“ Menschen tatsächlich glücklich machen kann, oder ob dieser Zusammenhang durch andere Faktoren wie persönliche Wertesysteme überlagert wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf Literaturrecherchen zu psychologischen und ökonomischen Studien basiert und diese durch die Auswertung empirischer Beobachtungen ergänzt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Glücksdeterminanten, die Analyse von Materialismus als Wertsystem sowie die Darstellung empirischer Studien zu den Konsequenzen des Konsums.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind Materialismus, subjektives Wohlbefinden, Konsum, Lebenszufriedenheit und die psychologischen Auswirkungen von Besitz.
Warum führt Kaufen laut den Ergebnissen nicht zu dauerhaftem Glück?
Da Kaufen oft nur kurzfristige Erfolgserlebnisse verschafft und sich Erwartungshaltungen schnell an neue Standards anpassen, tritt nach einer gewissen Zeit oft Enttäuschung anstatt dauerhafter Zufriedenheit ein.
Welchen Einfluss haben gemeinschaftsorientierte Werte?
Personen, die primär nachbarschaftliche oder öffentliche Werte schätzen, erleben bei Konsumprozessen weniger innere Konflikte und können durch sinnstiftenden Konsum ihr Wohlbefinden eher stabilisieren als rein materialistisch orientierte Individuen.
- Quote paper
- Bachelor Martin Koenig (Author), 2008, Macht Kaufen glücklich?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117019