Ökonomische Bedeutung und Risiken von Low-Cost-Carrier. Eine Analyse


Hausarbeit, 2019

25 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entstehung und Entwicklung von LCC

3. Geschäftsmodell
3.1 Merkmale von LCC
3.2 Arten von LCC
3.3 Unterschiede zu herkömmlichen Network Carriern (NC)

4. LCC im Hinblick auf nachhaltigen Tourismus
4.1 Kritik und Folgen
4.2 Lösungsansätze

5. Ausblick und Fazit

I. Literatur-/ Quellenverzeichnis

II. Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

Der Luftverkehr hat sich in den letzten Jahren dank fortschreitender Globalisierung, neuster Technologien und zahlreichen Liberalisierungen im Luftverkehrsrecht zu einem der wichtigsten Verkehrswege der Welt entwickelt. Durch den Tourismus, eine der stärksten wachsenden Branchen weltweit, erlangte das Flugzeug zudem die Rolle als zentraler Verkehrsträger. Zuletzt sind ständig neue Entwicklungen im Luftverkehr zu beobachten. Eine dieser Entwicklungen, die an Bedeutung im kommerziellen Flugverkehr gewinnen, sind die sogenannten Low-Cost- Carrier (LCC) beziehungsweise Billigfluggesellschaften. Sie seien auf den ersten Blick die Innovation des 21. Jahrhunderts und verändern derzeit signifikant die Marktstrukturen der Flugbranche aufgrund sinkender Preise, wodurch einem Großteil der Gesellschaft der Zutritt zum weltweiten Flugverkehr ermöglicht wird (Conrady, 2013, S.233). Nichtsdestotrotz stellt sich die Frage, auf wessen Kosten Low-Cost-Flüge realisiert werden.

Im Verlauf dieser Seminararbeit soll ein Blick hinter die Kulissen der Low­Cost-Carrier geworfen werden. Dabei soll das Geschäftsmodell hinterfragt und ein Schwerpunkt auf die umweltpolitischen und sozio-ökonomischen Rahmenbedingungen der LCC gesetzt werden. Ziel dieser Seminararbeit ist es, die Auswirkungen der LCC offenzulegen, Lösungsvorschläge zu erarbeiten und ein wachsendes Bewusstsein für den nachhaltigen Tourismus zu entwickeln.

Mittlerweile ist es durch das breite Angebot an Billigflügen sogar als Student möglich, mehrfach im Jahr zu verreisen und Länder und Kulturen kostengünstig zu entdecken. Der Widerspruch zwischen niedrigen Preisen und schwerwiegenden ökologischen Folgen hat mich dazu bewegt, mich näher mit der Problematik der LCC auseinander zu setzen und einmal die Perspektive zu wechseln. Im Folgenden werden zunächst die Entstehung und Entwicklung der LCC dargelegt.

2. Entstehung und Entwicklung von LCC

Low-Cost-Carrier setzen in der Geschichte der Luftverkehrsbranche gemessen an der Historie des Flugverkehrs verhältnismäßig spät ein. Erst im Zuge von zahlreichen Deregulierungen und Liberalisierungen im Luftverkehr in den 1980er und -90er Jahren konnten die Voraussetzungen für die Entstehung von LCC geschaffen werden. Als einer der wichtigsten Wegweiser für LCC in der EU sei das Abkommen „Nouvelles Frontières“ zu nennen (Kummer, 2006, S.230). „[...] [Dieses] für den Luftverkehr bedeutsame Urteil des EUGH vom 30. April 1986 [...] veranlasste den Rat der EG, den Luftverkehr innerhalb der Europäischen Gemeinschaft zu liberalisieren.“ (Kummer, 2006, S.230). Einerseits ergaben sich dadurch mehr Freiheiten hinsichtlich der Routenplanung, andererseits boten diese Liberalisierungen mehr Gestaltungsfreiraum im Hinblick auf das Sitzplatzangebot und die Preissetzung. Diese Deregulierungen schafften die Grundlage für das Angebot von Billigflügen, wie wir sie heute auf dem Luftverkehrsmarkt kennen. „Der letzte Schritt der Liberalisierung im April 1997 ermöglicht[e] den europäischen Fluggesellschaften [.] jede Route innerhalb der EU, Norwegen und Island an[zu]bieten“ (Kummer, 2006, S.230), sodass der Flugverkehr in der EU seitdem vollständig liberalisiert wurde und Flüge grundsätzlich unbegrenzt angeboten werden können. Dadurch öffnete sich der Flugverkehrsmarkt für private kommerzielle Fluggesellschaften.

Aufgrund zeitlich vorangegangener Liberalisierungen im amerikanischen Luftverkehr, wurde Southwest Airlines 1967 als weltweit erste Billigfluggesellschaft in den USA gegründet und sollte die Low-Cost- Branche nachhaltig prägen (Conrady, 2013, S.234). Sie gilt als der Vorreiter für europäische Low-Cost-Carrier, die das Geschäftsmodell übernahmen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: https://www.bdl.aero/wp-content/uploads/2018/08/bdl_halbjahresbilanz_2018_Präsentation-1.pdf

Anhand der obigen Darstellung wird die Entwicklung des Low-Cost-Anteils am gesamten Flugverkehr Deutschlands deutlich. Während die Low-Cost- Flüge im ersten Halbjahr 2012 noch knapp 12% am gesamten Flugaufkommen ausmachten, waren es im ersten Halbjahr 2018 rund 29% aller Flüge. Dementsprechend wurde 2018 in Deutschland fast jeder dritte Flug durch einen Low-Cost-Carrier bedient. Das Wachstum des Low-Cost- Segments lässt sich ins besondere an Flughäfen wie Berlin-Tegel erkennen. „Im ersten Halbjahr 2012 lag der Low-Cost-Anteil am Flughafen Tegel noch bei 20,4 Prozent, während er im ersten Halbjahr 2018 bereits bei 56,9 Prozent liegt.“1 Insofern sind LCC nun eine übergeordnete Rolle im Luftverkehr zuzuordnen und der Trend ist deutlich ersichtlich.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: https://www.dlr.de/dlr/desktopdefault.aspx/tabid-10996/1777_read-30387/year-2018/#/gallery/32453

Die aktuellste Entwicklung im Low-Cost-Segment zwischen 2017 und 2018 bestätigt diese Tendenz. Gemessen an der durchschnittlichen Anzahl an Flügen in einer Sommerwoche ist bei Flügen mit Start oder Ziel Europas nominal der größte Zuwachs festzustellen. Während in einer Sommerwoche 2017 durchschnittlich knapp 60.000 Flüge in Europa stattfanden, waren es ein Jahr später rund 65.000 Flüge. Dies entspricht einem Zuwachs an innereuropäischen Flügen von ca. 8%. Bei Flügen mit Start bzw. Ziel Deutschland stiegen die Flüge in einer Sommerwoche 2018 um über 1700 Flüge auf rund 6750. Das zeigt, dass deutsche Low-Cost-Flüge mit einem Anteil von ca. 10% am gesamten europäischen Billigflugverkehr, einen wesentlichen Teil zu dem Wachstum des Niedrigpreissegments beitragen. Überdies stieg die Anzahl interkontinentaler Flüge von 175 pro Woche im Jahr 2017 auf durchschnittlich 280 Flüge in einer Sommerwoche 2018. Daher ist hierbei der größte prozentualer Zuwachs mit 62,5% festzustellen. In der europäischen Flugverkehrsbranche haben sich mittlerweile einige LCC etabliert und zählen längst zu den größten Fluggesellschaften des Kontinents. Nach der Errichtung der Ryanair-Basis in Hahn im Jahr 20022 ist die irische Fluggesellschaft derzeit der größte LCC Europas und die gleichzeitig zweitgrößte Fluggesellschaft Europas hinter der Lufthansa gemessen am jährlichen Passagieraufkommen mit rund 139 Mio.

[...]


1 https://www.bdl.aero/wp- content/uploads/2018/08/bdl_halbjahresbilanz_2018_Präsentation-1.pdf

2 https://www.dlr.de/dlr/Portaldata/1/Resources/documents/2018/__Low_Cost_Monitor_II 2018_231018_final.pdf

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Ökonomische Bedeutung und Risiken von Low-Cost-Carrier. Eine Analyse
Hochschule
Hochschule Bochum
Note
2,0
Autor
Jahr
2019
Seiten
25
Katalognummer
V1170269
ISBN (Buch)
9783346586766
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Low cost carrier, Billigfluggesellschaft, Airlines, Luftverkehr, Ökonomische Bedeutung, Geschäftsmodell, network carrier, netzwerkfluggesellschaft
Arbeit zitieren
Soufian Abdelmalek (Autor:in), 2019, Ökonomische Bedeutung und Risiken von Low-Cost-Carrier. Eine Analyse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1170269

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