Im Verlauf dieser Seminararbeit soll ein Blick hinter die Kulissen der Low-Cost-Carrier geworfen werden. Dabei soll das Geschäftsmodell hinterfragt und ein Schwerpunkt auf die umweltpolitischen und sozio-ökonomischen Rahmenbedingungen der LCC gesetzt werden. Ziel dieser Seminararbeit ist es, die Auswirkungen der LCC offenzulegen, Lösungsvorschläge zu erarbeiten und ein wachsendes Bewusstsein für den nachhaltigen Tourismus zu entwickeln.
Der Luftverkehr hat sich in den letzten Jahren dank fortschreitender Globalisierung, neuester Technologien und zahlreichen Liberalisierungen im Luftverkehrsrecht zu einem der wichtigsten Verkehrswege der Welt entwickelt. Durch den Tourismus, eine der stärksten wachsenden Branchen weltweit, erlangte das Flugzeug zudem die Rolle als zentraler Verkehrsträger. Zuletzt sind ständig neue Entwicklungen im Luftverkehr zu beobachten. Eine dieser Entwicklungen, die an Bedeutung im kommerziellen Flugverkehr gewinnen, sind die sogenannten Low-Cost-Carrier (LCC) beziehungsweise Billigfluggesellschaften. Sie seien auf den ersten Blick die Innovation des 21. Jahrhunderts und verändern derzeit signifikant die Marktstrukturen der Flugbranche aufgrund sinkender Preise, wodurch einem Großteil der Gesellschaft der Zutritt zum weltweiten Flugverkehr ermöglicht wird. Nichtsdestotrotz stellt sich die Frage, auf wessen Kosten Low-Cost-Flüge realisiert werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Entstehung und Entwicklung von LCC
3. Geschäftsmodell
3.1 Merkmale von LCC
3.2 Arten von LCC
3.3 Unterschiede zu herkömmlichen Network Carriern (NC)
4. LCC im Hinblick auf nachhaltigen Tourismus
4.1 Kritik und Folgen
4.2 Lösungsansätze
5. Ausblick und Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die ökonomische Bedeutung von Low-Cost-Carriern (LCC) im Luftverkehr und beleuchtet kritisch die damit verbundenen sozio-ökonomischen sowie ökologischen Auswirkungen auf den Tourismus.
- Marktstruktur und Entwicklung von Billigfluggesellschaften
- Analyse des Low-Cost-Geschäftsmodells und dessen Kostenreduktionsstrategien
- Gegenüberstellung von Low-Cost-Carriern und traditionellen Network-Carriern
- Umweltpolitische Herausforderungen des Massentourismus
- Soziale Rahmenbedingungen und Arbeitsplatzqualität im LCC-Segment
Auszug aus dem Buch
3.1 Merkmale von LCC
Das Geschäftsmodell der Low-Cost-Carrier baut auf der Kostenreduktion der einzelnen Abläufe eines Fluges auf. Gleichzeitig stehen LCC unter einem massiven Preisdruck. Aus diesem Grund besticht das System aus verschiedenen Maßnahmen, um die Low-Cost-Strategie aufrechtzuerhalten. Im Folgenden wird das allgemeine Modell der LCC näher untersucht und anhand des Beispiels von Ryanair zunehmend konkretisiert.
Zunächst ist die Standortwahl eines Flughafens im Hinblick auf die Senkung der Betriebskosten von großer Bedeutung. Meist fällt die Standortwahl der LCC auf Flughäfen in strukturschwachen Regionen mit geringer Infrastruktur, die entfernt von den Großstädten liegen und häufig vom Staat subventioniert werden (Conrady, 2013, S. 239. Klassische Beispiele für Nebenflughäfen sind die Flughäfen Düsseldorf-Weeze und Frankfurt-Hahn, die fast ausschließlich von Ryanair bedient werden.
Die Sitzplatzauslastung in den Flugzeugen spielt eine entscheidende Rolle bei der Kostenminderung der LCC. Leere Sitze bedeuten Kosten, mit denen die Airline konfrontiert wird. Um dem entgegen zu wirken, werden die Flüge weitestgehend überbucht. Außerdem wird ein Flug, der 20 Euro gekostet hat, vom Passagier eher fallengelassen, als ein Flug der 200 Euro gekostet hat. Eine günstige Flugbuchung kann eher unüberlegt und aus den Emotionen heraus getätigt werden, da die niedrigen Flugpreise überschaubar bleiben. Das Marketing-Instrument der Verknappung drängt den Kunden eine günstige Flugbuchung vorzunehmen, da die Billigflüge begrenzt verfügbar sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Dynamik des globalen Luftverkehrs ein und stellt die Relevanz von Low-Cost-Carriern sowie die damit verbundene Fragestellung nach der ökologischen und ökonomischen Verantwortung vor.
2. Entstehung und Entwicklung von LCC: Dieses Kapitel erläutert die Historie der Liberalisierung des EU-Luftverkehrsmarktes und die Pionierrolle von Southwest Airlines als Grundlage für das heutige Billigflugsegment.
3. Geschäftsmodell: Hier werden die operativen Strategien wie Standortwahl, homogene Flotten und Personalmanagement analysiert, um die Kosteneffizienz der LCC zu verdeutlichen.
4. LCC im Hinblick auf nachhaltigen Tourismus: Das Kapitel beleuchtet die ökologischen und sozialen Schattenseiten der Billigflugbranche und diskutiert notwendige staatliche Regulierungsansätze.
5. Ausblick und Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Einschätzung über die zukünftige Konvergenz von Low-Cost- und Network-Carriern sowie der Notwendigkeit verbesserter Arbeitsbedingungen ab.
Schlüsselwörter
Low-Cost-Carrier, Luftverkehr, Nachhaltigkeit, Billigfluggesellschaften, Kostenreduktion, Deregulierung, ökologische Folgen, Massentourismus, Ryanair, Arbeitsbedingungen, Klimawandel, Flugpreise, Geschäftsmodell, Nachhaltiger Tourismus, Streckennetz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?
Die Arbeit befasst sich mit der ökonomischen Bedeutung von Low-Cost-Carriern und analysiert kritisch deren Geschäftsmodell im Hinblick auf soziale und ökologische Aspekte.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?
Neben der Entstehung der Billigflugbranche werden das Geschäftsmodell, die Konkurrenz zu traditionellen Airlines sowie die Nachhaltigkeitsproblematik des modernen Tourismus thematisiert.
Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?
Die Arbeit untersucht, auf wessen Kosten die günstigen Flugpreise der Low-Cost-Carrier realisiert werden und welche Lösungsansätze für einen nachhaltigeren Luftverkehr existieren.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine analytische Seminararbeit, die auf Literaturrecherche und der Auswertung von Branchenstatistiken sowie DLR-Berichten basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der LCC-Geschäftsstrategien, eine Abgrenzung zu Network-Carriern und eine kritische Auseinandersetzung mit sozialen und ökologischen Folgen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Publikation?
Wichtige Begriffe sind Low-Cost-Carrier, Kosteneffizienz, Nachhaltigkeit, Deregulierung und die soziale Verantwortung der Fluggesellschaften gegenüber ihrem Personal.
Wie gehen LCC mit ihren Piloten und dem Bordpersonal um?
Laut Arbeit nutzen LCC wie Ryanair gezielt Outsourcing-Strukturen und Freiberufler-Modelle, um das deutsche Arbeitsrecht und Lohnstandards zu umgehen, was zu prekären Arbeitsbedingungen führt.
Warum ziehen sich LCC teilweise von Regionalflughäfen zurück?
Aufgrund schwindender EU-Subventionen und einer strategischen Neuausrichtung auf profitablere Kernflughäfen verlieren kleinere Regionalflughäfen für LCC zunehmend an wirtschaftlicher Bedeutung.
Welche Rolle spielen Umweltschutz und CO2-Ausstoß in der Analyse?
Die Arbeit stellt den niedrigen Flugpreis in einen scharfen Kontrast zum hohen CO2-Verbrauch und argumentiert, dass staatliche Eingriffe wie Kerosinsteuern für einen fairen Wettbewerb notwendig sind.
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- Soufian Abdelmalek (Author), 2019, Ökonomische Bedeutung und Risiken von Low-Cost-Carrier. Eine Analyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1170269