Welche Herausforderungen, aber auch welche Chancen, die zunehmende Digitalisierung unter dem Begriff Industrie bzw. Wirtschaft 4.0 für Governance, Risk & Compliance mit sich bringen wird, soll in dieser Arbeit analysiert werden. Vor diesem Hintergrund wird auf den folgenden Seiten via einer Literaturanalyse und anhand eines Experteninterviews geprüft, welche Rolle GRC in der Digitalisierung spielt und auch in Zukunft spielen kann und wie bestehende GRC-Ansätze genutzt werden müssen, um den Anforderungen der Digitalisierung gerecht zu werden. Hierzu soll folgende Frage am Ende dieser wissenschaftlichen Arbeit beantwortet werden: Welche Chancen und Herausforderung hinsichtlich Digitalisierung gibt es für GRC?
Die Digitalisierung kommt nicht, sie ist bereits da und wird die Art und Weise, wie Unternehmensleitungen ihre Aufgaben wahrnehmen von Grund auf verändern. Sie bietet unbegrenzte Möglichkeiten die Prozesse im Unternehmen zu beschleunigen und effektiver zu machen und damit effizienter auf drohende Risiken für das eigene Geschäftsmodell zu reagieren. Daher ist es nicht übertrieben zu sagen, dass die Möglichkeiten der Digitalisierung auch tradierte Unternehmensbilder signifikant verändert. Kaum merklich ist sie an uns herangetreten und verändert nun sämtliche Lebensbereiche sowohl im privaten als auch im geschäftlichen Umfeld. Im Hinblick auf Unternehmen lassen sich die Effekte der Digitalisierung insbesondere in drei Teilbereiche untergliedern: Geschäftsmodelle, interne Abläufe und Prozesse sowie Überwachung und Steuerung. Die Überwachung und Steuerung von Unternehmen (Corporate Governance - GRC) wird sich daher maßgeblich wandeln. Dementsprechend auch das Controlling und das Risikomanagement, welche sich einer grundlegenden Transformation unterziehen müssen, die nicht nur aus Standardisierung und Automatisierung bestehen wird. Beispielsweise durch Echtzeit-Prüfungen von Kontrollen und Geschäftsvorfällen, statt turnusmäßigen rückwirkenden Betrachtungen. Wie man erkennen kann, wird die Digitalisierung zweifellos dazu beitragen, die Beziehungen innerhalb der GRC effizienter zu gestalten. Es könnte sogar dazu kommen, dass man gerade wegen der positiven Auswirkungen der Digitalisierung die Beziehungen innerhalb der Governance maßgeblich ändern wird, um den Trends leichter folgen zu können und einen langfristigen Erfolg der Unternehmen zu erreichen. Die Tragweite, die dieser Wandel mit sich bringt, kann heute in vielen Fällen noch nicht abgeschätzt werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Abgrenzungen und terminologische Bestimmungen
2.1 Abgrenzung Digitalisierung und digitale Transformation
2.2 Industrie 4.0
2.3 Corporate Governance (Kodex)
2.4 GRC-Managementsysteme
3 Quo vadis Corporate Governance?
3.1 Corporate Governance mit 4.0 Technologie
3.1.1 Business Transformation Suites
3.1.2 Machine Learning und Künstliche Intelligenz
3.1.3 Big Data
3.1.4 Blockchain
4 Digitale Transformation zu Corporate Governance 4.0
4.1 GRC Transformation
4.2 Chancen und Herausforderungen für Corporate Governance 4.0
Chancen
Herausforderungen
4.3 Nutzungstrends der GRC 4.0
5 Handlungsempfehlungen für Unternehmen
6 Fazit und Ausblick in die Zukunft
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den Wandel der Corporate Governance durch die Digitalisierung und Industrie 4.0. Das primäre Ziel ist es, Chancen und Herausforderungen für Governance, Risk & Compliance (GRC) zu identifizieren und aufzuzeigen, wie moderne Technologien wie KI, Big Data und Blockchain zur Effizienzsteigerung eingesetzt werden können.
- Digitalisierung und Abgrenzung zur digitalen Transformation
- Anwendung von 4.0-Technologien im GRC-Kontext
- Transformation von GRC-Prozessen in Unternehmen
- Analyse von Chancen und Herausforderungen durch neue Technologien
- Praktische Handlungsempfehlungen für Unternehmen
Auszug aus dem Buch
3.1.2 Machine Learning und Künstliche Intelligenz
Maschinelles Lernen (ML) ist kein neues Konzept. Es beschreibt durch den Erwerb von Wissen durch ein künstliches System und wertet bestehende Prozesse und Systeme auf. Der KI-Computer bzw. ML-Algorithmus generiert hier analog wie ein Mensch selbstständig Wissen aus Erfahrungen und kann eigenständig Lösungen für neue und unbekannte Probleme finden. Diese Automatisierung rationalisiert die Arbeit, verbessert die Ressourcenverteilung und gibt Ihren Mitarbeitern die Möglichkeit sich auf die Dinge zu konzentrieren, die wirklich menschliche bzw. manuelle Aufmerksamkeit erfordern (Kao, 2020).
Immer dort wo menschliche bzw. manuelle Analysen für die Sicherstellung der Compliance notwendig sind u.a. bei der Mustererkennung oder Kundenreviews, können KI-gestützte Lösungen Ressourcen schonen oder die Aufdeckungsrate von Compliance-Verstößen erhöhen. Auch wenn KI und ihre Anwendung Machine Learning in vielen Fällen nicht die finale Entscheidung treffen sollte, können zumindest Voranalysen und Vorfilterungen bei der täglichen Arbeit unterstützen. KI stiftet den größten Wert in Kombination mit anderen Technologien. Seien es vorgelagerte Big-Data-Analysen, Cloud und API oder die nachgelagerte Abarbeitung mittels Robotics.
KI kann über die Risiko- und Compliance-Fragestellungen hinaus zudem einen Wettbewerbsvorteil bei der weiteren Anreicherung mit Daten für Unternehmen generieren, wobei datenschutzrechtliche Schranken beachtet werden müssen. Denkbar sind KI-Auswertungen beim Beschwerdemanagement oder kundenspezifische Kreditangebote auf Basis von internen als auch externen Datenbeständen. Nicht zu unterschätzen ist dabei die Implementierung. Insbesondere bei neuartigen digitalen Lösungen und den darunterliegenden Technologien wird meist in den Unternehmen noch Neuland betreten. Erfahrungen und Vergleichsgrundlagen sind noch rar, Fehlschläge eher häufiger (Deloitte, 2019, S. 38). Somit könnte KI zukünftig durch ihre neuronalen Netze sicherlich Risiken schneller erkennen und handeln, Audits durchführen und berichten sowie Entscheidungen anhand von datenbasierten Fakten treffen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den massiven Einfluss der Digitalisierung auf Unternehmensstrukturen, insbesondere im Bereich Controlling, Risikomanagement und Corporate Governance.
2 Abgrenzungen und terminologische Bestimmungen: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe Digitalisierung, digitale Transformation und Industrie 4.0 und setzt diese in den Kontext von Corporate Governance und GRC.
3 Quo vadis Corporate Governance?: Es wird analysiert, wie moderne Technologien wie Business Transformation Suites, Machine Learning, Big Data und Blockchain die Corporate Governance effizienter gestalten können.
4 Digitale Transformation zu Corporate Governance 4.0: Dieses Kapitel diskutiert die praktische GRC-Transformation sowie spezifische Chancen und Herausforderungen, basierend auf einer Expertenbefragung.
5 Handlungsempfehlungen für Unternehmen: Hier werden konkrete Schritte für Unternehmen definiert, wie sie den Wandel in Richtung Corporate Governance 4.0 erfolgreich und schrittweise bewältigen können.
6 Fazit und Ausblick in die Zukunft: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und zeigt auf, dass Digitalisierung ein kontinuierlicher Prozess ist, der strategisches Handeln erfordert.
Schlüsselwörter
Corporate Governance, Digitalisierung, Industrie 4.0, GRC, Compliance, Risikomanagement, Machine Learning, Big Data, Blockchain, Digitale Transformation, Automatisierung, Business Transformation Suites, Prozessmanagement, IT-Sicherheit, Strategische Unternehmensführung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den Einfluss der Digitalisierung und der Industrie 4.0 auf das System der Corporate Governance sowie die Bereiche Risiko- und Compliance-Management (GRC).
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind der technologische Wandel in Unternehmen, die Abgrenzung von Begriffen der Digitalisierung und der konkrete Einsatz von 4.0-Technologien zur Optimierung von GRC-Prozessen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, zu untersuchen, welche Chancen und Herausforderungen die Digitalisierung für Governance, Risk & Compliance bietet und wie Unternehmen diesen Wandel strategisch begleiten können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse sowie die Ergebnisse eines Experteninterviews mit einem Manager im Bereich Corporate Governance Services.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit technologischen Lösungen wie Business Transformation Suites, Big Data und KI, der GRC-Transformation in Unternehmen sowie mit Chancen, Herausforderungen und praktischen Handlungsempfehlungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Corporate Governance, Digitalisierung, GRC, Industrie 4.0, Compliance, Risikomanagement, Automatisierung und Digitale Transformation.
Warum ist Blockchain im GRC-Kontext relevant?
Blockchain bietet die Möglichkeit, historische, vertrauenswürdige Prüfpfade zu erstellen und durch die Unveränderlichkeit der Daten eine höhere Sicherheit für Compliance-Prozesse zu gewährleisten.
Welche Rolle spielt die Automatisierung bei GRC?
Automatisierung, beispielsweise durch RPA oder Workflow-Systeme, reduziert den manuellen Arbeitsaufwand, erhöht die Transparenz und ermöglicht eine präzisere, proaktive Überwachung von Risiken.
Was sind die größten Herausforderungen der digitalen Transformation für GRC?
Zu den Herausforderungen gehören der Mangel an Know-how, die Datenflut, die Komplexität bei der Implementierung neuer Tools sowie der steigende regulatorische Druck.
- Arbeit zitieren
- M.SC., MBA Joshua Nganyadi (Autor:in), 2021, Corporate Governance 4.0. Wandel durch Digitalisierung - Quo vadis Governance, Risk and Compliance?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1170431