Im Verlauf meiner Arbeit werde ich die Cappenberger Porträtbüste formal im Detail beschreiben. Anschließend möchte ich den historischen Hintergrund des Klosters Cappenbergs beleuchten und im Rahmen dessen ein tieferes Verständnis des Verhältnisses der Cappenberger zur Familie der Staufer erlangen. Bevor ich mich dann der ikonographischen Untersuchung widme, werde ich untersuchen, wodurch sich Barbarossas Zeit als Herrscher auszeichnet und was die zentralen Spannungsfelder seiner Herrschaft waren.
Die weithin als Cappenberger Barbarossakopf bekannte Bronzebüste aus dem Nachlass der westfälischen Grafenfamilie Cappenberg stellt eine Reihe historisch, insbesondere kunsthistorisch enorm interessanter Motive dar. Viele Jahrhunderte war die Kenntnis um die mutmaßliche Darstellung des deutschen Kaisers Barbarossa in Vergessenheit geraten. Nach der Wiederentdeckung der Büste Endes des 19. Jahrhunderts war die Geschichte und Bedeutung des Objekts Grundlage kontroverser wissenschaftlicher Diskussionen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Objektbeschreibung
3. Historischer Rahmen
4. Friedrich I. Barbarossa und seine Herrschaftsauffassung
5. Ikonographische Untersuchung
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die kunsthistorische Bedeutung und die ikonographische Symbolik des sogenannten Cappenberger Barbarossakopfes, um dessen Rolle bei der Repräsentation des staufischen Herrscherbildes von Friedrich I. Barbarossa zu klären. Dabei steht die Frage im Zentrum, inwieweit die Bronze-Büste als Instrument der Herrschaftslegitimation diente und durch Rückgriffe auf antike und karolingische Vorbilder ein spezifisches Selbstverständnis des Kaisers manifestierte.
- Materielle und formale Analyse der Bronze-Büste
- Historischer Kontext der Cappenberger Stiftung
- Legitimationsstrategien der Stauferherrschaft
- Ikonographische Deutung der Reliquiar-Elemente
- Vergleich mit antiken und karolingischen Herrschermodellen
Auszug aus dem Buch
2. Beschreibung der Büste
Die Cappenberger Büste ist 31,4 cm hoch und 4,6 kg schwer. Sie wurde aus einer Kupferlegierung gegossen, später vergoldet und setzt sich im Wesentlichen aus zwei Teilen zusammen. Der Untersatz und der darauf sitzende Kopf samt Halsansatz. Die Art der Kupferlegierung ist nicht bekannt und würde sich nur durch einer aufwendige Materialanalyse feststellen lassen. Ebenfalls unbekannt ist der genaue Zeitpunkt der Vergoldung. In den Quellen finden sich diesbezüglich widersprüchliche Angaben, so dass nicht feststellbar ist wann der Kopf vergoldet wurde.
Das Kopfteil ist bedeckt von radial, weitestgehend symmetrisch verlaufenden Locken. Die Haarpracht wird von einer Vertiefung in Form eines Bandes durchschnitten. Die Vermutung liegt nahe, dass an dieser Steller früher ein Kopfschmuck angebracht war. Auf dieser flächigen Vertiefung sind vormalige, jetzt geschlossene Nietlöcher zu erkennen. Die einzelnen Elemente des Gesichts sind nicht symmetrisch, besonders ins Auge fällt dies bei Betrachtung der Positionierung der Ohren, den Augen und Details des Bartes. Die Bartlocken unterscheiden sich in ihrer Form von den Kopflocken. Die Augäpfel sind silbern beschichtet und die Pupillen in schwarzem Niello dargestellt. Der Augenlider sind weit nach oben gezogen und der Blick wirkt fokussiert. Der Mund erscheint etwas zu klein und wird von einem weit fassenden Schnurrbart gekrönt. Das Gesicht wirkt sehr ausdrucksstark, insbesondere durch die weit geöffneten Augen, die hohen Wangenknochen und das leichte Lächeln des Mundes.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Hier wird das Forschungsobjekt, der Cappenberger Barbarossakopf, vorgestellt und die Relevanz der Untersuchung für das Verständnis des staufischen Herrscherbildes begründet.
2. Objektbeschreibung: Dieses Kapitel liefert eine detaillierte materielle und formale Bestandsaufnahme der Bronze-Büste sowie ihrer technischen Merkmale.
3. Historischer Rahmen: Es wird die Entstehungsgeschichte des Objekts im Kontext der Familie Cappenberg und ihrer Beziehung zu den Staufern beleuchtet.
4. Friedrich I. Barbarossa und seine Herrschaftsauffassung: Das Kapitel erläutert das politische Spannungsfeld der Stauferzeit und die Konzepte der Herrschaftslegitimation unter Friedrich I.
5. Ikonographische Untersuchung: Hier erfolgt die kunsthistorische Deutung der Symbole und Gestaltungselemente, insbesondere im Hinblick auf antike Herrschervorbilder.
6. Fazit: Die Ergebnisse werden zusammengefasst und die Bedeutung der Büste als Ausdruck des staufischen Selbstverständnisses reflektiert.
Schlüsselwörter
Cappenberger Barbarossakopf, Friedrich I. Barbarossa, Staufer, Bronze-Büste, Herrschaftslegitimation, Kunstgeschichte, Ikonographie, Honor imperii, karolingische Memoria, Reliquiar, Mittelalter, Cappenberg, Herrscherdarstellung, Sacrum imperium, Konstantin der Große.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den Cappenberger Barbarossakopf, eine Bronze-Büste, um die historische und kunsthistorische Bedeutung dieser Darstellung Friedrichs I. Barbarossa zu ergründen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Schwerpunkte liegen auf der formalen Objektbeschreibung, der historischen Einbettung in die Stauferzeit sowie der ikonographischen Bedeutung des Werkes für das kaiserliche Herrschaftsverständnis.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, zu untersuchen, wie die Büste als Medium diente, um Barbarossas Anspruch auf Herrschaft und seine Verbindung zu historischen Vorbildern wie Karl dem Großen visuell zu manifestieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine kunsthistorische Analyse angewandt, die das Werk nach Panofsky ikonographisch untersucht und in den historischen Kontext der zeitgenössischen Quellen und politischen Umstände einordnet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Beschreibung der Büste, eine Analyse des historischen Hintergrunds, eine Diskussion der staufischen Herrschaftskonzepte und eine interpretative ikonographische Auswertung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wesentlichen Begriffe sind unter anderem Cappenberger Barbarossakopf, Herrschaftslegitimation, Staufer, Ikonographie, Honor imperii und karolingische Memoria.
Welche Rolle spielt die Familie Cappenberg für das Verständnis der Büste?
Die Familie Cappenberg stiftete das Objekt, wobei ihre enge Verbindung zum staufischen Herrscherhaus und der religiöse Kontext der Stiftung die Deutung des Objekts als Herrscher- und Memoria-Denkmal maßgeblich beeinflussen.
Wie wird der fehlende Kopfschmuck der Büste interpretiert?
Die Forschung diskutiert den fehlenden Schmuck als Hinweis auf ein Diadem, das den Kaiser in die Tradition antiker Cäsaren oder Konstantin des Großen stellt, um den Anspruch auf die Wiederherstellung des römischen Reiches zu unterstreichen.
- Citar trabajo
- Robert Begerack (Autor), 2020, Nach dem Abbild "eines" Kaisers. Der Cappenberger Barbarossakopf, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1170474