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Erfassung der Trainerpersönlichkeit im Rudersport anhand des FBT

Title: Erfassung der Trainerpersönlichkeit im Rudersport anhand des FBT

Diploma Thesis , 2007 , 118 Pages , Grade: 1,2

Autor:in: Josephine Wartenberg (Author)

Psychology - Personality Psychology
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Summary Excerpt Details

Das Konstrukt Persönlichkeit fand im historischen Kontext der sportpsychologischen Forschung lange Zeit einzig auf die Person des Athleten Anwendung.
Mit dem von Kellmann, Langenkamp und Krug (2005) entwickelten Fragebogen zur berufbezogenen Trainerpersönlichkeit (FBT) wurde ein Selbstberichtsverfahren geschaffen, das speziell den Trainer im Sport zu erfassen vermag. Im Rahmen dieser Diplomarbeit erfolgte die Erprobung der derzeit aktuellen zweiten Version des FBT anhand einer Gesamtstichprobe von 67 Rudertrainern. Diese Version umfasst 14 Persönlichkeitsdimensionen, die den drei Bereichen Soziale Kompetenzen, Berufliche Orientierung/ Arbeitsverhalten und Psychische Konstitution zugeordnet werden. Das Untersuchungsziel bzw. die Fragestellung lautete, die Kompetenzprofile der jeweils 35 Junioren- und 32 Seniorentrainer einem Mittelwertvergleich zu unterziehen, um eventuelle Unterschiede herauszuarbeiten. Basierend auf der ausführlichen Literaturrecherche wurden insbesondere Differenzen zwischen beiden Subgruppen in den sozialen Kompetenzen und in der Skala Führungsmotivation erwartet.
Zunächst galt es jedoch aufgrund des explorativen Charakters der Untersuchung als weiterer wesentlicher Schwerpunkt, die Testgütekriterien einer Überprüfung zu unterziehen. Zu diesem Zweck wurde eingangs anhand des Außenkriteriums „subjektiv einzuschätzender Berufserfolg“ die Validität berechnet. Deren Prüfung konnte aufzeigen, dass die Gesamtvarianz des Außenkriteriums zu 21% von den Skalen des FBT erklärt werden kann. Die Reliabilitätsanalyse konnte Werte von Cronbachs Alpha zwischen .60 und .84 und für die Split-Half Koeffizienten Werte zwischen .55 und .88 nachweisen. Die Daten konnten somit zufrieden stellend die Testgütekriterien erfüllen, womit sie sich als geeignet für die zugrunde liegende Analyse erwiesen. Der auf die Fragestellung bezogene Vergleich zwischen den Trainergruppen zeigte hinsichtlich des Persönlichkeitsprofils ein insignifikantes Ergebnis. Auf Bereichsebene stellte sich einzig ein marginal signifikantes Ergebnis hinsichtlich des Komplexes Berufliche Orientierung/ Arbeitsverhalten heraus. Dieser Unterschied wurde hervorgerufen durch die immanenten Skalen Analyseorientierung, Durchsetzungsstärke und Handlungsorientierung.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.Zusammenfassung

2. Einleitung

3. Theoretischer Hintergrund – Das Konstrukt Persönlichkeit

3.1 Definition von Persönlichkeit

3.2 Wechselbeziehung zwischen Persönlichkeit und Arbeit

3.3 Die Trainerpersönlichkeit

3.3.1 Arbeitskontext des Trainers: Anforderungsprofil und Handlungsspielraum

3.3.2 Trainerpersönlichkeit und Arbeitsbezogenes Verhalten

3.3.3 Spezifische Trainerkompetenzen im Rudersport

3.3.4 Empirische Absicherung der Trainerpersönlichkeit

3.4 Erfassen von Persönlichkeit

3.4.1 Selbstberichtsverfahren

3.4.2 Bochumer Inventar zur berufsbezogenen Persönlichkeitsbeschreibung

3.4.3 Fragebogen zur berufsbezogenen Trainerpersönlichkeit

3.5 Fragestellung

4. Methodisches Vorgehen

4.1 Hypothesen

4.2 Beschreibung der Stichprobe

4.3 Untersuchungsdurchführung

4.4 Messinstrumente

4.4.1 Instruktion

4.4.2 Demographische Angaben

4.4.3 Rückmeldung

4.5 Statistische Testverfahren

4.5.1 Testgütekriterien

4.5.3 Zusätzliche Berechnungen

5. Ergebnisse

5.1 Testgütekriterien

5.1.1 Reliabilität

5.1.2 Validität

5.2 Vergleich der Mittelwerte

5.3 Zusätzliche Berechnungen

5.3.1 Unterschiede bezüglich der spezifischen Fragen zur Trainertätigkeit

5.3.2 Interkorrelationen der Skalen

6. Diskussion und Ausblick

6.1 Diskussion der Ergebnisse

6.2 Kritische Aspekte der Untersuchung

6.3 Ausblick für zukünftige Forschung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Trainerpersönlichkeit im Rudersport mittels des neu entwickelten Fragebogens zur berufsbezogenen Trainerpersönlichkeit (FBT). Das primäre Ziel ist es, zu analysieren, ob sich Junioren- und Seniorentrainer hinsichtlich ihres Persönlichkeitsprofils unterscheiden und ob der FBT als valides Erhebungsinstrument für den Sportkontext fungieren kann.

  • Erprobung der zweiten Version des FBT anhand einer Stichprobe von 67 Rudertrainern.
  • Vergleich der Kompetenzprofile zwischen Junioren- und Seniorentrainern.
  • Überprüfung der Testgütekriterien (Reliabilität und Validität) des FBT im Sportkontext.
  • Analyse des Einflusses der Trainertätigkeit auf die psychische Konstitution sowie soziale und berufliche Orientierung.
  • Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Trainerpersönlichkeit und subjektiv eingeschätztem Berufserfolg.

Auszug aus dem Buch

3.3.2 Trainerpersönlichkeit und Arbeitsbezogenes Verhalten

Um seinen Aufgaben gerecht zu werden und die gesetzten Ziele zu realisieren, muss der Coach über bestimmte Kompetenzen verfügen. Die österreichische Bundes-Sportorganisation (BSO, 2005) umreißt grob die Trainerpersönlichkeit als charismatische Leadergestalt innerhalb des Sports, die über hohe fachliche, menschliche, motivatorische und pädagogische Qualifikationen verfügen sollte. In der gängigen Literatur lassen sich fast beliebig lange Listen mit den unterschiedlichsten Trainerattributen finden. Jedoch besteht über 30 bis 40 Persönlichkeitseigenschaften ein breiter Konsens (z.B. Cachey & Bahlke, 2003; Sabock, 1985; Valée & Bloom, 2005). Was allerdings die empirisch fundierte Erforschung der Trainerpersönlichkeit anbelangt, zeigt sich nach Gould, Greenleaf, Guinan und Chung (2002) ein fast vollständiges Forschungsdefizit und das insbesondere im Elitebereich. Die wenige Literatur, die zu dieser Thematik existiert, wurde beinahe ausschließlich auf deskriptiver Ebene erstellt.

Dennoch ist eine klare Tendenz in der jüngeren Vergangenheit dahingehend zu verzeichnen, dass der Versuch unternommen wurde, dieses Defizit aufzuarbeiten, indem anhand von Befragungen weitere Aufschlüsse bezüglich der Eigenschaften der Trainerpersönlichkeit erlangt werden sollten. Im Folgenden sollen sowohl deskriptiv als auch empirisch gewonnene Kompetenzprofile zur Trainerpersönlichkeit einer detaillierten Betrachtung unterzogen werden.

Deskriptiven Charakter besitzt das Trainerprofil nach Weinberg und Gould (1999, zitiert nach Schlicht & Strauß, 2003), die für einen guten Trainer die Eigenschaften „Integrität, Flexibilität, Loyalität, Selbstvertrauen, Verantwortungsbewusstsein, Aufrichtigkeit, Weitsicht in der Vorbereitung, Durchhaltevermögen, Selbstdisziplin und Geduld“ (S. 109) von wesentlicher Natur ansehen. Dahingegen erweist sich die Auflistung von Sabock (1985) als weit ausführlicher. Er benennt Aufrichtigkeit, Kommunikationsfähigkeit, Fairness, Einfühlungsvermögen, Geduld und Begeisterungsfähigkeit als wesentliche Charakterzüge, die als besonders bedeutend für eine gute Trainer-Athleten-Beziehung erachtet werden können. Schließlich hat der Trainer gegenüber seinen Sportlern eine Vorbildfunktion inne und sollte dieser auch Tribut zollen, indem er gewisse Werte vermittelt.

Zusammenfassung der Kapitel

1.Zusammenfassung: Bietet einen Überblick über die Zielsetzung, die explorative Untersuchung der Trainerpersönlichkeit und die wesentlichen Ergebnisse hinsichtlich der Testgütekriterien und des Mittelwertvergleichs.

2. Einleitung: Beleuchtet die theoretische Bedeutung der Trainerpersönlichkeit und die Notwendigkeit der Entwicklung spezieller Erhebungsinstrumente für den sportlichen Arbeitskontext.

3. Theoretischer Hintergrund – Das Konstrukt Persönlichkeit: Definiert Persönlichkeit wissenschaftlich und erläutert die Wechselwirkung zwischen Persönlichkeit, Arbeitskontext und den spezifischen Anforderungen im Coaching.

4. Methodisches Vorgehen: Beschreibt die Hypothesenbildung, die Auswahl der 67 Rudertrainer, die Datenerhebung und die statistischen Testverfahren zur Analyse der Ergebnisse.

5. Ergebnisse: Präsentiert die teststatistische Überprüfung des FBT, den Mittelwertvergleich zwischen den Trainergruppen sowie die Analysen zum subjektiv eingeschätzten Berufserfolg.

6. Diskussion und Ausblick: Interpretiert die gewonnenen Daten kritisch, reflektiert die methodischen Grenzen der Untersuchung und formuliert Empfehlungen für zukünftige sportpsychologische Forschung.

Schlüsselwörter

Trainerpersönlichkeit, FBT, Rudersport, Juniorentrainer, Seniorentrainer, Persönlichkeitsdiagnostik, Soziale Kompetenzen, Psychische Konstitution, Beruflicher Erfolg, Fragebogen, Sportpsychologie, Coaching, Arbeitsverhalten, Testgütekriterien, Leistungsniveau

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Erfassung und Analyse der Trainerpersönlichkeit im Rudersport unter Verwendung des Fragebogens zur berufsbezogenen Trainerpersönlichkeit (FBT).

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung des Konstrukts Persönlichkeit, das Anforderungsprofil von Trainern im Leistungssport sowie die empirische Überprüfung der Testgütekriterien des FBT.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist die explorative Untersuchung, ob sich Rudertrainer im Junioren- und Seniorenbereich signifikant in ihrem Persönlichkeitsprofil unterscheiden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine quantitative Querschnittsuntersuchung durchgeführt, bei der 67 Rudertrainer den FBT ausfüllten; die Daten werden mittels multivariater Varianzanalysen (MANOVA) und multipler linearer Regression ausgewertet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung der Trainerkompetenzen, eine detaillierte methodische Beschreibung der Stichprobenerhebung und die statistische Analyse der Ergebnisse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Trainerpersönlichkeit, FBT, Rudersport, Persönlichkeitsdiagnostik, Soziale Kompetenzen, Psychische Konstitution und Beruflicher Erfolg.

Welche Unterschiede wurden zwischen Junioren- und Seniorentrainern festgestellt?

In der MANOVA zeigten sich insgesamt keine signifikanten Unterschiede im Persönlichkeitsprofil, jedoch ergaben sich in zusätzlichen Analysen Hinweise darauf, dass Seniorentrainer sich in Bezug auf ihren beruflichen Erfolg erfolgreicher wahrnehmen.

Warum ist die Untersuchung für den Rudersport relevant?

Da bislang keine sportspezifischen, empirisch fundierten Daten zur Trainerpersönlichkeit existieren, leistet diese Arbeit einen ersten Beitrag, um die Forschungslücke für diesen spezifischen Sportbereich zu schließen.

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Details

Title
Erfassung der Trainerpersönlichkeit im Rudersport anhand des FBT
College
Ruhr-University of Bochum  (Fakultät für Psychologie)
Grade
1,2
Author
Josephine Wartenberg (Author)
Publication Year
2007
Pages
118
Catalog Number
V117057
ISBN (eBook)
9783640189168
ISBN (Book)
9783640189243
Language
German
Tags
Erfassung Trainerpersönlichkeit Rudersport
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Josephine Wartenberg (Author), 2007, Erfassung der Trainerpersönlichkeit im Rudersport anhand des FBT, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117057
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